Stahl aus NRW steht vor dem größten Umbruch seiner Geschichte. Jahrzehntelang waren Hochöfen das Herz der Industrie. Doch steigende Energiekosten, internationale Konkurrenz und der Klimaschutz setzen die Branche unter Druck. Gleichzeitig kämpft die Branche um ihre Wettbewerbsfähigkeit und tausende Arbeitsplätze. Für die WDR-Wirtschaftsreportage „Made in NRW“ begibt sich Nina Moghaddam auf die Suche nach Antworten – und besucht Unternehmen, die mit ganz unterschiedlichen Ideen um die Zukunft des Stahls kämpfen.
In Duisburg entsteht deshalb eine der wichtigsten Industriebaustellen Europas: Thyssenkrupp baut die Stahlproduktion auf eine klimafreundlichere Zukunft um. Ein entscheidender Schritt zur Rettung des Stahlstandorts Deutschland? Oder eine milliardenschwere Wette auf eine ungewisse Zukunft? Im Interview verrät Thyssenkrupp-Steel-Chefin Marie Jaroni, wann die gigantische Anlage erstmals in Betrieb gehen soll, welche Rolle Wasserstoff dabei spielen wird und wie sie die Zukunft des Stahlriesen sieht. Im Siegerland begleitet das Filmteam exklusiv ein spannendes Industrieexperiment.
Bei den BGH-Edelstahlwerken wird eine neue Technologie erprobt, die den enormen Strombedarf der Stahlproduktion effizienter steuern und Energieverluste reduzieren soll. Könnte darin ein Schlüssel liegen, um eines der größten Probleme der energieintensiven Industrie in Deutschland zu lösen? Und in Dortmund trifft Nina Moghaddam eine Unternehmerin, die sich von den hohen Kosten des Wasserstoffs nicht abschrecken lässt. Während viele Experten bezweifeln, dass grüner Wasserstoff in absehbarer Zeit bezahlbar sein wird, arbeitet das kleine Start-up WEW Hydrogen an einer Technologie, mit der sich die Herstellung deutlich günstiger gestalten lassen soll.
Kann ausgerechnet ein kleines Unternehmen aus dem Ruhrgebiet einen wichtigen Beitrag zur Lösung eines Milliardenproblems leisten? Die Sendung zeigt, warum Stahl für NRW unverzichtbar bleibt, welche Technologien die Industrie verändern sollen und ob der Spagat zwischen Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit gelingen kann. (Text: WDR)