Kommentare 11–20 von 8944

  • (geb. 1974) am

    Wer errinnert sich vielleicht auch so nostalgisch und hat damals im Kindesalter wohlbehütet am Kiosk um die Ecke mit großen Augen Süßigkeiten oder "Wasser-Eis" damit gekauft.
    Eine Zeit, wo Deutschland noch nach klaren Regeln funktionierte.

    Ich rede vielmehr von der guten alten D-Mark, die berechtigterweise mal kurz als nennenswerte Erzählung hier Platz finden sollte.
    ...obwohl ich dabei sicherlich schon voreingenommen bin!

    Ich meine die gute alte 50-Pfennig-Münze und überhaupt der Symbolik dahinter:

    Die „Baumpflanzerin“ auf der Rückseite der deutschen 50-Pfennig-Münze, wer errinnert sich vielleicht noch?!
    Es symbolisierte nämlichh den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Frau auf der Münze pflanzt eine Eiche - ein traditionelles deutsches Symbol für Stärke, Beständigkeit und Heimat.
    Das Motiv steht für den Fleiß, die Hoffnung und die Entschlossenheit der Menschen, das Land nach den Kriegszerstörungen neu aufzubauen. Damit wurde die Münze zu einem Sinnbild für den Neuanfang und die Geschichte Deutschlands in der Nachkriegszeit.

    Was jedoch nicht jeder weiß, dass diese Münze sogar eine Besonderheit hat.

    Die 50-Pfennig-Münze - mit der seltenen Aufschrift „Bank deutscher Länder“ - gehört zu den ersten Münzen der neuen D-Mark nach der Währungsreform von 1948.
    Sie symbolisiert den Neuanfang Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und den Beginn des wirtschaftlichen Wiederaufbaus.

    Für Sammler interessant sind vor allem bestimmte Jahrgänge, Prägebuchstaben oder Fehlprägungen.
    Ihr eigentlicher Wert liegt weniger aber in ihrer Seltenheit als in ihrer historischen Bedeutung.
    Diese Münze wurde in Westdeutschland ab 1949/50 geprägt und bis 2001 als Zahlungsmittel verwendet. Mit der Einführung des Euro verlor sie Ende 2001 ihre Gültigkeit. In der DDR war sie von 1948 bis zur Währungsunion 1990 gültig.

    ...ich hoffe, ich konnte hier etwas einigermaßen Sinnvolles beitragen - was bisher noch niemand wusste - es letzendlich aber auch nur einfach eine schöne Erinnerung an gute Zeiten ist.

    Ohne die leider sichtbaren und kulturfremden Probleme heutzutage!
    • am

      Alle Ihre Erinnerungen und Bemerkungen sind aus Weit-Sicht bis Oder/Neiße nachvollziehbar. Zwei unterschiedliche Entwicklungen einer einst gemeinsamen Region erzeugten nicht nur auch unterschiedliche Wertvorstellungen, sondern auch nützliche und sogar symbolträchtige Zeichen, Symbole, Produkte in Wissenschaft und Technik. Beide Seiten waren ebenso vor politischen Einflüssen nicht sicher und es gab sowohl auf beiden Seiten Positives wie Negatives im Erinnerungskatalog.
      Man darf schon noch erwähnen, dass im Zuge der Eingliederung Mitteldeutschlands in den Bonner Apparat keinerlei Wert darauf gelegt wurde, eine neue gemeinsame Verfassung samt Grundgesetzen zu erstellen und die positiven Fähigkeiten beider Seiten zu bündeln. Statt dessen wurde erstmal richtig im wahrsten Sinne des Wortes alles plattgewalzt, Verwertbares ausgelagert, Immobilien- und Schnäppchenjägern freie Schussbahn eingeräumt. Der neuen Deutsch-Europa-Träumerei musste schließlich auch die berühmte und begehrte alte D-Mark weichen.
      Es würde kein Ende finden, aufzuzählen, was an abertausenden Dingen aus Gründen des Populismus und Machtgier zum Opfer viel.
      Inzwischen hat sich das Phänomen „Weltkulturerbe“ breitgemacht, wobei man zu recht sagen muss, hier machen sich populistische und lobbyistische Kreise schon KI-trächtige eigene Monumentalikone.
  • am

    Operation Spinnennetz. Die Ukraine hat wieder einmal einen unglaublichen Coup gelandet!
    Russland droht derweil dem Nachbarland Armenien, sollte es eigene Wege gehen. Das kommt uns bekannt vor. Drohungen Richtung Europa gleich dazu. Dort hätten die Regierungen einseitig einen Krieg gegen Russland begonnen. Der ruhige Schlaf sei vorbei. Erst die Lüge, dann die Drohung nachschieben. Das Übliche.
    Während hier ein großer Teil der Bevölkerung davon träumt, ohne verteidigungsfähige Armee auszukommen. 
    Frankreich und Großbritannien zeigen Flagge und attackieren die russische Schattenflotte in unseren Gewässern.
    • am

      …und der bekannt geistige Dämmerungszustand wie 1914 oder 1939 als Narkose. Traumata suggerieren ungebrochen den visuellen Slawenansturm gen Atlantikküste. Das Übliche ungeniert. Der Weg vom Sandkasten bis in die Grube – Wachkoma im KI-Modus.

      Gedankliche Notbremsen waren bereits früher praxis-unbrauchbar. Nur gemeinschaftliche Willensanstrengungen können ungenutzte Alternativen erzeugen. Löschwasser hat sich inzwischen reichlich angesammelt und kann Brandherde vor und hinter Brandmauern niederhalten. Das einzige Dilemma, was auch die heutige Situation kennzeichnet, war, dass die Glutnester nach 1918 und 1945 nicht beseitigt wurden und somit erneut aufflammen konnten.
      Einer kommenden Zeitenwende sollte diese dringend notwendige Aufgabe per Volksabstimmung erledigen .
    • (geb. 1984) am

      Die Europäer befinden sich schon lange im Krieg gegen Russland, auch wenn man der Bevölkerung ständig weismachen will, es wäre nicht so! Insofern ist es Putin zu verdanken, darauf bisher moderat reagiert zu haben! Fragt sich nur, wie lange noch und ab wann wird „zurückgeschossen“!
      Sollten die Russen militärisch in größere Schwierigkeiten kommen, droht ein großer Knall, denn ein größeres Interesse an einer diplomatischen Lösung ist bei den Europäern ja auch nicht zu erkennen!
    • am

      @819, man kann nur hoffen, dass sie diesen Coup gebührend gefeiert und die Fähnchen auf ihrer Generalstabskarte in die aktuelle Position gebracht haben. Das Land braucht Patrioten wie sie es sind und zugleich die Gegenreaktion nicht fürchten 👍.
    • am

      Stimmt Herr Gierwitz. An PC-Spekulanten hapert es tatsächlich nie. Meisterhetzer Salzpippifax duckt sich im Pool seiner Nicks ab, bis ihn ein nächster Karnickelschlag wieder beruhigen muss. Ähnlich der unausweichlichen Reaktion im Kreis der Sicherheitskonferenz.
      Stracks-Zimmermann´sche Gruppe mit Ziel, BRD zur stärksten konventionellen und führenden Militärmacht Europas aufsteigen zu lassen, bewog die ständigen Staatenvertreter im internationalen Sicherheitsrat, von drohender Einflussnahme solch´ revanchistischen Zirkels schnellstens Abstand zu nehmen. ABGELEHNT ! Bravo !!!
      Allein die hinlänglich bekannten, unrühmlichen historischen "Unternehmungen" des katholisch-konservativen Weltbildes sind vielen betroffenen Nationen noch stark in Erinnerung und haben sich seit Jugoslawien, Mali, Niger, Afghanistan und Osteuropa nur noch verstärkt.

      Eine Friedenspolitik, diplomatisches und faires Vorgehen und Mit- und Untereinander durch fähige und demokratische Regierungsarbeit liegen im Grunde jeder Nation mehr denn je am Herzen. Jeder Versuch ist dieser Anstrengung wert.
    • (geb. 1974) am

      Deutschland braucht unbedingt solche brillanten Strategen, es geht ja nichts über gute alte Planspiele mit Würfelbecher!
  • (geb. 1984) am

    Wieder ist eine Medien-Ente zerplatzt wie eine Seifenblase! Vor einiger Zeit soll Russland die GPS-Verbindung des Flugzeugs, in dem Frau v. d. Leyen nach Bulgarien flog, blockiert haben und das Flugzeug musste angeblich eine Stunde über dem Flughafen kreisen, bevor der Pilot mit analogen Karten (!) landen konnte. Jetzt kam heraus, dass die Verspätung ganze 9 min betrug und das mit den Karten totaler Unsinn ist. Ob es überhaupt ein GPS-Ausfall gegeben hat, noch dazu durch Russland ist mehr als zweifelhaft. Das reiht sich ein in eine Reihe von Vorfällen wie Drohnenflüge über Flughäfen oder Drohnenabstürze auf EU-Gebiet, wo sofort Russland groß als der Schuldige propagiert wurde und wenn sich später rausstellte, dass es jemand ganz anderer war, dann kaum noch eine Meldung wert war.
    Hier erhebt sich die Frage, was bezweckt man mit derartigen bewussten Falschmeldungen und inwieweit sind hier Politiker daran beteiligt? Offensichtlich reicht der Ukrainekrieg nicht mehr aus, um genügend Hass gegen Russland zu schüren Geht es nur darum, die zunehmenden Stimmen, die eine Rückkehr zu einem normalen Verhältnis zu Russland fordern, zum Schweigen zu bringen? Schließlich möchte man eine offene Diskussion über einen der Hauptgründe des wirtschaftlichen Niedergangs in Deutschland, die selbst verschuldeten hohen Energiepreise, mit aller Macht verhindern!
    Oder steckt da mehr dahinter? Worauf will man die Bevölkerung genau wie mit solchen Behauptungen, Russland würde 2029 die EU angreifen, hier langsam vorbereiten?
    • am

      Gute Frage, Herr User:“Worauf will man die deutsche Bevölkerung denn nun genau wie mit solchen Behauptungen, Russland würde 2029 die EU angreifen, hier langsam vorbereiten?“
      Gab es nicht doch schon mal ähnliche Argumentationen als Eingewöhnung über eine vermeintlich „jüdisch-bolschewistische“ Gefahr, dem Untergang der abendländischen Kultur, um eigene Reaktionen mit danach fatalem Ausgang zu rechtfertigen?

      User meint:´ Medien-Ente zerplatzt wie eine Seifenblase! ´?
      Seifenblasen, mehr als 999hoch 10 Luftballons schwirren durch Medien, nichts Neues.: „Hart aber Fair“ wieder mit fruchtlosen Diskussionen über schon ewig Unbewältigtes. Da sinnieren Leute mit brustgeschwellter Einigkeit und Glauben vor den Bildschirmen der Staatsmedien, die eigentlich mitbekommen haben müssten, dass ihre für Wirtschaft, Soziales wie auch Innen – und Außenpolitik erwählten Parteien es einfach nie gepackt haben, sich aber um so mehr in Abwertung gegen Programme, Lösungen und Vorschläge einer inzwischen dominierenden Alternative für Deutschland echauffieren.
      Peinliche Selbstdarstellung von Parteien und Meinungen, deren einstige Glanzzeit vorüber und nur noch in Fragmenten am Machtanspruch klebt.
  • am

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht.
    • (geb. 1974) am

      Wie recht Sie doch da haben!
      Einer meiner Kommentare dringt diesbezüglich wohl auch nicht mehr für alle sichtbar hier nach außen, aus mir unerfindlichen Gründen, da dieser im Grunde sachlich gehalten, aber vielleicht teilweise etwas überspitzt formuliertg war.
      Ich weiß aber mit Sicherheit letzlich so viel, es ist auf solchen Foren wirklich eine einzigartige Maßnahme, die ihres Gleichen sucht.

      Nur eines muss man allerdings nicht mehr suchen, die Wahrheit und Gerechtigkeit bei einer Vielzahl von Bürgern mittlerweile, die das vermehrt und berechtigt kundtun.

      Es findet allmählich einer Wandel statt, der unbedingt nötig ist.
    • (geb. 1974) am

      ...ooh, dieser Kommentar ging wieder wie üblich sofort durch!
      Sehr angenehm, danke an die Redaktion.
    • (geb. 1974) am

      Ja, wirklich sehr gut formuliert...
  • (geb. 1965) am

    >Bisher konnten exakt 0 deutsche Längsschnittstudien nachweisen, dass Arbeitslosigkeit „gelernt“ wird. Das wiederum sind wissenschaftliche Fakten.<

    Das sind keine wissenschaftliche Fakten, weil die Datengrundlage aufgrund des Datenschutz das ganz einfach nicht hergibt.

    Auch dass man Missbrauch doch eliminieren müsse, wie @Hera anmahnt, sehe ich eher als Schutzbehauptungen ohne tatsächliche Motivation, dies tatsächlich umsetzen zu wollen.

    Da finde ich die Aussagen von @819 realistischer.

    Natürlich gibt es Missbrauch und natürlich gibt es einen "Lerneffekt", das sagt bereits der normale Menschenverstand, dazu braucht man noch nicht mal Statistiken. Das ist so.

    Dass dies bei "Migranten" weniger ausgeprägt sein kann ist ebenso denkbar und dafür kann es diverse Gründe geben.
    Soweit mögen Studien hierzu die reale Lage auch ehrlich widerspiegeln. Glaubhaft, doch fehlt mir die prüfbare Datenbasis.

    Egal. Entscheidend ist doch, Missbrauch zu eliminieren.
    Das schafft Vertrauen für alle Seiten.

    Wenn @Hera von "Rechtsstaat" schreibt, so fehlt mir die Basis an vielen Ecken, die einen Rechtsstaat ausmachen.
    Das fängt schon im Nachweis des Alters an.

    Niemand kann heutzutage irgendwelche Leistungen einfordern, wenn nicht genügend Nachweise erbracht werden.
    Das IST Rechtsstaat!

    Warum kein medizinisches Gutachten eingefordert wird bei Behauptungen, jemand sei "jugendlich", wenn Bärte eine ganz eigene Sprache sprechen - für mich unverständlich.
    Natürlich können Dokumente verloren gehen. Das ist so und wir müssen darauf Antworten finden.
    Sich allein ungeprüft auf "Angaben" zu verlassen kann es aber nicht sein.

    Und so gibt es etliches, was rechtsstaatluchen Prinzipien widerspricht.
    • (geb. 1974) am

      Ihre Bemühungen jemanden etwas sinnlos zu erklären, erstaunt mich doch immer wieder auf's neue. 🤣
      Die einen Glauben, die anderen Wissen!
    • (geb. 1962) am

      >Bisher konnten exakt 0 deutsche Längsschnittstudien nachweisen, dass Arbeitslosigkeit „gelernt“ wird. Das wiederum sind wissenschaftliche Fakten.<

      Sie, @ diametral schreiben dazu: "Das sind keine wissenschaftliche Fakten, weil die Datengrundlage aufgrund des Datenschutz das ganz einfach nicht hergibt."

      Das ist ein populistisches Missverständnis von Datenschutz. Der Datenschutz verbietet nicht das Forschen, er schützt nur die Namen. Und Sie diskreditieren wissenschaftliche Forschung.

      Studien wie das SOEP (seit 1984) oder das IAB-PASS begleiten seit Jahrzehnten Familien in prekären Verhältnissen und können anhand dieser Daten sehr wohl nachvollziehen, wer wann arbeitet, Bürgergeld bezieht usw. Und diese Daten zeigen glasklar: Es gibt kein "gelerntes" Verhalten, sondern ungleiche Startchancen. Das sind und bleiben die Fakten.

      Und noch etwas: Man möge doch hier nicht so tun, als ob die Diskussion eine neue oder "unerforscht wg. Datenschutz" sei. Gerade weil die Frage schon in den späten 80er Jahren aufkam und man feststellte, dass es an biografischen Längsschnitstudien fehlt, wurde glücklicherweise die biografieorientierte Forschung etabliert (ebenso übrigens z.B. Längsschnittstudien zu rechtsextremen Orientierungen von den Bielefeldern), so dass Deutschland in der Sache heute ein Datenland der empirischen Sozialforschung statt eins der Mythen ist.

      Und das scheint eher für einige zum Problem zu werden. Dann, wenn die Fakten nicht zum "Bauchgefühl" passen. Ob man dann mit "gefühlten Fakten" weiter kommt oder gar "Vertrauen herstellen" kann, stelle ich sehr infrage. Ich halte es sogar für das zentrale Probleme der heutigen Zeit.

      P.S. Mit Blick auf die "unzureichenden Kontrollen" wg. "Datenschutz" können wir das Ganze auch noch gern unter Bezug auf etwa § 42f SGB VIII (Altersfeststellung) oder § 52 SGB II (automatisierte Datenabgleiche) oder § 60 Abs. 1 SGB I (Mitwirkungspflichten) durchgehen. Aber dann drohte es, rational zu werden.
  • am

    @ katinka1/Uli, ich sehe das genauso, nicht nur bei Sahra Tacke, mittlerweile ist in den Talks von Lanz, Illner, Maischberger und Miosga ständig selektive Empörung oder Dauerfokus auf Konflikte zu verzeichnen. Zuspitzung (Skandal, Chaos, Versagen), Emotionalisierung statt Einordnung und starke Vereinfachung komplexer Probleme beherrschen den Diskurs. Das hat für mich nichts mehr mit kritischem Journalismus, sondern eher mit populistischer Kommunikation zu tun. Brandbeschleunigung und Meinungsmache in eine falsche Richtung!
    • am

      Ich kenne S. Tacke überwiegend aus Nachrichtensendungen, in denen sie aktuelle Entscheidungen von Gerichten, oft des BVG einordnet. Sie ist eine ausgezeichnete Juristin, promoviert, wie Lanz betonte. 
      Sie argumentiert immer sachlich, auf der Basis von Fakten. Ich habe mir die betreffende Sendung angeschaut. Populistisch war da nichts. Im Gegenteil, sie hat immer die Zahlen zu Sachverhalten zugrundegelegt. Die Aussagen von Mitarbeitern der Jobcenter, dass diese Familien von der Großmutter bis zu den Kindern betreuen („gelernte Arbeitslosigkeit „), sind Fakten. Warum sollten diese lügen? Der Mitarbeiter aus Bremen sagte es in die Kamera, 30-40 Prozent machen falsche Angaben. Es fehlt die Kontrolle. S. Tacke hat sich auch in Ämtern in Polen umgehört, wo es weitaus strenger zugeht. Deutschland hat nicht umsonst den Ruf, dass es leicht ist, an Bürgergeld zu kommen. In anderen Ländern arbeiten schon lange rd. 80 Prozent der Ukrainer. Hier ist man jetzt erst bei 50 Prozent. Und davon stocken viele noch auf, weil sie nur maximal 30 Stunden arbeiten. 
      Sie wies darauf hin, dass es unzählige Vorschriften gibt, die Sanktionen bei Missbrauch schwer machen. Alles bekannt. Nein, Populismus kann man ihr nicht vorwerfen.
    • (geb. 1962) am

      @ 819 – Anekdoten sind keine verallgemeinerbaren statistischen Fakten

      Was die JobcentermitarbeiterInnen äußern, sind subjektive Erfahrungswerte aus ihrem spezifischen Arbeitsalltag. Sie bilden höchstens eine Teilwirklichkeit ab. Bei den erwähnten 3-Generationen-Armutshaushalten bewegen wir uns realistisch im Bereich von 1–2 % aller Fälle. Bisher konnten exakt 0 deutsche Längsschnittstudien nachweisen, dass Arbeitslosigkeit „gelernt“ wird. Das wiederum sind wissenschaftliche Fakten.

      Ebenso ist es kein Faktum, wenn ein einzelner Mitarbeiter „schätzt“, dass 30–40 % falsche Angaben machen. Das ist eine höchst subjektive Schätzung aus dem Bauch heraus. Daraus lässt sich statistisch überhaupt nichts ableiten. Dass Frau Tacke offizielle bundesweite Statistiken mit solchen vereinzelten Schätzungen aushebeln will, ist methodisch absurd. Das ist Populismus.Zum Argument der „unzähligen Vorschriften“: Behörden müssen bei Pflichtverletzungen die Sanktionsrelevanz prüfen – was sie auch tun. Rechtsfolgenbelehrungen und Anhörungen gem. § 24 SGB X und § 31 SGB II konkretisieren hier lediglich das verfassungsrechtliche Rechtsstaatsprinzip.

      Das sind absolut routinisierte, standardisierte Verfahren (Brief, Fristsetzung, digitale Erfassung), die weder „unzählig“ noch „aufwendig“ sind (wie übrigens auch die automatisierten Drei-Monats-Datenabgleiche). Als promovierte Juristin müsste Frau Tacke dieses kleine Einmaleins des deutschen Verwaltungsrechts eigentlich kennen. Stattdessen setzt sie Mythen in die Welt, die ihrer Aufgabe beim ZDF als Rechtserklärerin nicht gerecht werden. Bis hin zur glatten Fehlbehauptung in der Sendung, diese Prüfverfahren seien erst mit der Einführung des Bürgergelds „verändert“ worden. Das ist schlicht unzutreffend, die Hürden stammen im Kern aus dem wegweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2019.

      Der Bogen zur Erwerbsquote von UkrainerInnen hat mit dem System Bürgergeld an sich gar nichts zu tun – das ist reiner Lanz-Populismus. Bei den Geflüchteten handelt es sich zu einem Großteil um Frauen, sehr oft alleinerziehend und ohne gesicherte Kinderbetreuung. Zudem gibt es in Deutschland nicht so viele Restaurants, um hochqualifizierte Lehrerinnen, Erzieherinnen oder Ärztinnen zum Gemüseschnippeln in Küchen unterzubringen.

      Deutschland fährt hier das rationalere Konzept: Erst Sprache lernen und Abschlüsse anerkennen lassen, um die Menschen qualifikationsgemäß zu integrieren. Das dauert anfangs länger, ist aber nachhaltiger. Denn in Zeiten des strukturellen Wandels wird der Beschäftigungsaufbau der Zukunft ganz sicher nicht bei einfachen Hilfstätigkeiten stattfinden. Aber das interessiert Populisten eben nicht.
  • (geb. 1984) am

    Ich habe sowieso den Eindruck, dass die ÖR jetzt öfter mal Berichte bringen, um von ihrem angeblich „links-grün-versifften“ Image wegzukommen. Das betrifft mehr Kritik an der Regierungspolitik als auch mehr realistische kritische Berichte über den israelischen Terror in Südlibanon und im Westjordanland. Das betrifft sogar in Einzelfällen mal den Ukraine-Krieg. Während man früher z. B. bei irgendwelchen Drohnenzwischenfällen in der EU sofort Russland als Schuldigen ausgemacht haben will und später selten was richtig gestellt wurde, hält man sich da jetzt etwas zurück bzw. macht sogar die Ukraine als Verantwortlichen aus.
    Da wird dieser oft zu Recht kritisierte zu enge Meinungskorridor hoffentlich jetzt erweitert!
    • am

      Hat die Frau Tacke diesen anonymen Schwarzarbeiter mal überprüft? Das wurde nicht gesagt. Sonst kann sich da ja jeder hinstellen und sich dafür ausgeben. Ronzheimer ist neulich mal auf so einen reingefallen, was ich peinlich finde.
      • (geb. 1962) am

        @ katinka1 - vollkommen richtig. Frau Tacke betrieb hier Sensationsberichterstattung, die daran krankt, dass hier eigentlich gar nichts überprüft ist und nur behauptet wird. Ausnahmefälle werden zu repräsentativen Beispielen hochgejazzt, Zahlen in den Raum geworfen (30-40% Missbrauch), die allein technisch gar nicht möglich sein können.

        Z.B. Belegpflichten und automatisierte Datenabgleiche verhindern dies, gesetzliche Vorgaben verpflichten zur Sanktionierung bei Bekanntwerdung eines Falles, die dann folgenden Verfahren sind nicht "hoch kompliziert", sondern routinisierte Standardverfahren. Das die Zahl so gering sind, bildet einfach die Realität ab. Auch bei unserem kommunalen Jobcenter sind die so, der Leiter der Leistungsabteilung stellt hier fest, dass er bei 16000 Ratsuchenden genau NULL Arbeitsverweiger in seiner Kartei hat.

        Das Problem, dass über die realen Zahlen und die realen Probleme und Nöte der Betroffenen nicht berichtet wird, liegt einfach daran, dass man mit realen Zahlen und Fakten und Argumenten nicht mehr Quoten generieren kann, die bekommt leider anscheinend nur noch mit Geschichten von Walfischen und herbeifantasierten Skandalen - die nicht selten ganze Personengruppen diffamieren.

        Richtig ist aber schon, dass in diesen Formaten seriöse journalistische Standards nicht mehr gehalten und populistische Narrative erzeugt werden, die selbst rechtsstaatlich bindende Vorgaben moralisch überformen. Da sind für mich Grenzen überschritten. Ich habe mich als Zuschauer in dieser Sache auch an die Medienaufsicht gewandt. So kann ein ÖRR seinen Aufgaben nicht gerecht werden.
    • am

      Sarah Tacke hat ihr Thema nur populistisch behandelt. Klar muss man ihre Seite auch vorbringen, aber in ihrer Doku ging sie nicht auf die anderen Bürgergeldempfänger ein, die wirklich Arbeit suchen und das z. B. aus Krankheitsgründen nicht erfolgreich tun. Nach ihrer Meinung sind ihre gezeigten Fälle auch nicht die Mehrheit der Bezieher. Aber wieso lebt sie dann so einseitig ihre Abneigungen in der Doku aus? Das ist auf keinem Fall eine ausgewogene Berichterstattung.
      Gar nicht erwähnt wurde bei Lanz, wie die stark übergewichtige Mitarbeiterin des Jobcenters Adipositas verharmloste. Eine Bürgergeldempfängerin wollte sich den Magen verkleinern lassen. Und ohne den Fall mal näher zu überprüfen meinte die Frau vom Jobcenter, dass ssie selber auch übergewichtig sein und arbeite. Warum hat Frau Tacke sie dann nicht belehrt, dass Übergewichtige später auch die Solidargemeinschaft erheblich belasten durch Folgeerkrankungen? Warum hat sie der Frau nicht eine Ernährungsberatung und mehr Bewegung und Sport empfohlen. Stattdessen ließ sie alles unwidersprochen stehen, Hauptsache die Jobcenterfrau konnte nach unten treten.
      Erst Felix Banarczak sagte richtigerweise, dass man beide Gruppen von Bürgergeldempfängern sehen und darstellen muss. Das sah dann Frau Tacke auch so. Aber wieso hat sie das in ihrer Doku nicht getan? Das wäre ihre Aufgabe gewesen im ÖRR. Frau Tacke hat grottenschlechten Journalismus betrieben.
      Und Lanz hat sie nicht mal auf sowas hingewiesen. Sehr schwach!
      • (geb. 1950) am

        LAnz ist für mich ein kranker Moderator, der nur auf Konfrontation, vorwiegend gegen Unions-Mitglieder, ist. Er ist ein Scharfmacher, ein Demagoge, verändert die Fakten nach seinem Denken. Eingeladen werden Journalisten, die links-grün gestrickt sind und dem Lanz in der Sendung nach dem Mund reden. LAnz ist im Grunde für unsere Demokratie ein Spalter, ein Schlechtredner! FÜr einen öffentlich-rechtlichenSender unzumutbar. Wer nur gegen alles Wetter, der Gäste diffamiert, in ein schlechtes Licht rückt, gehört in Behandlung. Irgend etwas ist wohl bei ihm in früheren Jahren sehr schief gelaufen!

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