2026

  • Folge 495 (45 Min.)
    NORDDEUTSCHER RUNDFUNK Pendler-Stress. Nation auf Achse Viele Menschen in Deutschland pendeln mit Bus und Bahn, zwei Drittel aber mit dem Auto. – Bild: NDR/​Kristof Kannegießer /​ NDR Presse und Information
    NORDDEUTSCHER RUNDFUNK Pendler-Stress. Nation auf Achse Viele Menschen in Deutschland pendeln mit Bus und Bahn, zwei Drittel aber mit dem Auto.
    Morgens früh um 5:00 Uhr in Wittenberge (Brandenburg). Stefan Hoch verlässt sein Einfamilienhaus und steigt ins Auto. Vor ihm liegt der tägliche Arbeitsweg. Wenn er gegen 8:00 Uhr auf der Arbeit ankommt, hat er schon eine dreistündige Reise hinter sich. Nach dem Arbeitstag macht er sich wieder auf diesen Weg, nur in entgegengesetzter Richtung. 14 Stunden nach seinem Aufbrechen ist er wieder zu Haus. Und am nächsten Morgen geht es wieder los. Fünf Tage die Woche – ein Leben auf Achse. Stefan ist einer von mehr als 20 Millionen Menschen, die in Deutschland täglich für den Beruf pendeln. Längst nicht alle haben so weite Wege zu fahren wie er, aber die meisten können dennoch ein Lied singen von langen Tagen und nervenaufreibenden Unwägbarkeiten, mit denen sie konfrontiert sind, bevor sie auch nur eine Minute auf der Arbeit verbracht haben. Und zum Pendel-Stress wird die Fahrt, wenn Langzeitbaustellen, marode Brücken oder die schiere Menge an Autos zu unvermeidlichen Stausituationen führen. Oder wenn Züge der Deutschen Bahn entweder verspätet kommen oder ganz ausfallen. Nach dem Motto: das einzig Zuverlässige ist die Unplanbarkeit. Täglich pendeln Tausende Menschen in die großen Städte ein; eine enorme Belastung für die Metropolen, die tagsüber eine Vielzahl von Menschen, aber auch von Autos aufnehmen müssen. Von Verkehrswende ist da kaum etwas zu spüren. Zwei Drittel der Pendler benutzen das Auto, die allermeisten sitzen allein in ihrem Fahrzeug. Mit welchen Maßnahmen könnte Abhilfe geschaffen werden? Wie können Verkehrssysteme noch resilienter und Städte noch nachhaltiger gestaltet werden, wie Verkehrsmittel noch umweltfreundlicher, um auch in Zukunft den riesigen Pendlerströmen standzuhalten? Denn klar ist, dass es eine absehbare Zukunft ohne Pendeln wohl kaum geben wird. In der „ARD Story“ begleitet Autor Kristof Kannegießer Menschen in ihrem Alltag und auf den Arbeitswegen. Welche Probleme erleben sie und welche Vorteile erkaufen sie sich durch das Pendeln? Wie wirkt sich das Pendeln auf das Leben der Betroffenen aus – auf ihre Gesundheit, auf die Leistungsfähigkeit im Beruf, auf soziale Beziehungen und die Partnerschaft? Und welche Träume können sie dadurch auch verwirklichen? Und er spricht mit Experten und Wissenschaftlern darüber, wie sich das Pendeln auf die Einzelnen und die Gesellschaft auswirkt und was unternommen werden könnte, um die Situation zu verbessern. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 12.01.2026 NDR
  • Folge 496 (45 Min.)
    Big Point in Japan? Sebastian Pohl, Geschäftsführer beim Lübecker Maschinenbauer GREIF-VELOX, unterwegs zu einem Werbevortag nahe Tokio. So will er auch unabhängiger vom US-Markt werden.
    Sie fertigen Spitzentechnologie in Lübeck, Waldbrunn oder Balingen, brennen Porzellan in Thüringen oder ernten Wein in der Pfalz. Doch die Liefercontainer de Unternehmen stapeln sich im Frühjahr 2025 in Hamburg oder Bremerhaven, weil die angedrohten Handelszölle von US-Präsident Donald Trump den Welthandel verunsichern oder gar stoppen. „Die Art und Weise, wie die amerikanische Administration Zölle einsetzt, hatten wir in der jüngeren Vergangenheit nicht“, blickt Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, in der NDR Dokumentation zurück, in der es nicht um betroffenen Großkonzerne geht, sondern um Mittelstandsbetriebe, auch in Norddeutschland, zum Teil in fünfter Generation. Im Vergleich etwa zu den Autobauern erhalten sie weniger Aufmerksamkeit von Politik und Medien, dabei gelten gerade sie als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Und sie standen im Jahr 2025 vor den gleichen Herausforderungen, zu Hause wie auf dem Weltmarkt: Stimmungstief, wenn nicht gar Rezession im Inland, dazu ein mörderischer Zollkrieg mit den USA, auch ihrem zumeist wichtigsten Auslandsmarkt. NDR Reporter und Grimme-Preisträger Klaus Scherer hat fünf CEOs durch dieses Krisenjahr 2025 begleitet und beobachtet: Simone Mosca vom Packaging-Spezialisten Mosca, Sebastian Pohl vom Anlagenbauer GREIF-VELOX, Andreas Kraut vom Waagen-Hersteller Bizerba, Daniel Jeschonowski vom Porzellan-Produzenten KAHLA und Philipp Lucas vom Pfälzer Weingut Lucashof. Sie alle mussten in jenen Monaten in ungewohnter Dichte auf äußere Umstände reagieren, vom internationalen Zoll-Chaos bis zu explodierten Energiepreisen und dem von Bundeskanzler Merz (CDU) versprochenen Stimmungsumschwung im Inland, der aber nicht kam. Ergebnis: Manche passten ihre Fertigungen und Verkaufsverhandlungen an, manche schmälerten Gewinnmargen, suchten Ersatzmärkte in Asien oder bauten tatsächlich, Trump zuliebe, ihre Produktion an US-Standorten aus. „Wir fahren den Betrieb gerade ziemlich auf Sicht“, beschrieb der Lübecker Sebastian Pohl die Situation im Mai. Laut Münchener ifo Institut, das für diesen Film Zahlen beisteuert, hat sich dies auch in der Gesamtwirtschaft kaum geändert. Zwar hofften weiterhin alle auf baldige Besserung, ihre Auftragslage rechtfertige dies noch immer nicht. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 19.01.2026 NDR
  • Folge 497 (45 Min.)
    KI-Recherche an einem Foto aus dem Wehrmachtsalbum von Malte Herwigs Großvater
    Los Angeles 1932. Der Deutsche Walter Meyer gewinnt als Ruderer Gold bei den Olympischen Spielen. Er ist Erbe einer Industriellenfamilie, wohlhabend und weltgewandt. Doch nur sieben Jahre später nimmt er als einfacher Soldat am deutschen Überfall auf Polen und der Vertreibung der dortigen jüdischen Bevölkerung teil. In seinem Gepäck: ein Foto, das Jahrzehnte später zum verstörenden Beweisstück wird. Die „NDR Story“ begleitet den Journalisten und Bestsellerautor Malte Herwig bei der Entschlüsselung eines dunklen Familiengeheimnisses. Der Olympiasieger und Soldat ist sein Großvater. Auslöser ist ein unscheinbares Fotoalbum, gebunden in bunten Stoff, gefüllt mit privaten Schnappschüssen aus dem Krieg im Jahr 1939. Jahrzehntelang lag es auf dem Dachboden. Es zeigt den Alltag eines Wehrmachtssoldaten in Polen. Doch der zweite Blick offenbart einen Abgrund. Das Album des Großvaters enthält nie zuvor veröffentlichte, einzigartige Fotografien vom Beginn des Holocausts in Osteuropa. Im Zentrum steht das Foto, das den Titel der Dokumentation prägt: Darauf sind ein Mädchen mit blonden Locken und ein Junge während der Vertreibung 1939 in Polen zu sehen. Sie sitzen auf Gepäckstücken mitten auf einem Marktplatz – und blicken direkt in die Kamera. Wer sind diese Kinder? Was war ihr Schicksal? KI trifft auf Zeitgeschichte und gibt den Opfern einen Namen Malte Herwig nutzt für seine Recherche modernste Technologie. Mittels KI-gestützter Gesichtserkennung versucht er, den Namenlosen ihre Identität zurückzugeben. Seine Spurensuche führt ihn auf einen Marktplatz im polnischen Dobrzyn, wo das beklemmende Foto der Deportation aufgenommen wurde. Herwig findet Zeitzeugen und macht einen Enkel des damaligen NSDAP-Ortsgruppenleiters ausfindig, der die Vertreibung organisierte. In seiner ersten Fernsehdokumentation konfrontiert Herwig auf persönlich-radikale Weise das deutsche Klischee „Opa war kein Nazi“. Der Film stellt die bohrende Frage, welche Rolle die eigenen Vorfahren tatsächlich im Dritten Reich spielten. Und was erzählen ihre privaten Bilder, wenn man bereit ist, wirklich hinzusehen? Ein Film über den blinden Fleck der Erinnerung und die Macht der Bilder. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 23.01.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 26.01.2026 NDR
  • Folge 498 (45 Min.)
    Heimatschützer sichern bei einer Übung in Rostock einen Flugplatz. Als Teil der Übungsserie Quadriga üben Soldaten von Heer und Marine in Rostock die Beladung von Fährschiffen mit Militärgerät, die dann an die NATO-Ostflanke nach Litauen fahren sollen.
    Hubschrauber über dem Hafen, Hundertschaften der Bundeswehr in den Straßen, Panzer in der Stadt. Nicht wenige Hamburger staunten, als im Jahr 2025 eine große Übung der Bundeswehr stattfand. Und auch anderorts im Norden und ganz Deutschland bereiten sich Landkreise und Kommunen auf mögliche Verteidigungsfälle vor. Das alles regelt der Operationsplan Deutschland – ein wichtiger und weitgehend geheimer Einsatzplan. „Wir gehen davon aus, dass Russland in einigen Jahren eine strategische Fähigkeit erarbeitet hat ( …) einen sogenannten großmaßstäblichen Krieg auch gegen die NATO führen zu können“, sagt Generalleutnant André Bodemann, der bei der Bundeswehr für die Landesverteidigung zuständig ist. Im Ernstfall müsste die Bundeswehr schnell Truppen und Material an die Ostflanke der NATO verlegen und die Versorgung sichern. Deutschland wäre damit eine logistische Drehscheibe für die NATO. Die Autoren Lennart Banholzer und Caroline Rollinger treffen für die „NDR Story“ Menschen, die sich mit dem Operationsplan auseinandersetzen. Sie sind bei Bundeswehrübungen dabei, die den Einsatz mit zivilen Unternehmen und Blaulichtorganisationen, wie z. B. Polizei und Feuerwehr trainieren, die im Ernstfall Teile der Bundeswehraufgaben im Inland übernehmen müssten. Und sie begleiten den Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), dabei, seine Region krisenfest zu machen. Eine große Herausforderung. Sollte die Bundeswehr an der NATO-Ostflanke gebunden sein, stünde sie im Inland kaum wie bisher für tatkräftige Unterstützung bei Katastrophen wie Waldbränden, Überschwemmungen oder Stromausfällen zur Verfügung. Der Landkreis müsste sich in diesem Fall selbst helfen. Und er müsste sicherstellen, dass die kritische Infrastruktur trotz Krise weiterläuft. Auch die Lieferketten müssten aufrecht gehalten werden, wenn im Ernstfall die Autobahnen der Bundeswehr und deren militärischen Partnern vorbehalten sind. Alternativrouten müssen geplant und organisiert werden. Der Film erklärt, was der Operationsplan Deutschland ist, wer daran arbeitet und welche Folgen er haben könnte. Und er zeigt, welche Auswirkungen das auf die Menschen vor Ort hätte. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 20.02.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 NDR
  • Folge 499 (45 Min.)
    Der Mainzer Kardiologe und Lärmexperte Professor Thomas Münzel sieht Lärm als Körperverletzung – und warnt vor den unterschätzten Folgen.
    Dichter Straßenverkehr, riesige Baustellen oder startende Flugzeuge über dem Hausdach: Lärm gehört für viele Menschen zum Alltag. Doch was für die einen bloß ein Hintergrundrauschen ist, bedeutet für andere schlaflose Nächte, Stress und Angst. In Deutschland ist es nachweislich zu laut, doch die Belastung durch Lärm ist ungleich verteilt und nicht alle Menschen können sich gleichermaßen schützen. Warum ist das so? Welche Folgen hat permanenter Lärm? Und welche Lösungen kann es geben? Hannover-Langenhagen, Hamburg oder Lütgenrode: Die „NDR Story“ besucht laute Orte in Norddeutschland und trifft Menschen, für die Lärm ein ständiger Begleiter geworden ist. Mit ihrer Belastung sind sie nicht allein: In Deutschland leben Millionen Menschen, die unter gesundheitlich belastendem Lärm leiden. Laut dem Umweltbundesamt sind rund 21 Millionen Menschen tagsüber und über 14 Millionen nachts dauerhaft Schallpegeln ausgesetzt, die als gesundheitlich kritisch gelten (https:/​/​www.umweltbundesamt.de/​daten/​umweltindikatoren/​indikator-belastung-der-bevoelkerung-durch#die-wichtigsten-fakten). Wie geht es Menschen, die alltäglich von Lärm betroffen sind? Welche Einschränkungen erleben sie? Welche gesundheitlichen Schäden haben sie? Und vor allem: Warum können sie nicht besser geschützt werden? „Manchmal habe ich vor der Nacht richtig Angst“, sagt Renate Wilhelms. Wenn die 70-Jährige schlafen geht, weiß sie nie, wie viel Ruhe sie bekommen wird. Renate Wilhelms wohnt in Osterwald Oberende, direkt neben dem Flughafen Hannover-Langenhagen. Während der Zeit, seitdem Renate Wilhelms dort lebt, haben die Nachtflüge dort deutlich zugenommen. Denn während es an vielen deutschen Flughäfen nachts Flugverbote gibt, darf in Hannover-Langenhagen auch nach Mitternacht geflogen werden. Der Fluglärm mache Renate Wilhelms oft gereizt und unruhig. Es ist schon vorgekommen, dass sie morgens nach dem Aufstehen stark gezittert und einen hohen Blutdruck gehabt habe. Sie kämpft für mehr Ruhe, fordert vor allem Einschränkungen für die Nacht. Doch das mache sie nicht nur für sich und ihren Mann, sagt Renate Wilhelms. Große Sorgen würden ihr vor allem die Kinder in der Nachbarschaft bereiten. In der Tat kann Lärm für Kinder besonders gefährlich sein, da sich ihr Gehirn, ihre Sprach- und Lernfähigkeiten in entscheidenden Entwicklungsphasen befinden und kontinuierliche Lärmeinwirkung diese Prozesse stören kann. Darüber hinaus können physische Stressreaktionen und sogar erhöhte Blutdruckwerte auftreten. Kinder haben zudem weniger Kontrolle über ihre Umgebung, was sie im Vergleich zu Erwachsenen besonders gefährdet. Das bestätigt auch Tobias Lucht von der Arche in Hamburg-Jenfeld. Er erlebt täglich Kinder, die zu Hause Lärm durch Straßenverkehr oder beengte Wohnverhältnisse erfahren, und davon erschöpft und müde wirken. „Manchmal schlafen Kinder am Nachmittag bei uns ein, weil sie hier endlich Ruhe finden“, erzählt Lucht. Die „NDR Story“ begleitet den Alltag in der Arche und spricht mit Kindern, die sich für die Zukunft mehr Ruhe wünschen. Grundsätzlich mehr Ruhe bzw. ein größeres Verständnis dafür, dass Lärm großen Schaden anrichten kann – das wünscht sich auch der Mainzer Kardiologe und Lärmexperte Professor Thomas Münzel. Medizinisch betrachtet sei Lärm für ihn eine Form von Körperverletzung und keine bloße Belästigung. Anhaltender Lärm löse im Körper Stressreaktionen aus, vor allem im Schlaf. Die Folge: ein deutlich erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Depressionen und Angststörungen. Besonders problematisch sei es, dass die Schäden durch Lärm auch dann entstehen, wenn Betroffene glauben, sich an den Lärm gewöhnt zu haben. Die „NDR Story“ ist während eines Lärm-Experiments dabei und erfährt, dass bereits eine durch Lärm gestörte Nacht gesundheitliche Folgen aufzeigen kann. „Ich möchte noch lange gesund bleiben und für mich sorgen“, sagt Hermann Fröchtenicht aus Lütgenrode. Der Rentner weiß um die möglichen Folgen des Lärms und kämpft seit Jahren für mehr Ruhe in seinem Heimatort. Jeden Tag fahren bis zu 17.000 Autos und Lkws an seinem Wohnzimmer vorbei. Auch in der Nacht würde er gestört werden. Der Plan? Ein Tempolimit, welches auch überprüft wird. Die „NDR Story“ begleitet Hermann Fröchtenicht bei seinem Kampf gegen den Lärm. Doch wie kann bei ansteigendem Verkehrsaufkommen und Bauvorhaben mehr Ruhe in den Alltag gebracht werden? Die Filmemacher treffen Mirco Bachmeier vom LÄRMKONTOR. Er berichtet davon, wie zumindest das Wohnen so gestaltet werden kann, dass Menschen zu Hause weniger Lärm ertragen müssen. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 06.03.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 09.03.2026 NDR
  • Folge 500 (45 Min.)
    Gänse sind Freilandtiere. Stallpflicht gefällt ihnen gar nicht.
    Die jüngste Vogelgrippewelle im Herbst 2025 hat den Norden überrollt – mit einer Wucht wie nie zuvor. Gleichzeitig grassieren in Deutschland 15 weitere Tierseuchen, von der Afrikanischen Schweinepest bis zur Blauzungenkrankheit. „Das hatten wir vorher in dieser Häufung noch nicht“, sagt Prof. Martin Beer, stellvertretender Leiter des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für Tierseuchenforschung. Die Erreger bedrohen Wild- und Nutztiere, verursachen Milliardenschäden in der Landwirtschaft. Und auch Menschen stecken sich an. Wie sehen die Gegenmaßnahmen aus, sind sie wirkungsvoll genug, oder könnte eine neue Pandemie drohen? Diesen Fragen gehen die NDR Autor*innen Ute Jurkovic und Lars Kaufmann in der „NDR Story“ nach. Der Film zeigt, wie sich der Landkreis Parchim gegen die Afrikanische Schweinepest wappnet. Begleitet eine Amtstierärztin, die im Osnabrücker Land Schweineställe überprüft. Und dokumentiert, wie die jüngste Ausbruchswelle der Vogelgrippe – trotz aller Gegenmaßnahmen – in kurzer Zeit ganz Norddeutschland erfasst. Die Krankheit gilt als Zoonose, ihre Erreger können auch auf Menschen überspringen. Noch schaffen sie es nicht, sich direkt von Mensch zu Mensch weiterzuverbreiten und so eine Infektionswelle auszulösen. Doch die Gefahr besteht, wenn sich Vogelgrippeviren mit saisonalen Influenzaviren mischen und immer weiter anpassen. Deshalb hat für den Virologen Beer vom FLI höchste Priorität, die Ausbrüche einzudämmen, um diese Gefahr so gering wie möglich zu halten. Wie gut gelingt das? Iris Tapphorn führt einen Gänsehof im niedersächsischen Lohne, sie kämpft für ein Impfprogramm gegen Vogelgrippe. Aus Überzeugung, um die Seuche einzudämmen, und um ihre eigenen Tiere besser zu schützen. Doch die Impfung ist in Deutschland nicht zugelassen. Woran liegt das? Auch dieser Frage geht die „NDR Story“ nach. Denn ein Blick in die USA zeigt, wie anpassungsfähig Vogelgrippeviren sind. Dort hat die Seuche Tausende Milchkuhherden und eine Vielzahl anderer Säugetiere befallen. Und auch Infektionen bei Menschen häufen sich. Mit jedem neuen Wirt wächst die Gefahr weiterer Mutationen. „Wir standen noch nie so kurz vorm Beginn einer neuartigen Grippewelle, die sich auch zu einer Pandemie auswachsen könnte“, sagt Gülsah Gabriel, Leiterin des Leibniz-Instituts für Virologie in Hamburg. „Wir müssen uns jetzt vorbereiten!“ (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 16.03.2026 NDR
  • Folge 501 (45 Min.)
    Christine Haß leitet die Parkinson Regionalgruppe Kiel.
    Peter Kosmol war jahrzehntelang Professor der Mathematik. Jetzt hat er Parkinson und wird zu Hause von seiner Frau gepflegt, solange das noch geht. Seine Tochter, Margareta Kosmol, ist NDR Journalistin und hat ihre Eltern ein Jahr lang begleitet. Herausgekommen ist ein berührendes Familienporträt über eine gnadenlose Krankheit, an der Hunderttausende in Deutschland erkrankt sind. Ein Großteil von ihnen wird zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt, für die Gesellschaft oft unsichtbar. Bis wann kann Mutter Karine die Pflege allein bewältigen? Und ist der Schritt in ein Pflegeheim unumgänglich? Viele Jahre lang haben Margaretas Eltern die Parkinson-Erkrankung des Vaters vor ihr verborgen. Doch mit jedem Besuch im Reihenhaus in der Nähe von Kiel werden die Symptome klarer: Peter, vor Ausbruch der Krankheit sportlich und aktiv, verliert Tag für Tag ein Stück mehr Kontrolle über seinen Körper. Zittern, verlangsamte Bewegung, Gleichgewichtsstörungen, Antriebslosigkeit. Für die Mutter ist die Pflege eine Selbstverständlichkeit – und wird zur Hauptaufgabe. Doch die Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte häufen sich, Selbsthilfegruppen und Pflegetrainer können nur bedingt unterstützen. Derweil sitzt Peter noch immer bis tief in die Nacht am PC vor seinen Mathe-Gleichungen. Die intimen Beobachtungen sind verwoben mit bunten Filmaufnahmen, die Margareta schon im Grundschulalter begonnen hat. Sie zeigen Peter im Hörsaal, im Garten, beim Bleigießen auf der Familienfeier. Artefakte aus der Vergangenheit, die die Tristesse des Parkinson-Alltags kontrastieren. Die Dokumentation über ein Ehepaar, das gemeinsam kämpft gegen die Krankheit und die Angst, einander zu verlieren, ist ebenso ein Porträt einer Generation, die Verantwortung ganz selbstverständlich übernimmt und oft nicht an Dritte abgeben mag – bis weit über die Grenzen der Belastbarkeit. Ein Film über Verlust und die Liebe am Leben. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 30.03.2026 NDR
  • Folge 502 (45 Min.)
    NDR Fernsehen NDR STORY – SÜNDENBOCK REH, „Wie viel Wild verträgt unser Wald?“ Hans-Martin Hauskeller, Landesforsten Niedersachsen: „Für den Harz haben wir die Notwendigkeit, die Abschüsse zu erhöhen.“
    Eine spannende Dokumentation über die Frage, wie man mit Reh und Hirsch umgehen sollte und den Wald robuster macht. Zwischen Jägern und Förstern ist ein Streit um das Reh in deutschen Wäldern entbrannt. Viele Förster fordern, ein Drittel mehr Wild zu schießen, weil vor allem Rehe junge Pflanzentriebe abfräßen und so einen klimaresistenten Zukunftswald verhinderten. Außerdem gebe es eine Zunahme an Wildunfällen, die den Menschen gefährde. Jägerinnen und Jäger widersprechen. Sie befürchten, dass wirtschaftliche Interessen der Forstwirtschaft bei der Forderung nach höheren Abschüssen im Vordergrund stehen. Reh und Hirsch stünden zu Unrecht am Pranger. Wer hat recht? In der „NDR Story“ sprechen Antje Büll und Felix Meschede mit Förstern, Waldbesitzern und Jägern. Rehe und Hirsche gehören fest zur deutschen Kulturlandschaft. Was kaum einer weiß: jährlich werden 1,3 Millionen Rehe und 80.000 Hirsche in Deutschland erlegt. Für viele Förster, die meist auch selbst jagen, ist das jedoch viel zu wenig. Sie sind überzeugt, die Rehe fressen die Knospen der jungen Bäume ab und behindern so den Waldumbau in einen klimaresistenten Mischwald. „Wir haben deutschlandweit überhöhte Wildbestände, die dazu führen, dass der Wald sich nicht natürlich verjüngen kann, und das ist ein riesiger volkswirtschaftlicher Schaden“, so Moritz von Maltzahn, Waldbesitzer aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Förster ist überzeugt, dass man auch mit einem ökologischen Mischwald forstwirtschaftlich Gewinne erzielen kann. Doch dafür, sagt er, verbringe er 20 Prozent seiner Arbeitszeit mit dem Erlegen des Wildes. Auch im Harz starten Ende jeden Jahres die großen Treibjagden, um möglichst viele Rehe und Hirsche zu schießen. Die Landesforsten stehen unter Druck. Nach dem großen Fichtensterben müssen sie den Harz aufwendig aufforsten. Dabei störe vor allem der Hirsch, der Jungpflanzen anknabbere. „In den Niedersächsischen Landesforsten dient die Jagd dem Erreichen unserer waldbaulichen Ziele“, so Dr. Hans-Martin Hauskeller, Leiter der Abteilung Wald und Umwelt bei den Niedersächsischen Landesforsten. Ganz anders sieht es hingegen der Waldökologe Roland Pietsch, der den angrenzenden Nationalpark Harz leitet. Er beobachte, dass sich der Wald zwischen den abgestorbenen Fichten auch ohne viel Jagd verjüngen könne. „Wir brauchen mehr Äsungsflächen statt mehr Abschuss“, sagt er. Sein Ziel ist es, im Nationalpark auf Jagd ganz zu verzichten. Doch mit den Förstern der angrenzenden Landesforsten gibt es dazu Streit. Viele Jäger sehen sich als Anwälte des Rehs und des Hirsches. Es sei zu einfach, den Wildtieren die Schuld zu geben, wenn der Waldumbau nicht funktioniere. Monokultur und Trockenheit seien schuld am schlechten Waldzustand. Intensive Jagd führe zu Stress bei den Tieren, die deswegen mehr fräßen als sonst. Eine intensive Bejagung und stetig schrumpfende Lebensräume führten beim Hirsch zudem zu Inzucht und somit Missbildungen. Es brauche mehr Wildlenkung und lange Schonzeiten. Die NDR Autoren Antje Büll und Felix Meschede gehen dem „Wald-Wild-Konflikt“ auf den Grund. Sie begleiteten sechs Monate lang norddeutsche Jäger, Förster und private Waldbesitzer bei Wildbeobachtungen, Jagd, Pflanzungen und Fällarbeiten. Sie sprechen mit ihnen über ihre persönliche Einstellung zu Reh und Hirsch, ökonomische Ziele und gesellschaftliche Erwartungen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 20.04.2026 NDR

zurückweiter

Erhalte Neuigkeiten zu NDR Story direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu NDR Story und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Erinnerungs-Service per E-Mail

TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn NDR Story online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.

Auch interessant…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App