Altersdiskriminierung ist verboten. Doch sie findet statt: im Arbeitsleben, in der Finanzwelt und im gesellschaftlichen Miteinander. „37°“ zeigt Menschen, die sich dagegen wehren. Die Altersgruppe der 60- bis 80-Jährigen fühlt sich oft jünger als von außen wahrgenommen. Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt, dass die aktive Boomer-Generation von der Gesellschaft mit deutlich älteren Menschen in einen Topf geworfen wird. Gegen eine Benachteiligung aufgrund des Alters setzen sich Katrin Schwahlen (68) und Klemens Schüttgen (59) ein.
Die Onlineredakteurin und der Werbefachmann kämpfen – jeder auf seine Weise – gegen Beitragserhöhungen von Versicherungen, um Kredite für ein Eigenheim und um Aufträge für ihren Lebensunterhalt. Im Austausch mit Gleichgesinnten suchen sie nach Wegen, wie sie weiterhin als Leistungsträger anerkannt bleiben und ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Gerontopsychologin Eva-Marie Kessler arbeitet regelmäßig am Altersbericht der Bundesregierung mit und
veröffentlichte 2025 eine Studie über Altersdiskriminierung: „Wir haben ein Altersstereotyp im Kopf: Dass man senil wird, unflexibel und konservativ.
Dadurch grenzen wir Menschen aus. Und wenn wir selbst alt werden, übertragen wir diese Vorstellungen auf uns. Diese Glaubenssätze machen uns nachweislich psychisch und körperlich kränker.“ Bertram Kasper (63), bis vor kurzem Bereichsleiter eines Pflegeträgers, will sich strategisch aufs Alter vorbereiten und diskutiert in seinem Podcast mit Soziologen, Psychologen, jüngeren und älteren Menschen über Lösungen des Generationenkonflikts.
„Mir geht es darum, einen natürlichen Umgang mit dem Prozess des Älterwerdens zu bekommen, sowohl als Frau als auch als Mann oder als quere Persönlichkeit. Ich nenne das so, dass wir eine Kultur des Pro Agings brauchen“, sagt Kasper. Gegenseitige Vorwürfen zwischen Generationen helfen nicht weiter. „Wenn wir die Herausforderungen, die vor uns liegen, meistern wollen, dann geht das nur, wenn Jung und Alt zusammenarbeiten.“ (Text: ZDF)