37 Grad

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    • Leben auf Pump

      Folge 636

      Adele H. ist in einem feinen Viertel der Stadt aufgewachsen. Nie hätte sie sich träumen lassen, irgendwann finanziell am Abgrund zu stehen. Denn Geldsorgen hat sie in ihrem Leben lange keine gehabt. Sie heiratete, bekam eine Tochter und führte das Leben besser gestellter Bürger in einer reichen Stadt. Doch als ihre geliebte Mutter zum Pflegefall wurde, fing die heile Welt an brüchig zu werden. Die Ehe funktionierte nicht mehr, sie trennte sich von ihrem Mann und zog mit der Tochter aus. Das Geld wurde weniger, die Kosten stiegen. Adele kaufte häufiger mit Kreditkarte, Reisen und manches andere zahlte sie in Raten. Unmerklich stiegen ihre Verbindlichkeiten. Irgendwann nahm sie einen Kredit auf, um ihre Raten bezahlen zu können. Es dauerte viele Monate, bis der Kauffrau klar wurde, dass sie sich verrechnet hat. Sie hat regelmäßig mehr ausgegeben als sie verdient, und die vermeintlichen Rückzahlungen waren meist nur Zinsen. Dem Portemonnaie schmeichelnde Ratenvereinbarungen und Kreditkartenverträge haben sie in Sicherheit gewogen. Bis die Raten dann höher waren, als sie es sich leisten konnte. Am Ende hat es zum Leben nicht mehr gereicht. Aber Adele wollte das nicht wahrhaben. Sie konnte sich nicht auf der „anderen Seite“ sehen. Arm, hoch verschuldet, das war nicht sie! Bis sie eines Tages merkte, dass die Schulden angefangen haben sie aufzufressen, ihre Tage und ihre Nächte wurden bestimmt von dem quälenden Gefühl, aus der Schuldenfalle nicht mehr heraus zu finden. Sie fühlte sich gefangen. Ihre Tochter war es, die ihr schließlich die Augen öffnete, mit einer naiven, aber entscheidenden Frage: „Mama, sind wir jetzt arm?“ „37°“ begleitet Adele H. in dem vielleicht schwierigsten Moment ihres Lebens. Wenn sie den Ausweg in der Privatinsolvenz sucht, muss sie sich ihrer Familie und ihren Freunden eingestehen, dass sie nicht aus eigener Kraft aus der Krise kommt. Adeles Selbstbild von der Powerfrau, die das Leben in die Hand nimmt, wird zusammenfallen. Andererseits: Wenn sie sich dagegen entscheidet, verliert sie vielleicht die Tochter, die Wohnung und riskiert ihre Gesundheit. Ein schwerwiegender Konflikt. Adele wendet sich an einen Schuldenberater. Der macht ihr keine Belehrungen über ihren Lebenswandel, sondern rechnet ihre Chancen auf Basis der Zahlen aus. Er empfiehlt den Insolvenzantrag zu stellen, und sich dann sechs Jahre in Zurückhaltung zu üben. Für Adele bedeutet das: Wenn sie diesen Antrag stellt, stellt sie auch ihr eigenes Wertesystem in Frage. Sie wird Geld nicht zurückgeben, das sie sich geliehen hat, und dafür schämt sie sich. Kann sie ihren Freunden noch in die Augen sehen? Die Reportage zeigt auch den Fall von Birgit R., die sich bereits für die private Insolvenz entschieden hat. Aus einer aussichtslosen Situation entwickelt sich für die allein erziehende Mutter ein Leben mit Perspektive. Aus einer Frau im Kaufrausch wird wieder eine verantwortungsvolle Frau, die sich vom Reiz der allgegenwärtigen Produktwerbung zurückzuziehen weiß. Ein dritter Fall beleuchtet das Leben eines jungen Paares, das einem Immobilienhändler auf den Leim gegangen ist und nun vor einem riesigen Schuldenberg steht. Die beiden müssen möglicherweise in den nächsten 20 Jahren jeden Monat über ein Drittel ihrer Einkünfte abtreten. Die so teuer mit Zins und Zinseszins erkaufte Immobilie ist allerdings kaum etwas wert. Wie kann die Zukunft der beiden aussehen? (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 21.04.2009 ZDF
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      Sendetermine

       Fr 17.07.2009
      03:50–04:20
      03:50–ZDF
       Do 30.04.2009
      18:00–18:30
      18:00–3sat
       Mi 22.04.2009
      19:30–20:00
      19:30–ZDFdokukanal
       Di 21.04.2009
      22:15–22:45
      22:15–ZDF NEU

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