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    Murat zu Besuch in Yusufeli. Hier sind ganze Dörfer einem Staudamm zum Opfer gefallen. Murat setzt sich als Aktivist dafür ein, das am Highway D915 zu verhindern. – Bild: NDR/​Alexander Hick
    Murat zu Besuch in Yusufeli. Hier sind ganze Dörfer einem Staudamm zum Opfer gefallen. Murat setzt sich als Aktivist dafür ein, das am Highway D915 zu verhindern.
    Von der Schwarzmeerküste der Türkei führt der Highway D915 durch steile Täler und hochalpine Pässe in das anatolische Hochland. Dabei überquert er den 1000 Kilometer langen Pontischen Gebirgszug, der von Istanbul bis an die Grenze zu Georgien reicht. Im Herbst bereiten sich die Menschen auf den Winter vor, sechs Monate im Jahr ist die Straße gesperrt. An den Derebasi Turns, dem gefährlichsten Teil des Highways D915, müssen die Fahrerinnen und Fahrer 29 Haarnadelkurven bezwingen und am Ende das Eiserne Tor passieren, eine Felspassage in senkrechten Steilwänden, Hunderte von Metern über dem Tal. Auch risikobereite Besucher zieht der Highway an, so zum Beispiel die junge Motorradfahrerin Merve, die ihr Fahrkönnen auf die Probe stellt und anschließend noch eine Pilgerfahrt der besonderen Art an der weiter südlich gelegenen Stoneroad gelingt. Ahmet und Burhan nutzen die Straße seit vielen Jahren für die Schafzucht und Landwirtschaft, sie haben eine emotionale Beziehung zu diesen Bergen. Selma baut auf der Nordseite des Gebirges Tee an, den sie selbst mit ihrem Transporter zur Verladung fährt. Im Gebirge kreuzen sich fast alle Wege am Imbiss der Straße: Turguts Place. Wenige Kilometer weiter ist die abgelegene Gegend ein wichtiger Rückzugsort für Tiere und besondere Pflanzen, die Fotograf Murat seit Jahren dokumentiert. Als Aktivist setzt er sich dafür ein, dass die Straße nicht weiter ausgebaut wird. So unvollkommen, gefährlich und unbequem die Straße sein mag, sie ist genau deshalb heute von Anwohnern und Besuchern gleichermaßen beliebt und geschätzt. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 NDR
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    Ouro Preto war um 1800 die reichste Stadt des gesamten amerikanischen Kontinents. Heute ist die Altstadt Weltkulturerbe und das Ziel unserer Reise auf der Estrada Real.
    Sonne, Strand und Zuckerhut sind der Inbegriff von Brasilien, doch es gibt weit mehr zu entdecken: Eine atemberaubende Landschaft, eine geheimnisvolle Vergangenheit und Bewohner, die unter harten Bedingungen ihr Glück suchen. Brasiliens Südosten ist eine faszinierende Region von großer historischer Bedeutung. An der Küste von Rio de Janeiro beginnt die Estrada Real, der Königsweg. Im 17. Jahrhundert wurde diese Straße von der portugiesischen Kolonialmacht angelegt, um die wertvollen Bodenschätze außer Landes zu bringen. Eine bis zu 800 Kilometer lange Route von der Küste bis ins tiefste Hinterland. 60 Tage benötigten die Gold-Esel früher für die Strecke, die kostbare Fracht durfte allein auf diesem Weg transportiert werden. Auch heute noch führt die Estrada Real von den subtropischen Küstengebieten durch den gefährdeten Atlantikurwald der Mata Atlântica, über die Feuchtsavanne des Cerrado bis hin in die Cidades Históricas, bekannt für die historischen Städte. Hier wird eine tiefe Religiosität gelebt. Aber in einer einzigartigen brasilianischen Mischform: katholische Frömmigkeit und afrobrasilianische Kulte schließen sich gegenseitig nicht aus. Für diese Dokumentation begeben sich Regisseur Steffen Haug und sein Team auf einen Weg, der für die Geschichte des fünftgrößten Landes der Erde steht wie kein anderer. Sie treffen Menschen, die an der Estrada Real für die Natur kämpfen, die Erinnerung an die dunklen Seiten der Vergangenheit am Leben halten, im Erdboden Schätze finden und Brasilien zum nächsten Fußballweltmeister machen wollen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 08.10.2026 NDR
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    Für den Ball der Touloulous maskieren sich die Frauen des Landes bis zur Unkenntlichkeit.
    Französisch-Guayana ist ein entlegenes EU-Überseegebiet an der Nordküste Südamerikas. Die Natur ist hier nicht Kulisse, sondern Hauptdarstellerin: Über 80 Prozent des Landes sind von Regenwald bedeckt. Schutzgebiete wie der Parc Amazonien de Guyane bewahren das fragile Gleichgewicht des Amazonas. Doch das Paradies ist bedroht: Illegale Goldgräber verursachen gravierende Umweltschäden. Frankreich hat seine Eliteeinheit geschickt: die Fremdenlegion. Unter Capitaine Clément kämpfen nun Söldner für die Umwelt und gegen die im Dschungel verborgenen Minen. Über 80.000 Tier- und Pflanzenarten gilt es zu schützen. Wildtierärztin Solène Lefort kuriert Jaguare, Tapire, Papageien und versorgt ein Brüllaffenbaby, dessen Mutter Jägern zum Opfer fiel. Mitten im Dschungel liegt Saül, nur per Flugzeug erreichbar. Die Schule des Dorfes besteht aus einer einzigen Klasse: Lehrerin Mirabelle Nurgent unterrichtet Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren gemeinsam. Doch Französisch-Guayana ist alles andere als hinterwäldnerisch. Der Karneval in der Hauptstadt Cayenne ist berühmt-berüchtigt. Den regieren die Touloulous, maskierte Frauen in fantasievollen Kostümen. Ihre Identität bleibt geheim, sie fordern die Männer zum Tanz auf und diese dürfen nicht ablehnen. Sinn der Tradition ist es, gesellschaftliche Rollen und Hierarchien zu hinterfragen. Es ist ein frivoles Spiel mit Macht, Identität und Geschlechterrollen, festlich, respektvoll und tief verwurzelt in der kreolischen Kultur. Und in Kourou startet Europa Richtung Zukunft: vom Raumfahrtzentrum im Regenwald. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 22.10.2026 NDR
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    Durch die Schneeschmelze im Hohen Atlas führt der Fluss in der M’gouna-Schlucht überraschend viel Wasser – eigentlich verläuft hier ein Weg. Raphael muss den eiskalten Fluss mehrfach überqueren.
    Raphael flucht in der sengenden Mittagshitze: „Sehr anstrengend, durch den lockeren Sand durchzuschieben.“ „Wir sind jetzt 16 Kilometer gefahren in fünf Stunden. Das ist nichts. So kommen wir hier nie durch mit unseren Wasserreserven“, verzweifelt sein Reisepartner Anselm. Die Räder stecken tief im feinen Sand der Wüste Erg Chegaga fest. Der Trip droht direkt auf der ersten Etappe zu scheitern. In diesem Moment erinnern sie die Worte, die ihnen Hassan, ihre letzte Begegnung vor den Dünen, mit auf den Weg gegeben hat: „Geduld und Humor sind zwei Kamele, mit denen man jede Wüste durchqueren kann.“ In der neuen Folge der NDR Reihe „Young Adventurers“ brechen Anselm Pahnke und Raphael Bitsos zu einer außergewöhnlichen Reise auf: Vom südlichsten Zipfel Marokkos führt ihre Route vorbei an M’Hamid über das entlegene Imilchil im Hohen Atlas bis in die Königsstadt Fès. Sie folgen den historischen Routen der Handelskarawanen, die einst Oasen, Gebirge und Städte miteinander verbanden. Mit voll bepackten Fahrrädern erleben sie hautnah das Land und die Menschen in Marokko. Um sich unterwegs verständigen zu können, lernen sie vorab Grundlagen in Tamazight, der Sprache der indigenen Amazigh. Doch die alten Karawanenpfade verlangen den Bikepackern alles ab. Im Atlasgebirge bringt ein heftiger Sandsturm das Duo an seine Grenzen. Wenn Erschöpfung und Kälte an den Kräften zehren, hilft neben heißem Kaffee und Notfallschokolade vor allem eines: „Harter Stein, kalter Fluss, eine warme Schulter vom guten Freund – ja, das trägt die Seele weiter“, singen sie zur Ukulele, bevor sie ihre bepackten Räder über die steilen Stufen und Schotterwege aus der engen M’goung-Schlucht manövrieren müssen. Neben der rauen Natur prägen immer wieder bewegende Begegnungen die Reise: das gemeinsame Fastenbrechen im Ramadan, Gespräche mit Nomaden wie Ahmed über den inneren Frieden in der Wüste oder mit Mohamed, der seine Tätowierungen als Symbol der Freiheit trägt: „Ich verteidige die Freiheit, deshalb habe ich sie mir auch auf die Haut tätowieren lassen.“ In Fès schließt sich der Kreis beim Treffen mit der Radreisenden Maghy, die als Vorbild viele Frauen inspiriert, selbst aufs Rad zu steigen. „Young Adventurers“ erzählt von einer Bikepacking-Reise in Marokko im Rhythmus einer schönen, aber auch unbarmherzigen Landschaft: nah dran am Leben der Nomaden, für die Bewegung seit jeher Heimat bedeutet. Der Film erinnert daran, dass Wüsten und Berge keine Trennlinien ziehen, sondern Menschen miteinander verbinden. Und dass diejenigen, die sich ins Ungewisse wagen, unterwegs weit mehr finden als nur ihren Weg. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 29.10.2026 NDR

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