Der Kommissar

    Der Kommissar

    D 1969–1976
    Deutsche Erstausstrahlung: 03.01.1969 ZDF

    [ … Der Kommissar] ist ruhig, wirkt sehr „beamtenhaft“ und pflegt einen nahezu väterlichen Umgang sowohl mit Assistenten wie mit Tatverdächtigen. Seine Stärken liegen nicht im schnellen Umgang mit der Waffe, sondern in guter Beobachtungsgabe und scharfem Verstand. Der Mord selbst wird im Grunde zur Nebensache, denn die Beziehungen zwischen Täter und Opfer werden in den Mittelpunkt der Ermittlungen gerückt. Das Beleuchten der psychologischen Hintergründe ist nun ein zentraler Bestandteil der Tataufklärung. Neu ist auch die Erfindung des Ermittlerteams, das uns in heutigen Produktionen so vertraut geworden ist. Es gibt ihn, den „Chef“, der durch seine unaufdringliche Autorität die Hierarchie anführt und es gibt die Helfer, die fast unauffällig zu einem runden Bild beitragen.

    Kennzeichnend für die Serie sind auch die jeweiligen Settings, in denen die Geschichten angesiedelt sind. So wird beispielsweise im Münchner Hippie-Milieu recherchiert, und damit werden Drogendelikte und Sexualverbrechen plötzlich ein Thema. Ein Krimi, der sehr aktuell Themen seiner Zeit aufgreift und den moralisch rechten Weg auf spannende Weise vermittelt [ … ]

    Text: Sonja Dreher

    Quelle: ZDF

    Spin-Off: Derrick
    Crossover mit Oberinspektor Marek

    Der Kommissar auf DVD

    Der Kommissar im Fernsehen

    So
    01.01.11:25–12:25ZDFneo97Tod im Transit
    11:25–12:25
    So
    01.01.12:25–13:20ZDFneo88Die Kusine
    12:25–13:20
    So
    01.01.13:20–14:20ZDFneo95Eine Grenzüberschreitung
    13:20–14:20
    So
    01.01.14:20–15:20ZDFneo96Der Held des Tages
    14:20–15:20
    So
    01.01.15:20–16:20ZDFneo89Sturz aus großer Höhe
    15:20–16:20

    Der Kommissar – Community

    Stepper (geb. 1966) am 12.11.2016 20:00: Hallo ich bin mir fast sicher, daß das Lied: Suzanne von Leonhard Cohen in einer Kommissar Folge lief. Weiss jemand in welcher?
    Santiano am 27.04.2016 14:59: Noch nie war so bleich ein Morgenrot.Noch nie war die Sonne für mich so tot. Du sprachst von Verzeihen. Ich wollte Dich befrein, wir konnten zusammen nicht sein! Du lebst in Deiner Welt......usw.
    bexbunt am 10.03.2016 19:06: wapmon.com/videos/view/URE69e4Ddaw/Der-KommissarErik-Ode-87-Der-Mord-an-Dr-Winter.html kannst du z.b. mit video downloader pro lokal speichern
    Fernsehserie am 19.02.2016 19:57: Hallo an alle Kommissar-Fans, von den drei fehlenden Folgen - Anonymer Anruf (27 - Das goldene Pflaster (83) - Der Mord an Dr. Winter (87) kann man die beiden ersten auf Youtube downloaden. Leider ist die letzte Folge da aber nicht mehr im Angebot. Weiß jemand, wo man sie downloaden kann? DANKE für Eure Hilfe!
    Fernsehserie am 19.02.2016 19:46: Der Mord an Dr. Winter ist auf Youtube leider nicht zu bekommen!

    Der Kommissar – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    97 tlg. dt. Krimiserie von Herbert Reinecker.

    Kommissar Keller (Erik Ode) ist ein ruhiger, humorvoller Mann um die 60, der in Mordfällen in München und Umgebung ermittelt. Zu seiner Mannschaft gehören Walter Grabert (Günter Schramm), der ebenfalls eher ruhig und gefühlsbetont agiert, Robert Heines (Reinhard Glemnitz), ein sachlicher, kühler Rechner, sowie Harry Klein (Fritz Wepper), der Jüngste im Team und – mit einem Flokatiparka versehen – die universelle Schnittstelle zu allen Jugendszenen. Die Kollegen arbeiten und halten eng zusammen, verbringen auch mal ihre Freizeit zusammen und essen gemeinsam in ihrer Stammkneipe. Aber auch ein Bier im Dienst war damals noch keine Sünde. Vor Keller haben die jüngeren Kollegen Respekt und siezen ihn selbstverständlich, während Keller seine Mannschaft genauso selbstverständlich duzt. Fräulein Käthe Rehbein, genannt Rehbeinchen (Helma Seitz), ist Kellers treue, ewig Kaffee kochende Sekretärin. Als Harry Klein im Sommer 1974 das Team verlässt und zum Kollegen Derrick versetzt wird, kommt ab Folge 75 sein Bruder Erwin Klein (Elmar Wepper) neu dazu. Kommissar Keller hat sogar ein Privatleben und ist gelegentlich zu Hause bei seiner Frau (Rosemarie Fendel), die ihm die Regengaloschen nachträgt. Wegen Odes paternalistischer Art – vor und hinter der Kamera – verlässt sie die Serie jedoch nach einiger Zeit.

    Der Kommissar lief monatlich freitags um 20.15 Uhr und wurde ein Dauerbrenner, Erik Ode (der eigentlich Odemar hieß) ein Fernsehstar. Das junge Publikum ließ sich jedoch schon damals durch Odes betuliche, schleppende Beamtenart abschrecken. Der Kommissar kam ohne reißerische Action aus und setzte auf Psychologie und Gespräche. Viele, lange, redundante Gespräche. Eine Waffe gebrauchte der Kommissar selten. Seine letzten Worte an sein Team nach einem abgeschlossenen Fall waren schlicht: „Ich danke euch.“

    Jede Folge war eine Stunde lang, und alle Folgen waren in Schwarz-Weiß gedreht, obwohl das Farbfernsehen schon vor Beginn der Serie längst eingeführt war – ein Symbol dafür, dass die Serie zwar der Begründer der Tradition des klassischen deutschen Serienkrimis wurde, aber nicht eigentlich für Modernität stand. Auch Kommissar Keller beobachtete die sich im wahren Leben abspielenden gesellschaftlichen Umbrüche aus der Warte des konservativen Kopfschüttlers. Oft genug zeigten die Folgen warnend, wohin so viel Freizügigkeit führen kann. Kritiker warfen der Serie nicht von ungefähr „anti-aufklärerisches und antidemokratisches Wirkungspotential“ vor. Durch die große Zahl verschiedener Regisseure und Kameraleute war Der Kommissar andererseits eines der abwechlungsreichsten Spielfelder in Sachen Bildgestaltung, Montage und Erzähltechnik, die das deutsche Fernsehen bis dahin hervorgebracht hatte, und karikierte in der Rückschau den beamtenhaften Gestus des Inhalts. Ebenso ungewöhnlich war der expressive Musikeinsatz, mit dem die Serie manche Stücke in den Hitparaden hochkatapultierte.

    Entwickelt wurde die Serie von Herbert Reinecker, der sämtliche Drehbücher schrieb, und dem Produzenten Helmut Ringelmann, der schon die ZDF-Krimireihen Das Kriminalmuseum und Die fünfte Kolonne erfunden hatte. Mit dem Kommissar befreite er sich von dem vorher in deutschen Krimis scheinbar herrschenden Zwang, sich auf echte Fälle zu beziehen, verzichtete aber auch auf Action und Gewalt, wie sie die amerikanischen Krimiserien im deutschen Fernsehen zeigten.

    Fritz Wepper stieg 1974 aus der Serie aus und spielte die Rolle des Harry Klein fortan in der neuen Serie Derrick, die ebenfalls Reinecker erfunden hatte. Es war das erste Mal im deutschen Fernsehen, dass eine Figur von der einen in eine andere Serie transferiert wurde, somit war Derrick streng genommen der erste deutsche Serien-Spin-off. Nachfolger des Kommissars wurde Der Alte.

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