[UPDATE] „Die Wespe“ sticht bei Sky, „Faking Hitler“ nimmt bei RTL Fahrt auf

    Serienproduktionen erhalten Zuschüsse von der Film- und Medienstiftung NRW

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 15.02.2021, 13:19 Uhr (erstmals veröffentlicht am 04.02.2021)

    Moritz Bleibtreu in „Schuld nach Ferdinand von Schirach“ – Bild: ZDF/Gordon Muehle
    Moritz Bleibtreu in „Schuld nach Ferdinand von Schirach“

    Das Schicksal eines Dartprofis steht im Zentrum der neue Sky-Serie „Die Wespe“: Auch, wenn Edi vielleicht seine besten Tage hinter sich hat, gibt er nicht auf. Die Produktionsfirma Gaumont hat nun von der Film- und Medienstiftung NRW die Zusage über einen Zuschuss von 600.000 Euro erhalten. Ebenfalls gefördert werden im Serienbereich „Faking Hitler“ von UFA Fiction für TVNOW und RTL (1,5 Millionen Euro) sowie die vierte Staffel von „Babylon Berlin“ (X Filme für Sky und ARD Degeto; 1,2 Millionen Euro).

    Die Wespe

    Das nun durch die Förderung bekannt gewordene Sky-Projekt dreht sich um den von Florian Lukas gespielten Eddie Frotzke. Der war als Dartprofi erfolgreich, doch seine besten Tage scheinen hinter ihm zu liegen: Das erarbeitete Geld hat er ausgegeben, und wegen ausbleibender Erfolge kommt auch kein neues nach. Auch die Frau hat ihn verlassen. Eddie macht aber seinem Kampfnamen Die Wespe alle Ehre und lässt sich nicht unterkriegen.

    Die Bücher zur Serie hat Jan Berger verfasst, Hermine Huntgeburth übernimmt die Regie. Gedreht wird „teilweise“ in NRW.

    UPDATE: Sky hat die Produktion der Serie nun offiziell bestätigt. In Zusammenarbeit mit Gaumont werden sechs circa halbstündige Folgen produziert.

    Faking Hitler

    Die UFA-Fiction-Serie über den Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher ist bei RTL schon länger im Gespräch gewesen und soll den neuen Informationen nach natürlich auch zu TVNOW kommen. Im Zentrum steht die Geschichte der durch Konrad Kujau gefälschten und durch den Reporter Gerd Heidemann für das Magazin Stern gekauften Werke, was als einer der größten Medienskandale der Republik gilt. Für Hauptrollen in dem Sechsteiler wurden nun Moritz Bleibtreu (zuletzt „Schuld nach Ferdinand von Schirach“, „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“), Lars Eidinger („Babylon Berlin“) und Sinje Irslinger („Breaking Even“) bestätigt. Welche Rollen die Darsteller übernehmen, wurde noch nicht veröffentlicht.

    Der Spiegel-Reporter Heidemann hatte damals die vermeintlichen Privat-Tagebücher von Adolf Hitler aufgetan, während Kujau schon länger ähnliche Devotionalien aus der Nazi-Zeit gefälscht hatte. Statt eine Prüfung der Echtheit der Tagebücher abzuwarten, preschte das Magazin vor, gab fast 10 Millionen DM für diese aus und veröffentlichte unter großem Tamtam Auszüge – nur um schließlich vom Bundeskriminalamt bestätigt zu bekommen, dass die (physischen) „Bücher“ zweifelsfrei erst nach dem Zweiten Weltkrieg hergestellt wurden, von zahllosen weiteren Ungereimtheiten abgesehen.

    Die Drehbuchadaption stammt nun von Tommy Wosch, Dominik Moser, Annika Cizek, Christoph Silber und Lydia Schamschula.

    Babylon Berlin

    Die Prestigeproduktion „Babylon Berlin“ von Sky und ARD Degeto entsteht teilweise in NRW, teilweise in Berlin. So gibt die nordrhein-westfälische Film und Medienstiftung hier mit 1,2 Millionen Euro etwa weniger als bei „Faking Hitler“.

    In den neuen Folgen werden erneut Volker Bruch als Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter die zentralen Rollen übernehmen. Die vierte Staffel wird auf dem Roman „Goldstein“ von Volker Kutscher basieren, dem dritten seiner Reihe. Der erzählt die Geschichte in Berlin zwischen Silvester 1930/​31 bis zum April des Jahres, als der sogenannte Stennes-Putsch stattfand – Mitglieder der SA besetzten ein Parteigebäude der NSDAP in Berlin um die Absetzung des SA-Führers Walther Stennes durch die Parteiführung zu verhindern.

    In ihrer 179. Sitzung förderte die Film- und Medienstiftung NRW 29 Projekte mit 10,14 Mio. Euro. Geschäftsführerin Petra Müller kommentiert: In unserer ersten Fördersitzung 2021 lag uns eine große Bandbreite von interessanten und gut entwickelten Projektanträgen vor. Darüber haben wir uns ebenso gefreut, wie über den hohen Anteil der beteiligten Regisseurinnen und Autorinnen. So konnte die Jury mit Überzeugung 29 Projekte mit über 10 Millionen Euro fördern, nicht zuletzt, um Produzentinnen und Produzenten sowie Verleihern gleich zu Beginn des zweiten Corona-Jahres Rückhalt und Planungssicherheit zu geben.

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