Einer wird gewinnen

    Einer wird gewinnen

    D 1964–1987
    82 Folgen
    Deutsche Erstausstrahlung: 25.01.1964 ARD

    Einer wird Gewinnen, das war Fernsehunterhaltung auf höchstem Niveau! Acht Kandidaten aus verschiedenen Ländern spielten um den Hauptpreis. Es gab jeweils vier Runden, in denen zwei Kandidaten gegeneinander spielten. Stand es unentschieden, musste ein Würfel über das Weiterkommen entscheiden. Im Halbfinale spielten die letzten vier Kandidaten in Zweiergruppen gegeneinander. Meist wurde ein Film gezeigt, in dem Kulenkampff natürlich die Hauptrolle spielte. Die Fragen zu dem Film entschieden das Halbfinale, bis schließlich zwei Kandidaten um 8.000 DM spielten. Man musste bis zur Pause 1969 auf einem Stuhl Platz nehmen, nach Wiederaufnahme der Show 1979 wurde es bequemer. Die Kandidaten saßen abwechselnd auf einem Sessel und beantworteten die Schlussfragen. EWG war Fernsehunterhaltung auf allerhöchstem Niveau, an Kulenkampff können sich viele Jungmoderatoren auch heute noch ein Beispiel nehmen! Bis heute unerreicht! (Text: Markus Blanke)

    Einer wird gewinnen – Kauftipps

    Einer wird gewinnen – Community

    Claus (geb. 1966) am 25.08.2014: Ach ja, das waren noch Zeiten als Kuli Samstags ins Wohnzimmer kam. Auch wenn die Welt damals genauso wenig in Ordnung war wie heute, irgendwie vermisst man ihn und die Sendung doch. Einerseits konnte Kuli mit der Sprache gut umgehen - und die Kandidaten hatten wegen ihrer anderen Muttersprache manchmal so ihre Mühe. Dieser Kontrast machte durchaus einen Teil der Attraktivität der Sendung aus. Gibt es irgendwo EWG-Ausgaben der Jahre 1964 und 1965 ?
    Frieser (geb. 2019) am 02.03.2014: Naja, der Gedanke eine Sendung, oder evtl. eine Sendereihe zu Kuli - Zeiten zu machen ist ehrenwert. Zur damaligen Zeit war das super. An den Beiträgen ist zu sehen, die Beiträge kommen von einer anderen Generation zu der auch ich gehöre. Wir fanden den Kuli meistens super. Man orientierte sich im Voraus, wann kommt Kuli. Darauf hat man sich eingestellt. Ein grosser Unterschied, damals waren es Kanidaten, heute sind es prominente. Das ist auch ok. Mir hat die Sendung nicht so gut gefallen, bestimmt auch deswegen, weil die Erwartungen andere waren. Heute ist eine andere Zeit. Es lohnt sich aber das Thema EU, EWG in eine Sendung einzubringen. Vorreiter war für das Thema der Kuli und das ist toll. WF.
    heidepater (geb. 1953) am 01.03.2014: Hans Joachim Kulenkampff war in meinen Augen einer der größten Quizmaster in Deutschland uns deutschsprachigem Raum. Aber das was die ARD zum 50.-jährigen Jubiläum anbietet, finde ich ehrlich gesagt beschämenswert. Das liegt nicht an Herrn Pilawa selbst, sondern an derm ganzen Drumherum. Das ist nicht im Sinne des Herrn H,-J. Kulenkampff.
    peter hagn (geb. 1969) am 23.10.2009: Für mich war der Kuhlenkaäpf mit Abstand der beste Showmaster.finde die Idee garnicht so schlecht die Show EWG wieder auf leben zu lassen,und könnte mir einen Thomas Gottschalk gut vorstellen in dieser Rolle.Erinnere mich auch gerne an die Weihnachtsdisskussion mit Peter Alexander,weiss nicht mehr genau wer noch dabei war zurück.
    kuli-fan (geb. 1959) am 21.05.2009: KULI ist, war und wird, meiner Meinung nach, immer unerreichbar als DER Quizmaster sein. Sein Wortwitz und die Art mit den Kandidaten umzugehen wird einzigartig bleiben. Der doch ärmliche Versuch die Show im Jahre 1998 nochmals aufleben zu lassen ist Gott sei Dank kläglich gescheitet. Es hätte eines Show-Master aus einer Mischung von Günther Jauch und Thomas Gottschalk bedurft,um an das Ausnahmetalent KULI heranzukommen.

    Einer wird gewinnen – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Hans-Joachim Kulenkampff moderierte in den Jahren 1964 bis 1987 insgesamt 82 Folgen, Jörg Kachelmann präsentierte im Jahr 1998 eine Neuauflage der Spielshow, welche jedoch nach 3 Folgen eingestellt wurde.

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    „Das große internationale Quiz“ mit Hans-Joachim Kulenkampff.

    Acht Kandidaten (je vier Männer und Frauen) aus acht Ländern spielen in wechselnder Zusammenstellung im Ausscheidungsverfahren gegeneinander. In der ersten Runde treten jeweils zwei Kandidaten gleichen Geschlechts gegeneinander an und müssen Fragen zur Allgemeinbildung beantworten. Beide bekommen die gleichen Fragen gestellt, weshalb einer immer in eine schalldichte Kabine muss. Die vier Sieger ziehen in die Zwischenrunde ein. Bei einem Gleichstand gibt es anfangs zunächst Stichfragen, dann wird gegebenenfalls gewürfelt, in den 80er Jahren wird sofort gewürfelt. Für die Zwischenrunde werden zwei gemischt-geschlechtliche Zweierteams ausgelost, die nun gemeinsam weitere Wissensfragen beantworten und Geschicklichkeitsübungen bewältigen müssen. In einem Spiel teilen sie sich auf. Einer der beiden bekommt drei Fragen gestellt. Weiß er die Antwort nicht, kann sein Mitspieler durch die Geschicklichkeitsaufgabe den Punkt doch noch holen. In einem anderen, reinen Fragespiel dürfen sie sich beraten und müssen sich dann auf eine gemeinsame Antwort festlegen. Die beiden Mitglieder der Siegermannschaft spielen nun im Finale gegeneinander. Einer nimmt auf einem Sessel Platz, der auf einem Podest steht, und beantwortet drei Fragen, während der andere wieder in der schalldichten Kabine sitzt, weil ihm anschließend dieselben Fragen gestellt werden. Bei einem Gleichstand entscheiden bis zu zwei Stichfragen, danach wird notfalls der Gewinn geteilt. Zwischen den Spielrunden gibt es drei Showauftritte.

    Der Titel der Show wurde „EWG“ abgekürzt, was nicht zufällig auch die Abkürzung für die gerade zusammenwachsende „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ war. Das Quiz war eine der erfolgreichsten, beliebtesten und langlebigsten Sendungen, die es im deutschen Fernsehen gab. Sie lief als große Abendshow ca. sechsmal im Jahr samstags live um 20.15 Uhr, war eigentlich 105 Minuten lang, Kulenkampff („Kuli“) überzog aber ständig. Bis auf die Geschicklichkeitsspiele in der Zwischenrunde bestanden alle Runden aus Fragen zur Allgemeinbildung. Die Fragen wurden durch aufwendige Bauten, Kulissen, musikalische Darbietungen, Live-Spielszenen mit prominenten Schauspielern oder Einspielfilme illustriert, waren letztendlich aber doch immer nur Wissensfragen, die auch ohne diese Gimmicks hätten gestellt werden können. Das hätte die Show auf etwa eine Dreiviertelstunde gekürzt, sie aber eintöniger gemacht: Durch Bauten und Kostüme unterschied sie sich vom klassischen Abfragequiz. In den Einspielfilmen spielte Kulenkampff selbst mit und parodierte in pompösen Kostümen Figuren der Historie oder des klassischen Theaters. Es folgten Fragen aus den Bereichen Geschichte oder Theater und Literatur. Wer ausschied, erhielt als Trostpreis Goldmünzen, deren Zahl höher wurde, je länger der Kandidat im Spiel war. Der Hauptgewinn für den Sieger lag zu Beginn bei 2000 DM, Ende der 60er Jahre schon bei 4000 und zum Schluss bei 8000 DM.

    Obwohl die Kandidaten nicht – wie z. B. in Peter Frankenfelds Sendungen – spontan aus dem Publikum ausgewählt wurden, sondern vorher feststanden, kannte Kuli sie nicht, bevor sie auf die Bühne kamen. Oft wirkte es, als habe auch sonst niemand, der an der Show beteiligt war, eine Ahnung gehabt. So fragte Kulenkampff fast 24 Jahre lang bei den Namen seiner ausländischen Mitspieler immer wieder nach, und 1969 gewann eine Medizinerin, nachdem ihr, aber auch allen anderen Kandidaten, im Laufe des Abends etliche Fragen aus dem Bereich Medizin gestellt worden waren („Menschenskinder, das konnte ja keiner ahnen!“). Ach, nicht? Die Kandidaten kamen immer aus acht verschiedenen Ländern, deren Zusammenstellung variierte. Wer zu Kuli kam, sprach zwar in der Regel hervorragend deutsch, hatte gegenüber den Muttersprachlern aber einen leichten Nachteil. Bei den meisten Fragen gab es eine zeitliche Begrenzung von zehn Sekunden. Wer dann noch im Geiste die Frage übersetzen musste, hatte nicht mehr viel Zeit zum Nachdenken. So gewannen selten die Teilnehmer aus Großbritannien, Italien, Spanien, Jugoslawien, Ungarn, der Tschechoslowakei, Finnland, Schweden, Holland, Dänemark oder den USA, dafür meistens die Deutschen, Österreicher oder Schweizer.

    EWG war eine Eurovisionssendung und wurde aus wechselnden Hallen übertragen.

    Was EWG einzigartig machte, waren vor allem Kulis endlose Monologe. Eingangs machte er einige Witze zum aktuellen Tagesgeschehen, während der Show wich er vom eigentlichen Thema ab und nahm einzelne Bestandteile einer Antwort oder eines Gesprächs zum Anlass, darüber zu referieren. Fiel ihm eine Anekdote zum Beruf oder zur Herkunft eines Kandidaten ein, erzählte er sie. Fiel ihm noch eine ein, erzählte er sie auch. Er überschüttete seine Kandidatinnen (und vor allem seine Assistentinnen) mit Komplimenten, war immer der große Charmeur mit einem Hang zum Herrenwitz. Zwischendurch begrüßte er die gerade dazugekommenen Zuschauer der soeben im anderen Programm zu Ende gegangenen Fußball-Übertragung, telefonierte mit den „hohen Herren“, die die Einhaltung der Spielregeln überwachten und bei Unklarheiten anriefen, und ging auf Beschwerden ein, die während der Live-Sendung telefonisch beim Sender eingegangen waren. Nach einem Verriss in einer Tageszeitung griff er den Hauptkritikpunkt auf und hieß die Zuschauer beim nächsten Mal zu einem „langweiligen Abend“ willkommen, denn nach einer stressigen Woche habe jeder das Recht auf ein wenig Langeweile.

    Je länger die Sendung lief, desto mehr rückte Kulenkampff selbst in den Mittelpunkt. Oft überzog er seine Sendezeit um eine halbe Stunde oder länger – und zelebrierte es.

    Am Ende jeder Show trat Martin Jente (der Produzent der Sendung) als Butler „Herr Martin“ auf, der Kuli den Mantel brachte und einige spitze Bemerkungen zur Show und ihrem Quizmaster anbrachte („Immer wenn ich Ihre Sendung sehe, denke ich: Seine Stärke muss doch auf einem anderen Gebiet liegen“). Im Januar 1969 überreichte Jente Kuli noch vor dem Mantel den erstmals verliehenen Fernseh-Bambi (was Kulenkampff eine schöne Gelegenheit für eine kleine Rede gab). Kuli verschliss im Lauf der Jahrzehnte einige junge Assistentinnen, die bekanntesten waren in den 60er Jahren Uschi Siebert und in den 80ern Gabi Kimpfel. Das Orchester des Hessischen Rundfunks lieferte die musikalische Untermalung, anfangs unter der Leitung von Willy Berking, der mit Kulenkampff schon in Die glücklichen Vier aufgetreten war, später geleitet von Heinz Schönberger, der ebenfalls schon eine andere Kuli-Show mitgemacht hatte: Acht nach acht.

    Insgesamt dreimal nahm Kuli seinen Hut als Moderator von EWG, zweimal ließ er sich überreden, die Sendung neu aufzulegen. Nach seinem Abschied am 6. August 1966 dauerte es nur eineinhalb Jahre, bis er am 13. Januar 1968 zurückkehrte. Nach weiteren eineinhalb Jahren gab er die Sendung am 2. August 1969 zum zweiten Mal auf. Diesmal dauerte es fast zehn Jahre, bis es ein erneutes Comeback gab. In den ersten vier Jahren waren zwei neue Quizsendungen mit Kulenkampff gefloppt. Kulenkampff hatte damals geschworen, nie mehr ein Quiz zu moderieren. Sechs Jahre später, am 15. September 1979, kehrte er mit EWG auf den Bildschirm zurück. Sein Abschied im Jahr 1987 nach 82 Ausgaben war endgültig. Man erkannte es daran, dass er sich von Paul Anka eine auf ihn umgemünzte Version von „My Way“ singen ließ (Anka war der Autor des Songs, er hatte ihn für Frank Sinatra geschrieben). Außerdem hielt er zum Abschluss eine Best-of-EWG-Schallplatte hoch („Ich möchte das auch einmal tun!“), von deren Erlös ein paar Mark an die Stiftung zur Rettung Schiffbrüchiger gingen („Ich segel doch so gern“). Auf diese Weise habe er schon einen Teil abbezahlt, falls er mal aus dem Meer gefischt werden müsse.

    Der Versuch einer Neuauflage mit dem neuen Moderator Jörg Kachelmann im Jahr 1998 misslang grandios.

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