Arte bringt Dreiteiler nach Charles Dickens und weitere Miniserien

    „Große Erwartungen“, „Leaving“ und „Burning Bush“ im März

    Stefan Genrich – 31.01.2014, 09:32 Uhr

    In „Burning Bush – Die Helden von Prag“ gerät Dagmar Buresova (Tatiana Pauhofova) in Kämpfe zwischen Demonstranten und Polizei

    Nach aktuell „Secret State“ zeigt Arte auch im März donnerstags ungewöhnliche Serien aus aller Welt: Dann laufen „Große Erwartungen“, „Leaving – Halb so alt wie sie“ und „Burning Bush – Die Helden von Prag“ erstmals im deutschen Free-TV.

    Arte erklärt den komplett für 6. März geplanten Dreiteiler „Große Erwartungen“ über den Waisenjungen Pip (Douglas Booth) als ein Geburtstagsgeschenk für Charles Dickens, der die Romanvorlage der 52-minütigen Folgen schrieb und am 7. Februar 1812 zur Welt kam. Aus diesem Anlass präsentiert der Sender bereits am 13. und 20. Februar jeweils eine knapp 90-minütige Epsiode „Oliver Twist“ und bringt am 27. Februar den kürzeren Zweiteiler „Das Geheimnis des Edwin Drood“ in einem Stück.

    Arte strahlt die drei Dreiviertelstünder von „Leaving – Halb so alt wie sie“ am 20. März aus, so dass Eventmanagerin Julie (Helen McCrory) an nur einem Abend ihren Kopf an den sehr jungen Hochschulabsolventen Aaron (Callum Turner) verliert. Schließlich erinnern zwei 80-minütige Episoden von „Burning Bush – Die Helden von Prag“ am 20. März an die Selbstverbrennung von Jan Palach 1969 auf dem Wenzelsplatz. Der Rest des Politdramas über Anwältin Dagmar Buresova (Tatiana Pauhofová) und ihren juristischen Kampf gegen die damalige Unterdrückung in der Tschechoslowakei ist am nächsten Tag zu sehen.

    Mit deutscher Zunge weckte bereits Servus TV aus Österreich „Große Erwartungen“, aber zuvor hatte Pay-TV-Anbieter Passion die Miniserie mit „Akte X“-Star Gillian Anderson als intriganter Miss Havisham ins Programm genommen (fernsehserien.de berichtete). Jetzt können auch Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland mitfiebern, wie Pip mit elf Jahren dem entflohenen Sträfling Abel Magwitch (Ray Winstone) hilft und später in einen Strudel aus Ausbeutung und Abenteuer rutscht.

    Ebenfalls aus britischer Produktion stammt „Leaving – Halb so alt wie sie“ mit Sean Gallagher als Julies eifersüchtigem Ehemann Michael, der wiederum eine junge Frau sexuell belästigt und sich finanzielle Verfehlungen leistet. Die Liebesverwicklungen finden ohne Zwischenstation den Weg aus dem Vereinigten Königreich nach Arte.

    „Burning Bush – Die Helden von Prag“ erlebte hingegen die deutschsprachige Premiere im Januar im ORF, dort allerdings in einer zweiteiligen Schnittfassung. Zwischen ihrer Arbeit an einigen Episoden von „The Killing“ und „Treme“ sowie den Vorbereitungen zu „Rosemary’s Baby“ hatte Agnieszka Holland die Auswirkungen des Einmarsches des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei inszeniert. Die bekannte polnische Regisseurin hatte dabei aus eigenen Erinnerungen an ihre Studienzeit in Prag geschöpft.

    Die tschechische Miniserie für HBO Europe startet mit schockierenden Bildern, wie sich Jan Palach am 16. Januar 1969 in aller Öffentlichkeit selbst anzündet und vier Tage später seinen Verletzungen erliegt. Auch wenn Dagmar Buresowa mutig den Leumund des Studenten gegen staatliche Repressionen verteidigt, kann sie nicht verhindern, dass ihr Heimatland nach dem vergeblichen Widerstand gegen sowjetische Besetzung und Rückkehr der alten Garde resigniert.

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