2026

  • Folge 63 (45 Min.)
    In einem Park in Litauen werden die Monumente aus der Sowjetzeit aufbewahrt. Spätestens seit dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sind sie im Stadtbild nicht mehr gewünscht. – Bild: SWR/​Maximilian Wolf
    In einem Park in Litauen werden die Monumente aus der Sowjetzeit aufbewahrt. Spätestens seit dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sind sie im Stadtbild nicht mehr gewünscht.
    Im Sommer 1989 liegt eine besondere Stimmung in der Luft – eine Mischung aus Freiheitsdrang und Mut. Die Reformpolitik Michail Gorbatschows ab Mitte der 1980er Jahre hilft den baltischen Staaten bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Sogenannte Volksfronten werden gegründet, die im Rahmen der Perestroika geduldet sind. Ein Meilenstein ist das Sängerfest im Sommer 1988 in Tallinn bei dem Hunderttausende friedlich für Freiheit demonstrieren. Dieses Ereignis prägt den Namen der baltischen Unabhängigkeitsbewegung: Singende Revolution. Ein Jahr später folgt eine ehrgeizige und symbolträchtige Aktion: eine über 600 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn in Estland über Riga in Lettland bis nach Vilnius in Litauen. Sie soll weltweit auf das Unrecht der sowjetischen Besatzung aufmerksam machen. Trotz fehlender moderner Kommunikationsmittel wie Mobiltelefonen oder Internet gelingt es, diesen beeindruckenden Protest zu organisieren – ein historisches Zeichen für Mut und Zusammenhalt. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 19.01.2026 Das Erste
  • Folge 64 (30 Min.)
    Steve Jobs startet in einer Garage in Kalifornien mit dem Traum, die Welt zu verändern. 50 Jahre später ist Apple eines der wertvollsten Unternehmen der Welt und Milliarden Menschen können sich ein Leben ohne Geräte wie das iPhone nicht mehr vorstellen. Doch zu welchem Preis? Die dreiteilige ARD-Dokumentation „Die Apple-Story -Eine Vision verführt die Welt“ erzählt die Geschichte einer technologischen Revolution, die unser Leben fundamental verändert hat – im Guten wie im Schlechten. 1976 bauen Steve Jobs und Steve Wozniak den ersten Apple-Computer. Ihr Ziel: Technologie demokratisieren. Für den jungen Jobs ist der Computer mehr als eine Maschine: ein Instrument der Befreiung, ein Alltagsgegenstand, vergleichbar mit einem Bleistift oder einer Gitarre. Er nennt es „ein Fahrrad für den Geist“. In Deutschland reagieren die Menschen zu diesem Zeitpunkt noch skeptisch. Doch Apple versteht es seine Vision in Bilder und Gefühle zu übersetzen. Im legendären Werbespot von 1984 positioniert Apple sich als Rebell gegen das „Big Brother“-Establishment von IBM. Die Dokuserie begleitet Apples Weg von der Gegenkultur zum Weltkonzern: den triumphalen Macintosh-Launch, Jobs’ dramatische Entlassung, seine Jahre bei NeXT und Pixar, die spektakuläre Rückkehr zu Apple und schließlich die iPhone-Revolution, die „die Menschheit fundamental verändert“ hat, wie Zukunftsforscher Tristan Horx beschreibt. Folge 1 – Der erste Biss: 1976 bauen Steve Jobs und Steve Wozniak den ersten Apple-Computer. Der junge Jobs sieht darin ein Instrument der Befreiung, „ein Fahrrad für den Geist“. In Deutschland reagieren die Menschen zu diesem Zeitpunkt noch skeptisch. Doch Apple versteht es, seine Vision in Gefühle zu übersetzen. Im legendären Werbespot von 1984 positioniert Apple sich als Rebell gegen das „Big Brother“-Establishment. Die komplette dreiteilige Doku ist ab 26. März 2026 für 24 Monate in der ARD Mediathek zu sehen. Das Erste zeigt Folge 1 am 30. März. (Text: ARD)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 25.03.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 30.03.2026 Das Erste
  • Folge 65 (45 Min.)
    Palast der Republik und Marx-Engels-Platz 1989
    Er war immer mehr als nur ein Gebäude: Der Palast der Republik sollte die DDR in neuem Glanz zeigen. Kaum etwas erinnert heute mehr an ihn – nur die Erinnerungen seiner Besucher an ein leuchtendes Traumhaus und den schmerzhaften Akt der Schließung. Vor 50 Jahren, am 23. April 1976, eröffnet, war der Palast der Republik immer mehr als nur ein Gebäude: Sein Bau war das Symbol für eine DDR in neuem Glanz, modern und weltoffen. Ein sozialistischer Tempel der Pop und Politik, Propaganda und Spektakel in einem Haus versammelte. Mit „Brot und Spielen“ buhlte der Staat um Anerkennung bei der Bevölkerung, die das Angebot auskostete und den leuchtenden Glaspalast dennoch als „Honeckers Lampenladen“ verspottete. Trotzdem zog dieses Traumhaus als einzigartige Mischung aus Parlamentsgebäude inklusive Gemäldegalerie und Kulturhaus mit Disco und Bowlingbahn die Massen an wie kaum eine andere Einrichtung. Im Schnitt besuchten fast zehntausend Besucher pro Tag das Haus. Hier gab es, was es sonst nicht gab: Radeberger Bier, Weine aus Meißen und sogar Cocktail „Manhattan“ für 3,55 Mark der DDR. 1990 wurde der Palast der Republik wegen Asbestbelastung geschlossen und später saniert, bis von ihm nur noch ein Stahlgerippe übrigblieb. Im wiedervereinten Deutschland begann eine Debatte um Erhalt oder Abriss des Gebäudes. 2002 beschloss der Bundestag, dass der von Asbest befreite Rohbau des Palastes dem Nachbau des Berliner Schlosses als Humboldt-Forum weichen soll. Für nicht wenige ehemalige DDR-Bürger war der Abriss des Republikpalastes der offensichtliche und schmerzhafte Beweis für den Umgang der Bundesrepublik mit dem DDR-Erbe. Die Dokumentation erzählt nicht nur vom Aufstieg und Fall eines symbolträchtigen Gebäudes, sie widmet sich einem einmaligen historischen Ort, der wie kaum ein anderer die wechselvolle Geschichte des geteilten und wiedervereinten Deutschlands spiegelt. An Zeiten im „Volkspalast“ erinnern sich neben vielen anderen der Sänger Frank Schöbel, die Journalistin Elke Bitterhof und der Politiker Gregor Gysi. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 20.04.2026 Das Erste
  • Folge 66 (45 Min.)
    Es ist eine andere Erzählung über den FC St. Pauli. Heute steht der Verein für Antifaschismus, Toleranz und gesellschaftliches Engagement im deutschen Fußball. Doch hinter dem Image des rebellischen Kiezklubs verbirgt sich eine komplexe Geschichte mit dunklen Kapiteln. Der Verein hat sich seit den 1980er-Jahren zu einem der bekanntesten Fußballklubs weltweit entwickelt, nicht wegen sportlicher Glanzleistungen, sondern wegen seiner einzigartigen Fankultur und eines politischen Selbstverständnisses, das weit über den Hamburger Kiez hinaus strahlt. Der Kiezklub und seine Widersprüche Diese neue Story wagt den unbequemen Blick in die Vergangenheit des Vereins. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte – eine Arbeit, die vor allem das Museum des FC St. Pauli seit einigen Jahren aktiv vorantreibt. Während der jüdische Spieler Selig Cahn 1942 mit einem der ersten Transporte nach Auschwitz deportiert und dort in der Gaskammer ermordet wird, erhält ein ehemaliger Spieler und hochrangiger Vereinsfunktionär trotz düsterer NS-Vergangenheit die goldene Ehrennadel des Klubs. Erst 2010 wird sie ihm posthum aberkannt. Zwei Schicksale, ein Verein. Warum hat der FC St. Pauli sein „braunes Erbe“ so lange nicht aufgearbeitet? Reichsadlerflagge und Rassismus am Millerntor Fan und Zeitzeuge Nazim Evren erlebt Anfang der 1990er-Jahre eine entscheidende Wende mit: Ein türkischer Freund wird bei einem Heimspiel im Stadion zusammengeschlagen. Ein rassistischer Übergriff – und das zu einer Zeit, in der am Millerntor schon die Totenkopf-Flagge weht. „Die Ausländerfeindlichkeit im Stadion war überraschend und unerwartet“, erzählt Evren. Darauf folgt etwas, das den Verein bis heute prägt. Erstmals werden Fans aktiv – sie vertreiben Neonazis und Altnazis von den Rängen. Die Metamorphose des Vereins beginnt. Bis Ende der 1990er-Jahre spielt die Mannschaft am Millerntor, das den Namen Wilhelm-Koch-Stadion trägt. Dann kommt heraus: Der Namensgeber war NSDAP-Mitglied. Ein Naziname für den antifaschistischen Verein? Eine Tatsache, die der Aktivist Ronny Galczynski nicht akzeptieren kann. Er engagiert sich für die Aufarbeitung der Vereinsgeschichte und reicht 1998 den Antrag für die Umbenennung des Stadions ein. „Ich bin persönlich angegangen worden: ‚Leute wie Sie brauchen wir nicht im Verein‘ und: ‚Wären wir mehr Alte gewesen, hätten wir Sie heute rausgeschrien‘“, erinnert sich Galczynski an die Mitgliederversammlung damals. Zwischen Totenkopf-Flagge und Hakenkreuz: das Porträt eines Vereins im Widerstreit mit sich selbst Was ist der FC St. Pauli wirklich? Und wofür steht er? Ein Verein ist mehr als Sport und Stadionbesuch. Er stiftet Identität und trägt damit auch gesellschaftliche Verantwortung. In Zeiten, in denen Rechtsextremismus und Antisemitismus wieder an Sichtbarkeit gewinnen, stellen die Filmemacherinnen unbequeme Fragen: Wie geht ein Verein mit seinem „braunen Erbe“ um? Und wie kann ein Fußballklub dieses Erbe nutzen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt? „Wir müssen daran erinnern, wo uns Faschismus und Rechtsextremismus hinführen und auch, wie selektiv das Gedächtnis der Menschen ist. Gerade beim FC St. Pauli, wo es nicht nur um Sport geht, sondern auch darum, Dinge zu verändern“, sagt Christopher Radke vom FC St. Pauli-Museum. Die Vergangenheit des FC St. Pauli ist kein abgeschlossenes Kapitel – sie ist ein lebendiger Teil der Vereinsidentität, mit dem gerungen wird. Die bildstarke Dokumentation lässt jene zu Wort kommen, die die Umbrüche damals eingeleitet haben und die komplexe Geschichte des FC St. Pauli heute aufarbeiten. Der Film folgt den Spuren der Geschichte im Stadion, in den Archiven bis an Orte des Holocausts und erzählt die tragische Biografie des Stürmers Selig Cahn nach – so entsteht das vielschichtige Bild eines Klubs, der gelernt hat, seine eigene Geschichte zu hinterfragen. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 18.05.2026 Das Erste
  • Folge 67 (45 Min.)
    Luftaufnahme von Dénia an der Costa Blanca.
    „Spanien ist anders!“ Mit diesem Slogan wirbt das Land unter Diktator Franco in den 1950er-Jahren um ausländische Touristen. Spanien wird zum Sehnsuchtsort für Millionen Deutsche, denen das Wirtschaftswunder gerade Geld in die Taschen spült. Eine kleine Flucht aus dem grauen Nachkriegs-Alltag – der Traum vom bezahlbaren Urlaubsparadies wird in Werbekampagnen geschickt mit Flamenco-Kitsch und Sangría-Seligkeit angefüttert. Bis heute gehört Spanien zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen. Doch hinter Spaniens Aufstieg zum Touristenmagnet verbirgt sich ein fast unbekanntes Kapitel deutsch-spanischer Geschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg finden dort Tausende ehemalige Nationalsozialisten Zuflucht. Diktator Franco hat keine Berührungsängste: Schließlich ist er Jahre zuvor auch dank der Unterstützung Hitlers an die Macht gekommen. Hier entkommen die Nazis der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit und schaffen den Neuanfang. Einige hochrangige NS-Persönlichkeiten werden zu erfolgreichen Tourismus-Pionieren. Sie wissen, wie man die deutsche Nachkriegsseele streichelt, sie investieren in Hotels und Ferienanlagen, sie erschließen Grundstücke und werben offen um deutsche Spanienreisende. Sie steigen zu politischen Strippenziehern auf, vernetzen sich mit rechtskonservativen Kreisen in Westdeutschland und schaffen es, im Hintergrund die Beziehungen zwischen Franco-Spanien und der BRD mitzubestimmen. Dabei halten nicht wenige von ihnen – im Schutz von Francos Regime – an alten Denkmustern fest und führen ein oft bizarres Eigenleben. Ein jährliches Sommerfest in SS-Uniformen, Träume vom Aufbau einer antikommunistischen Miliz, dubiose Deals mit faschistischen Franco-Ministern. „Sommer, Sonne, Hakenkreuz“ zeigt erstmals, wie eng die Geschichte deutscher Altnazis mit der Entwicklung bekannter spanischer Ferienregionen verbunden war. Der Film führt an Orte, die heute für unbeschwerte Urlaubstage stehen, und rekonstruiert die Seilschaften ehemaliger Nationalsozialisten, die dort wirtschaftlichen und politischen Einfluss gewonnen und bis heute ihre Spuren hinterlassen haben. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 27.07.2026 Das Erste
  • Folge 68 (45 Min.)
    Der Holzschnitt von 1901 zeigt Prinz Chun, der Kaiser Wilhelm II. im Neuen Palais in Potsdam den so genannten Sühnebrief überreicht.
    Zum 125. Jahrestag des Boxerprotokolls erzählt die Geschichtsdokumentation vom Konflikt zwischen China und acht Kolonialmächten. Der Film beleuchtet die Gewaltexzesse, massiven Plünderungen und die fatale Wirkung der „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II. Das erzwungene Protokoll vom 7. September 1901 leitete das Ende des chinesischen Kaiserreichs ein und prägt das Verhältnis Chinas zum Westen bis heute. Zum 125. Jahrestag der Unterzeichnung des Boxerprotokolls am 7. September 1901 erzählt die „ARD History“-Dokumentation von einem Wendepunkt der Weltgeschichte. Der Film „Krieg in China 1900⁠–⁠1901 – Das Deutsche Kaiserreich und der Boxerkrieg“ rekonstruiert den Aufstand chinesischer Bauern gegen ausländische Mächte und christliche Missionare sowie die brutale militärische Antwort eines internationalen Bündnisses aus acht Nationen: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA, Österreich-Ungarn, Russland, Italien und Japan. Die Stimmen der international relevantesten Historiker und Expertinnen sowie seltene Bildquellen zeigen einen Krieg, der von exzessiver Gewalt gegen Zivilisten, Massenhinrichtungen und Plünderungen geprägt war – mit über 100.000 Toten, vor allem chinesischen Zivilisten. Der Film beleuchtet auch die Rolle des Deutschen Reiches, das den Konflikt zur Bühne imperialer Ambitionen macht, befeuert durch die berüchtigte „Hunnenrede“ von Kaiser Wilhelm II. Am Ende der Eskalation steht das Boxerprotokoll von 1901, auch Xinchou-Vertrag genannt, das China zu Reparationszahlungen, zu politischen Zugeständnissen und symbolischer Demütigung verpflichtet. Eine zentrale Forderung war die sogenannte „Sühnemission“ des 18-jährigen Prinzen Chun nach Deutschland, geprägt von Machtungleichgewicht, rassistischen Vorstellungen der „Gelben Gefahr“ und tiefen kulturellen Missverständnissen. Die ARD-Geschichtsdokumentation von Minh An Szabó de Bucs und Grit Lederer fragt: Warum ist dieser Krieg im Westen fast vergessen, während er in China lange Zeit als frühe nationale Bewegung und sogar Vorläufer der kommunistischen Revolution galt? Der Film zeigt, wie leicht Konflikte eskalieren, wenn zivilisatorische Normen verletzt werden, und welche Nachwirkungen der Boxerkrieg bis heute im Verhältnis zwischen China und der westlichen Welt zeigt. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 07.09.2026 Das Erste
  • Folge 69 (60 Min.)
    Putins Herrschaft basiert auf einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung, die durch Propaganda erzeugt wird. Sein Regime hat im Laufe der Zeit ein ausgeklügeltes und effektives System geschaffen, um die Gedanken und Emotionen des russischen Volkes aktiv zu kontrollieren und zu lenken. Einblicke in diesen wirksamen Mechanismus sind selten. Die Doku nimmt Putins Inlandspropaganda unter die Lupe. Talkshow „Sonntagabend mit Wladimir Solowjow“ auf Rossija 1.
    Putins Herrschaft basiert auf einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung, die durch Propaganda erzeugt wird. Sein Regime hat im Laufe der Zeit ein ausgeklügeltes und effektives System geschaffen, um die Gedanken und Emotionen des russischen Volkes aktiv zu kontrollieren und zu lenken. Einblicke in diesen wirksamen Mechanismus sind selten. Die Doku nimmt Putins Inlandspropaganda unter die Lupe. Der Grundstein für die Kontrolle des Mediensystems wurde bereits im Jahr 2001 gelegt, als der Staatskonzern Gazprom im Auftrag des Kremls den regierungskritischen Privatsender NTW übernahm. Bis zum Jahr 2003 wurden alle großen Fernsehkanäle des Landes konsequent gleichgeschaltet. Die Ermordung der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja im Oktober 2006 markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Besonders seit der Annexion der Krim im März 2014 verbreiten die Medien kontinuierlich Feindbilder wie „den kollektiven Westen“ oder angebliche „Nazis“, um die Loyalität der Bevölkerung zu sichern und politische Gegner zu diskreditieren. Dabei setzt das Regime nicht auf eine starre Ideologie, sondern auf maximale Flexibilität. Auf diese Weise entstehen viele verschiedene, maßgeschneiderte Wirklichkeiten für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Die Realität wird am Ende völlig verwischt. „Putins Propaganda – Wie der Kreml das Volk lenkt“ untersucht die Mechanismen der Inlandspropaganda anhand konkreter Fallgeschichten und zeigt, wie im Laufe der Zeit Presse, Fernsehen und soziale Netzwerke zur Waffe wurden – um Feindbilder zu schaffen, Zustimmung zu erzielen und Wirklichkeiten zu formen. Statt sich nur auf die aktuelle Kriegsmobilisierung zu konzentrieren, erzählt der Film auch die Vorgeschichte: wie ein ganzes Land Schritt für Schritt medial manipuliert und in den Krieg geführt wurde. Über die Propaganda und ihre Wirkung sprechen fünf prominente russische Stimmen: der Schriftsteller Viktor Schenderowitsch, die Publizistin Anna Narinskaja, die Schauspielerin Tschulpan Chamatowa, der Regisseur Andrej Chrschanowski und der Autor Iwan Filippow. Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine leben sie alle im Exil. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 14.09.2026 Das Erste
  • Folge 70 (45 Min.)
    Postkarte von Adolf Hitler am Zeitungsstand.
    Berlin Anfang 1933. In nur wenigen Wochen zerstören die Nationalsozialisten die Weimarer Demokratie. Die demokratischen Institutionen werden ausgeschaltet, politische Gegner und Juden verfolgt, Recht und Gesetz ausgehebelt – die historische Kulisse für die fünfte Staffel der Kult-Serie „Babylon Berlin“. Die Doku zur Serie beleuchtet diese ersten Wochen des NS-Regimes anhand der Schicksale von sieben Menschen und zieht Parallelen zur politischen Situation heute. Während manche wie die Journalistin Gabriele Tergit und der Kommunistenführer Ernst Thälmann schnell zu Opfern des NS-Terrors werden, treiben andere wie der Finanzfachmann Hjalmar Schacht und der neue Berliner Polizeipräsident Magnus von Levetzow den Aufbau der Diktatur voran und machen Karriere. Mit nachkoloriertem Archivmaterial und aufwändigen Animationen erweckt die Dokumentation das damalige Berlin zum Leben. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 21.09.2026 Das Erste
  • Folge 71 (60 Min.)
    Das teuerste Großprojekt Deutschlands: der neue Stuttgarter Hauptbahnhof. Für die einen: wirtschaftlich unsinnig und voller Fehlplanungen. Für die anderen: ein beeindruckendes Zeugnis deutscher Ingenieurskunst. Nur – Züge fahren dort immer noch nicht. Warum dauert der Bau so lange? Wieso baut die Bahn den Bahnhof überhaupt? Die Doku gibt die Antwort und blickt zurück auf mehr als 30 Jahre Stuttgart 21. Der neue, unterirdische Stuttgarter Hauptbahnhof wird auch dieses Jahr nicht fertig. Probleme beim Tunnelbau, mit der Digitalisierung, dem Brandschutz, den Fluchtwegen. Und dann noch die Proteste: Stuttgart 21 polarisiert. Die Kritiker:innen halten den Bau für wirtschaftlich unsinnig, beklagen viele Fehler schon in der Planung. Die Befürworter:innen schwärmen von der visionären Architektur, vom Aufbruch der Schwabenmetropole ins 21. Jahrhundert, von einer kürzeren Reisezeit. Die Kosten steigen derweil immer weiter. Die Deutsche Bahn ist in Erklärungsnot. Warum hat sie sich dieses Mammutprojekt allen Widrigkeiten zum Trotz überhaupt aufgehalst? Und: Warum zieht sich der Bau so lange hin und steckt voller Probleme? Die Doku blickt zurück auf mehr als 30 Jahre Stuttgart 21, Jahre, die geprägt sind von einschneidenden Ereignissen. Dazu gehört auch der sogenannte „Schwarze Donnerstag“: der Tag, an dem die Polizei mit Wasserwerfern gegen friedliche Demonstrierende vorging. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 28.09.2026 Das Erste
  • Folge 72 (45 Min.)
    Alina Fritsch (als Miriam Rothschild).
    „Vom Paradies in die Hölle“ erzählt die außergewöhnliche Überlebensgeschichte des afro-karibischen Seemanns Lionel Romney, der 1944 ins KZ Mauthausen deportiert wurde. Jahrzehnte später vertraute er seine Erlebnisse seiner Tochter Mary an, deren Spurensuche – von der Karibik über Italien bis Österreich – den Rahmen des Dokudramas bildet. Der Film offenbart ein verdrängtes Kapitel europäischer Geschichte und zeigt die Realität Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus: Zwischen Verfolgung, Propaganda und dem Kampf ums Überleben. Eine Koproduktion von DOTS & CIRCLES, ORF und BR in Zusammenarbeit mit ARTE; unterstützt von FERNSEHFONDS AUSTRIA, LAND SALZBURG, Documentary Campus. „Vom Paradies in die Hölle“ erzählt die außergewöhnliche Überlebensgeschichte des afro-karibischen Seemanns Lionel Romney, der 1944 ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde. Jahrzehnte nach dem Krieg vertraute er seine Erinnerungen seiner Tochter Mary an. Ihre Reise von der Karibik über Italien bis nach Österreich bildet den emotionalen Rahmen des Dokudramas. Lionel, 1912 in Santo Domingo geboren und auf Sint Maarten aufgewachsen, heuert als junger Mann auf einem Frachtschiff an, um die Welt zu sehen. Doch seine Sehnsucht nach Freiheit wird zur tragischen Odyssee: Sein Schiff gerät in die Wirren des Zweiten Weltkriegs, wird beschossen und sinkt. Die Besatzung überlebt, doch Lionel landet in italienischer Gefangenschaft und wird nach Jahren in Lagern schließlich ins KZ Mauthausen deportiert. Dort übersteht er elf Monate, bis amerikanische Truppen das Lager befreien. Der Film rückt ein verdrängtes Kapitel europäischer Geschichte in den Fokus: die Lebensrealität Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus. Diese war geprägt von kolonialen Kontinuitäten, Rassismus, Zwangsarbeit und politischer Willkür. Romney steht stellvertretend für viele, die zu Propagandazwecken missbraucht wurden oder der Verfolgung ausgesetzt waren. Expert:innen wie Clarence Lusane, Katharina Oguntoye, Walter Sauer und Serge Bilé erweitern die historische Perspektive. Archivmaterial und künstlerische Reenactments verweben sich zu einer dichten visuellen Erzählung. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 05.10.2026 Das Erste
  • Folge 73 (90 Min.)
    Die DDR gewährte in den 1980er Jahren zehn Top-Terroristen Unterschlupf. Die Staatssicherheit gab den RAF-Aussteigern eine neue Identität, ein neues Leben. Während blutige Attentate die Bundesrepublik erschütterten – und Ermittler fieberhaft nach der RAF fahndeten – versuchten die Aussteiger, in der DDR ein bürgerliches und unauffälliges Dasein zu führen. Der Film rollt diesen Cold Case neu auf. – Hier wurden die RAF-Aussteiger 1980 von der Stasi zu DDR-Bürgern gemacht.
    Die DDR gewährte in den 1980er Jahren zehn Top-Terroristen Unterschlupf. Die Staatssicherheit gab den RAF-Aussteigern eine neue Identität, ein neues Leben. Während blutige Attentate die Bundesrepublik erschütterten – und Ermittler fieberhaft nach der RAF fahndeten – versuchten die Aussteiger, in der DDR ein bürgerliches und unauffälliges Dasein zu führen. Der Film rollt diesen Cold Case neu auf. Ab Spätsommer 1980 gehen zehn junge Leute von West nach Ost, tauchen unter in der DDR. Im konspirativen „Objekt 74“ des Ministeriums für Staatssicherheit bei Briesen werden sie zu DDR-Bürgern „ausgebildet“. Sie erhalten gefälschte Papiere und neue Identitäten. Sie gehören zu den meistgesuchten Personen der Bundesrepublik Deutschland. Unter ihnen ist die damals 30-jährige Silke Maier-Witt, die seit 1977 Mitglied der Roten Armee Fraktion war, zur zweiten Generation der RAF zählte und zu den Entführern des ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer gehörte. Silke Maier-Witt und einige andere RAF-Mitglieder wollten schließlich aussteigen, das Leben im Untergrund war gefährlich, das Morden brutal. Der aktive Teil der zweiten Generation kann mit den zögerlichen Zweiflern nichts anfangen, sie sind Ballast für die Bewegung. Man will sie loswerden, in irgendein sozialistisches Land. Über Kontakte zur Stasi landen sie schließlich – überraschend – in der DDR. Ein scheinbar sicherer Rückzugsort. Aus Silke Maier-Witt wird Angelika Gerlach, aus einer im Westen mit Steckbrief gesuchten Top-Terroristin wird im Osten eine unscheinbare Krankenschwester. Dass die DDR zehn RAFlern Unterschlupf und ein bürgerliches Leben im eigenen Land gewährt, ist ein Staatsgeheimnis. Ein Bekanntwerden der Stasi-RAF-Kollaboration hätte zu schweren innerdeutschen Verwerfungen geführt. Das kann sich die DDR nicht leisten, denn sie ist auf finanzielle Unterstützung aus Bonn angewiesen. Deshalb setzt die Stasi alles daran, dass die Ex-Terroristen im eigenen Land nicht auffliegen. Eine RAF-Attentatsserie Mitte der 80er Jahre, zu der die Ermordung des Ministerialdirektors im Auswärtigen Amt Gerold von Braunmühl am 10. Oktober 1986 gehört, erhöht den Druck auf die Stasi, ihre „Schützlinge“ noch besser zu verstecken. Maier-Witt wird mit neuem Namen und neuer Identität als Sylvia Beyer nach Neubrandenburg „versetzt“. Als 1989 die Mauer fällt, weiß sie aber, dass das Versteckspiel aus ist. Im Frühsommer 1990 wird sie verhaftet. Die Zeit des Asyls im Arbeiter- und Bauernstaat ist für die Ex-Terroristen zu Ende. Silke Maier-Witt kooperiert bei der Aufklärung. Sie wird nach fünf Jahren Haft zur Bewährung entlassen. Der preisgekrönte Filmemacher Claus Räfle rekonstruiert die Umstände, die zur Aufnahme der zehn RAF-Aussteiger in der DDR führten. Er erzählt am Beispiel von Silke Maier-Witt vom Leben im DDR-Alltag, vom Versuch, hier unauffällig heimisch zu werden, von den Ermittlungen westdeutscher Behörden und den Verschleierungstaktiken der Stasi. Claus Räfle redet mit Experten und Zeitzeugen – und mit Silke Maier-Witt. Wie schon in seinem Doku-Drama „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ (2017), das von Juden in der Zeit des Nationalsozialismus handelt, spürt Claus Räfle erneut einer Ausnahmesituation nach, die mit einem Identitätswechsel verbunden ist. Die Dokumentation verwebt Interviews und Archivmaterial mit KI-animierten Szenen (von Helmut Fischer und Parviz Balucci). So entsteht ein zeitgeschichtlicher Doku-Thriller. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 12.10.2026 Das Erste

zurück

Erhalte Neuigkeiten zu ARD History direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu ARD History und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Auch interessant…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App