Dokumentation in 4 Teilen, Folge 1–4

    • Folge 1

      Einmal jährlich verwandelt sich Meknes, eine der vier marokkanischen Königsstädte, in ein orientalisches Feldlager. Der Turnierplatz vor der Stadtmauer wird von großen Mannschaftszelten flankiert. Rund 2.000 Schaulustige säumen den Platz. Zum großen Fantasia-Reiterspiel werden mehr als 500 Teilnehmer erwartet. In vollem Ornat ziehen sie auf ihren mit Gold und Pailletten geschmückten Pferden zum Start. Stolz tragen sie die weißen Dschellaba zur Schau, die turbanartigen Kopfbedeckungen und ihre langen silberbeschlagenen Flinten. Mit den Fantasias halten die Berber eine mehr als 2000-jährige Kampftradition aufrecht. Auf ähnliche Art zogen sie schon mit Hannibal über die Alpen oder stürmten den islamischen Invasoren entgegen.

      Auch Lachsen Slimani ist besessen von den Reiterspielen. Er ist Anführer einer Fantasia-Gruppe und lebt mit seiner Familie auf einem abgelegenen Hochplateau im Mittleren Atlas. Sein 18-jähriger Sohn Mohammed ist ebenfalls ein begeisterter Reiter und will in die Fußstapfen des Vaters treten.

      Die Familie Slimani besitzt neben einem Arbeitspferd einen Fantasia-Hengst. Er ist ihr ganzer Stolz. Die meisten Bauern können sich, wenn überhaupt, nur ein Pferd leisten. In einem trockenen Land wie Marokko ist Grünfutter teuer. Und der Unterhalt für ein Pferd entspricht dem einer ganzen Familie.

      Mohammed will unbedingt mit seinem Vater auf einer Fantasia reiten. Dazu benötigt er laut Tradition ein eigenes Reittier. Lachsen will seinem Sohn diesen Traum erfüllen. Um das nötige Geld aufzutreiben, wagt er ein Abenteuer: Er reist nach Ouarzazate, auch Hollywood der Wüste genannt. Hier hoffen Marokkaner aus dem ganzen Land, als Schauspieler entdeckt zu werden oder zumindest einen Komparsenjob zu bekommen – als reitender Bandit, Beduine oder Haremswächter.

      Filmemacherin Lisa Eder begleitet Lachsen Slimani durch die Gebirgslandschaft des Mittleren Atlas bis an den Rand der Wüste. Nur dort kann es Lachsen gelingen, sich und seinem Sohn den Traum von einer gemeinsamen Fantasia in Meknes zu erfüllen. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungMo 04.05.2009arte
    • Folge 2

      Seit Jahrhunderten gelten die Gauchos in Argentinien als Helden der Pampa und sind ein Symbol für Freiheit. In den Weiten der argentinischen Grassteppen sitzen diese Männer noch heute 60 Stunden in der Woche im Sattel. Viele Gebiete der riesigen Estancias sind nur zu Pferd zu erreichen. Der kleine Juan ist mit sechs Jahren der jüngste Reiter auf San Juan Poriahu, einem Landgut mit 4.000 Rindern und über 300 Pferden. Sein Vater ist für die Doma, die Zähmung von Wildpferden, zuständig. Auch Juan soll das Handwerk von Grund auf lernen. Sein größter Wunsch: einmal mit seinem Hengst „Colorado“ auf einer Fiesta seine Reiterkünste unter Beweis zu stellen.

      Das Leben von Polospieler und Pferdezüchter José Lartirigoyen ist mit dem der Gauchos kaum vergleichbar. Polo ist Nationalsport in Argentinien und ein knallhartes Geschäft. Auf sogenannten Embryofarmen werden Polopferde durch künstliche Befruchtung gezeugt und von Leihmüttern ausgetragen. Argentinische Pferde gehen als Exportschlager in die ganze Welt. Wie fast alle Poloprofis verbringt auch José nur eine Hälfte des Jahres in Argentinien, die andere auf den Polofeldern der Superreichen in Übersee. Doch zunächst müssen die Pferde beim Saison-Auftakt in einem Country Club in Buenos Aires beweisen, dass sich das monatelange Training gelohnt hat.

      In Argentinien sind Pferde aber kein Privileg der Oberschicht. In einer Wellblechhütte am Stadtrand von La Plata in der Region Buenos Aires leben Pitu und Marina mit fünf Kindern und der Stute Negra. Ohne Negra könnte die Familie nicht überleben. Sie gehört zu den Pferden der Karton- und Müllsammler, der Cartoneros. Rund 800 Pferde, Ponys und Maultiere bilden die Existenzgrundlage des gesamten Viertels. Die Tierärztin Doctora Oliva kümmert sich seit fünf Jahren um Cartoneropferde, die durch Stöße, Schläge oder falsches Anschirren verletzt wurden. Oft fehlt den Besitzern das Geld, die nötige Behandlung zu bezahlen. Aber die Ärztin kann improvisieren und versteht es immer wieder, Kollegen zu guten Taten zu überreden. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 05.05.2009arte
    • Folge 3

      Maharaja-Paläste, Tempel und Zitadellen, Frauen in bunten Saris und Männer mit leuchtenden Turbanen – das Land der Rajas, der Königssöhne, im Nordwesten Indiens weckt Fantasien aus Tausendundeiner Nacht. Reger Handel und kriegerische Ereignisse haben hier in der Vergangenheit eine einzigartige Pferdekultur entstehen lassen. Stolze Eleganz, seidig glänzendes Fell und ein anmutiger, kräftiger Körperbau zeichnen die edlen Marwari-Pferde aus. Seit Jahrtausenden werden sie als magische Wesen verehrt.

      Jedes Jahr im November verwandelt sich die kleine, karge Wüstenoase Pushkar zum Pilgerort für Hunderttausende Inder. Auf der Pushkar Mela, dem turbulenten Markt für über 50.000 Pferde und Kamele, treffen sich Maharajas, Züchter und Pferdemeister. In Pushkar machen sie ihre Geschäfte mit den legendären Marwari-Pferden.

      Der 14-jährige Sonaram träumt seit Jahren davon, sein Leben mit Pferden zu verbringen, deshalb hat er als Stallbursche angeheuert. Nun bekommt er die Chance, für seinen Züchter eines der seltenen „heiligen Fohlen“ zu kaufen. Diese „Panch Kalian“-Pferde haben fünf weiße Flecken im Fell – eine Zeichnung, die ihrem Besitzer fünffaches Glück bringen soll. Mit dem alten Pferdemeister seines Gestüts macht Sonaram sich auf den Weg in die Wüste Thar, um dieses „heilige Pferd“ zu kaufen. Der Film begleitet die beiden auf ihrer mühsamen Reise durch Sand und Hitze, mit Motorrad und Kamelkutsche, zu Pferdefestivals und Luxusgestüten. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungMi 06.05.2009arte
    • Folge 4

      Geysire und Gletscher prägen die raue Landschaft Islands. Die größte Vulkaninsel der Welt ist berühmt für ihre Pferde. Islandpferde gelten als spritzig und zugleich ausdauernd. Unerschrocken überqueren sie Flüsse, Gletscher und Geröllfelder.

      In der nordischen Mythologie kommen die Rösser gleich nach den Recken. Was wäre Siegfried ohne sein Pferd Grani, was Odin ohne Sleipnir. Selbst die Sonne käme nicht vom Fleck, zögen nicht Frühwach und Allgeschwind ihren Wagen. Von Beginn der Kolonisierung der Insel an waren die Isländer so eng mit ihren Pferden verbunden wie die Reitervölker Zentralasiens.

      Auch für Haukur Goroarsson wäre ein Leben ohne seine Pferde undenkbar. Für ihn sind Islandpferde „Wikinger auf vier Beinen“. Ohne die Tiere wäre die Besiedlung der unwirtlichen Insel am Polarkreis nicht möglich gewesen. Die Steinwüsten des Landesinneren sind zu weitläufig, als dass sie sich zu Fuß durchqueren ließen.

      Haukur Goroarsson lebt mit seiner Familie im Vatnsdalur, einem fruchtbaren Tal im Norden Islands, vier Autostunden von der Hauptstadt Reykjavík entfernt. Er betreibt Pferdezucht und bietet Ausritte für Touristen an. Diesen Sommer hat er einen waghalsigen Plan: einen Ritt vom ewigen Eis der Gletscher zurück bis an die Küste. Sein 13-jähriger Sohn Haukur Marian, selbst ein begeisterter Reiter, wünscht sich nichts sehnlicher, als bei diesem Ritt dabei zu sein. (Text: arte)

      Deutsche ErstausstrahlungDo 07.05.2009arte

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