ARD Wissen Folge 68: Mein Körper. Meine Hände. – Wie sie unser Gehirn trainieren
Folge 68
Mein Körper. Meine Hände. – Wie sie unser Gehirn trainieren
Folge 68 (45 Min.)
Unsere Hände sind wahre Multifunktionswerkzeuge. Kein anderes Körperteil ist so beweglich, sensibel und gleichzeitig so belastbar. Aktuelle Studien zeigen, dass die Verbindung zwischen Hand und Gehirn entscheidend für unsere kognitive Gesundheit ist. Jede Berührung, jedes Anfassen erzeugt ein Feuerwerk im Gehirn. Feinmotorische Übungen und gezieltes Handtraining können helfen, neurodegenerativen Erkrankungen vorzubeugen oder sie abzumildern. Wie genau funktioniert das? Die Dokumentation begleitet Emma Bernhard bei den Westdeutschen Meisterschaften im Lead-Klettern.
Die 22-jährige hessische Meisterin gehört zu den Top-Sportkletterinnen Deutschlands in den Disziplinen Lead-Klettern und Bouldern. Beim Klettern zählt jeder Hand-Griff. Doch was nach reiner Muskelarbeit aussieht, ist in Wahrheit ein komplexer Denkprozess. Das erfährt Emma, als sie die Sportpsychologin Dr. Lisa Musculus in der Sporthochschule Köln besucht, die ihr Kraft- und Planungspotenzial untersucht. Kletter-Profis erkennen schneller, was wichtig ist – zum Beispiel welche Griffe sie brauchen oder welche Route sie nehmen müssen – eine Kompetenz, die ihnen auch in anderen Lebensbereichen enorm hilft.
Vor drei Jahren erlitt die 29-jährige Katharina Borck einen Schlaganfall und
kämpft sich seitdem mit nur einer funktionsfähigen Hand zurück in ein eigenständiges Leben. An der Uniklinik Frankfurt könnte ihr eine neuartige Therapie helfen. Mit einem Neurostimulationsverfahren, das den motorischen Kortex gezielt ansprechen und stärken soll, versucht das Team um den Neurologen und Neurowissenschaftler Prof. Christian Grefkes-Hermann, die Bewegungsfähigkeit von Katharinas rechter Hand zu verbessern.
Wird die Therapie gelingen? Die Hände von Uhrmachermeister Robert Hoffmann sind sein wichtigstes Werkzeug. Sie sind durch seine tägliche Arbeit feinmotorisch besonders geschult, ruhig und präzise. Sie können Bewegungen millimetergenau ausführen und spüren kleinste Unterschiede in Materialien oder Mechanik.
In der Uhrenmanufaktur, in der Robert arbeitet, möchte der Entwicklungspsychologe Prof. Sebastian Suggate von der Universität Regensburg herausfinden, was in den Köpfen der Menschen passiert, die jeden Tag mit feinster Motorik arbeiten, und er startet eine Studie: Bringt eine hochentwickelte Feinmotorik Vorteile in bestimmten Bereichen der Intelligenz? Die Doku zeigt und erzählt, warum es so wichtig ist, dass wir unsere Hände ein Leben lang schulen. Wir sollten unsere Hände trainieren, um im Kopf möglichst fit zu bleiben. (Text: ARD)
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Reviews & Kommentare
Norton745 (geb. 1955) am
Thema Sendung "Hände/Gehirn" tut mir leid, aber da haben Sie das Thema verfehlt. Sehr enttäuschend!! Ihre Betrachtung beschränkt sich dabei auf den grobmotorischen Zangengriff einer Kletterin. Gefühlt die halbe Sendezeit lang. Ein Vorgang, ähnlich wie bei einer Schimpansin im Baum. - Da gäbe es schon deutlich mehr zu betrachten und zu entdecken! z.B. Alice Sara Ott... - wenn sie die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 auf die Tasten zaubert. Bei einem solchen Konzert sind das dann über 1 Million Fingeranschläge in einer Stunde. Jeder präzise getroffen, oft 6 Anschläge mit 5 Finger gleichzeitig, viele solche Anschläge innerhalb einer Sekunde, jeder in der Anschlagstärke individuell moduliert (weich, hart, usw). Zusätzlich mit großer Dynamik in Sachen Tempi und variierender Lautstärke ausgestattet. Und das alles auswendig vorgetragen! - . Das wäre ein echtes Thema, da ginge es dann wirklich um Feinmotorik und Gehirn. Aber doch nicht so wie in der Sendung gezeigt.