2026 (Folge 1632⁠–⁠1653)

  • Folge 1632 (30 Min.)
    Berlin, Alexanderplatz. Hier leben viele Frauen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, für die ihre Monatsblutung schnell zum akuten Problem wird. „Ich bin schon eineinhalb Tage hier in Berlin mit vollgebluteter Hose rumgerannt“, erzählt eine Betroffene. Am Duschmobil erhalten Frauen kostenlose Hygieneprodukte – ein mobiles Hilfsangebot für Menschen, die auf der Straße leben. Unterstützt wird das Projekt vom Verein Periodensystem e. V., der Tampons und Binden liefert. Doch Periodenarmut betrifft nicht nur wohnungslose Frauen. Nach Angaben der Hilfsorganisation „Plan International“ ist rund ein Viertel aller Mädchen und Frauen in Deutschland betroffen. Die Studentin Jaël Gallert aus München hat nach Abzug aller Fixkosten rund 400 Euro im Monat zur Verfügung – und muss davon auch ihre Periodenprodukte bezahlen: Tampons, aber auch Schmerzmittel, Magnesium oder Eisen. „Wenn man es ganz hochrechnet, ist das ein kompletter Einkauf, den ich mir dann stattdessen gönnen kann“, sagt die Studentin. Für Menstruierende mit geringem Einkommen ein ernsthaftes Problem. Besonders in konservativeren Gesellschaften wie in Polen ist das Thema Periode noch immer stark schambehaftet. In Warschau setzt sich die Künstlerin und Aktivistin Martyna Baranowicz mit ihrer „Pink Box Foundation“ deshalb nicht nur für kostenlose Periodenprodukte ein, sondern auch für Aufklärung an Schulen, um das Thema aus der Tabuzone zu holen. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Sa. 07.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 09.02.2026 arte
  • Folge 1633 (30 Min.)
    Ausländische Ärztinnen und Ärzte sichern in vielen deutschen Landkrankenhäusern die medizinische Versorgung. Die Reportage zeigt ihren Alltag. Mohamed Cherbagi kommt aus Syrien. Als Internist arbeitet er im Krankenhaus eng mit deutschen und internationalen Kolleginnen und Kollegen. Anfangs gab es Sprachhürden und Vorurteile, heute ist er fester Teil des Teams. Mehr als 50.000 zugewanderte Ärztinnen und Ärzte stützen den medizinischen Betrieb an deutschen Krankenhäusern. Ihr Einsatz ist längt unverzichtbar. In Freiberg stammt fast jeder zweite Arzt aus dem Ausland. Doch Mohamed denkt über eine Rückkehr nach Syrien nach. Sobald er seine zweite Facharztausbildung abgeschlossen hat, möchte er gehen. Die Ärztin Ina Viaroukina aus Belarus hilft mit, eine Klinik im Harz am Laufen zu halten. Sie springt am Krankenhaus Quedlinburg dort ein, wo Personal fehlt. Auf der Intensivstation betreut sie schwer kranke Patientinnen und Patienten, diktiert Befunde und kämpft mit neuen Computerprogrammen. Sechs-Tage-Wochen sind für sie normal. Ihre beiden Töchter wachsen in Quedlinburg auf, während Ina Beruf und Familie allein stemmt. Deutschland ist für sie Chance und Belastung zugleich. Trotzdem sagt sie klar, dass sie bleiben will. Die Reportage zeigt zwei Leben zwischen Herkunft und neuer Heimat. Sie macht sichtbar, wie abhängig das deutsche Gesundheitssystem von internationalen Fachkräften ist. Wenn Ärzte wie Mohamed Cherbagi gehen und Ärztinnen wie Ina Viaroukina an ihre Grenzen kommen, gerät die medizinische Versorgung ganzer Regionen ins Wanken. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 10.02.2026 arte
  • Folge 1634 (29 Min.)
    Das Ausflugslokal „Strandperle“ an der Elbe in Hamburg säuft im Herbst und Winter regelmäßig ab, es steht bei Sturmfluten zum Teil meterhoch unter Wasser. Restaurantleiter Kevin Last hat die Wettervorhersage und die Pegelstände im Blick. Er ist auf alles eingestellt. Die Küche ist aus Edelstahl, die Elektroleitungen verlaufen an der Decke und das bewegliche Interieur kann kurzfristig abgeräumt und hinter dicken Flutschutztüren verstaut werden. Trotzdem ist die Spannung nach jeder Überschwemmung groß, „ob alle Wände dichtgehalten haben“. Nicht dichtgehalten haben 2023 viele Deiche an der Ostseeküste. Eine sogenannte „Jahrhundertflut“ traf mit zerstörerischer Wucht auf Land und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Ein Bürgermeister erinnert sich: „Es war ein Fiasko! Dass es keine Toten gab, ist eigentlich ein Wunder.“ Wasserbauingenieur Philipp Zülsdorff ist jetzt im Dauereinsatz, um die Reparatur kaputter Deiche zu koordinieren. Die betroffenen Gemeinden wollen gerüstet sein, wenn die nächste Sturmflut kommt. Seit einem traumatischen Starkregen im Jahr 2011 orientiert sich in Kopenhagen die Stadtplanung am Konzept Schwammstadt. Mit Milliardenaufwand werden Parks zu gigantischen Auffangbecken umgerüstet und unauffällige Kanäle für den Ablauf von Wassermassen so erfolgreich installiert, dass die dänische Hauptstadt als Vorreiter bei der sogenannten Klimaanpassung gilt. Delegationen aus der ganzen Welt kommen nach Kopenhagen, um sich vor Ort zu informieren, wie sich die Folgen von Extremwetter abmildern lassen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 12.02.2026 arte
  • Folge 1635 (30 Min.)
    Tausende Tote und Verletzte – so dokumentieren Menschenrechtsverbände die Folgen der Proteste im Iran. Zum Jahreswechsel 2026 geht das Regime mit massiver Gewalt gegen Protestierende vor. Trotz Repression eint viele Menschen im Land weiter der Wunsch zum Aufbruch. Die Reportage zeigt, wie tief die Ereignisse auch die iranische Diaspora in Europa treffen und begleitet Iranerinnen und Iraner, die durch Regimegewalt Angehörige verloren haben und die fern der Heimat an einer besseren Zukunft ihres Landes mitwirken wollen. Auf einer Demonstration in Köln trauert Mojgan Tahvildari öffentlich um ihren 27-jährigen Sohn Aria Alidust, der bei Protesten im Iran von mehreren Kugeln getötet wurde. Mojgans Tochter Parmis spricht zur versammelten Menschenmenge über die Träume ihres Bruders und ruft dazu auf, sich weiter laut Gehör zu verschaffen. In Berlin plakatiert die Schauspielerin Setareh Maleki mit ihrer Freundin Maryam Fotos von im Iran Getöteten, um ihnen ein Gesicht zu geben. Beide bewegt das Schicksal der vielen jungen Gewaltopfer, darunter der Teenager Milad Hasanzade, der seinen Eltern im Bewusstsein der Gefahren einen Abschiedsbrief hinterließ. Die Porträts der Getöteten im Berliner Straßenbild sollen die Menschen aufrütteln. In Paris versucht die Schriftstellerin Chahla Chafiq, Solidarität unter Exil-Iranern zu stärken, die teils über eine mögliche künftige Rolle des Schah-Sohns Reza Pahlavi streiten. Die Schriftstellerin, die in den 70er-Jahren selbst gegen den Schah protestierte, setzt sich heute für einen demokratischen Neuanfang ein und versucht, zwischen unterschiedlichen iranischen Diaspora-Kreisen zu vermitteln. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 13.02.2026 arte
  • Folge 1636 (29 Min.)
    Omer Hujdur aus Vrapčići lebt nur 200 Meter von einer der umstrittensten Mülldeponien Bosnien und Herzegowinas entfernt – die Anwohner nennen die technisch veraltete Deponie von Mostar „Müllkippe des Todes“. Regelmäßig überprüfen er und seine Nachbarn die Anlage – und stoßen dabei auf erschreckende Zustände. Immer wieder brennt die Deponie direkt vor Omer Hujdurs Haustür. Besonders große Sorgen bereitet ihm, dass bei vielen seiner Nachbarn Krebs diagnostiziert wurde. Die Krebsrate der Gemeinde scheint überdurchschnittlich hoch. Gibt es einen Zusammenhang mit der Mülldeponie? Die meisten Mülldeponien in Bosnien und Herzegowina erfüllen nicht die EU-Umweltstandards. Als Ausnahme aber gilt die Deponie der Stadt Zenica: Hier wird das Sickerwasser gereinigt und das entstehende klimaschädliche Gas Methan kontrolliert verbrannt. Abfallwirtschaftsexperte Dr. Džafer Dautbegović aber weiß: Vielerorts wird Müll in Bosnien einfach unkontrolliert in der Natur entsorgt, nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von ganzen Städten und Gemeinden. So auch im idyllischen Städtchen Stolac. Seit sich die junge Biologin Berina Amidžić mit den ökologischen Folgen der wilden Müllkippe ihrer Heimatstadt beschäftigt hat, kämpft sie für deren Schließung – zunächst mit Erfolg: Die regionale Umweltinspektion ordnete die Entfernung der Abfälle an. Doch Berina Amidžić und ihre Mitstreitenden vermuten, dass dort weiterhin Müll abgeladen wird. Gemeinsam beginnen sie, Beweise zu sammeln. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 16.02.2026 arte
  • Folge 1637 (30 Min.)
    Zwölfmal im Jahr pendelt das komplette EU-Parlament für knapp vier Tage von Brüssel nach Straßburg – so ist es in den Europäischen Verträgen festgelegt. Denn während Gesetze und Mehrheiten in Brüssel vorbereitet werden, finden die meisten Plenarsitzungen und Abstimmungen in Straßburg statt. Der Umzug ist längst zu einer Routine geworden, die alle mitmachen müssen, die aber kaum jemand will. Eine der wenigen Abgeordneten, die sich jeden Monat auf den Ortswechsel freuen, ist Fabienne Keller, die ehemalige Bürgermeisterin von Straßburg. Sie betont den wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt und sieht die ständige Standortdebatte gelassen. Denn eine Änderung des Parlamentssitzes ist nur mit Zustimmung Frankreichs möglich – und die gilt als äußerst unwahrscheinlich. Auch Sabine Verheyen, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, begrüßt die regelmäßigen Umzüge: Straßburg habe großen Symbolwert für die historische Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland – und damit für das Friedensprojekt Europa. Doch viele Abgeordnete sind vom Dauerpendeln genervt. Martin Schirdewan, Co-Vorsitzender der Linksfraktion, hält den monatlichen Umzug für „völlig aus der Zeit gefallen“. Er koste Geld und Arbeitszeit und sei zudem umweltschädlich. Auch Reinier van Lanschot von der Reformpartei Volt sieht in Straßburg kein starkes Symbol mehr. Gesetze entstünden in Brüssel – in Abstimmung mit Europäischem Rat und Europäischer Kommission. Der ständige Wechsel sei heute eher ein Sinnbild für die Ineffizienz der EU. Am Ende bleibt eine einfache, aber unbequeme Frage: Ist der monatliche Umzug Ausdruck europäischer Stärke – oder ein Relikt, das dem Vertrauen in die Politik sogar schadet? (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 18.02.2026 arte
  • Folge 1638 (30 Min.)
    Drohnenaufnahmen der beiden Orcas Wikie und Keijo im geschlossenen Marineland Antibes an der Côte d’Azur haben weltweit Empörung ausgelöst. Ein neues Gesetz in Frankreich verbietet die Haltung von Walen zu Unterhaltungszwecken. Doch bis heute ist unklar, was mit den Orcas geschehen soll. Während Behörden und Betreiber über Zuständigkeiten diskutieren, verschärft sich die Lage der Orcas. Tierschutzorganisationen erhöhen den Druck. Die Aktivistin Aurore Defix dokumentiert immer wieder die Situation vor Ort: „Wir sehen Tiere, die komplett lethargisch sind und wirklich nur dann reagieren, wenn Menschen kommen, weil sie denken, es gibt ein Training.“ In ganz Europa gibt es nur noch einen Zoo, in dem Orcas auftreten. Der Loro Parque auf Teneriffa ist auch wegen seiner Orca-Show ein Publikumsmagnet. Betreiber Christoph Kiessling verteidigt die Haltung der Tiere als Beitrag zur Artenvielfalt: „Die Menschen werden von den Tieren berührt und entwickeln Empathie für sie. Unsere Orcas sind Botschafter für den Naturschutz.“ Orca-Trainerin Idaira Martín zeigt die intensive tägliche Arbeit mit den Tieren – und den hohen Aufwand, der hinter der Haltung steht. Wie viel Verantwortung trägt der Mensch für Orcas – in Gefangenschaft und in Freiheit? An der Straße von Gibraltar beobachtet Janek Andre mit seiner Walbeobachtungsflotte die letzten iberischen Orcas. Er dokumentiert Verletzungen und den zunehmenden Druck durch Schiffsverkehr und Fischerei. „Die Orcas leben hier seit Tausenden von Jahren. Doch menschliche Aktivitäten machen ihr Überleben immer schwieriger.“ (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.02.2026 arte
  • Folge 1639 (29 Min.)
    In der Reportage kommen republikanische Briten zu Wort, die ihren König Charles III. vehement ablehnen. In London leitet Graham Smith die Bürgerbewegung „Republic“, er will damit die republikanischen Gefühle der Leute wecken. In Cornwall stellt der Künstler Andrew Swan in seinen Werken die Missstände und Fehlentwicklungen durch die königliche Familie an den Pranger. Der Lehrer Danni Rawlings aus Bristol erträgt es nicht mehr, dass die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten immer größer werden. Deshalb geht er auf die Straße, um seine Mitbürger davon zu überzeugen, die Monarchie endlich abzuschaffen. Jane, eine 60-jährige Palliativkrankenschwester, ist seit ihrer Jugend gegen die Monarchie. Heute engagiert sie sich mit anderen Republikanern bei Anti-Monarchie-Treffen, die immer mehr Menschen anziehen. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 19.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 20.02.2026 arte
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 26.02.2026
  • Folge 1640 (29 Min.)
    Seit über 40 Jahren gibt es in Kielce die Milchbar Jagienka. Die Arbeit von Agata Bogulak beginnt früh am Morgen: Kartoffeln schälen, Piroggen füllen, Suppen ansetzen – bevor mittags bis zu 400 Gäste kommen. Studenten, Arbeiter, Familien aus dem Viertel. Die Milchbar wurde erst vor Kurzem komplett renoviert. Die sozialistische Einrichtung musste neuem weichen, doch die Gerichte sind die gleichen geblieben. Viele „Kantinen für Alle“ sind im Wandel zur kultigen Milchbar. Polens „Milchbars“ sind ein sozialistisches Relikt. Verteilt im ganzen Land bieten die einfachen Kantinen polnische Hausmannskost an – bis heute. Lange hat der Staat die Milchbars subventioniert, so dass sich jeder für wenig Geld eine warme Mahlzeit leisten kann. In den vielen Küchen der Milchbars arbeiten vor allem Rentnerinnen wie Wanda Szyszko. Die 73-Jährige hilft in der Stettiner Milchbar Kogel Mogel in der Küche aus. Die Milchbar bietet ihre Gerichte sehr günstig an, weil die Stadt sie mitfinanziert und die Supermärkte Lebensmittel spenden. Doch selbst diese günstigen Preise werden für viele zur Herausforderung. Auch in Bydgoszcz sieht Pfarrer Sławomir Bar, wie seine älteren Gemeindemitglieder sparen: zuerst beim Essen. Genau deswegen will er die erste „soziale Milchbar“ Polens eröffnen, direkt in seiner Kirche. Die kirchliche Milchbar ist für Menschen über 65 Jahre gedacht, deren Rente nicht zum Leben reicht. Warmes Essen für umgerechnet ein bis zwei Euro – und weniger Einsamkeit im Alter. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 arte
  • Folge 1641 (30 Min.)
    Michael verlässt Deutschland und schließt sich freiwillig den ukrainischen Streitkräften an. Zwei Jahre später ist er tot. Zunächst heißt es, er sei gefallen. Doch dann verdichten sich die Hinweise auf einen Selbstmord. Für seinen Bruder Kai bleiben Zweifel – und viele offene Fragen. Kai macht sich auf den Weg, die Umstände von Michaels Tod zu klären. Er kämpft sich von Deutschland bis nach Charkiw in der Ukraine durch bürokratische Hürden, widersprüchliche Aussagen und ein Land im Krieg. Er trifft Menschen, die Michael kannten: Kameraden, Freunde, Helfer. Er beginnt zu verstehen, warum sein Bruder verzweifelte – doch die Entscheidung für die Front bleibt rätselhaft. Die Reportage zeigt, wie der Krieg auch jene betrifft, die weit entfernt von der Front leben. Die Familien, die zurückbleiben. Die Freunde, die mit Schuldgefühlen leben. Den Bruder, der jetzt über die letzten Gespräche grübelt. Der Beitrag ist auch eine Parabel auf die Fragen, die sich viele junge Menschen in Europa angesichts des Krieges in der Ukraine und der Bedrohung durch Russland stellen: Würde ich bereit sein, mein Land zu verteidigen? Was bedeutet es wirklich, in den Krieg zu ziehen? Wie verändert ein Einsatz an der Front den eigenen Blick auf das Leben – und auf den Tod? Was ist mein Leben wert – und was geschieht mit denen, die ich zurücklasse? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 24.02.2026 arte
  • Folge 1642 (30 Min.)
    Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, der größte Binnensee Deutschlands, ist Ende Januar 2026 komplett zugefroren. Ein Ereignis, das vor allem Martina Riedel und ihre „Eisvögel“ erfreut. Die 68-Jährige leitet eine Gruppe von Eisbadern, die sich bei Wassertemperaturen von nur knapp über dem Gefrierpunkt minutenlang in den See trauen. Eisbaden ist nicht ungefährlich, mehrere Menschen sind in Mecklenburg-Vorpommern beim Kältebad in zugefrorenen Teichen, Seen oder in der Ostsee tödlich verunglückt. Im Norden Deutschlands und Polens sind wichtige Schifffahrtswege zugefroren, auf der Weichsel und der Oder kommen keine Eisbrecher mehr durch und auch immer mehr Seitenkanäle der Elbe werden für die Binnenschifffahrt geschlossen. Viele Binnenschiffer hängen im Eis fest. Auf dem Mittellandkanal versucht Schiffsführer Anselm Hamann auf dem „Seewolf“ das Eis zurückzudrängen. Der Mittellandkanal ist eine der wichtigsten Binnenverbindungen für den Hamburger Hafen. Über ihn gelangen Güter aus Hamburg ins deutsche Binnenland und weiter nach Mittel- und Osteuropa – und umgekehrt. In Polen sind die Temperaturen in der Nacht noch niedriger als in Deutschland, was vor allem für Obdachlose lebensbedrohlich wird. Seit Winterbeginn sind bereits mehr als 40 Menschen erfroren. In Toruń kümmern sich Michał Piszczek und andere Freiwillige des Vereins Sercownia um Obdachlose, versorgen sie mit warmen Mahlzeiten und Thermozelten: In Nächten mit bis zu minus 16 Grad können diese kleinen Gesten lebensrettend sein. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 25.02.2026 arte
  • Folge 1643 (30 Min.)
    Der 61-jährige Mathias Mahnke will so gesund und so lange wie möglich leben. Dafür lässt er sich als weltweit erster Patient nach der sogenannten TRIIM-Methode behandeln. Er spritzt sich unter anderem Wachstumshormone, die die Thymus-Drüse aktivieren sollen. Die ist wichtig für die Produktion von Abwehrzellen und bildet sich normalerweise ab der Pubertät zurück. Mögliche Nebenwirkung der Hormone: Sie könnten auch Krebszellen im Körper schneller wachsen lassen. Regelmäßig fliegt daher ein Arzt aus London ein, um nach Krebsmarkern in Mathias Mahnkes Blut zu suchen. Er prüft auch, wie sich dessen Thymusdrüse entwickelt – und ob sich sein Körper zellulär verjüngt. Die Ergebnisse sind überraschend. Nach einem Burnout hat Kristine Zeller ihr Leben radikal verändert. Das Ziel der zweifachen Mutter und Unternehmerin: Sie will 120 werden. Dafür achtet sie grammgenau auf Nährstoffe, misst ihren Blutzucker, folgt ausgefeilten Sport- und Bewegungsplänen. Longevity ist ihr Lebensthema geworden. Sie ist überzeugt, dass weniger kranke und mehr fitte ältere Menschen ein Gewinn für die ganze Gesellschaft sind. Mit dem Trend wächst auch eine Industrie, die ein längeres, gesünderes Leben verspricht. Der Schweizer Pascal Rode leitet ein Unternehmen für Nahrungsergänzungsmittel. Mit seinen Antioxidantien, Blutzuckerstabilisatoren oder Kollagenprodukten machte er 2024 laut eigener Aussage einen Jahresumsatz im zweistelligen Millionenbereich. Auch Pascal Rode strebt nach Langlebigkeit. Dafür lässt er sich in einer Züricher Klinik behandeln, die ganz auf Longevity ausgerichtet ist. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 26.02.2026 arte
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 20.02.2026
  • Folge 1644 (30 Min.)
    Der 38-jährige Familienvater Čičak ist einer der letzten Landminenräumer Kroatiens. Seit dem Ende des Krieges vor 30 Jahren wurden bereits 300.000 Minen entschärft. Der Job ist gefährlich, in den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Todesfälle unter den Räumern. Die kroatische Regierung will das Kapitel nun abschließen und verspricht, dass bis zum Frühjahr 2026 alle Minen beseitigt sein sollen. Kann dieses ambitionierte Ziel gelingen – und welche Zukunft bleibt Čičak, wenn das Programm endet? In Kroatiens Küstenstädten wie Skradin, einst hart umkämpfte Frontlinien, ist heute kaum noch etwas von den Altlasten zu spüren. Ivica, Ex-Kriegskommandant und Hotelier, profitiert vom boomenden Tourismus und plant den Bau eines attraktiven „Glampingplatzes“ auf einem geerbten Stück Land. Doch auch seine Familie trägt Narben: Sein Sohn überlebte als Kind nur knapp eine Explosion mit einer Panzerfaust, die er mit Freunden beim Spielen in einem alten Haus fand – ein Erlebnis, das die Schatten der Vergangenheit noch heute spürbar macht. Dreißig Jahre nach dem Krieg steht Kroatien zwischen Vergangenheit und Neuanfang. Tourismus und Wohlstand haben Einzug gehalten, Kriegsnarben verblassen langsam – doch einige Spuren bleiben – sichtbar oder unsichtbar. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 27.02.2026 arte
  • Folge 1645 (30 Min.)
    „Re:“ begleitet in Aveyron zwei junge Paare, eines bereitet sich noch darauf vor, einen alten Hof zu übernehmen: Woher soll man das Geld nehmen, das man braucht, um den Betrieb zu kaufen? Wie kann man Privat- und Berufsleben miteinander verbinden? Für Sylvain und Sarah, beide gerade über 30 und nahe Paris, besteht die Herausforderung erst einmal darin, sich mit dem alten Hofbesitzer Jean-Claude über den Preis der Maschinen und des Viehs zu einigen. Das zweite Paar hat seinen Traum schon verwirklicht: Jessica und Loïc sind Mitte 20, sie haben sich verschuldet, um eine Milchschafzucht zu übernehmen. „Re:“ begleitet sie in schwierigen Stunden auf dem Hof. Mitten in der Zeit, in der die neuen Lämmer geboren werden, müssen sie Tag und Nacht wachen – vor allem Jessica, die gerade selbst Mutter von Zwillingen geworden ist. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere So. 01.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 arte
  • Folge 1646 (30 Min.)
    Hunderttausende Tierarten sind akut vom Aussterben bedroht. Zoos versuchen daher, durch Zuchtprogramme eine Reservepopulation gefährdeter Arten zu schaffen – wie eine moderne Arche Noah. Der Tiergarten Nürnberg züchtet seit Jahren erfolgreich gefährdete Guinea-Paviane. In dem geschützten Habitat vermehrten sich die Tiere so stark, dass der Platz im Gehege nicht mehr ausreichte. Stress, Aggression und Verletzungen innerhalb der Pavian-Gruppe waren die Folge. Der Zoo entschied sich, zwölf der Tiere zu töten. Bemühungen, sie woanders unterzubringen, waren fehlgeschlagen. Artenschutz vor Tierschutz – das ist der Leitsatz vieler Zoos. Ob strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen folgen, ist unklar. Dennoch entschieden die beiden Direktoren von Beginn an, mit der Maßnahme an die Öffentlichkeit zu gehen. Das ist auch die Strategie des Kopenhagener Zoos. „Wir präsentieren keine Disney-Welt, sondern die reale Welt“, so Direktor Mads Bertelsen. 2014 geriet auch er in die Schlagzeilen. Als Tierarzt des Zoos tötete er einen Giraffenbullen, sezierte ihn öffentlich und verfütterte ihn an Löwen und andere Raubtiere. Heute leitet er den Zoo. Transparenz ist für ihn der Schlüssel zur Akzeptanz. Seine Raubtiere bekommen so oft wie möglich frisches Fleisch, auch von gespendeten Nutztieren wie Pferden. Für jede Tierart, die in europäischen Zoos gehalten wird, gibt es ein Zuchtbuch. Anhand dieser Informationen werden die Tiere weltweit verteilt. Auch Giraffendame Jahi muss vom Zoo Zürich in den Serengeti-Park in Hodenhagen umziehen, wo sie für den Erhalt ihrer Art sorgen soll. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 03.03.2026 arte
  • Folge 1647 (29 Min.)
    Fatima Keblawi ist eine der „Nachbarinnen“ aus Wien. Sie begleitet Migrantinnen wie Maisaa oder Hiba, die meist isoliert leben und keinen Zugang zu Bildung oder Arbeit haben – beim Deutsch lernen, bei Arztterminen und bei Fragen zur Kindererziehung, Finanzen oder Partnerschaft. Maisaa wurde in Syrien mit ihrem Cousin verheiratet und hat mit fünfzehn Jahren ihr erstes Kind bekommen. Die 26-Jährige lebt mit ihren fünf Kindern und dem Mann seit 2022 in Wien – ohne Verwandtschaft oder Sprachkenntnisse. Die Familie muss nun aus ihrer Wohnung ausziehen. Fatima unterstützt sie bei der Suche. Doch Hilfe gibt es nur im Austausch gegen aktive Schritte in Richtung Integration. Es sind kleine, aber entscheidende Aufgaben für Frauen wie Maisaa: tägliches Zähneputzen mit den Kindern als neue Routine, der erste eigene Einkauf, ein Gespräch auf Deutsch und der Mut, Grenzen zu setzen. Hiba ist einen Schritt weiter. Die 35-Jährige spricht sehr gutes Deutsch, sie sucht nach der Elternzeit Arbeit und steht für ihre Wünsche ein. Die „Nachbarinnen“ – selbst Frauen mit Migrationserfahrung – kennen die Hürden und Ängste der Migrantinnen. Für sie beginnt Integration hinter den Wohnungstüren. Gegründet wurde der Verein von Ärztin Christina Scholten, die erkannte, wie wichtig Brückenbildnerinnen sind. Heute betreuen elf „Nachbarinnen“ jährlich hunderte Familien, finanziert von Stadt, Bund und eigener Nähwerkstatt. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 arte
  • Folge 1648 (30 Min.)
    Wolfgang, 78, gelernter Drucksetzer, Musiker und biodynamischer Berater, liebt sein einfaches Leben in der Toskana. Seit Jahrzehnten ist dieser Landstrich für viele Deutsche ein echter Sehnsuchtsort. Wolfgang wanderte 2007 in die Maremma, den südlichen und wilderen Teil der Toskana aus. Sie ist für ihn inzwischen zur Heimat geworden. Doch gesundheitliche Sorgen, ein auslaufender Pachtvertrag für seine Druckwerkstatt und die Trennung von seiner Frau stellen ihn vor Herausforderungen. Eine Rückkehr nach Deutschland ist für ihn keine Option – ohne Krankenversicherung und feste Bleibe möchte er lieber dort bleiben, wo er längst Wurzeln geschlagen hat. Die Dorfgemeinschaft betrachtet ihn schon lange als einen der Ihren. Er liebt die Auftritte mit seiner jungen Band und steht täglich an der Druckpresse. Seine Werke verkaufen sich von Siena bis in die USA. Auch Roman, 81, genießt den Alltag in der Natur und alles, was das italienische Leben für einen Deutschen so verführerisch macht. Schon 1979 kam er nach Italien – damals als Italienkorrespondent. Vor 30 Jahren haben er und seine Frau Christine sich entschieden, hier sesshaft zu werden, und sich ein Anwesen mit Blick auf die weiten Hügel der Toskana gekauft. Doch jetzt, im hohen Alter, erkennt er die Grenzen des Landlebens: Der nächste Nachbar ist weit entfernt, die Wege sind steil, und das Gelände ist nicht rollstuhlgerecht. Gemeinsam mit seiner Frau plant er wehmütig den Abschied und die Rückkehr nach München in eine altersgerechte Wohnung. Wie gestaltet sich der Alltag von Auswanderern im höheren Alter, wenn die täglichen Aufgaben nicht mehr so einfach zu bewältigen sind, die Kinder weit weg wohnen und der nächste Arzt ohne Auto nicht zu erreichen ist? Freiwillig möchte kaum einer gehen – die Einheimischen bleiben doch auch! (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 06.03.2026 arte
  • Folge 1649 (30 Min.)
    In drei Stunden müssen die beiden Hamburger Lehrlinge David (2.v.l.) und Alex (2.v.r.) ihr Wettbewerbsstück schmieden.
    Wolfgang, 78, gelernter Schriftsetzer, Musiker und biodynamischer Berater, liebt sein einfaches Leben in der Toskana. Seit Jahrzehnten ist dieser Landstrich für viele Deutsche ein echter Sehnsuchtsort. Wolfgang wanderte 2007 in die Maremma, den südlichen und wilderen Teil der Toskana aus. Sie ist für ihn inzwischen zur Heimat geworden. Doch gesundheitliche Sorgen, ein auslaufender Pachtvertrag für seine Druckwerkstatt und die Trennung von seiner Frau stellen ihn vor Herausforderungen. Eine Rückkehr nach Deutschland ist für ihn keine Option – ohne Krankenversicherung und feste Bleibe möchte er lieber dort bleiben, wo er längst Wurzeln geschlagen hat. Die Dorfgemeinschaft betrachtet ihn schon lange als einen der Ihren. Er liebt die Auftritte mit seiner jungen Band und steht täglich an der Druckpresse. Seine Werke verkaufen sich von Siena bis in die USA. Auch Roman, 81, genießt den Alltag in der Natur und alles, was das italienische Leben für einen Deutschen so verführerisch macht. Schon 1979 kam er nach Italien – damals als Italienkorrespondent. Vor 30 Jahren haben er und seine Frau Christine sich entschieden, hier sesshaft zu werden, und sich ein Anwesen mit Blick auf die weiten Hügel der Toskana gekauft. Doch jetzt, im hohen Alter, erkennt er die Grenzen des Landlebens: Der nächste Nachbar ist weit entfernt, die Wege sind steil, und das Gelände ist nicht rollstuhlgerecht. Gemeinsam mit seiner Frau plant er wehmütig den Abschied und die Rückkehr nach München in eine altersgerechte Wohnung. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 09.03.2026 arte
  • Folge 1650 (29 Min.)
    Sammler Christian Link zählt zu den bekanntesten Fossilien-Händlern Europas. Der gebürtige Schweizer handelt seit Jahren mit Kuriositäten aller Art: Von Briefen, die auf dem Mond waren, bis zu seltenen Eiern des Elefantenvogels. Seit wenigen Jahren kommen bei ihm auch Überreste von Dinosauriern unter den Hammer. Die Preise für Fossilien erreichen international neue Rekordhöhen. 2023 sorgte Link für Aufsehen, als er ein T-Rex-Skelett für 5,6 Millionen Euro versteigerte. Link arbeitet im Vorfeld der Auktion eng mit Wissenschaftlern zusammen, damit diese die Funde dokumentieren können. Die Kritik, Skelette könnten in Privatsammlungen verschwinden, teilt er nicht. Yolanda Schicker-Siber leitet das beliebte Saurier-Museum im Aathal. Ihre Sammlung ist eine der wertvollsten der Welt. Das meiste hat ihre Familie selbst in den USA ausgegraben. Seit ein paar Jahren sind auch sie im Dino-Knochen-Business. Sie bereiten Auktionen vor, indem sie Knochen präparieren und Gestelle bauen. Auch Nils Knötschke ist Dino-Präparator und bereitet Saurierknochen für Auktionen vor – und er ist immer wieder auf der Suche nach neuen Fund- und Grabungsorten. Knötschke weiß, dass viele paläontologische Grabungen ohne private Geldgeber nicht möglich wären. Museen können sich die Dino-Knochen nicht leisten und sind auf Leihgaben oder Schenkungen angewiesen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 11.03.2026 arte
  • Folge 1651 (30 Min.)
    Im Zentrum der Entwicklung steht die 13-jährige Stella: Sie war das erste Mädchen, das in den Verein der Mini-Macchina aufgenommen wurde – jener Kindertradition, aus der später die Träger der großen Macchina hervorgehen. Nun bereitet sie sich auf ihre wichtigste Herausforderung vor: Zum ersten Mal darf sie die steile Etappe zum Santuario di Santa Rosa tragen, ein symbolisches Highlight des Rituals. Stellas Vater David ist selbst Träger und unterstützt den Traum seiner Tochter – auch wenn der Wunsch für Mädchen noch immer ungewöhnlich ist. Stellas Cousin Matteo erlebt die Tradition hingegen selbstverständlich aus der männlichen Perspektive – ein Kontrast, der zeigt, wie tief verwurzelt die Rollenbilder in Viterbo sind. Eine Schlüsselfigur dieser kleinen Revolution ist Gianni Baiocco, selbst Träger und Vorsitzender des Vereins der Mini-Macchina des historischen Zentrums. Er war einer der Initiatoren, die vor zwei Jahren die Aufnahme von Mädchen ermöglichten – ein mutiger Schritt, denn diese Entwicklung ist nicht nur auf Befürworter gestoßen. Doch er sichert auch die Zukunft der Tradition, denn die dünn besiedelte Gegend hat ein Nachwuchsproblem. Am Tag des Mini-Macchina-Umzugs wird sich zeigen, wieweit Wille und Kraft von Stella ausreichen. Und Viterbo fiebert mit. Die Frage bleibt, wie weit eine jahrhundertealte, männlich geprägte Tradition bereit ist, sich zu öffnen. Eine 30-minütige Reportage über Mut, kulturelles Erbe und den Wandel einer Stadt zwischen Glauben, Tradition und einer neuen Generation. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 12.03.2026 arte
  • Folge 1652 (30 Min.)
    Die griechische Stavros-Niarchos-Stiftung hat vor zehn Jahren ein System von mobilen medizinischen Teams aufgebaut, die monatlich in Piräus auf die Fähre steigen, um kleine entlegene Inseln für jeweils eine knappe Woche medizinisch zu versorgen. Denn die Kosten für einen Arztbesuch auf dem Festland können sich viele Inselbewohner nicht leisten, und im Winter sind Überfahrten wegen schlechten Wetters oftmals ganz unmöglich. Der Augenarzt Christos Christoulakis ist von Anfang an bei diesen Einsätzen dabei: „Wir geben etwas. Aber wir bekommen auch sehr viel zurück“. Zusammen mit Tasos Stamatiadis, dem technischen Leiter der Mission, ist er auf dem Weg nach Serifos. Auf der Fähre werden sie von zwei Lkws voll mit medizinischem Gerät begleitet, darunter ein tragbares Röntgengerät, ein digitales 3D-Mammographiegerät und ein Knochendichtescanner. Auf Serifos wird in wenigen Stunden ein Pop-Up Krankenhaus errichtet, mit dem die Insel vier Tage lang über die medizinische Infrastruktur einer kleinen Stadt verfügt – mit vielen verschiedenen Fachärzten und Krankenschwestern, die alle ehrenamtlich arbeiten. Auf der Insel wird das Medizinteam schon erwartet; viele der knapp 1.500 Einwohner kommen zu Untersuchungen vorbei, oft zu mehreren. Das „reisende Krankenhaus“ hilft ihnen so, trotz der fehlenden Infrastruktur weiter auf Serifos zu leben. Manchen Patienten allerdings müssen die Ärzte zu einer Therapie auf dem Festland raten – so wie Susanna Diogou, die Lähmungserscheinungen in ihrem linken Fuß hat. Aber dafür müsste die Familie sich für längere Zeit trennen – ein Dilemma, das viele Menschen auf den Inseln fürchten. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 13.03.2026 arte
  • Folge 1653 (29 Min.)
    Mitten in der Nacht, im Kaukasus: Die deutsche Geophysikerin Birgit Müller steigt aus dem Auto. Die Luft ist feucht, der Regen hat die Straßen aufgeweicht. Ankunft in Georgien für den vorerst letzten Forschungsaufenthalt. Vor ihr erhebt sich die „Lady Enguri“ – eine gigantische Staumauer, eine der größten der Welt. Seit fast fünfzig Jahren hält sie Millionen Tonnen Wasser zurück. Doch die Zeit arbeitet gegen sie. Materialermüdung, Erosion, Sedimente – die Risiken wachsen. Ein Bruch wäre eine Katastrophe für die Dörfer unterhalb der Staumauer. Und für die Energieversorgung, denn fast die Hälfte des Stroms für Georgien wird hier produziert. Birgit Müller und ihr Team haben im Forschungsprojekt DAMAST Methoden entwickelt, um frühzeitig Gefahren für den Damm zu erkennen. Eine wichtige Arbeit. Nicht nur hier, sondern weltweit stellen alternde Staudämme ein wachsendes Risiko dar. Hinzu kommt die politische Lage: Seit der Abspaltung Abchasiens in den 1990er Jahren steht der Damm auf georgischer Seite, das Kraftwerk jedoch in der von Russland kontrollierten selbst ernannten Republik Abchasien. Levan Mebonia, Direktor der staatlichen Betreiberfirma, muss in diesem Spannungsfeld für die Zusammenarbeit beider Seiten sorgen. Für die Forschenden um Birgit Müller ist es vielleicht die letzte Gelegenheit, gemeinsam mit Georgien am Damm zu arbeiten. Aufgrund der Spannungen zwischen der EU und dem Kaukasusstaat hat Deutschland Kooperationen mit dem Land ausgesetzt. Das Wissen soll jedoch weitergegeben werden. In einer Summer School sollen Erkenntnisse geteilt werden. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 16.03.2026 arte

zurückweiter

Erhalte Neuigkeiten zu ARTE Re: direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu ARTE Re: und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Erinnerungs-Service per E-Mail

TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn ARTE Re: online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.

Auch interessant…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App