bisher 27 Folgen, Folge 1–14weiter

    • Folge 1

      Von seiner Mutter wurde er geschlagen und vernachlässigt. Die ersten Lebensjahre von Martin Schmidt waren die Hölle. Als das Jugendamt Oldenburg von den katastrophalen Zuständen in der Familie erfuhr, handelte es schnell. Der damals fünfjährige Martin kam in eine Pflegefamilie. Fast 40 Jahre lang hat er nichts mehr von seiner leiblichen Mutter gehört, bis er die Aufforderung des Sozialamtes Oldenburg bekam, für seine inzwischen pflegebedürftige Mutter Unterhalt zu zahlen. Das Recht ist auf Seiten des Amtes: „Verwandter in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu leisten.“ Doch: Gilt das auch dann, wenn die leiblichen Eltern schon in der Kindheit völlig versagt haben? Seit Jahren fahren Bremen, Oldenburg, Delmenhorst, der Landkreis Osterholz einen harten Kurs beim Eintreiben von Elternunterhalt. Dem Vorbild aus dem Norden folgend, ziehen immer mehr Sozialämter die Daumenschrauben an, wenn es darum geht, von Kindern Unterhalt für die pflegebedürftigen Eltern zu verlangen. Welche Folgen hat die Zahlungspflicht für die Zukunft der unterhaltspflichtigen Kinder? „Das Problem wird lediglich auf die nächste Generation abgeladen“, so argumentiert der Oldenburger Rechtsanwalt Michael Klatt. Er beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit dem Thema Elternunterhalt und vertritt Martin Schmidt. Elternunterhalt entzweit die Gesellschaft: Das Gesetz ist auf Seiten derer, die uneingeschränkte familiäre Solidarität einfordern. Andere halten die Vorgehensweise für unerträglich und unsozial, weil die unterhaltspflichtigen Kinder massiv geschröpft werden. Der rüde Ton und die beinah „gnadenlose“ Vorgehensweise einzelner Sozialämter sorgen für viel böses Blut. Die Reportage zeigt, wie viel emotionaler und gesellschaftlicher Sprengstoff sich entlädt, wenn Kinder für ihre Eltern haften. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 27.02.2016 Das Erste
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    • Folge 2

      Null Sicht, 40 Grad Hitze, zwei Personen werden vermisst, es brennt im zweiten Stock. Die Auszubildenden haben schon 16 Brände hinter sich, doch dieses Mal ist es besonders schwierig. Immer wieder kommen sie an ihre körperlichen Grenzen. 48 angehende Feuerwehrmänner und Frauen werden jedes Jahr im modernsten Trainings-Center Europas ausgebildet – mit dem Ziel, möglichst schnell zu retten, zu löschen, zu bergen. Annika und Dennis sind zwei von ihnen. Autounfälle, U-Bahnbrände, Wohnungsfeuer, Höhenrettung – alles trainieren sie mehrfach und mehrere Monate lang, bis sie fit für die Prüfung sind. 800 Grad heiße Flammen müssen sie löschen lernen und ohne jegliche Sicht sich orientieren können. Wie findet man ein Kind, das aus lauter Panik hinter den Schrank gekrochen ist, wenn man vor lauter Rauch nichts sieht und Rufen nichts nützt? Die Kandidaten kommen aus ganz Deutschland nach Frankfurt, die meisten haben bereits eine Ausbildung abgeschlossen und suchen hier die ganz besondere Herausforderung. Annika will mindestens so gut sein wie ihre männlichen Kollegen. Ob sie das schaffen wird? (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 02.04.2016 Das Erste
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    • Folge 3
      Irfans erster Geburtstag. Schwester Elma und die Mutter freuen sich, dass die intensive Pflege und Hilfen durch das Krankenhaus Irfan deutlich geholfen haben. – Bild: SWR
      Irfans erster Geburtstag. Schwester Elma und die Mutter freuen sich, dass die intensive Pflege und Hilfen durch das Krankenhaus Irfan deutlich geholfen haben. – Bild: SWR

      Sonja Hamm hat eine besondere Aufgabe: Sie betreut im Stuttgarter Olgahospital nicht nur schwer kranke Kinder und deren Eltern. Sie begleitet sie auch, wenn sie die Klinik wieder verlassen haben. „Case-Managerin“ nennt sich Sonja Hamms Job – eine medizinische Begleitung zu Hause. Sie ist Familienberaterin und Trösterin in schwierigen Situationen. Irfan ist eine Frühgeburt. Er kam mit 650 Gramm zur Welt, drei Monate vor dem Geburtstermin. Seine Lunge ist krank. Er braucht ständig Atemhilfe. Die Ärzte wissen, dass seine Entwicklungschancen zu Hause in der Familie größer sind als im Krankenhaus. Krankenschwester Sonja Hamm begleitet das Frühchen und die Eltern acht Monate lang. Sie ist Ansprechpartnerin für medizinische Fragen, organisiert ein Netzwerk an Hilfen. In den ersten Wochen braucht die Familie 16 Stunden am Tag noch eine häusliche Krankenpflege. Irgendwann soll die Familie alleine zurechtkommen. Plötzlich macht Irfans Magen Probleme. Er behält die Nahrung nicht bei sich. Nochmal operieren? Das wäre ein Risiko. Die Eltern wollen es nicht, haben Angst um ihr Kind. Eines Nachts muss Irfan mit dem Notarzt ins Olgahospital eingeliefert werden. Sein Zustand verschlechtert sich zunehmend. An einer Operation führt kein Weg vorbei. Wie übersteht er die Magenoperation? In der Situation der Ungewissheit steht Sonja Hamm den Eltern bei. Sie gehört zu einem Team der sozialmedizinischen Nachsorge im Olgahospital. Regelmäßig besprechen die Ärzte, Psychologen und Case Manager die Entwicklungen ihrer Patienten und die notwendigen Schritte. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 23.04.2016 Das Erste
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    • Folge 4

      Claudia ist 47 Jahre alt. Ihren Vater hat sie bisher nie kennen gelernt. Immer wieder hatte sie den Impuls, ihn zu suchen, dann verließ sie der Mut. Außerdem wusste sie auch nicht, wo sie anfangen sollte: Sie hatte kein Geburtsdatum, keinen Wohnort, selbst über den Nachnamen herrschte Unsicherheit. Schließlich fasst Claudia sich ein Herz und kontaktiert „Wiedersehen macht Freude“, den Personensuchdienst von Susanne Panter. Immerhin hat die „Aufspürerin“ schon über 3000 Menschen gefunden in den letzten 15 Jahren. Ein Vollprofi mit ausgeprägtem „Such-Gen“, viel Erfahrung und wertvollen Kontakten. Claudia fasst schnell Vertrauen zu Susanne Panter. Schon nach dem ersten Treffen machen sie sich gemeinsam auf den Weg Richtung Meisenheim in der Pfalz, ihren Geburtsort. Dort wollen sie herausfinden, ob sich jemand an Claudias Vater erinnern kann. Daran hatte Claudia auch schon gedacht, aber die Angst vor der Enttäuschung hat sie immer wieder zurückgehalten. „Angst, abgelehnt zu werden und Angst, dass mir mein Vater vielleicht auch gar nicht sympathisch ist“, das waren ihre Befürchtungen. Susanne Panter kennt das: Viele ihrer Klienten warten sehr lange, bis sie sich auf die Suche machen. Je älter der Gesuchte wird und je größer die Wahrscheinlichkeit, dass er bald sterben könnte, desto größer der Wunsch, denjenigen doch noch kennenlernen zu wollen. „Ich erwarte nicht, dass mein Vater sagt ‚toll, ich hab also eine Tochter‘. Vielleicht glaubt er nicht einmal, dass er wirklich der Vater ist. Ich möchte ihn einfach nur mal sehen – das ist alles“, sagt Claudia. Das sei die richtige Einstellung, meint Susanne Panter. Zu hohe Erwartungen bieten Raum für große Enttäuschungen. Bei der Suche in Claudias Geburtsort treffen sie zwar viele hilfsbereite Menschen, aber keiner kann ihnen wirklich weiterhelfen. Claudias Vater hat nur wenige Monate in Meisenheim gearbeitet. Wahrscheinlich war er nicht einmal dort gemeldet. Trotzdem versuchen sie ihr Glück auf dem Einwohnermeldeamt. Die Chance ist gering. Außergewöhnlich viele Unbekannte gibt es bei dieser Suche, die über Monate andauern könnte. Es kann auch sein, dass ihnen jemand den entscheidenden Tipp gibt und Claudia ihren Vater schon bald zum ersten Mal sieht. Höhen, Tiefen, Hoffnungen, Enttäuschungen. Eine Suche, die anders ausgeht, als beide Frau dachten … (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 27.08.2016 Das Erste
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    • Folge 5
      Baby Cornelia mit Bereitschaftspflege-Mutter und -Oma. – Bild: SWR
      Baby Cornelia mit Bereitschaftspflege-Mutter und -Oma. – Bild: SWR

      Bereitschaftspflege-Familien müssen Kinder in Not sehr schnell aufnehmen – oft innerhalb weniger Stunden. So beispielsweise auch den fünfjährigen Erik oder die drei Wochen alte Cornelia. Einige Monate lang hat ein Kamera-Team diese beiden Kinder in mehreren Bereitschaftspflege-Familien durch schwierige Zeiten begleitet. Diese Familien bieten ihnen solange ein Zuhause, bis das Jugendamt klären kann, wo die Kinder in Zukunft leben werden. Manchmal nur Wochen, manchmal einige Monate. Bereitschaftspflege, das ist erste Hilfe für Kinder in Not. Sehr oft sind es Kinder, die von ihren Eltern vernachlässigt oder gar misshandelt wurden. Es ist anspruchsvoll und herausfordernd, was Bereitschaftspflege-Familien leisten. Und doch nur vorübergehend. Warum machen sie das? Und wie überstehenden die Kinder eine Zeit mit solch tiefgreifenden Veränderungen? Der Film von Autorin Iris Eichler begleitet Erik und Cornelia auf dem Weg in ein neues Leben. Er zeigt, wie Bereitschaftspflege-Familien mit ihrer großen Verantwortung für die belasteten Kinder leben. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 24.09.2016 Das Erste
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    • Folge 6
      Jugendcoach Mikel (re.) mit Marco vor dem Kickbox-Wettkampf. – Bild: HR
      Jugendcoach Mikel (re.) mit Marco vor dem Kickbox-Wettkampf. – Bild: HR

      Michael White, den alle Mikel nennen, kennt die Probleme der Jugendlichen in seinem Viertel: Drogen, Gewalt, Stress in Schule und Familie. 60 Jugendliche betreut er im Jugendtreff „Kosmos“ in einer Hochhaussiedlung in Frankfurt-Sossenheim. Mikel spricht die Sprache der Kids, denn er selbst ist ein Kind des Viertels. Als 14-Jähriger war er in einer Schlägerbande und landete später im Knast. Inzwischen ist er Sozialarbeiter und Jugendcoach. Aus seinen Fehlern sollen die Jugendlichen lernen. Sein Konzept: Kickboxen und hartes Sporttraining. So versucht er, seinen „Kids“ Disziplin beizubringen und sie wegzuholen von den Drogen. Dem 25-jährigen Marco hat Mikel sogar eine Ausbildung zum Maler und Lackierer verschafft. Jetzt trainiert er mit ihm für ein Amateur-Kickbox-Turnier. Doch irgendwann kommt Marco einfach nicht mehr zum Training. Aber der Jugendcoach gibt nicht auf. Die Reporter Rick Gajek und Maurice Friedrich haben Mikel und seinen Kampf um Marco begleitet und sind eingetaucht in den harten Alltag der Jugendlichen im „Kosmos“. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 15.10.2016 Das Erste
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    • Folge 7
      Mit dem Leichtflugzeug will die Sea-Watch Flüchtlinge in Seenot finden. – Bild: WDR
      Mit dem Leichtflugzeug will die Sea-Watch Flüchtlinge in Seenot finden. – Bild: WDR

      Am Anfang war der Charme des Ungewöhnlichen und Wagemutigen. Ein paar Brandenburger Landratten wollten mit einem alten Fischkutter aufs Mittelmeer, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Dann geschah, was kaum einer erwartet hatte: Sea-Watch rettete über 2.000 Menschen das Leben, Unterstützer spendeten über eine Million Euro. Die Reibungsverluste auf dem kleinen und maroden Schiff waren allerdings enorm, die Organisation ein Chaos. Schon im vergangenen Jahr hatte Autor Peter Podjavorsek die Sea-Watch auf einer ihrer ersten Ausfahrten begleitet und wurde Zeuge, wie das kleine Sea-Watch-Boot über 1.000 Menschen vor dem Ertrinken rettete. Ein Jahr nach dem Start nun ist Sea-Watch professioneller geworden. Die Organisation hat ein neues Schiff, die Sea-Watch 2, gekauft, größer und besser als das Alte. Gleichzeitig wurde ein Ultraleichtflugzeug angeschafft. Ruben Neugebauer, von Anfang an bei Sea-Watch dabei, hat extra einen Flugschein gemacht, um die Maschine über die Alpen zu fliegen und Aufklärungsflüge vor der Küste Libyens durchzuführen. So will Sea-Watch die Suche nach Flüchtlingsbooten verbessern. Kritik, dass es schon genug Flüchtlinge in Deutschland gäbe, will Ruben nicht gelten lassen. Der 27-Jährige glaubt nach wie vor an eine offenere und gerechtere Welt: „Ich bin in Deutschland per Zufall geboren. Das waren die goldenen Jahre, in denen ich groß geworden bin. Und ich hab dafür nichts getan. Und dann frag ich mich halt auch, mit welchem Recht ich mir herausnehmen soll zu sagen: Für mich soll das alles da sein, aber für andere nicht.“ Zunächst beginnen die Rettungsaktionen wie erwartet. Die Schiffscrew rettet hunderte Flüchtlinge vor dem Ertrinken. Doch plötzlich treten unerwartete Schwierigkeiten auf. Bei einer ihrer Rettungsaktionen ist die Schiffsbesatzung mit der libyschen Küstenwache konfrontiert. Nach langem Flug aus Deutschland nach Djerba erhält das kleine Sea-Watch-Flugzeug von den tunesischen Behörden keine Fluggenehmigung. Wochen später kommt es auf hoher See zu einem Überfall. Ein Rettungsschiff von „Ärzte ohne Grenzen“ wird vor der Küste Libyens von einer Gruppe bewaffneter Männer geentert. Was tun? Können die Freiwilligen der Sea-Watch angesichts dieser Bedrohung ihre Mission überhaupt weiterführen? (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 22.10.2016 Das Erste
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    • Folge 8
      Andreas Wolf ist Höhlenretter in Bayern. Er spürt Vermisste oder Verletzte in unwegsamen Gängen auf, versorgt sie medizinisch und muss sie aus der Höhle bergen. – Bild: Radio Bremen
      Andreas Wolf ist Höhlenretter in Bayern. Er spürt Vermisste oder Verletzte in unwegsamen Gängen auf, versorgt sie medizinisch und muss sie aus der Höhle bergen. – Bild: Radio Bremen

      Wie verabschiedet man sich morgens von seiner Familie, wenn jeder Arbeitstag tödlich enden kann? Wie gehen die Angehörigen damit um? Wie stark bestimmt diese Gefahr Arbeits- und Privatleben? Es gibt Berufe, die sind lebensgefährlich, aber in unserer Gesellschaft unverzichtbar. Die Arbeit dieser Menschen und ihre Bereitschaft sich selbst in größte Gefahr zu begeben, rettet anderen Menschen das Leben. Tanya Beimel ist eine von zwei Bombenentschärferinnen in Deutschland. Täglich wird sie an Orte gerufen, die weiträumig abgesperrt sind, weil von Weltkriegsbomben immer noch akute Gefahren ausgehen. Ihr Arbeitsplatz liegt im Zentrum der Gefahr. 2010 ist in Göttingen eine Fliegerbombe völlig überraschend explodiert, kurz bevor mit der eigentlichen Entschärfung begonnen werden sollte. Drei Bombenentschärfer starben. Das Unglück zeigte, dass bei diesem Job das Restrisiko nie auf null reduzierbar ist. Tanya Beimel nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit zu einer Bombenentschärfung und berichtet, wie sie mit diesem extremen Druck umgeht, warum sie sich jeden Tag aufs Neue der Gefahr stellt und was dieser spezielle Beruf mit ihr macht. Andreas Wolf begibt sich leidenschaftlich gerne selbst an Orte, die lebensgefährlich sein können: Höhlen. Als Höhlenforscher ist er Spezialist in diesem unwegsamen Terrain. „Für mich sind das oft unentdeckte Landschaften, die wunderschön sind“, so Wolf. Doch immer mehr Laien wagen sich in die Höhlen. „Unvorbereitet endet ein Höhlenbesuch schnell in einem Notfall. Die Dunkelheit lässt keine Orientierung zu und Handys funktionieren im Gestein nicht. Hier ist es kalt, eng und nass. Und um Hilfe zu schreien, ist so gut wie zwecklos“, berichtet Wolf. In diesen Situationen wird Andreas Wolf um Hilfe gerufen. Als Leiter der Höhlenrettung Murnau (Bayern) ist er für einige stark frequentierte Höhlen zuständig und muss zusammen mit seinem Team Vermisste oder Verletzte in der Höhle aufspüren, medizinisch versorgen und bergen. Hierbei wagt er sich auch in für ihn unbekannte Gänge. Dann herrscht auch für den sonst so gut vorbereiteten Experten Lebensgefahr. Für seine Familie keine einfache Berufswahl. „Aber irgendwer muss es ja machen“, so Wolfs Ehefrau. Wie geht der Familienvater mit dieser Gefahr um, wie erklärt er seinem Sohn das Risiko seines Berufes und was macht es mit einer Familie, wenn der schlimmste anzunehmende Umstand, der Tod, bei der Arbeit als Höhlenretter nicht wegzudiskutieren ist? Auch ein Bodyguard gibt Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Zu seinen Kunden gehören Promis und wirtschaftsstarke Großverdiener. „Die stellen mich alle an, weil es ein gewisses Risiko gibt, dass sie Opfer eines Verbrechens werden. Mein Job ist es, das zu verhindern. Unmittelbar, mit meinem Körper“, erklärt der Leibwächter. Woher kommt die Bereitschaft, das eigene Leben für Fremde aufs Spiel zu setzen? Die „Deutschland-Reportage“ begleitet Tanya Beimel bei ihrer Arbeit an einer Bombe, Andreas Wolf in die Höhle und einen Leibwächter bei einem Einsatz und zeigt, welche Gedanken die Arbeitseinsätze bestimmen, wenn Unglücke nicht auszuschließen sind. Die „Deutschland-Reportage“ zeigt die gefährlichen und aufregenden Seiten ihrer Tätigkeiten, aber auch die Auswirkungen auf das Privatleben. Denn hinter diesen Helden stecken ganz normale Menschen, die ihren Beruf auch hinterfragen und vor sich und ihrer Familie rechtfertigen. Auch ihre Angehörigen kommen zu Wort, die mit dem Berufsrisiko ihrer Partner jeden Tag leben müssen. Der Film lotet aus, wo der Unterschied zwischen Beruf und Berufung liegt. In Berufsfeldern, die von keinem Computer und keiner Maschine übernommen werden können. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 05.11.2016 Das Erste
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    • Folge 9
      Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel Egelsbach. – Bild: HR
      Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel Egelsbach. – Bild: HR

      Diebe haben in der Nacht in Darmstadt eine Walze im Wert von über einer Million Euro geklaut und vermutlich auf einen Lkw geladen. Doch wo ist der Lkw jetzt unterwegs? Was die Diebe nicht wissen: Die Baumaschine sendet GPS-Signale aus. Und diese Daten nutzt die Polizei und schickt die Beamten der Polizeifliegerstaffel Egelsbach schnell los. Kurze Zeit später schwebt der Hubschrauber über der A3. Unter ihnen ein Sattelschlepper. Von dort kommen die Signale. Die Walze ist vermutlich unter der Plane des Anhängers versteckt. Aus 1.000 Metern Höhe verfolgen die Piloten den Lastwagen. An einer Rastanlage machen die Fahrer eine Pause. Die fliegenden Polizisten informieren die Kollegen am Boden. Sie greifen zu und nehmen die Diebe fest. Sofort folgt der nächste Einsatz für „Ibis 1“: Schwerer Unfall auf der A3 bei Wiesbaden. Ein Gutachter braucht Luftaufnahmen von der Unfallstelle, um die Ursache genauer zu ermitteln. In Egelsbach startet zur gleichen Zeit ein zweiter Hubschrauber. Vermutlich Geiselnahme in einer Fabrik in Hanau. Die Besatzung soll das schwer bewaffnete Spezialeinsatzkommando zum Tatort fliegen. Auch die dritte Maschine muss raus, zu einem Großbrand nach Rüsselsheim, dort stehen Schaulustige auf Bahngleisen. Mehr als 5.000 Einsätze fliegen die Piloten der Staffel in Egelsbach pro Jahr mit ihren drei Hubschraubern. Als einzige Staffel in Deutschland besitzen sie auch ein Flugzeug. Damit überwachen sie Flüsse und Wälder in Hessen. 1964 wurde die Staffel gegründet. Sie zählt zu den ältesten in der Bundesrepublik. Vermisste suchen, Diebe jagen, Menschen retten, Waldbrände löschen, Objekte überwachen – wie den Frankfurter Flughafen und das Kraftwerk Biblis – gehören zu den Hauptaufgaben. Die Polizeifliegerstaffel von Egelsbach ist 24 Stunden, sieben Tage die Woche bereit zum Einsatz. Der hr-Reporter durfte exklusiv die fliegenden Polizisten begleiten. Dabei filmten Kameramann Günter Milius und Reporter Andreas Graf dramatische Einsätze und spektakuläre Übungen. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 28.01.2017 Das Erste
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    • Folge 10
      Hermann Kipnowski versucht den Organisatoren von "Kaffeefahrten" das Handwerk zu legen. – Bild: SWR
      Hermann Kipnowski versucht den Organisatoren von "Kaffeefahrten" das Handwerk zu legen. – Bild: SWR

      Hermann Kipnowski ist 81 Jahre alt und andere Menschen in seinem Alter lesen ihren Enkeln Märchen vor oder genießen einfach ihren Ruhestand. Nicht so der ehemalige Polizist aus Aachen: Er versucht, den Organisatoren von „Kaffeefahrten“ das Handwerk zu legen. Bei solchen Veranstaltungen werden Senioren mit Gratisbusfahrten, Geschenk- und Gewinnversprechen angelockt und dann von geschulten Verkäufern überredet, für Tausende von Euro Nahrungsergänzungsmittel, Matratzen oder andere wertlose Sachen zu kaufen. Hermann Kipnowski will dieser Form des Betruges ein Ende setzen und ist deshalb wieder im Dienst. Er will die Senioren auch vor sich selbst schützen, denn viele alte Menschen fahren mit, weil sie einsam sind, sich langweilen und somit leicht zum Opfer werden. So wie Renate Duchilio. Die 66-Jährige hat auf einer Kaffeefahrt für 1.800 Euro Magnetpflaster gekauft, die sie angeblich vor Krebs, Alzheimer und anderen Krankheiten bewahren sollen. Als sie gemerkt hat, dass sie betrogen wurde, war es zu spät. Jetzt will sie noch einmal an einer Verkaufsveranstaltung teilnehmen – um sie auffliegen zu lassen. Die Reportage begleitet Hermann Kipnowski und Renate Duchilio auf Kaffeefahrten, zeigt die Verkaufspraktiken der Veranstalter und spricht mit Betroffenen. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 11.03.2017 Das Erste
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    • Folge 11
      Amtstierarzt Mario Zimmer. – Bild: HR
      Amtstierarzt Mario Zimmer. – Bild: HR

      Seit Jahren verstößt ein Bauer gegen Tierschutzgesetze. Amtstierarzt Mario Zimmer hatte immer wieder versucht, mit Kontrollen, Anregungen, Fristen und Bußgeldern den Bauern zur Einsicht zu bewegen. Doch vergeblich. Seit drei Wochen nun ist das amtliche Tierhalteverbot rechtskräftig. Eine Frist, die Tiere zu verkaufen, hat der Bauer verstreichen lassen. Nun werden sie von Amts wegen abgeholt – verbunden mit einem unbefristeten Tierhalteverbot. Immer muss der Amtstierarzt auch gründlich zwischen dem Wohl der Tiere und der Existenzsicherung des Bauern abwägen, denn mit einer Räumung ist die Existenz des Bauern gefährdet. Doch dieses Mal muss es zum Wohle der Tiere sein. Er weiß, dass solche Einsätze gefährlich sind, erst kürzlich wurde ein Kollege trotz Polizeischutz von einem wütenden Bauern angeschossen. Aber Mario Zimmer lässt sich von seinem Auftrag nicht abbringen, er hat ein dickes Fell und ein großes Herz für Tiere. Die Räumungsaktion ist akribisch vorbereitet. Vier Polizisten und acht Mitarbeiter helfen. Wie wird der Tag verlaufen? Welche Tiere sind noch da? Wird der Tierhalter einsichtig sein oder auf Konfrontation gehen? „Früher kamen solche Tierrettungsaktionen einmal im Jahr vor, heute ein bis zweimal im Monat“, bedauert der Tierarzt. Die Gesetze haben sich im Laufe der Zeit massiv geändert. „Das, was vor 30 Jahren akzeptabel war“, geht heute nicht mehr, sagt Amtsleiter Jakob, „weil man andere Standards festgelegt hat.“ Mehr und mehr Bauern in der Region geben ihre Höfe auf. Die Arbeit lohne sich nicht mehr. Armut ist oft auch der Grund, warum der Amtstierarzt zunehmend schwere Tierschutzverstöße ahnden muss. Seine Arbeit wird immer wichtiger. Deshalb wird demnächst auch ein zusätzlicher Amtstierarzt im Landkreis eingestellt – zum Wohle der Tiere. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 08.04.2017 Das Erste
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    • Folge 12
      Der Bergretter: Dauereinsatz im Schwarzwald (Folge 12) – Bild: SWR/Thomas Hies
      Der Bergretter: Dauereinsatz im Schwarzwald (Folge 12) – Bild: SWR/Thomas Hies

      Adrian Probst und sein Team von der Bergwacht im Schwarzwald helfen Menschen in Not – ehrenamtlich, bei jedem Wetter und in jedem Gelände. Die Reportage im Ersten begleitet den 27-jährigen Adrian Probst bei spektakulären Einsätzen rund um den Feldberg und an ganz anderer Front: Adrian Probst ist der neue Landesvorsitzende und kämpft um das finanzielle Überleben „seiner“ Bergwacht. Gerade noch als Helfer bei dramatischen Unfällen oder aufreibenden Suchaktionen im Einsatz, muss Adrian Probst jetzt oft abrupt den Schalter umlegen und mit Politikern um mehr Geld für die Bergwacht verhandeln. Der ehrenamtliche Bergretter bewegt sich dann in seiner neuen Rolle in Anzug und Krawatte auf politischem Parkett. Wird er dort genauso viel Trittsicherheit beweisen wie im steilen Gelände rund um den Feldberg? Denn im Sommer geht es besonders heiß her: Immer mehr Wanderer, Mountainbiker oder Motorradfahrer zieht es in die Region. Wenn die Freizeitsportler sich verletzen, verirren oder Herz und Kreislauf bei schwüler Hitze schlapp machen, rückt die Bergwacht aus. Die jungen Helfer arbeiten ehrenamtlich, sie opfern fast ihre gesamte Freizeit und bezahlen viel Geld für Kleidung und Ausrüstung aus der eigenen Tasche. Die Bergretter benötigen dringend neue Einsatzfahrzeuge und müssen ihre maroden Hütten reparieren. Wird Adrian Probst die leeren Kassen der Bergwacht füllen können? Oder scheitert der junge Vorsitzende an seinen neuen Aufgaben? Die „Deutschland-Reportage“ ist einen Sommer lang ganz nah dran an Adrian Probst und den Rettungseinsätzen der Bergwacht am Feldberg. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 12.08.2017 Das Erste
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    • Folge 13
      David gegen Goliath – Ein deutscher Bauer trotzt den Milch-Multis (Folge 13) – Bild: SWR / SWR-Presse/Bildkommunikation
      David gegen Goliath – Ein deutscher Bauer trotzt den Milch-Multis (Folge 13) – Bild: SWR / SWR-Presse/Bildkommunikation

      David Engel setzt alles auf eine Karte und nimmt es mit dem großen Markt auf. Um sich von den Milch-Dumpingpreisen der Discounter nicht erdrücken zu lassen, beschließt er mit seiner Familie, eine eigene Molkerei zu bauen – und die Region rund um Hetzerath mit Milch und Joghurt zu versorgen. Der elterliche Milchviehetrieb wird von dem 29-jährigen komplett umgekrempelt. Das finanzielle Risiko ist enorm, die Eltern mussten einen Millionenkredit aufnehmen, um die ganzen High-Tech-Maschinen zu finanzieren. Auf David lastet ein enormer Druck. Wird es ihm gelingen, die Molkerei in der Region zu etablieren und wird die gesamte Familie davon leben können? Für David Engel ist das ein turbulentes Jahr, das ihn vor viele Herausforderungen stellt. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 23.09.2017 Das Erste
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    • Folge 14
      Co-Pilot Jürgen Vietor auf dem Weg zur "Landshut" nach Brasilien. In der Reihe hinter ihm sitzend Gabriele von Lutzau. – Bild: ZDF und SWR
      Co-Pilot Jürgen Vietor auf dem Weg zur "Landshut" nach Brasilien. In der Reihe hinter ihm sitzend Gabriele von Lutzau. – Bild: ZDF und SWR

      Mitte August 2017 starten Spezialisten der Lufthansa-Technik zu einer besonderen Mission. Ihr Auftrag: eine schrottreife Passagiermaschine des Typs Boeing 737 im brasilianischen Fortaleza zerlegen und an Bord einer großen Frachtmaschine zurück nach Deutschland bringen. Die Maschine ist nicht irgendein Flugzeugwrack – sie ist ein Stück deutscher Zeitgeschichte. Im sogenannten „Deutschen Herbst“ 1977 war sie von palästinensischen Terroristen entführt und in der somalischen Hauptstadt Mogadischu schließlich von der deutschen Eliteeinheit GSG 9 in einer spektakulären Aktion befreit worden. Der Rückholungsaktion waren lange Verhandlungen vorausgegangen. Über Wochen hatte das das Auswärtige Amt mit den brasilianischen Eignern verhandelt, in deren Diensten die Maschine zuletzt stand. Schnell hatten die Vorbesitzer begriffen, wie viel ein Haufen Flugzeugschrott wert sein kann: 20.000 Euro bezahlte die Bundesregierung schließlich für die legendäre „Landshut“, die zum 40. Jahresstag als Erinnerungsort gegen den Terror im Friedrichshafener Dornier-Museum ausgestellt werden soll. Für Jürgen Vietor, Pilot der Lufthansa und seit ein paar Jahren im Ruhestand, geht damit ein Traum in Erfüllung. Im Jahr 1977 war er der Copilot der entführten Maschine und hatte mit den anderen 90 Menschen an Bord fünf Tage lang unter unsäglichen Bedingungen um sein Leben gebangt. Nach der Befreiung hatte er die Maschine immer im Auge behalten. So wie auch Gabriele von Lutzau. Die ehemalige Stewardess ist als „Engel von Mogadischu“ bekannt geworden. Im März 2017 war sie nach Fortaleza geflogen, um sich die „Landshut“ anzuschauen und fand es beschämend, in welchem Zustand das Flugzeug ist. Auch sie hatte das Ziel die Landshut nach Deutschland zu holen, als Mahnmal gegen den Terror. Pünktlich zum Jahrestag der Entführung im Oktober 2017 soll nun das Flugzeug feierlich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Film von Martina Treuter begleitet die letzte Reise der „Landshut“ zurück nach Deutschland und erzählt auch deren dramatische Entführungsgeschichte noch einmal. (Text: ARD)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 14.10.2017 Das Erste
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