„Friends“: James Michael Tyler („Gunther“) im Alter von 59 Jahren verstorben

    Schauspieler erlag langem Krebsleiden

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 25.10.2021, 10:41 Uhr

    James Michael Tyler als Gunther in „Friends“ – Bild: NBC/Warner Bros TV.
    James Michael Tyler als Gunther in „Friends“

    Der amerikanische Schauspieler James Michael Tyler ist im Alter von 59 Jahren verstorben. Viele Fernsehzuschauer kannten ihn als Gunther aus der Erfolgsserie „Friends“, eine Rolle, die er in mehr als 50 Folgen der Serie spielte. Laut Deadline erlag Tyler nach langem Kampf gegen ein Krebsleiden, das er in einem Fernsehinterview im Juni öffentlich gemacht hatte.

    Damals sagte er: Im September 2018 wurde bei mir Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, der sich auf meine Knochen ausgebreitet hat. Er machte bereits deutlich, dass der Krebs bei ihm weit fortgeschritten sei und er wegen Tumoren im Bereich der unteren Wirbelsäule auf einen Rollstuhl angewiesen sei. In dem Interview im Juni sagte Tyler, dass er das vergangene Jahr darum gerungen hatte, seinen 59. Geburtstag zu erleben – was er am 28. Mai erkämpft hatte. Damals war sein größter verbliebener Wunsch, durch eine Berichterstattung über seine Erkrankung – inklusive einer ausführlichen Aufklärung über die Möglichkeit einer einfachen Früherkennung, nach der gute Heilungsaussichten bestehen – dabei zu helfen, mindestens ein Menschenleben zu retten.

    Um eine Vermischung seiner bekanntesten Rolle und seiner Erkankung entgegenzuwirken, hatte Tyler nur per Übertragung an der „Friends“-Reunion von HBO Max (in Deutschland bei Sky ausgestrahlt) teilgenommen. Damit konnte er auch steuern, dass seine Erkrankung dort nicht publik oder ins Zentrum rücken würde: Ich wollte nicht, dass es heißt ‚Oh, Gunther hat Krebs‘, falls ihr das versteht. Die Produzenten wussten aber um seine Erkrankung, auch mit Ross-Darsteller David Schwimmer stand er in Kontakt.

    James Michael Tyler wurde 1962 im US-Bundesstaat Mississippi als fünftes Kind seiner Eltern geboren. Nach deren frühem Tod wurde er als Teenager von einer älteren Schwester in South Carolina aufgezogen. Für ein Geologie-Studium ging er schließlich dort auf die Clemson University. Auf der Uni kam er mit dem Schauspiel in Kontakt und machte schließlich darin seinen Master. 1988 zog er nach Los Angeles, wo er aber zunächst selten vor der Kamera stand, sondern in verschiedenen Nebenjobs abseits der Kamera arbeitete.

    Nachdem zunächst Max Wright („ALF“) bei „Friends“ in zwei Folgen den Besitzer des zentralen Anlaufpunktes der sechs Friends, des Cafés Central Perk, gespielt hatte, übernahm danach Tyler als Barista Gunther die Funktion als Gesicht der Belegschaft. Gunther war einerseits gegenüber den Friends immer etwas sarkastisch, allerdings auch in Rachel (Jennifer Aniston) verknallt, die anfangs zudem im Central Perk arbeitete.

    Nach dem Ende von „Friends“ kam Tyler noch zu einer Stippvisite in Matt LeBlancs Serie „Episodes“ vorbei, in der beide „Friends“-Darsteller alternative Versionen ihrer selbst spielten.

    James Michael Tyler hinterlässt seine Frau Jennifer Carno.

    Seine Familie und sein Management würdigten den Verstorbenen: Die Welt kannte ihn als Gunther (den ‚siebten‘ „Friend“), aber diejenigen, die Michael liebten, kannten ihn als Schauspieler, Musiker, Krebs-Awareness-Botschafter und liebevollen Ehemann. Michael liebte Live-Musik, seine ‚Clemson Tigers‘ [Footballmannschaft von Tylers Alma Mater] anzufeuern und fand sich oft in überraschende, aber kurzweilige Abenteuer verstrickt. Wer ihm einmal begegnete, hatte einen Freund fürs Leben gemacht.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1979) am

      "...und wenn ich irgendwo in einem Café einen Kaffee trinke oder vielleicht einen Mann sehe mit einer Haarfarbe, die heller als die Sonne ist, dann denk ich an dich..."


      Rachel zu Gunther, als er ihr gesteht, dass er sie liebt in der finalen Folge (The last one) von Friends

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