„Deal or No Deal“ verdrängt „Die Landarztpraxis“ am Sat.1-Vorabend

Gameshow-Comeback soll für Quoten-Aufschwung sorgen

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 29.10.2026, 12:27 Uhr

„Deal or No Deal“: Jörg Pilawa moderiert die Neuauflage des Gameshow-Klassikers – Bild: Sat.1/Joyn/Willi Weber
„Deal or No Deal“: Jörg Pilawa moderiert die Neuauflage des Gameshow-Klassikers

Im Juni gab es erste Anzeichen, im August bestätigte es Sat.1 dann offiziell: Die Gameshow „Deal or No Deal“ kehrt zurück und wird neu aufgelegt. Als Moderator für den Gameshow-Klassiker mit den Geldkoffern wurde der selbsternannte „Quizonkel“ Jörg Pilawa verpflichtet. Das Comeback wurde für 2027 in Aussicht gestellt, doch nun geht es sogar noch früher los: Gegenüber DWDL verkündete Henrik Pabst, Chief Content Officer bei ProSiebenSat.1, den Starttermin und auch den Sendeplatz: Ab dem 14. Dezember ist „Deal or No Deal“ montags bis freitags um 19 Uhr zu sehen.

Aus dieser Bestätigung ergeben sich einige bemerkenswerte Dinge: Die Neuauflage von „Deal or No Deal“ läuft also tatsächlich am Vorabend. Davon war fast auszugehen, als auf einen Schlag die Produktion von 36 Folgen angekündigt wurde. Für Sat.1 bedeutet dies gleichzeitig eine Abkehr von fiktionalen Stoffen am Vorabend: Zum ersten Mal seit drei Jahren wird der 19-Uhr-Sendeplatz ab Mitte Dezember nicht mehr mit einer Serie bestückt. Noch dazu wird die Sendezeit der „:newstime“ um 10 Minuten gekürzt: Statt wie bisher um 19:45 Uhr beginnt die Sat.1-Nachrichtensendung ab dem 14. Dezember erst um 19:55 Uhr.

Rund drei Jahre lang versuchte es Sat.1 am Vorabend mit verschiedenen Soaps, wobei sich „Die Landarztpraxis“ als langlebigste entpuppt hat: Satte 382 Folgen in vier Staffeln sind von der Serie gelaufen. Aktuell ist der Ableger „Die Landarztpraxis – Team Sonnenhof“ zu sehen, wovon insgesamt 120 Folgen bestellt wurden. Ob und wie es danach weitergeht, ist aktuell völlig offen, denn die linearen Einschaltquoten waren sowohl von der Mutterserie als auch vom Ableger nie überragend. Zwar verwies ProSiebenSat.1 gebetsmühlenartig auf starke Abrufzahlen bei Joyn, doch das alleine scheint am Ende doch nicht zu reichen: Bislang verkündete Sat.1 keine Verlängerung.

Noch mehr Gameshows für den Vorabend werden getestet

Die Hoffnungen liegen stattdessen auf einer Show-Offensive am Vorabend: Kürzlich wurde bekannt, dass Sat.1 in Mailand die Pilotfolge einer möglichen Neuauflage der Kult-Gameshow „Glücksrad“ produzieren ließ – ebenfalls mit Jörg Pilawa als Moderator (fernsehserien.de berichtete). Ob es die Show wirklich wieder zurück zum Bällchensender schaffen wird, ist noch nicht zu 100 Prozent sicher, auch wenn die Chancen gut stehen. Darüber hinaus testet Sat.1 auch noch weitere Shows. Gegenüber DWDL erläutert Henrik Pabst: Wenn Gameshows funktionieren sollten am Vorabend, was ich erwarte, dann brauchen wir Nachschub. Deswegen pilotieren wir viele Ideen. ‚Glücksrad‘ ist nicht der einzige Pilot, den wir gemacht haben.

Das Selbstbewusstsein ist kühn, denn bereits zwischen 2018 und 2023 versuchte Sat.1 sein Glück am Vorabend mit allerhand Showformaten – wirklich geklappt hat allerdings nichts davon, weshalb die meisten schnell wieder beendet wurden. Die Liste ist lang: „Genial daneben – Das Quiz“, „Genial oder Daneben?“, „Buchstaben Battle“, „5 Gold Rings“, „Rolling – Das Quiz mit der Münze“, „Let the music play – Das Hit Quiz“, „Doppelt kocht besser“, „Mein Mann kann“ und „Die perfekte Minute“. Danach hatte der Sender vorerst die Nase voll von Gameshows und versuchte sein Glück ab Herbst 2023 mit Vorabendserien.

So wird die „Deal or No Deal“-Neuauflage

Das altbekannte Spielprinzip von „Deal or No Deal“ bleibt erhalten: Zu Beginn sucht sich der Kandidat einen von 22 Koffern aus, in dem sich ein bestimmter Geldbetrag befindet. Auch in den restlichen Koffern befinden sich unterschiedliche Geldbeträge – in der Neuauflage reichen die Beträge von 1 Cent bis 100.000 Euro. Der weitere Spielverlauf besteht nun darin, dass alle restlichen Koffer vom Kandidaten nacheinander ausgewählt und geöffnet werden. Die Geldbeträge, die sich in den jeweiligen Koffern befinden, scheiden aus dem Spiel aus.

Jörg Pilawa moderiert „Deal or No Deal“ Joyn/​Willi Weber

Nach einer bestimmten Anzahl an geöffneten Koffern macht „die Bank“ dem Kandidaten ein Angebot, mit einem bestimmten Betrag aus dem Spiel auszusteigen und somit auf den Betrag, der sich im anfangs gewählten Koffer befindet, zu verzichten. Die Höhe des jeweiligen Angebots richtet sich danach, welche Beträge noch im Spiel sind. Somit besteht das Ziel darin, möglichst Koffer mit kleinen Geldbeträgen zu erwischen – auch damit sich die Chance vergrößert, dass sich im ausgewählten Koffer eine hohe Summe befindet.

„Deal or No Deal“ gehört international zu den bekanntesten Gameshow-Franchises. Auch in Deutschland war das Format bereits in mehreren Varianten auf Sendung, erstmals 2004 unter dem Titel „Der MillionenDeal“ mit Linda de Mol. Von 2005 bis 2008 präsentierte dann Guido Cantz die Sendung mit leicht verändertem Konzept unter dem Originaltitel „Deal or No Deal“. Diese Version ist die in Deutschland langlebigste und auch bekannteste. Sie lief auf unterschiedlichen Sendeplätzen, sowohl unter der Woche zur Primetime als auch samstags am Vorabend um 19:15 Uhr.

Nach einer mehrjährigen Pause kehrte das Format mit einer Neuauflage im Jahr 2014 zurück. Bis 2015 moderierte Wayne Carpendale zwei Staffeln lang die bislang letzte deutsche Version von „Deal or No Deal“, erneut mit einem leicht abgewandelten Konzept. Anstatt um Koffer wurde in dieser Variante um Boxen mit den Geldbeträgen gespielt. Geöffnet wurden diese zudem nicht mehr von Models, sondern von weiteren potenziellen Kandidaten, die im Laufe der Staffel die Chance hatten, selbst um Geld zu spielen.

Die Neuauflage mit Jörg Pilawa wird von Banijay Productions Germany in Köln-Mülheim gedreht – genutzt wird dafür das bekannte Studio, in dem auch „Schlag den Star“ produziert wird.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am

    Jörg Pilawa nimmt aber auch jeden Job an! Es ist schon Erstaunlich, wie sehr Sat.1 davon träumt, Zuschauer um diese Zeit zu sich locken zu können wo doch jeder weiss, dass die Zeit von 19 bis 20.15 Uhr RTL und seinen Soaps gehört. Das ist seid so vielen Jahren so und wird sich auch nicht ändern. Die Zielgruppe ist auf die Daily Soaps programiert, sind Fans und die lassen sich nicht Weglocken. Also Sat.1, vergiss es!

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