Janina Maurus führt gemeinsam mit ihrem Mann Aziz ein Surfhotel in Tamraght.
Bild: ZDF
Wo der Duft von Gewürzen durch die verwinkelten Gassen der Souks zieht, der Atlantik mit Stränden lockt und hinter schneebedeckten Bergen die Sahara beginnt, ist der Orient noch lebendig. Gleichzeitig führen die Menschen in Metropolen wie Casablanca oder Marrakesch ein modernes Leben. Es ist die kontrastreiche Schönheit Marokkos, die Reisende aus aller Welt von jeher fasziniert – manche so sehr, dass sie für immer bleiben. „Erst habe ich mich in das Land Marokko verliebt und dann in meinen Mann“, gesteht Sabina Ben Chaira schmunzelnd, „und die Liebe zu beiden hält bis heute an.“ Seit ihrer ersten Begegnung sind 40 Jahre vergangen, und Sabina aus Mannheim hat sich in Marrakesch ihren großen Traum erfüllt.
Gemeinsam mit ihrem Mann Ahmed führt sie mitten in der historischen Medina ein Hotel. Sabina liebt und lebt die marokkanische Kultur, könnte sich kein schöneres Zuhause vorstellen: „Es gibt immer etwas Neues zu entdecken“, schwärmt die gelernte Hotelfachfrau, „das fasziniert mich. Dass es kein Stillstand ist, sondern sich immer etwas bewegt.“ Auch Christian Mamoun liebt die Dynamik in seiner neuen Heimat.
Der junge Mann aus Bayern lebt in Casablanca, der größten Stadt Marokkos. Als Fotograf und Content Creator taucht er täglich in das kreative Leben der Stadt ein, arbeitet zwischen Altstadtgassen, Cafés und Mode-Shootings und sucht beim Boxtraining den Austausch mit Einheimischen, auch um sein Arabisch zu verbessern, das er seit ein paar Jahren lernt. Christians Familie väterlicherseits stammt aus Marokko, sein Umzug hierher ist auch Teil seiner Suche nach den eigenen Wurzeln. Besonders begeistert Christian die Offenheit der Menschen und die wachsende Kunstszene.
Er ist stolz darauf, Teil dieser kreativen Entwicklung zu sein. Herausforderungen gehören für ihn zum Alltag, er nimmt sie mit Gelassenheit: „Der Vorteil in Marokko ist“, findet Christian, „dass hier selbst die Schattenseiten sonnig sind.“ Im kleinen Küstenort Tamraght, in der Nähe von Agadir, lebt Janina Maurus mit ihrem marokkanischen Mann Aziz und den gemeinsamen Kindern. Die beiden lernten sich 2012 während einer Backpacking-Tour kennen. Damals stand für Janina schnell fest, dass sie in Marokko ihre wahre Heimat gefunden hat: „Ich habe mich hier wirklich angekommen gefühlt“, erzählt sie rückblickend.
„In Deutschland hatte ich immer das Gefühl, wie ein Fremdkörper zu sein. Hier fühle ich mich wohl.“ Gemeinsam haben Janina und Aziz ein Surfcamp aufgebaut, zu dem auch ein Riad nach traditionellem Vorbild gehört, indem sie ihre internationale Kundschaft beherbergen. Die Arbeit mit den Gästen, die wegen der Schönheit ihrer Wahlheimat und der Liebe zu den Wellen des Atlantiks kommen, erfüllt die leidenschaftliche Surferin. „Das zu teilen, was wir uns hier aufgebaut haben, ist für mich das Schönste.“ (Text: ZDF)
Tiefblaue Seen, dichte dunkle Wälder und eine Küste mit Sandstränden und einsamen Felsbuchten: Schweden begeistert Reisende mit einer Natur, die für viele der Inbegriff von Freiheit ist. Dazu kommt eine Lebensart, die Balance und Maß feiert, ob es nun um Gestaltung geht, Genuss oder den Rhythmus des Alltags. In Schweden hasst man Hetze – kein Wunder, dass das Land im internationalen Glücksranking regelmäßig auf einem der ersten Plätze landet. Auch Shannon Baden und Raphael Glade fühlen sich sofort angekommen, als sie 2024 zum ersten Mal hier Urlaub machen und restlos begeistert sind. Mit gerade einmal Anfang 20 setzen die beiden alles auf eine Karte, kratzen ihr Erspartes zusammen, kaufen für 70.000 Euro einen sanierungsbedürftigen Hof mit Wiesen und zwei eigenen Seen in Südschweden und geben kurz entschlossen ihre alte Heimat Hamburg auf.
Ganz ohne handwerkliche Erfahrung renovieren sie seither ein Haupthaus und drei Nebengebäude. „Wir haben uns unseren Traum von einem Pettersson-und-Findus-Leben erfüllt“, erzählen die beiden lachend, „und uns einen Ort geschaffen, der sich wie eine warme Kindheitserinnerung anfühlt.“ Schon bald wollen sie ein Sommercafé und einen hofeigenen Flohmarkt eröffnen.
Thomas Volle ist Sänger und kommt 2012 für ein Opernprojekt nach Schweden. Dort verliebt er sich Hals über Kopf in seine spätere Frau Eleonor und in ihre Heimat. Er beschließt, zu bleiben und gründet mit Eleonor eine Familie. Die beiden wohnen heute mit drei Töchtern nördlich von Stockholm in einem Reihenhaus mit Blick aufs Wasser. Beruflich hat sich Thomas hier fest etabliert. Für Auftritte reist er immer wieder quer durch Europa, doch sein Zuhause ist für ihn Schweden: „Wir haben hier alles, was wir brauchen. Midsommar feiern wir ganz traditionell in unserem Sommerhaus am Wasser, also fast ein kleines Bullerbü.“ Ganz im Norden, im wilden Lappland, haben Andrea Windolph und Alexander Blumenau ihr Glück gefunden.
Ihr Hof liegt nördlich des Polarkreises, umgeben von endlosen Wäldern und zahllosen Seen: „Das Leben in Nordschweden heißt für uns Lebensqualität“, schwärmen die beiden. „Wir lieben die Nähe zur Natur, die Ruhe und die Gelassenheit.“ Bis zum nächsten Ort sind es 60 Kilometer. Ihr Zuhause, das sie mit fünf Schlittenhunden teilen, ist gleichzeitig ihr Arbeitsplatz, von hier aus führen die beiden Wissenschaftler ein eigenes Onlineunternehmen und unterstützen den schwedischen Wetterdienst mit einer täglichen Wettermessung. (Text: ZDF)