Elke Sommer gestorben: Hollywood-Star und Sängerin wurde 85 Jahre alt

Deutsche Schauspielerin machte internationale Filmkarriere

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 29.10.2026, 19:04 Uhr

Elke Sommer (1940⁠–⁠2026) – Bild: IMAGO/APress
Elke Sommer (1940⁠–⁠2026)

Elke Sommer gehört zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen, die sich einen Namen in Hollywood machen konnten. In den 1960er-Jahren startete sie eine Karriere als Schauspielerin und Sängerin und galt als Sexsymbol ihrer Zeit. Nun ist die vielseitige Künstlerin am 28. Oktober im Alter von 85 Jahren in ihrem Haus in Bel Air, Los Angeles, an Herzinsuffizienz verstorben, nur wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag. Dies vermeldete zuerst die BILD, inzwischen haben mehrere Medien übereinstimmend über Sommers Tod berichtet.

Geboren wurde Elke Sommer am 5. November 1940 in Berlin als Elke Schletz. Ihre Kindheit verbrachte sie überwiegend in Franken, wo ihre Familie während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht gefunden hatte. Ab 1950 besuchte sie das Humanistische Gymnasium in Erlangen, das sie mit der Mittleren Reife verließ. Ihr Weg ins Filmgeschäft war nicht geplant. Elke Sommer hatte eigentlich vor, Dolmetscherin zu werden. Sie arbeitete als Au-pair in London und ließ sich in Fremdsprachen ausbilden. Insgesamt beherrschte Elke Sommer später sechs Sprachen.

Ein Schönheitswettbewerb in Italien und die Begegnung mit dem Regisseur Vittorio de Sica öffneten ihr Ende der 1950er-Jahre dann die Tür zur Schauspielerei. Was zunächst wie ein glücklicher Zufall erschien, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen internationalen Karriere. 1961 übernahm Elke Sommer ihre erste Hauptrolle in dem Film „Das Mädchen und der Staatsanwalt“ von Jürgen Goslar. Das Kriminal- und Gesellschaftsmelodram wurde mehrfach ausgezeichnet und in die USA verkauft. Dies sorgte dafür, dass Elke Sommer der Sprung nach Hollywood gelang – etwas, das deutschen Schauspielerinnen damals nur selten vergönnt war.

An der Seite von Paul Newman spielte sie 1963 im Film „Der Preis“ die weibliche Hauptrolle, für die sie mit einem Golden Globe als Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später begeisterte sie an der Seite von Peter Sellers in der Kriminalkomödie „Ein Schuss im Dunkeln“ aus der berühmten „Der rosarote Panther“-Reihe. Auch mit weiteren internationalen Filmlegenden wie Alain Delon, Sharon Tate oder Dean Martin stand sie vor der Kamera. Insgesamt wirkte sie in mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit.

1967 und 1968 wurde Elke Sommer für ihre Schauspielkunst zwei Jahre in Folge mit dem Bambi ausgezeichnet. Doch sie wollte eine Künstlerin sein, die weit mehr zu bieten hatte als den Glamour der großen Filmwelt, und ließ sich nicht auf ihr Image als blonde Schönheit reduzieren. Während ihrer Hochphase als Hollywood-Schauspielerin trat sie öfter in US-Unterhaltungsshows auf, darunter in der „Dean Martin Show“ sowie 1979 in der „Muppet Show“.

Darüber hinaus spielte sie in den 1970er Jahren Theater und gastierte an verschiedenen Bühnen, sowohl in Deutschland als auch den USA. Parallel zu ihrer Schauspielkarriere veröffentlichte Elke Sommer als Sängerin zwischen 1961 und 1977 mehrere Singles und Schallplatten. Außerdem widmete sie sich mit großer Leidenschaft der Malerei. Ihre Bilder wurden international ausgestellt.

In den 1980er und 1990er Jahren spielte Elke Sommer weiterhin immer wieder in Filmen mit und übernahm Episodenrollen in Serien wie „Love Boat“, „Chefarzt Dr. Westphall“ und „Happy Holiday“. Ihre letzte größere Filmrolle übernahm sie 2010 in Dani Levys „Das Leben ist zu lang“. In den Folgejahren zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Elke Sommer wusste sich gegen Vorurteile und Angriffe zu behaupten und nahm sich das Recht, ihren Weg selbst zu bestimmen. Doch natürlich verlief ihr Leben nicht ohne Enttäuschungen und persönliche Verluste. Im Alter von nur 14 Jahren verlor sie ihren Vater. Besonders schwer traf sie der Tod ihres zweiten Ehemanns Wolf Walther, mit dem sie seit 1989 zusammen und seit 1993 verheiratet gewesen war. Im Sommer 2026 starb er nach einer langen Krebserkrankung. Bis 2025 lebten die beiden abwechselnd in Los Angeles und im mittelfränkischen Marloffstein. In der kleinen Gemeinde soll Elke Sommer nach Informationen der BILD im Familiengrab beigesetzt werden – dies sei ihr letzter Wille gewesen.

Elke Sommer gehörte zu jener Generation, die Grenzen überschritt und bewies, dass Herkunft kein Hindernis für eine internationale Karriere sein muss. Ihre Filme, ihr unverwechselbares Lächeln und ihre künstlerische Vielseitigkeit werden in Erinnerung bleiben.

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