„Designated Survivor“: Könnte Netflix die Serie retten?

    Serienproduzent und Streaming-Dienst verhandeln

    "Designated Survivor": Könnte Netflix die Serie retten? – Serienproduzent und Streaming-Dienst verhandeln – Bild: ABC
    „Designated Survivor“
    Bild: ABC

    Die Produzenten von „Designated Survivor“ haben Gespräche mit Netflix begonnen, die Serie nach der Absetzung durch ABC fortzuführen. Diese Verhandlungen befinden sich in einem frühen Stadium und es gibt ein gewaltiges Hindernis, das es zu überwinden gilt.

    Dieses Hindernis ist, dass in den USA die Video-on-Demand-Rechte an „Designated Survivor“ beim Netflix-Konkurrenten Hulu liegen. Netflix hält die Streaming-Rechte an der Serie außerhalb der USA und Kanada, daher ist der Streaming-Dienst die natürliche erste Anlaufstelle für einen Rettungsversuch.

    Die Serie „Designated Survivor“ wird von der kanadischen Firma Entertainment One hergestellt, für die der Erfolgsproduzent Mark Gordon arbeitet. Der 61-Jährige hatte lange Jahre mit seiner Produktionsfirma für ABC Studios gearbeitet und etwa Shonda Rhimes bei der Entwicklung von „Grey’s Anatomy“ geholfen, daneben hat er auch Anteil an „Criminal Minds“, das bei ABC Studios entwickelt wurde. Er hatte sich mit einer Firma selbstständig gemacht, für die Entertainment One zunächst als Vertrieb genutzt wurde. Dann wurde sie von Entertainment One geschluckt, wobei Gordon dort zum Chief Content Officer of Film, Television and Digital aufstieg. ABC Studios ist bei „Designated Survivor“ lediglich als Ko-Produzent an Bord gekommen, als der Schwestersender die Serie bestellte. Entertainment One stellt für ABC übrigens auch die neue Serie „The Rookie“ mit Nathan Fillion her.

    ABC hatte sich dazu entschieden, „Designated Survivor“ abzusetzen. Im Umfeld der Upfronts-Veranstaltung des Networks hatte Senderchefin Channing Dungey in der Nacht zum Mittwoch ausgesagt, dass man mit den Quoten weiterhin hätte leben können (dank starkem Zuwachs bei den zeitversetzten Zuschauern), dass man aber Sorge um die inhaltliche Ausrichtung gehabt habe, nachdem die Serie in den ersten beiden Staffeln vier Showrunner verschlissen hatte und für die dritte Staffel einen fünften engagieren wollte.

    Bei Entertainment One plant man im Erfolgsfall, den bereits in die Wege geleiteten Wechsel auf dem Showrunner-Posten durchzuziehen. Daneben ist man durchaus interessiert daran, die Serie inhaltlich darauf einzurichten, dass sie nun nicht mehr bei einem US-Network läuft, sondern auf dem Streaming-Dienst, was inhaltlich einige Beschränkungen aufheben würde.

    Allerdings ist die Tatsache, dass Hulu die Streaming-Rechte in den USA hält, ein wirklich großes Hindernis. Netflix legt dieser Tage bei seinen „echten“ eigenen Serien enorm großen Wert darauf, die Rechte weltweit zu halten. Wenn also Netflix weitere finanzielle Verantwortung für die Serie übernehmen sollte, dann muss hier eine Lösung gefunden werden.

    „Designated Survivor“ handelt vom Wohnungsbauminister Tom Kirkman (Kiefer Sutherland), der am Abend, als er eigentlich entlassen werden sollte, als einziger einen verheerenden Anschlag auf die gesamte US-amerikanische politische Führung überlebt. Durch die gesetzliche Nachfolgeregelung rückt er ins Präsidentenamt auf und muss das Land durch die Krise führen, wobei auch sein Mitarbeiterstab lediglich aus „Überlebenden“ besteht. Derweil jagt die FBI-Agentin Hannah Wells (Maggie Q) die Attentäter und später auch andere Staatsfeinde.

    16.05.2018, 09:34 Uhr – Bernd Krannich/fernsehserien.de

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • serieone am 16.05.2018 14:35

      Ich würde mich freuen, wenn die Serie weitergeht.
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