Folge 411

  • Bornholm – Rundkirchen, Räucherfisch und Meer

    Folge 411 (45 Min.)
    Die Ostseeinsel Bornholm liegt näher an Schweden und Polen als am dänischen Festland und ist doch fast schon klischeehaft dänisch. Dafür sorgen historische Rundkirchen, Fischräuchereien und kleine Hafenorte ebenso wie skurrile Bräuche und sympathische Eigenheiten. Jeden Morgen versammelt sich am Hafen von Gudhjem ein Chor ohne feste Besetzung: Wer da ist, singt mit. Die Bornholmer verabschieden so die Fähre „MS Ertholm“ nach Christiansø, während Kapitän Ib Stange Jensen und seine Crew Passagiere, Post und Fracht an Bord bringen. Christiansø gehört zum Mini-Archipel der sogenannten Erbseninseln, auf denen nur rund 100 Menschen leben. Alles, was diese zum Leben brauchen, bringt die „Ertholm“. Christina Juhl Sørensen und ihr Mann Thomas haben einen Minigolfplatz gebaut, der verdächtig an ihre Heimat erinnert: mit inseltypischen Landschaften und Wahrzeichen im Maßstab 1:10, errichtet an der jeweils geografisch korrekten Stelle. Kurz bevor die örtlichen Minigolf-Senioren anrücken, um für die Inselmeisterschaften zu trainieren, müssen die Bahnen noch einmal auf Vordermann gebracht werden. Dann kämpfen 50 Ruheständler um jedes Hole-in-one. In Svaneke
    pflegt man eine schräge Tradition: Hønseskidning (wörtlich übersetzt „Hühnerscheißen“). Dahinter verbirgt sich eine Art Freiluft-Bingo in der Fußgängerzone. Arne Jegind und seine Mitstreiter schicken nacheinander drei Hennen auf ein Feld mit 100 Nummern. Wo ein Haufen landet, wird gewonnen. Fast ebenso prägend wie die weltberühmten Rundkirchen sind Bornholms Fischräuchereien, 135 gab es einst davon, in denen das „Silber der Ostsee“, der Hering, in Gold verwandelt wurde. Noch immer ragen in fast jedem kleinen Küstenstädtchen Schornsteine in die Höhe. Doch diese Tradition halten heute nur noch zehn größere Betriebe aufrecht. In Snogebæk werden an guten Tagen bis zu 400 Kilo Fisch verarbeitet; doch ausgerechnet Bornholmer Hering ist kaum noch zu bekommen. Das sensible Handwerk des Räucherns üben Lars Madsen und seine Kollegen dennoch nach wie vor mit großer Leidenschaft aus. Die Britin Jessica Felby hat ihr früheres Leben als Designerin bei einer dänischen Brauerei gegen Bornholms Granitküste eingetauscht. Mithilfe der japanischen Gyotaku-Technik druckt sie mit frischen Fischen direkt auf Stoff – draußen auf den Felsen, wo Wind und Wetter jeden Versuch zur Herausforderung machen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.11.2026 NDR

Sendetermine

Do. 19.11.2026
20:15–21:00
20:15–
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