Kompromisslos: ZDF stellt „Ein Fall für zwei“ nach fast fünf Jahrzehnten ein

Kultserie endet 2027 immerhin mit Abschlussfilm

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 17.07.2026, 09:26 Uhr

Nach 13 Staffeln kommt das Ende: Antoine Monot (Benni Hornberg) und Wanja Mues (Leo Oswald) in „Ein Fall für zwei“ – Bild: ZDF/Daniel Dornhöfer
Nach 13 Staffeln kommt das Ende: Antoine Monot (Benni Hornberg) und Wanja Mues (Leo Oswald) in „Ein Fall für zwei“

Es ist eine Ankündigung für die Geschichtsbücher: Nach insgesamt 46 Jahren wird das ZDF seine beliebte Freitagskrimiserie „Ein Fall für zwei“ im kommenden Jahr beenden. Das hat der Sender nun angekündigt. Demnach stehen noch acht Folgen in zwei Staffeln sowie ein Abschlussfilm zur Ausstrahlung an, der die Geschichte zu einem würdigen Abschluss führen soll.

Vom Mainzer Sender heißt es: ‚Ein Fall für zwei‘ hat den ZDF-Freitagskrimi über mehr als vier Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet. Umso schwerer fällt nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, die Reihe zu beenden.

Erhalte News zu Ein Fall für zwei direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu Ein Fall für zwei und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Der Freitagskrimi stirbt auf Raten

Weitere Hintergründe wurden nicht genannt, also ob die Entscheidung gefallen ist, um Kosten zu sparen oder ob bei der Serie vielleicht mal wieder größere Cast-Veränderungen angestanden hätten, so dass man nun eben lieber das Ende sucht. Grundsätzlich will das ZDF an den Freitagskrimi-Formaten weiter festhalten, allerdings mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate. Einst wurden unter der Dachmarke bis zu 40 Krimifilme im Jahr produziert.

Zu den verbleibenden Reihen gehören „Der Alte“ (seit 1977), „Die Chefin“ (seit 2012) und „Jenseits der Spree“ (seit 2021) sowie das erst kürzlich gestartete „Mordufer“. In vergangenen Jahren wurde bereits „Mordsschwestern – Verbrechen ist Familiensache“ (letzte Episode 2024) und „Der Staatsanwalt“ (endete 2025) eingestellt. Bei der Einstellung der „Mordsschwestern“ hieß es, die finanziellen Mittel sollen für das Streaming umgeleitet werden, beim „Staatsanwalt“ wollte der 1949 geboren Titeldarsteller Rainer Hunold nach 20 Dienstjahren aussteigen.

Ein Fall für zwei

Im Kern ist „Ein Fall für zwei“ seit 1981 eine sogenannte Buddy-Krimiserie, bei der zwei persönlich befreundete, aber sehr gegensätzliche Ermittler zusammenarbeiten. Beim Serienbeginn waren das der von Claus Theo Gärtner gespielte Josef Matula und der Rechtsanwalt Dr. Dieter Renz (Günter Strack). Seit dem letzten großen Castwechsel im Jahr 2014 bilden Wanja Mues als Privatermittler Leo Oswald und Antoine Monot, Jr. als Benjamin „Benni“ Hornberg das zentrale Team. Bettina Zimmermann porträtiert Staatsanwältin Claudia Strauss.

Ab September steht für die Hauptdarsteller zunächst noch ihre vierteilige 12. Staffel an, 2027 folgt die ebenfalls vierteilige 13. Staffel sowie der erwähnte Abschlussfilm.

Der scheidende Hauptdarsteller Wanja Mues kommentiert: Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuer Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben. Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer, und ich freue mich schon auf alles, was da kommt. Antoine Monot Jr. wies hin: Unser ganz persönlicher „Fall für Mues und Monot“ ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel ‚Pater Brown‘ auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter „Ein Fall für zwei“, der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns.

Wie erwähnt begann „Ein Fall für zwei“ mit den Titelfiguren Matula (Gärtner) und Renz (Strack) im Jahr 1981. Als sich Strack von der Serie verabschieden wollte, kam 1988 als Ersatz Rainer Hunold als Dr. Rainer Franck, auf den 1997 Mathias Herrmann als Dr. Johannes Voss und schließlich im Jahr 2000 Paul Frielinghaus als Dr. Markus Lessing folgte. Als Claus Theo Gärtner nach 300 Folgen selbst seine Hut nehmen wollte, schien das Ende der Serie gekommen. Das ZDF wagte dann aber eine Reboot mit neuem Team und neuer Staffelzählung.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am

    Langsam hat das alles eine bitteren Nachgeschmack. Nicht das ich die Serie nach Matula noch gesehen habe, aber es wurden nun schon etliche Sparmassnahmen bei ARD und ZDF vorgenommen sodas man sich langsam mal Fragen muss, was eigentlich dahinter steckt und wofür die Sparen. Die Gebühren wurden in den vergangenen Jahren stetig erhöht, außer das letzte Mal. Dennoch frage ich mich, wohin das ganze Geld und durch das Sparen eigentlich geht, bzw. wandert?Von neuen Projekten ist weit und breit nichts zu sehen? Einkauf von US-Serien ist beidenen sowieso nicht zu erwarten! Also, wohin fließen die ganzen Moneten? Wiedermal in die Taschen der Bosse, wie immer? Irgendwas ist da im Busch und das stinkt gewaltig!
    • (geb. 1975) am

      Mittlerweile werden auch Aufzeichnung teurer. Und jede Produktion wird ja immer ausführlicher gemacht wie früher und das wird auch teurer. Und alle Mitarbeiter bekommen auch Gehalt.

      Es gibt ja immer neue Projekte nur gucken wir ja nicht alles.
  • (geb. 1975) am

    Die Serie hätte man nach Matula einstellen sollen. Da wäre die Serie eine richtige Legende geworden.

    weitere Meldungen

    Hol dir jetzt die fernsehserien.de App