Die Land- und Forstwirtschaft hat Viktoria Hutter von den Großeltern übernommen. Ihr Partner Florian hatte bis vor ein paar Jahren nichts mit der Landwirtschaft zu tun – jetzt ist er vor allem beim Anpflanzen, Ernten und Einlegen von Gurkerln engagiert. Die beiden haben geheiratet – er hat ihren Namen angenommen. „Die Leute haben ohnedies immer ‚der Freund von der Hutter-Viki‘ zu ihm gesagt“, lacht Viktoria. Florian, der aus Oberösterreich zugezogen ist, ist seit kurzem Bürgermeister der Gemeinde Gastern im Waldviertel, Niederösterreich. Und Viktoria Hutter ist mittlerweile von der Gemeinderätin zur Bundesrätin der ÖVP aufgestiegen. Die politische Arbeit eint die beiden – immerhin gibt es laufend Feuerswehrfeste und andere Veranstaltungen, die die beiden in ihren Funktionen besuchen.
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- Warum es für Bauern immer schwerer wird eine Frau fürs Leben zu finden: Ist es für Bauern heute schwerer, eine Frau zu finden, als früher? Wollen Frauen noch Bäuerinnen sein – oder ist das ohnedies nicht mehr nötig, weil die Maschinen die Arbeit erleichtern und gar nicht mehr die ganze Familie am Hof mithelfen muss? „Am Schauplatz“-Reporterin Tiba Marchetti hat sich auf Entdeckungsreise quer durch Österreich begeben. Ihre Reportage zeigt, wie sehr sich das Leben als Bauer verändert hat.
„Ich kann einer Frau, die Pferde liebt, den Himmel bieten“, strahlt Siegfried Marth. Der 47-jährige Landwirt macht in Güssing eine Ausbildung zum Pferdewirt. Sein Geld verdient er vor allem mit der Schweinezucht und dem Verkauf von Martinigansln. Der Obmann der Genussregion Südburgenland ist seit der Scheidung vor drei Jahren allein – seine Ex-Frau lebt jetzt mit den drei gemeinsamen Kindern bei ihrer Mutter. „Das Leben ist schon sehr leise und einsam geworden“, sagt Siegfried. „Wenn du mir vor zehn Jahren
gesagt hättest, dass ich eine Frau im Internet suche, hätte ich laut gelacht.“ Odo Kail, der sportliche 57-Jährige, ist seit ein paar Jahren allein auf seinem Hof bei Knittelfeld.
Den Stall für seine Rinder hat er vergrößert, jeden Monat kommen um die zehn Kälber zur Welt. „Ich arbeite so lange ich kann. Das ist mein Lebenswerk“, erklärt er. Ein neues Haus will er auch noch bauen, für sich und eine Partnerin – wenn er eine findet, die ihn arbeiten lässt, wie er will.
Johannes Halbartschlager, 31, hat die sogenannte „Schönleiten“ nahe Waidhofen an Ybbs vor ein paar Jahren übernommen und lebt dort mit seinem Ziehvater. Der hat ihn adoptiert, weil er keine eigenen Kinder hat und wollte, dass der Name weiterbesteht. Das Haus ist mittlerweile großteils renoviert, der junge Milchbauer macht Brot und Butter für den Markt selbst. Jetzt fehlt noch eine Frau. „Ich heirate nur, wenn ich die Frau liebe. Ob es eine Bäuerin ist oder eine Ingenieurin, die das Geld heimbringt, ist Nebensache“, schmunzelt Johannes. (Text: ORF)