Dalli Dalli

Dalli Dalli

D/A 1971–1986
153 Ausgaben
Deutsche Erstausstrahlung: 13.05.1971 ZDF

Am 13. Mai 1971 ging „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal auf Sendung und wurde zu einer überaus beliebten Quiz-Show im ZDF. 153 Sendungen – bis zum 11. September 1986 moderierte Hans Rosenthal. „Sie sind der Meinung: Das war Spitze!“ wurde zum geflügelten Wort und die Show Kult. Über 1200 Prominente aus Film, Fernsehen, Theater, Sport und Politik traten in den einzelnen Raterunden auf. (Text: ZDF)

Dalli Dalli – Kauftipps
Dalli Dalli – Community
Pedrinho (geb. 1960) am 03.09.2014: Hallo, liebe Dalli-Dalli-Fans, In irgendeiner frühen Dalli-Dalli-Sendung trat mal ein skandinavisches Duo (Vater und Tochter) auf. Sie sangen ein Lied über die Schwierigkeiten der deutschen Sprache. Im Refrain hieß es dann u.a. "...schwer, sehr schwer, sehr schwer". Kennt jemand vielleicht die entsprechende Folge und kann mir Titel und Interpreten des Liedes nennen? Das wäre klasse.
Udo (geb. 1971) am 06.03.2014: Ich bin in der glücklichen Lage 145 der insgesamt 153 Folgen auf DVD zu besitzen. Leider ist es weder beim ZDF noch beim ORF möglich dir restlichen 8 Folgen zu bekommen. Weiss jemand ob folgenden 8 Ausgaben noch irgendwoher zu haben sind: Nr. 51 vom 12.06.76, Nr. 54 vom 02.10.76, Nr. 69 vom 13.04.78, Nr. 72 vom 10.08.78, Nr. 81 vom 28.06.79, Nr. 95 vom 06.11.80, Nr. 98 vom 19.02.81 und Nr. 112 vom 15.07.82? Damit wäre meine Sammlung komplett.
Stephanie am 06.07.2013: Liebes ndr-Team, leider habe ich die Neuauflage von dalli dalli erst heute gefunden (da ich die dritten Programme nur sehr selten sehe) und freue mich unbaendig, diese Show wiederzusehen ! Ich haette nicht gedacht, dass so schoene Spiele heute noch moeglich sind und ueberhaupt jemand Hans Rosenthal nachfolgen koennte. Kai Pflaume ist einfach 'spitze' ! Vielleicht waere es ja mal moeglich eine Sendung als "Appetithappen" in das Erste oder Zweite Programm zu bringen... Die heutige XXL-Show waere vielleicht genau der richtige Zeitpunkt gewesen. Das ist aber nur meine persoenliche Meinung. Weiter so
Fr. Ramona Ullrich (geb. 1961) am 18.03.2013: Liebes NDR- und dalli-dalli-team, wir bitten Euch, die dalli-dalli-show viel früher zu senden. Schon als Kind sah ich Eure Sendung "dalli-dalli" und war eifrig mit dabei, schneller als die Kandidaten raten zu können ; natürlich angefeuert von meinen Eltern und Großeltern!!! Ich finde die Sendung auch toll für Kinder, da sie durch das Raten was lernen können und lachen ist auch gut für die Seele. Da die Kinder um diese Zeit meistens schon schlafen, hätte ich eine ganz große Bitte an Sie. Währe es nicht möglich, diese tolle Sendung etwas früher zu bringen? Mein Mann würde dalli-dalli auch gerne wieder sehen. Da er Epilepsie hat und starke Medikamente nehmen muss, braucht er sehr viel Schlaf und muss spätestens um 21 Uhr ins Bett. Leider kann er dann ihre Sendung nicht mehr sehen. Auch ich habe Epilepsie und merke wie gut Lachen tut. Leider habe auch ich dann am folgenden Tag Anfälle, wenn ich - wie derzeit - bis ca. 23 Uhr wach bleibe. Hans Rosenthal und seine Stiftung würden sich bestimmt sehr freuen, wenn wir alle mitmachen könnten. Viele Kinder würden dann vor Begeisterung am Fernseher mitmachen. Auch viele Behinderte, die Hans Rosenthal immer noch mit seiner Stiftung ja unterstützen will, werden von dalli-dalli begeistert sein. Denn, ich muss es sagen: KAI PFLAUME UND DAS GANZE DALLI-DALLI-TEAM SEID SPITZE
NVMVS AVREVS (geb. 1966) am 05.06.2012: Auszug aus dem Standardschreiben ds ZDF zur Absetzung von Dalli Dalli: "Die Wiederholungen der "Dalli Dalli"-Shows in unserem digitalen Sender ZDFkultur wurden Ende April eingestellt. Leider mussten wir feststellen, dass Zuschauer, die beim Zappen auf etwas Interessantes stoßen, viel konstanter bei Serien und Musiksendungen hängenbleiben. Eine Ausstrahlung der weiteren Folgen ist für die absehbare Zeit leider nicht vorgesehen. Für die Fans der Sendungen mit "Hänschen Rosenthal" tut es uns leid!" Meine Antwort an das ZDF: Sehr geehrte Frau ..., Sie machen also - das muss ich leider Ihrer E-Mail entnehmen - Programm für das dumme Volk, das beim Zappen irgendwo hängenbleiben soll, vornehmlich bei Müll wie Fürstenhof und Konsorten. Das ist ein Armutszeugnis für das ZDF. Es gibt mittlerweile so viele unnötige Programme, auf denen überall nur noch der gleiche austauschbare Schrott gezeigt wird (Sinnfreie Endlosserien und Mord- u. Todschlag). Warum ist es nicht möglich, wenigstens ein Programm davon auszunehmen. Zeigen Sie einfach das komplette Fernsehprogramm der 70er und 80er Jahre. Damals wurden noch Serien produziert, die einen Anfang und vor allem auch ein Ende hatten. Diese waren bspw. geschichtlich unterlegt, literaturunterlegt und wurden mit Liebe zum Detail hergestellt, was Ausstattung, Kostüme, Handlung usw. angeht. Heute darf nur noch die Masse bedient werden, so billig und so primitiv wie möglich. Ich kann auf den derzeit angebotene Müll aller Sender gerne verzichten und muss leider feststellen, dass auch das ZDF immer mehr an Qualität und Unterschied zu RTL und Co. verliert. Mit freundlichem Gruß
Dalli Dalli – News
Mitwirkende
ModerationHans Rosenthal
Crew
Sonstige MitwirkendeHorst Pillau
 Monika Sundermann
 Hans Bierbrauer
 Mady Riehl
 Brigitte Xander
 Ekkehard Fritsch
 Georg Lohmeier
 Christian Neureuther
 Rosi Mittermaier
 Sabine Noethen
RegieHartmut Schottler
 Truck Branss
 Inge Letz
MusikHeinrich Riethmüller
Dies und das
Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

Erfolgreiche 90-Minuten-Spielshow mit Hans Rosenthal.

In der schnellen Show waren jeweils acht prominente Kandidaten zu Gast, die in Zweierteams nach Oberbegriffen aufgeteilt wurden, je nachdem, aus welcher Branche sie kamen. Die Oberbegriffe waren so gewählt, dass sich jeweils eine Alliteration ergab, also z. B: „Tribüne gegen Tunika, Training gegen Theater“. Zunächst traten zwei Zweierteams gegeneinander an, danach die anderen beiden. Die Sieger der Zweier-Runden spielten anschließend im Finale um den Gesamtsieg. Die Prominenten mussten dabei Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Assoziationsvermögen demonstrieren, indem sie in einer Spielrunde innerhalb von 15 Sekunden möglichst viele Begriffe zu einem Oberbegriff nannten, und im anschließenden Aktionsspiel wiederum in einer vorgegebenen Zeit eine körperliche Aufgabe erfüllen, beispielsweise Würste formen, die aus einer Wurstmaschine geschossen kamen, Maibäume schmücken, Kerzen bedrucken, Frauen schminken, Eier suchen, Luftballons in Schubkarren transportieren oder brennende Häuser löschen.

Diese Aktionsspiele waren jedes Mal andere und entsprechend kurzweilig. Aufgrund der knappen Zeitvorgaben war die ganze Show sehr hektisch, und wenn die Hektik nicht durch die Spiele aufkam, verbreitete Hans Rosenthal sie selbst, der während der Spiele daneben stand und immer „Weiter, weiter!“ rief. Anfang der 80er Jahre wurde eingeführt, dass Zuschauer im Saalpublikum durch Knopfdruck entscheiden konnten, dass zwei Kandidaten ihre Aufgabe so gut gelöst hatten, dass sie die gezeigte Leistung „Spitze“ fanden. Taten das die meisten, ertönte im Saal eine Sirene und Rosenthal rief: „Sie sind der Meinung: Das war – Spitze!“ Beim Wort „Spitze“ rief das ganze Publikum mit. Gleichzeitig sprang Rosenthal hoch, und das Bild wurde angehalten, so dass er einen Moment mit angewinkelten Beinen in der Luft hing. Für „Spitze“ gab es Extra-Punkte.

Am Ende ergab die Gesamtpunktzahl (die Punkte aus den einzelnen Spielrunden wurden multipliziert) den Gewinnbetrag, der einem guten Zweck zugeführt wurde. Den konkreten Anlass durfte das Gewinnerpaar vorlesen, Rosenthal fügte dann mehrere erläuternde Sätze über das jeweilige Schicksal hinzu, was jeder Sendung einen gedämpften Abschluss verlieh. Meist ging es um Familien, die durch den Tod des Vaters unverschuldet in Not geraten waren. Nach dem Tod Rosenthals gründete das ZDF gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Berlin, dem RIAS und der „Hörzu“ die Hans-Rosenthal-Stiftung, die diese Hilfe fortsetzte und die Erlöse der Show „Ihr Einsatz bitte …“ erhielt.

Feste und berühmte Bestandteile von Dalli Dalli waren u. a. die Kulisse, eine Gitterwand, die aus unzähligen sechseckigen Waben bestand, das Spiel „Dalli-Klick“, in dem erraten werden musste, was auf einem Foto zu sehen war, das erst nach und nach, nämlich bei jedem „Klick“, enthüllt wurde, sowie der von Horst Pillau umgeschriebene Theaterklassiker, in dem die prominenten Kandidaten falsche Requisiten und Textänderungen erkennen mussten. In verschiedenen Varianten spielte Rosenthal auch immer mit nichtprominenten Kandidaten. Anfangs konnte ein Zuschauer aus dem Publikum etwas gewinnen, wenn er Fragen beantwortete, die aus einer Lostrommel mit verschiedenfarbigen Kugeln und dem Aufdruck „W“ wie Wissen, „L“ wie lustig etc. gezogen wurden. Später spielten zwei Kandidaten gegeneinander die „Dalli-Tonleiter“: Sie saßen unter einem Leuchtbogen und beantworteten Fragen zum Allgemeinwissen. Für jede Antwort leuchtete eine weitere Note auf. Außerdem gab es zeitweise einen Wettstreit zwischen zwei Kandidaten, die sich vorher per Post für ein Spezialthema bewerben konnten und dann ebenfalls unter einem Leuchtkastenbogen saßen, auf dem nun allerdings Geldsummen aufleuchteten. Zwischen den Spielen gab es Showblöcke mit Musik oder Sketchen.

Neben Hans Rosenthal traten noch auf: seine Assistentin Monica Sundermann, der Schnellzeichner Oscar (sein Nachname wurde nie genannt, er lautete Bierbrauer; als Grafiker war Oscar aber auch nach seinem Wohnort als „Oscar Lebatz“ benannt; angefangen hatte er als Phantombildzeichner für die Polizei) und eine dreiköpfige Jury, die über die korrekte Punktevergabe wachte („Ein Busen war doppelt, den müss’ ma abziehen“) und den Gewinnbetrag in Schilling umrechnete. Sie bestand aus Mady Riehl, Brigitte Xander und Ekkehard Fritsch. Dem frechen Fritsch folgte 1980 für drei Folgen Georg Lohmeier, bevor er – wegen zu großer Trägheit – durch Christian Neureuther ersetzt wurde. Zeitweise saß auch Neureuthers Frau Rosi Mittermaier in der Jury. Kurz vor Ende der Reihe nahm für ein paar Sendungen noch Sabine Noethen Mady Riehls Platz ein. Die Musik spielte bis 1980 die Götz-Wendlandt-Combo, dann die die „Jochen-Brauer-Band“, jeweils unter der Leitung von Heinrich Riethmüller.

Der Aktionismus in der Show färbte aufs Publikum ab, das bereitwillig alles machte, wozu es aufgefordert wurde, aber zu Rosenthals Entsetzen nicht vom In-die-Kamera-Winken („Nein, das macht man nicht“). abzuhalten war. Ende 1972 trat in einer Sendung die 30-jährige gelähmte Susanne Meyer aus Berlin auf und bat um Ansichtskarten aus aller Welt. Es kamen, je nach Schätzung, 600 000 bis eine Million Karten. Gezählt hat sie wohl niemand.

Sendeplatz war einmal im Monat am Donnerstagabend um 19.30 Uhr (in den ersten beiden Jahren war die Show noch zehn Minuten kürzer), u. a. im Wechsel mit dem ebenfalls erfolgreichen Quiz Der große Preis. Ein Intermezzo als Samstagabendshow 1976/77 dauerte nur kurz.

Mit dieser Sendung wurde Rosenthal, der nicht sehr groß war und deshalb „Hänschen“ genannt wurde, zu einem der beliebtesten Fernsehmoderatoren. Sein Publikum sprach er stets mit „liebe Dalli-Dalli-Freunde“ an. „Dalli Dalli“ war außerdem das Startkommando für die Spielrunden. Er moderierte die Sendung 153 mal. Sie wäre vermutlich noch jahrelang weitergelaufen, wäre Hans Rosenthal nicht im Herbst 1986 an Magenkrebs erkrankt. Am 11. September 1986 moderierte er noch, die Oktober-Sendung musste bereits ausfallen, weil Rosenthal im Krankenhaus lag. Am 10. Februar 1987 starb Hans Rosenthal. In der 150. Sendung hatte das ZDF noch Bilanz gezogen, ohne an ein Ende zu denken: Mehr als 1200 Prominente waren zu Gast gewesen, 2 330 118 Punkte waren bis dahin erspielt worden, umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro für unverschuldet in Not geratene Familien und andere Notleidende waren zusammengekommen. Die ersten prominenten Kandidaten waren am 13. Mai 1971 Liselotte Pulver und Fritz Eckhardt. Roberto Blanco war in der ersten Sendung nicht dabei, aber danach eigentlich immer. Die letzten Gewinner waren Christian Bruhn und Frank Duval.

1995 startete das ZDF eine kurzlebige Neuauflage als tägliche Nachmittags-Gameshow. „Dalli“ kommt übrigens vom polnischen dalej und heißt „los“, „beeil dich“ oder „schnell“.

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