Grimme-Preis 2026: Nominierungen für „Tschappel“, „Rosenthal“ und „Euphorie“

Diese Serien, Shows und Dokus sind nominiert für den 62. Grimme-Preis

Lukas Respondek
Lukas Respondek – 22.01.2026, 10:00 Uhr

Nominiert für den 62. Grimme-Preis sind u. a. „Tschappel“ und „Rosenthal“ – Bild: ZDF/Conrad Lobst/Ella Knorz
Nominiert für den 62. Grimme-Preis sind u. a. „Tschappel“ und „Rosenthal“

Die Nominierungen für den 62. Grimme-Preis wurden verkündet. Die Kommissionen nominierten in den vier Kategorien Information & Kultur, Fiktion, Unterhaltung sowie Kinder & Jugend aus mehr als 750 Einreichungen insgesamt 71 Produktionen und Einzelleistungen für die renommierte Auszeichnung.

Zum aktuellen Preisjahr meint Grimme-Institutsdirektorin Çiğdem Uzunoğlu: Die Nominierungen für den Grimme-Preis stellen dabei Produktionen und Leistungen in den Mittelpunkt, die Haltung zeigen, Sorgfalt walten lassen und neue Perspektiven eröffnen“. Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche komme den Medien eine besondere Verantwortung zu. Der Grimme-Preis verstehe sich dabei als Forum für Qualität, Relevanz und die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem, was unsere Gegenwart prägt. Und weiter: Den Nominierungskommissionen danke ich sehr für ihre Arbeit, es war sicher nicht leicht in diesem Jahr!

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Während die Nominierungskommission der Kategorie Fiktion zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es deutlich weniger diverse Stoffe gegeben hat als in den vergangenen Jahren, bemängelt die Kommission der Kategorie Info & Kultur Leerstellen bei zentralen Gegenwartsthemen wie der fortschreitenden Klimakrise, die keine angemessene Bearbeitung fand. Auch mangele es an überzeugender, tiefgehender Berichterstattung und Auseiandersetzung mit der politischen Lage in den USA.

Die Nominierungskommission Unterhaltung schöpfte das Nominierungskontingent abermals bei Weitem nicht aus. Fehlender Mut zu innovativen Formaten und mangelnde Diversität in den Produktionen blieben zentrale Themen in der Diskussion. Derweil beobachtet auch die Kommission Kinder & Jugend, dass trotz vielschichtiger Themen für die junge Zielgruppe aktuelle Krisen unterrepräsentiert gewesen seien.

Dazu bilanziert die Leiterin des Grimme-Preises Lucia Eskes: Die diesjährigen Nominierungen zeigen erneut eindrucksvoll die große Qualität vieler Produktionen, bieten aber nicht nur Anlass zur Anerkennung, sondern auch zur Diskussion darüber, welche Themen erzählt werden und welche derzeit zu wenig Raum erhalten – und auch um die Frage nach Sichtbarkeit und Teilhabe.

Ab dem 31. Januar kommen in Marl die Jurys zusammen, um über die Vergabe der 16 möglichen Grimme-Preise sowie des Preises der Marler Gruppe und des Preises der Studierendenjury zu entscheiden. Die Preisträger des 62. Grimme-Preises werden im März bekanntgegeben.

Alle diesjährigen Grimme-Preis-Nominierungen im Überblick

Kategorie Fiktion

„Alle die du bist“ (Contando Films & Studio Zentral/​Network Movie/​Nephilim Producciones für ZDF – Das kleine Fernsehspiel/​ZDF)

Spezial

Kategorie Unterhaltung

Kategorie Information & Kultur

„ARD Story“: Der Herr der Fässer – Atom-Debakel Asse (raufilm für NDR)

„Baldiga – Entsichertes Herz“ (Hoferichter & Jacobs für rbb)

„Chronisch krank, chronisch ignoriert“ (Inselfilm Produktion/​Navigator Film für ZDF/​ARTE)

„Das leere Grab“ (Kurhaus Production/​Kijiweni Productions für ZDF/​ZDF – Das kleine Fernsehspiel)

„Das Srebrenica Tape“ (Docdays Productions für rbb/​BR/​SWR/​BBC Storyville/​CZ TV/​Al Jazeera Balkans/​DW/​ARTE)

„Der Kinderpsychiater – Die Macht des Dr. Winterhoff“ (WDR/​SWR/​F.B.EYE Media für WDR/​SWR)

„Die Unbeugsamen 2 – Guten Morgen, Ihr Schönen!“ (Broadview TV für ZDF/​3sat)

„Hass.Hetze.Hoffnung“ (Neos Film/​Gute Zeit Film für RTLZWEI)

„Ja prischlá – Ich bin angekommen“ (Anna Hardock, Lea Hardock für MDR)

„Mein Land will nicht verschwinden“ (Goldstein Filmproduktion für ZDF/​3sat/​rbb)

„Petra Kelly – Act Now!“ (Bildersturm Filmproduktion/​Kimmel & Metz Filmproduktion für rbb/​BR/​RB/​ARTE)

„Riefenstahl“ (Vincent Productions für WDR/​SWR/​NDR/​BR/​rbb)

„Rise & Fall: 1860 München“ (BR)

Russlands wilde 90er – Zwischen Demokratie und Putin (rbb/​MDR)

„Soldaten des Lichts“ (Wood Water Films/​patatino/​ZDF für ZDF/​ZDF – Das kleine Fernsehspiel)

„Spielerinnen“ (pong film für rbb)

„Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges“ (Docdays Productions für ZDF/​DW/​ARTE)

„World White Hate“ (Ventana für DW/​SWR/​ARTE)

Spezial

  • „Babo – Die Haftbefehl-Story“ für die Eröffnung eines breiten gesellschaftlichen Debattenraums im Nachgang der Veröffentlichung zu den Themen Drogenmissbrauch, kritische Aspekte der Musikindustrie und Auswirkungen von dysfunktionalen Familienstrukturen auf die Kinder (Netflix)
  • Niloufar Taghizadeh für ihre herausragenden dokumentarischen Einblicke in Gesellschaft und Kultur des Iran sowie die eindrückliche Vermittlung der Alltagssituation der Bevölkerung im Kriegszustand („Nilas Traum im Garten Eden“, „Googoosh – Made of Fire“, „Tagebuch aus Teheran“) (ZDF/​ARTE)

Besondere journalistische Leistung

  • Das Team des Projekts „Das Damascus-Dossier“ für die eindringliche Aufbereitung von Recherchen zu Gräueltaten des Assad-Regimes in Syrien (NDR/​ARD)
  • Golineh Atai für ihre ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt (ZDF)
  • Sophie von der Tann für ihre hochpräzise und menschennahe Berichterstattung über Israel und die palästinensischen Gebiete (BR/​ARD)

Kategorie Kinder & Jugend

Nominierungen Kinder

Nominierungen Jugend

Spezial

  • „Brust raus“ (Spezial für die Moderation von „Brust raus“ an die Hosts Walerija, Aurora und El) (SWR/​DASDING)
  • „Danke für nichts“ (Spezial für Regie und Buch) (Schiwago Film /​ Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF für ZDF /​ ZDF – Das kleine Fernsehspiel)
  • „Ellbogen“ (Spezial an Melia Kara für die schauspielerische Leistung) (Achtung Panda! in Koproduktion mit Tripod /​ Istos /​ Jip /​ Tarabya Alumni-Fonds für ZDF /​ ZDF – Das kleine Fernsehspiel)
  • „PUR+“ (Spezial für Themenvielfalt, Kontinuität und Plattform-Präsenz) (ZDF)
  • „TOGGO GG“ (Spezial für einen Gaming Safe Space) (CNC Cologne News Corporation für SUPER RTL)

Der Autor dieses Artikels ist seit 2020 an der Entscheidungsfindung des Grimme-Preises beteiligt und war dieses Jahr Mitglied der Nominierungskommission in der Kategorie Unterhaltung.

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