ARD History Folge 71: Vom Paradies in die Hölle – Schwarze Menschen im Nationalsozialismus
Folge 71
Vom Paradies in die Hölle – Schwarze Menschen im Nationalsozialismus
Folge 71 (45 Min.)
Alina Fritsch (als Miriam Rothschild).
Bild: ORF/Hubert Mican / ZDF
„Vom Paradies in die Hölle“ erzählt die außergewöhnliche Überlebensgeschichte des afro-karibischen Seemanns Lionel Romney, der 1944 ins KZ Mauthausen deportiert wurde. Jahrzehnte später vertraute er seine Erlebnisse seiner Tochter Mary an, deren Spurensuche – von der Karibik über Italien bis Österreich – den Rahmen des Dokudramas bildet. Der Film offenbart ein verdrängtes Kapitel europäischer Geschichte und zeigt die Realität Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus: Zwischen Verfolgung, Propaganda und dem Kampf ums Überleben. Eine Koproduktion von DOTS & CIRCLES, ORF und BR in Zusammenarbeit mit ARTE; unterstützt von FERNSEHFONDS AUSTRIA, LAND SALZBURG, Documentary Campus.
„Vom Paradies in die Hölle“ erzählt die außergewöhnliche Überlebensgeschichte des afro-karibischen Seemanns Lionel Romney, der 1944 ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde. Jahrzehnte nach dem Krieg vertraute er seine Erinnerungen seiner Tochter Mary an. Ihre Reise von der Karibik über Italien bis nach Österreich bildet den emotionalen Rahmen des Dokudramas. Lionel, 1912 in Santo Domingo geboren und auf Sint Maarten aufgewachsen, heuert als junger Mann auf einem
Frachtschiff an, um die Welt zu sehen.
Doch seine Sehnsucht nach Freiheit wird zur tragischen Odyssee: Sein Schiff gerät in die Wirren des Zweiten Weltkriegs, wird beschossen und sinkt. Die Besatzung überlebt, doch Lionel landet in italienischer Gefangenschaft und wird nach Jahren in Lagern schließlich ins KZ Mauthausen deportiert. Dort übersteht er elf Monate, bis amerikanische Truppen das Lager befreien. Der Film rückt ein verdrängtes Kapitel europäischer Geschichte in den Fokus: die Lebensrealität Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus. Diese war geprägt von kolonialen Kontinuitäten, Rassismus, Zwangsarbeit und politischer Willkür.
Romney steht stellvertretend für viele, die zu Propagandazwecken missbraucht wurden oder der Verfolgung ausgesetzt waren. Expert:innen wie Clarence Lusane, Katharina Oguntoye, Walter Sauer und Serge Bilé erweitern die historische Perspektive. Archivmaterial und künstlerische Reenactments verweben sich zu einer dichten visuellen Erzählung. Eine Koproduktion von DOTS & CIRCLES, ORF und BR in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert durch den FERNSEHFONDS AUSTRIA und das LAND SALZBURG, entwickelt im Rahmen des Documentary Campus. (Text: ARD)