ARTE Re: Folge 1746: Rettungsaktion für AKW im Hitzestress
Folge 1746
Rettungsaktion für AKW im Hitzestress
Folge 1746 (30 Min.)
August 2026: Eine historische Dürre lässt die Donau versiegen und bringt Ungarns einziges Atomkraftwerk an den Rand des Stillstands. Drei von vier Reaktoren mussten im AKW Paks abgeschaltet werden. „Das gab es noch nie“, sagt Kraftwerksmitarbeiter Csaba Jantner. Sinkt der Pegel noch wenige Zentimeter, reicht das Wasser für die Kühlung nicht mehr aus, die vollständige Abschaltung droht. Um die Donau zu stauen, bauen Soldaten und Ingenieure eine gewaltige Sohlschwelle in den Fluss. Ministerpräsident Péter Magyar macht die Rettung zur Chefsache und verhängt zeitweise eine Nachrichtensperre über die Arbeiten. Im Café Pillangó, direkt gegenüber vom AKW, versorgen die Betreiber die Arbeiter rund um die Uhr mit Kaffee, Frühstück
und Abendessen.
Auch Csaba Jantner ist hier Stammgast. Seit 25 Jahren arbeitet er im Kraftwerk. Er ist nur drei Kilometer entfernt von ihm aufgewachsen, kennt die Donau wie seine Westentasche. Für ihn ist die Sohlschwelle nur eine Notlösung. Denn der Pegel wird wieder sinken, davon ist er überzeugt. Die Folgen des Klimawandels stellen auch eine Technologie vor neue Herausforderungen, die politisch wieder verstärkt als klimafreundlich diskutiert wird. Energieexperte Imre Mártha, ehemaliger Chef des staatlichen Energiekonzerns, warnt seit Jahren davor, dass die Kühlung großer Kraftwerke mit Flusswasser unter den Bedingungen des Klimawandels an ihre Grenzen stoßen könnte. Die Warnungen blieben folgenlos. (Text: arte)
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