Emmys 2015: „Orange is the New Black“ darf nicht als Comedy antreten

    Expertengremium lehnt Netflix-Antrag ab

    Marcus Kirzynowski
    Marcus Kirzynowski – 25.03.2015, 13:30 Uhr

    Plötzlich nicht mehr komisch: das Ensemble von „Orange is the New Black“ – Bild: Netflix
    Plötzlich nicht mehr komisch: das Ensemble von „Orange is the New Black“

    Die Netflix-Frauenknast-Serie „Orange is the New Black“ könnte das erste Opfer der Neuregelung bei den Emmy-Nominierungen werden. Bei den diesjährigen Fernsehpreisen darf sie nicht wie 2014 als Comedyserie ins Rennen gehen. Das zuständige Expertengremium der US-amerikanischen Fernsehakademie lehnte einen entsprechenden Antrag von Netflix ab. In den umkämpften Dramakategorien werden der Serie schlechtere Chancen ausgerechnet.

    Im Februar hatte die Akademie die Regeländerung bekannt gegeben, nach der eine Comedyserie zukünftig grundsätzlich als Serie definiert ist, deren Folgen 30 Minuten nicht übersteigen (fernsehserien.de berichtete). Den einreichenden Sendern wurde jedoch die Möglichkeit eingeräumt, im Einzelfall zu beantragen, dass ihre Serien doch als Comedy eingestuft werden können. Ein anonymes, neunköpfiges Gremium prüft dann die entsprechende Serie und entscheidet mit Zweidrittelmehrheit.

    So waren bereits die Sender hinter den Serien „Shameless“, „Glee“ und „Jane the Virgin“ vorgegangen, deren Anträgen auch entsprochen wurde (fernsehserien.de berichtete). Alle Drei dürfen somit auch in diesem Jahr erneut als Comedys antreten. Warum die Experten nun ausgerechnet bei der Netflix-Dramedy anders entschieden, wurde nicht bekannt, nur eben, dass das Panel nahegelegt habe, dass sie als Dramaserie zuzulassen sei.

    Die aus der TV-Industrie stammenden Mitglieder des Entscheidungsgremiums sind angehalten, so viele Folgen der jeweiligen Serie anzusehen, wie für ihre Entscheidung notwendig sind. Sie sollen dann bestimmen, ob die Serie ihr Thema überwiegend mit einem komödiantischen oder einem dramatischen Ansatz behandelt.

    Netflix-Chef Ted Sarandos machte in einem Statement das Beste aus der Entscheidung: „’Orange is the New Black’ ist eine wahrhaft bahnbrechende Serie und ein Bilderstürmer, der sich immer einem Genre oder einer einfachen Kategorisierung widersetzt hat. Während wir von der Entscheidung des Komitees enttäuscht sind, glauben wir, dass ‚Orange‘ in jeder Kategorie das beste Fernsehen repräsentiert.“

    2014 hatte die Akademie die Serie noch als beste Comedy nominiert und in den Comedykategorien mit drei Preisen ausgezeichnet, darunter der für Uzo Aduba als beste Gastdarstellerin.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

      weitere Meldungen

      weitere Meldungen

      weitere Meldungen

      weitere Meldungen