Er war eines der bekanntesten Gesichter des ZDF: Klaus Bresser war an der Entstehung des „heute journals“ maßgeblich beteiligt und prägte weitere Formate, die bis heute erfolgreich auf Sendung sind. Der langjährige ZDF-Chefredakteur ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 90 Jahren in Berlin verstorben.
Klaus Bresser stammte aus der Hauptstadt und entdeckte seine Leidenschaft für den Journalismus bereits während der Schulzeit. Als Gymnasiast schrieb er für Lokalzeitungen in Aachen. Während seines Studiums der Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie in Köln arbeitete er zunächst frei für den Kölner Stadt-Anzeiger, bei dem er 1958 volontierte. Ab 1961 war er dort Redakteur mit besonderen Aufgaben, später begleitete er als Chefreporter unter anderem die Besuche der Staatschefs Charles de Gaulle, John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow in West- und Ostdeutschland.
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1965 wechselte Bresser zum WDR. Dort leitete er unter anderem die Redaktion des Magazins „Monitor“ und die Redaktionsgruppe Aktualität. Außerdem war er an der Entwicklung der Sendung „Tagesthema“ beteiligt, einer Vorläuferin der „Tagesthemen“.
Seine ZDF-Laufbahn begann im Dezember 1977 als stellvertretender Leiter und Moderator des „heute journals“. An der Konzeption der Nachrichtensendung war Bresser maßgeblich beteiligt. 1981 übernahm er die Leitung und moderierte das Format sechs Jahre lang. 1983 kam die Leitung der Hauptredaktion Innenpolitik hinzu. In dieser Funktion verantwortete er unter anderem die „ZDF.reportage“, den „Länderspiegel“, die politische Talkshow „5 nach zehn“ und aktuelle Dokumentationen.
Ab 1985 prägte Bresser zudem die politische Interviewreihe „Was nun, …?“, die er mitentwickelte. Mit direkten Nachfragen, einer klaren Gesprächsstruktur und dem Fokus auf politische Verantwortung wurde das Format zu einem Markenzeichen der ZDF-Berichterstattung. Darüber hinaus moderierte er Diskussionsrunden, Wahlsendungen und Sondersendungen.
1988 wurde Bresser als Nachfolger von Reinhard Appel zum vierten Chefredakteur des ZDF berufen. Zwölf Jahre lang stand er an der Spitze der Redaktion und trieb den Ausbau des Informationsangebots voran. Zu den Formaten, die in dieser Zeit eingeführt wurden oder deren Entwicklung in seine Amtszeit fiel, gehörten „Bonn direkt“ (1987), „ZDF spezial“ (1988), das „ZDF-Morgenmagazin“ (1992) und „frontal“ (1993). Eine besondere Bedeutung hatten auch die ZDF-Sendungen zur deutschen Einheit, insbesondere die Programme am 2. und 3. Oktober 1990 aus dem Berliner Reichstag.
Für seine journalistische Arbeit wurde Bresser mehrfach ausgezeichnet. Zu den Ehrungen zählen die Goldene Kamera 1987, der Herbert-Quandt-Medien-Preis 1989 und der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 2000.
ZDF-Intendant Norbert Himmler würdigte Bresser als entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags. Weiter erklärte er: Klaus Bresser hat das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und stand stets für Unabhängigkeit und fairen Umgang. Auch die heutige ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten hob die nachhaltige Wirkung seiner Arbeit hervor: Klaus Bresser steht für präzises journalistisches Handwerk. Sendungen wie das ‚heute journal‘ und ‚Was nun, …?‘ wirken bis heute nach. Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten.