Açorda, die Brotsuppe aus dem südportugiesischen Alentejo, war traditionell ein Gericht für schlechte Zeiten, wenn die Ernten mager ausfielen.
Bild: Elephant Doc
Açorda, die Brotsuppe aus dem Alentejo Im der südportugiesischen Region Alentejo war Açorda traditionell ein Gericht für schlechte Zeiten, wenn die Ernten mager ausfielen. Die Journalistin Tiphaine Honoré besucht die Köchin Jacinta Belbute, die die rustikale Suppe mit Zutaten veredelt, die nicht auf den Feldern wachsen. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erklärt, warum Açorda heute wieder fest zur portugiesischen Identität gehört. Außerdem spricht er über die natürlichen Eigenschaften der Minze und über die Verwendung einer für den Alentejo ungewöhnlichen Zutat: Haifilets.
Ein Biss’chen Heimat: José, ein Portugiese in Paris Der gebürtige Portugiese José lebt seit 1973 im Großraum Paris. In Marne-la-Vallée bereitet er ein traditionelles Gericht aus seiner Heimat zu, die er vor mehr als 53 Jahren mit seinen Eltern verließ: Brot mit Olivenöl, Knoblauch und Koriander. Er erzählt, wie er die butterreiche französische Küche kennen lernte und welch unterschiedliche Dinge man in Frankreich und Portugal gern als Nachmittagssnack isst. Vor allem aber spricht er über ein typisch portugiesisches Konzept, das
sich nur schwer übersetzen lässt: Saudade – eine Form von Heimweh und Nostalgie.
Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Rezept für Açorda, das sich leicht zubereiten lässt. Also: Ran an die Töpfe! ----------------- Rezept für Açorda Zutaten für 4 Personen: 4 Haifilets (oder Kabeljaufilets) 2 Knoblauchzehen einige Korianderblätter 30 g Weizenmehl 3 EL Weißweinessig 400 g altbackenes Brot einige Lorbeerblätter Zubereitung: -Den Fisch säubern, salzen und beiseitestellen. -Den Knoblauch in Scheiben schneiden und in einen Topf geben.
-Den gehackten Koriander und die Lorbeerblätter hinzufügen. -100 ml Olivenöl zugießen und bei niedriger Hitze 5 Minuten anschwitzen, bis der Knoblauch glasig ist. -1,5 l Wasser zugeben und bei starker Hitze zum Kochen bringen. -Mehl und Essig in einer kleinen Schüssel mit einem Schneebesen gut verrühren, damit keine Klümpchen entstehen. -Den Fisch in das kochende Wasser geben und alles 20 Minuten garen. -Die Mehl-Essig-Mischung in den Topf gießen und weitere 5 Minuten kochen. -Serviert wird die Suppe mit dem in Scheiben geschnittenen altbackenen Brot, das darin einweicht. (Text: arte)