2026 (Folge 353–369)
Jung und schön – Projekt Körper
Folge 353 (30 Min.)
Für die perfekten Lippen nimmt Reality-TV Star Melody schmerzhafte Spritzen in Kauf.Bild: ZDFDer Wunsch nach dem perfekten Körper ist allgegenwärtig. Schlank, makellos, groß, muskulös – Schönheitsideale bestimmen zunehmend den Alltag junger Menschen. Immer mehr Frauen und Männer investieren Zeit, Geld und manchmal sogar ihre Gesundheit, um diesen Idealen näherzukommen. Die „ZDF.reportage“ begleitet Menschen, die bereit sind, für ihr äußeres Erscheinungsbild weit zu gehen. In einer Welt, in der Social Media alltäglich ist und Bilder permanent bewertet, kommentiert und optimiert werden, wächst der Druck, bestimmten Körpernormen zu entsprechen.Die Grenze zwischen realem Körper und digital perfektioniertem Selbstbild verschwimmt. Besonders junge Menschen vergleichen sich häufig mit vermeintlich perfekten Vorbildern – und geraten dabei in einen Strudel aus Selbstoptimierung und Selbstzweifeln. Manche richten ihr gesamtes Leben konsequent auf den perfekten Körper aus. Paula, eine junge Sportinfluencerin, arbeitet täglich daran, dem idealisierten Fitnesskörper zu entsprechen und ihre noch junge Social-Media-Karriere voranzutreiben. „Wenn man up to date sein möchte, dann muss man alle fünf Jahre irgendwie anders aussehen“, sagt sie. 15 Stunden Sport pro Woche und ein strenger Ernährungsplan sind für sie selbstverständlich. Andere gehen einen Schritt weiter und greifen zu chirurgischen oder kosmetischen Maßnahmen. Manuel (34) ist Personal Trainer und legt viel Wert auf ein perfektes Hautbild. Seine Stirn hält er mit regelmäßigen Botoxbehandlungen glatt und in Form. Auch eine Eigenhaartransplantation hat er schon hinter sich. „Ich habe eine gewisse Vorbildfunktion meinen Kunden gegenüber. Und da möchte ich natürlich schon ästhetisch aussehen“, sagt er. Reality Star Melody nimmt immer wieder Operationen in Kauf, um ihr Äußeres weiter zu perfektionieren. „Ich kam schon immer ganz gut an. Und ich habe Angst, das zu verlieren“, erklärt sie. Mit Anfang zwanzig ließ sie ihre Nase operieren. Darauf folgen Brazilian Butt Lifts und eine Schamlippen-Verkleinerung. Ihr Vorbild: Kim Kardashian. Alex, der unter seiner Körpergröße leidet, lässt sich bereits zum zweiten Mal die Beine verlängern – ein teurer Eingriff, der ihn monatelang massiv einschränkt. Doch er verspricht sich viel davon: „Wenn man etwas größer ist, etwas auf Augenhöhe ist, dann wird man besser behandelt.“ Die „ZDF.reportage“ zeigt, wie gesellschaftliche Erwartungen, Medien und Onlineplattformen das Körperbild einer ganzen Generation prägen. Sie macht sichtbar, wie weit manche bereit sind zu gehen, um den Schönheitsidealen der Gegenwart möglichst nahezukommen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 11.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 13.06.2026 ZDF Jung, qualifiziert und trotzdem kein Job
Folge 354 (35 Min.)Akademikerin Suna Coban ist hochqualifiziert, findet aber nur schwer einen Job.Bild: ZDF und Dennis HeislitzEin Studium gilt seit Jahrzehnten als Garant für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Doch für viele Absolventinnen und Absolventen hat sich dieses Versprechen längst relativiert. Im Jahr 2025 waren nahezu doppelt so viele Hochschulabsolventen arbeitslos wie noch 2022. Der Einstieg in den Arbeitsmarkt wird zunehmend schwieriger, trotz guter Abschlüsse und hoher Qualifikation. Viele suchen monatelang nach einer passenden Stelle. Die Chemikerin Dr. Suna Coban bringt mit Bachelor, Master und Promotion beste Voraussetzungen für eine Karriere in der Industrie mit – und findet dennoch keinen Einstieg. Auch in ihrem Umfeld ist die Situation ähnlich. Alternativen wie eine wissenschaftliche Laufbahn erscheinen unsicher, sind für viele jedoch die einzige Option.Auch Alina Pochat erlebt die Herausforderungen des Arbeitsmarktes hautnah. Die 28-Jährige sucht seit Monaten erfolglos eine Stelle im Marketing und hat bereits über 200 Bewerbungen verschickt. Ihre Erfahrungen teilt sie in sozialen Netzwerken – und stößt damit auf große Resonanz bei Gleichaltrigen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen. Andere gehen einen ganz neuen Weg: Ewa Krzyzanowska, ursprünglich Innenarchitektin, entschied sich nach enttäuschenden Erfahrungen für eine Ausbildung im Handwerk. Heute arbeitet sie als Tischlerin und schätzt die Sicherheit sowie die greifbaren Ergebnisse ihrer Arbeit. Eine „ZDF.reportage“ über eine Generation zwischen Frustration, Unsicherheit und Mut zur Veränderung. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 18.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 20.06.2026 ZDF Hausmeister – Zwischen Rohrbruch und Lebenshilfe
Folge 355 (30 Min.)Hausmeister Andreas Stöhr kümmert sich nicht nur um seine Gebäude, sondern auch um die Menschen die darin wohnen.Bild: creaframe / ZDFSie sind die Ersten am Morgen und oft die Letzten am Abend: Hausmeisterinnen und Hausmeister halten Gebäude am Laufen – und helfen oft auch den Menschen, die darin leben oder arbeiten. Ein Beruf zwischen Werkzeugkasten und Lebenshilfe, zwischen Rohrbruch, Schulhof und sozialem Brennpunkt. Hausmeister lösen Probleme bevor andere sie überhaupt bemerken, ohne Hausmeister würde vielerorts der Alltag nicht glatt laufen. Im Krankenhaus Köln-Merheim startet Cindy Krause in ihren Arbeitstag. Das Gelände ist ein Labyrinth aus 30 Gebäuden, hier arbeiten rund 2000 Menschen.Ihr Telefon klingelt pausenlos: Schlüssel fehlen, Räume müssen umgebaut, Schilder angebracht, Probleme sofort gelöst werden. „Der Job bedeutet mir sehr viel. Ich verbringe hier ja die Hälfte meines Tages. Kein Tag ist wie der andere“, sagt Krause. Die gelernte Malerin und Lackiererin ist Hausmeisterin mit Leib und Seele und setzt sich in einem männerdominierten Beruf selbstbewusst durch. Für sie ist klar: Kein Bürojob könnte ihr das geben, was dieser Alltag bietet. Andreas Stöhr arbeitet als Hausmeister in einem sozialen Brennpunkt der bayrischen Stadt Kitzingen. Die Notunterkünfte sind für Menschen gedacht, die sonst von Obdachlosigkeit bedroht wären. Vandalismus, Alkohol, Drogen und Streit gehören hier zum Alltag. Auch dass Matratzen und Kühlschränke aus dem Fenster fliegen. Stöhr wird hier immer wieder auch zum Vermittler, Streitschlichter und Ansprechpartner für Menschen am Rand der Gesellschaft. „Da ich nicht so einer bin, der von oben herab schaut auf die, sondern auf Augenhöhe bin, ist es genau das, was ich schon immer machen wollte“, sagt der Hausmeister. Karl-Heinz Biesenbach beginnt seinen Tag um 6:40 Uhr in einem großen Schulkomplex bei Gummersbach. Noch sind die Flure leer, doch bald werden rund 600 Schülerinnen und Schüler das Gebäude füllen. Bis dahin kontrolliert er Türen, Toiletten, Klassenräume und Technik. Abgebrochene Schlüssel, zerstörte Scheiben, Beschwerden des Reinigungsteams oder Vandalismus auf den Schultoiletten – Biesenbach weiß morgens nie, was ihn an einem durchschnittlichen Tag erwartet. „Hausmeister ist kein Beruf, sondern Berufung“, sagt er. Die ZDF.reportage über den vielseitigen und fordernden Beruf des Hausmeisters. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 25.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 27.06.2026 ZDF Brennpunkt Freibad – Sommer, Sonne, Schlägerei?
Folge 356 (30 Min.)Wenn der Bademeister nicht mehr ausreicht: Ein Security-Mitarbeiter im Sport-Paradies Gelsenkirchen.Bild: ZDFDas Freibad ist der Sehnsuchtsort der Deutschen im Sommer. Doch die sommerliche Auszeit mischt sich immer häufiger mit Anspannung. Ist die Liegewiese zur Kampfzone geworden? Für Schwimmmeister und Security-Mitarbeiter in Deutschland bedeutet die Freibadsaison immer auch Stress. Damit Freibäder, gerade in der Großstadt, für alle Besucher ein angenehmer Ort sind, braucht es klare Regeln – und jemanden, der sie durchsetzt. „Manchmal können auch 1000 Badegäste mehr Stress machen als 3000 Badegäste. Kommt immer darauf an, wie gut gelaunt sie sind“, weiß Schwimmmeisterin Diana Reimann vom Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding.Gemeinsam mit ihrem Team sorgt sie dafür, dass die Badegäste vor allem im Wasser sicher sind und niemand in Not gerät. Doch an heißen Tagen gibt es häufig Konflikte unter den Besuchern, und auch am Beckenrand müssen sie und ihr Team immer wieder diskutieren. Größere gewalttätige Zwischenfälle jedoch, wie sie aus Berlin in den vergangenen Jahren mehrfach Schlagzeilen machten, konnten Diana Reimann und ihr Team bisher erfolgreich verhindern. „Umso heißer es wird, umso erhitzter werden die Gemüter“, sagt Security-Mitarbeiterin Jessie aus Berlin. Prävention beginnt deshalb für sie schon am Eingang. Seit 2023 werden an allen Berliner Bädern am Eingang nicht nur die Taschen auf gefährliche Gegenstände kontrolliert, sondern Besucher müssen auch einen gültigen Ausweis vorzeigen. Davon sind zwar nicht alle begeistert, doch Diana Reimann und ihr Team sind überzeugt, dass auch das zusätzliche Sicherheit schafft. Auch im Sport-Paradies in Gelsenkirchen sind bei heißem Wetter regelmäßig Security-Mitarbeiter im Einsatz. Für Betriebsleiter Frank Hansch ist das eine Realität, mit der er sich abfinden muss: „Freibäder sind natürlich auch ein Spiegelbild der Gesellschaft“, meint er. Und da gebe es eben „Veränderungen, die nicht immer nur positiv sind.“ Doch die Akzeptanz der schwarz gekleideten Männer im Bad ist generell hoch – die meisten Besucher fühlen sich dadurch sicherer. Im Frauenbad des Lorettobades in Freiburg dagegen gibt es keine Security. Laut polizeilicher Statistik ist der weitaus überwiegende Teil der Gewalttäter in Freibädern männlich – handgreifliche Konflikte kommen dort so gut wie gar nicht vor. Die „ZDF.reportage“ zeigt, was Security, Ausweiskontrollen und Hausverbote tatsächlich leisten und bleibt dabei nah an den Menschen, die Ordnung, Respekt und Baderegeln im Alltag durchsetzen. Der Film begleitet Verantwortliche am Beckenrand, die mit Autorität, Deeskalation und manchmal auch einem Augenzwinkern dafür kämpfen, das Freibad als das zu erhalten, was es sein soll: ein Ort der Erholung für alle. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 02.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 ZDF Leben auf dem Campingplatz – Zwischen Räumung und Neuanfang
Folge 357 (30 Min.)Karsten Fahrig vor den Trümmern seines ‚Campinglebens‘.Bild: 3satCamping in Deutschland boomt. Mit rund 45 Millionen Übernachtungen waren es in 2025 so viele Gäste wie noch nie. Neben Kurzurlaubern prägen vor allem Dauercamper die Plätze. Für manche ist der Campingplatz nur ein Ferienort, für andere ist er der Lebensmittelpunkt. Jährlich kommen neue Plätze dazu, andere schließen. Das Leben auf dem Campingplatz ist also für Betreiber und Campinggäste immer eine Herausforderung. Für Karsten und Bernd war der Platz am See eigentlich als Ort für den Lebensabend gedacht. Doch jetzt schließt ihr Campingplatz in Clausthal-Zellerfeld.Das heißt für die Camper, sie müssen ihre Parzellen räumen. Karsten hat dort 22 Jahre verbracht: „Die Kinder sind hier groß geworden. In den Urlaubszeiten und an den Wochenenden haben wir uns hier mit den Freunden getroffen. Das war wie eine Familie.“ Nachbar Bernd hat nebenan viereinhalb Jahre gecampt, rund 36 Wochen im Jahr. „Das ist meine zweite Heimat gewesen. Ich wollte mein Rentenalter hier verbringen, und das ist uns allen jetzt genommen worden.“ Das Abschiednehmen fällt beiden schwer. In Meppen eröffnet dagegen ein neuer Campingplatz. Heinz und Susanne krempeln ihr Leben um. Statt Schweine- und Bullenhaltung wollen die Landwirte mit ihrem ganz eigenen Konzept ein Zuhause für Urlauber schaffen. „Jeder hat sein eigenes Badezimmer am Platz, kann per Nummernschilderkennung rein, ohne an der Rezeption anzuhalten. Also online buchen, reinfahren, Urlaub machen“, erklärt Heinz. An Pfingsten wollen sie eröffnen, doch aufgrund des langen Winters hinken die Bauarbeiten hinterher. Die Rezeption ist noch nicht fertig, und auch an Spielplatz, Außendusche und Straßen wird noch gearbeitet. Der Campingplatz in Schillig lockt seit Jahrzehnten Dauercamper und Urlauber auf die 1500 Parzellen an der Nordseeküste. Dort wird entspannt, gesonnt, gewerkelt und das Campen als Wochenend-Zuhause zelebriert. Doch die Idylle ist bedroht. Die Betreibergesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Die Camper machen sich Sorgen um ihre geliebte Urlaubsparzelle. Eine „ZDF.reportage“ über Menschen, für die ihr Campingplatz mehr ist als eine Parzelle mit Wohnwagen und Vorzelt. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 09.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 ZDF Urlaub im Karwendel – Abenteuer Alpenwelt
Folge 358 (30 Min.)Im Almstüberl bewirtet Marco Hollaus jede Saison tausende Wanderer und Kletterer.Bild: Julian Bungart / TVN / ZDFDie Alpenwelt Karwendel ist ein Sehnsuchtsziel voller Natur, Bewegung und Erholung. Doch während Gäste entspannen, beginnt für viele Einheimische der Arbeitstag oft lange vor Sonnenaufgang. In Mittenwald, Krün und Wallgau lebt ein großer Teil der Bevölkerung vom Tourismus. Damit Urlaub reibungslos funktioniert, braucht es Menschen, die führen, versorgen und organisieren – oft unsichtbar, aber unverzichtbar für das perfekte Ferienerlebnis. Bergwanderführerin Alessa zeigt Besucherinnen und Besuchern die schönsten Seiten der Berge. Ihre Touren führen durch beeindruckende Landschaften und machen die Faszination der Alpen unmittelbar erlebbar.Doch kaum ist die Wanderung vorbei, wartet im Tal schon die nächste Aufgabe: Gemeinsam mit ihrem Partner kümmert sie sich um Ferienwohnungen, wechselt Betten, organisiert Anreisen und sorgt dafür, dass für neue Gäste alles bereitsteht. In Mittenwald ist Özkan mit seinem Imbiss ein Treffpunkt für Einheimische und Urlauber. Dort entstehen Gespräche, Begegnungen und ein Gefühl von Gemeinschaft, das den Ort weit über seine landschaftliche Schönheit hinaus prägt. Auf einem Campingplatz in der Region wird sichtbar, wie Urlaub und Arbeit ineinandergreifen. Benedikt hat den Platz vor einem Jahr von seinem Vater Alois übernommen. Seitdem führt er den Betrieb, während der Vater weiter in der Küche steht. Für die Gäste ist der Platz Natur, Freiheit und Sommergefühl. Für Vater und Sohn bedeutet er vor allem Organisation, Verantwortung und ständige Präsenz. Ihre Geschichte erzählt auch von einem Generationenwechsel, bei dem Verantwortung neu verteilt wird, ohne dass der Vater ganz aus dem Alltag verschwindet. Noch unmittelbarer wird das Leben hinter der Urlaubskulisse auf einer Berghütte in der Region. Dort beginnt der Tag früh, oft lange bevor die ersten Wanderer ankommen. Dann geht es um Vorbereitungen, Versorgung, Organisation und einen Betrieb, der nur funktioniert, wenn jeder Handgriff sitzt. So wird sichtbar, wie viel Einsatz hinter einem Ort steckt, den andere vor allem mit Aussicht und Einkehr verbinden. Die „ZDF.reportage“ begleitet Menschen, die die Alpenwelt Karwendel prägen – und Gästen unvergessliche Tage ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen persönliche Geschichten aus einer Region, in der Natur, Begegnung und Alltag eng zusammengehören. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 16.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 18.07.2026 ZDF Urlaub auf dem Darß: Traumstrand der Ostsee
Folge 359 (30 Min.)Zeesbootsegeln: Klassiker auf dem Darßer BoddenBild: Felix Krüger / ZDFUrlaub wird immer teurer. An der Ostsee zeigt sich, wer sich das Paradies noch leisten kann. Auf dem Darß prallen Boom im Camping und Luxus auf unsichere Jobs im Hintergrund. Während Stellplätze ausgebucht sind, halbieren sich anderswo die Aufträge. Beschäftigte kämpfen mit hohen Mieten und langen Wegen. Eine Ferienregion zwischen touristischem Erfolg und sozialer Schieflage. Feinster Sand, schier endlos und unberührt: Der Darß zählt zu den beliebtesten Küstenregionen Deutschlands. Millionen Gäste suchen hier jedes Jahr Erholung – doch hinter der Idylle zeigen sich wachsende Gegensätze. „Wir sind bis auf 2,3 Wohnwagenstellplätze komplett ausgebucht“, sagt Sven Schüring, Leiter des Ahoi-Camps in Prerow.Draußen stehen die Caravans Schlange, drinnen füllt sich die Rezeption. Das Pfingstwochenende markiert den Start in eine starke Saison. Camping boomt – auch, weil viele beim Urlaub sparen müssen. Ferienhausanbieter haben dagegen zu kämpfen und spüren den Druck. „Im letzten Jahr zur gleichen Zeit habe ich 40 Betten am Tag bezogen – aktuell sind es nur 20“, erzählt Reinigungskraft Emilia G. „Man macht sich schon Sorgen, ob das alles so bleibt, auch die Arbeit hier“, sagt Heiko F. Viele Servicekräfte pendeln täglich weite Strecken, denn „Hier arbeiten und zugleich wohnen – das ist angesichts der Preise aussichtslos“, sagt Heiko. Ganz anders im Luxushotel „The Grand“: Dort ist von Zurückhaltung nichts zu merken. Die Suite mit Meerblick für über 1200 Euro pro Nacht ist wochenlang ausgebucht. „Ich bin überwältigt von diesem Blick!“, sagt Kathrin H. „Hier genießen wir beste Rundumversorgung“, ergänzt ihr Mann Uwe T. Wer es sich leisten kann, findet hier die perfekte Erholung. Zu denjenigen, die diese Versorgung möglich machen, gehört Bäckermeister Marvin Boldt. Jeden Morgen um zwei Uhr beginnt seine Arbeit. „Wir backen nach dem Wetterbericht“, sagt er. „Bei Schlechtwetter backen wir weniger“. Das Geschäft schwankt mit den Gästezahlen. Auch auf dem Wasser spüren Anbieter die Dynamik. Mit seinem historischen Zeesenboot nimmt Jochen Eymael täglich Touristen mit hinaus auf den Bodden. „Bei Windstärke fünf macht das auf dem Bodden richtig Spaß“, beschreibt eine Besucherin das Erlebnis – für einen Moment scheint die Realität weit weg und das Urlaubsparadies sehr nah. Die „ZDF.reportage“ begleitet Menschen zwischen Luxusurlaub und Arbeitsalltag und zeigt, wie nah Traum und Belastung beieinanderliegen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 30.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 01.08.2026 ZDF Jung und glücklich auf dem Land
Folge 360 (30 Min.)Jungbäuerin Lucy Schmidt lebt für die Landwirtschaft.Bild: ZDFJunge Menschen ziehen häufig weg aus ländlichen Regionen. Aber das Bild vom Land als rückständig und unattraktiv greift zu kurz. Es gibt junge Menschen, die sich bewusst für das Leben außerhalb der Großstadt und in ihrer Heimat entscheiden. Sie übernehmen Verantwortung, führen Traditionen weiter und sorgen für Stimmung auf dem Land. Lucy Schmidt ist 21 Jahre alt und führt gemeinsam mit ihrem Freund Jonas den Ackerbaubetrieb seiner Eltern fort. Auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb eine Stunde östlich von Leipzig übernimmt sie schon in jungen Jahren Verantwortung.Rund 400 Hektar bewirtschaftet das junge Paar. Ihr Alltag ist bestimmt von den Jahreszeiten, vom Wetter und von der Pflege der Tiere. Als junge Frau in der Landwirtschaft erfährt Lucy oft Vorurteile. Außerdem ist das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen nicht immer leicht. Trotzdem bedeutet der Hof für sie Zusammenhalt, Sicherheit und eine Zukunft, die sie selbst mitgestalten kann. Monika Berghammer aus Rottach-Egern am Tegernsee verbindet die Pflege von Tradition mit einem modernen Leben. Seit ihrer Kindheit ist die heute 22-Jährige im Trachtenverein aktiv. Gleichzeitig macht sie eine Ausbildung in München und führt eine Fernbeziehung nach Lissabon. Für Monika bedeutet Heimat nicht, auf Möglichkeiten zu verzichten. Sie will Traditionen bewahren und trotzdem ihren eigenen Weg gehen können. Micha Kible aus Brackenheim in Baden-Württemberg ist der Beweis dafür, dass eine Musikkarriere nicht zwingend in der Stadt beginnen muss. Als Partyschlagersänger „Micha von der Rampe“ verbindet der 29-Jährige Schlager mit Techno und spielt in Bierzelten und auf Dorffesten in ganz Deutschland. Mehr als 100 Auftritte hat er pro Jahr. Mit seinem „Dahoam Feschd“ bringt er Tausende Menschen zusammen und will zeigen, dass auch auf dem Land Neues entstehen kann. Für ihn steht das Dorf nicht für Stillstand, sondern für Gemeinschaft, Spaß und Lebensqualität. Eine „ZDF.reportage“ über junge Menschen, die das Landleben der Großstadt vorziehen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 06.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 08.08.2026 ZDF Jung und Schausteller – Reisefieber im Blut
Folge 361 (30 Min.)Rebecca (11) hilft ihrer Mutter Stefanie bei der Vorbereitung und beim Verkauf von Schokofrüchten.Bild: ZDFImmer auf Achse, immer im Einsatz: Junge Schausteller und Kirmesfans träumen vom Leben unterwegs. Doch wie attraktiv ist der Jahrmarkt zwischen Freiheit, Familientradition und Existenzsorgen? Steigende Kosten, unsichere Einnahmen und wechselhaftes Wetter setzen der Branche zu. Wer heute von Kirmes, Wasen, Wiesn oder Kirchweih leben will, braucht Durchhaltevermögen, Flexibilität und Leidenschaft. „Geht weg, lasst mich das machen!“: Energisch greift Dennis Ruppert ein, wenn es beim Aufbau nicht so läuft. „Frisbee“ heißt die drehende Schaukel, sie ist 19 Meter hoch, ein Stahlkoloss.Beim Errichten und späteren Betrieb unterstützt ihn Kevin. Der 26-Jährige ist gelernter Garten- und Landschaftsbauer und hat seinen Traum verwirklicht: Er arbeitet auf der Kirmes. „Der Ton ist hier manchmal rau, aber das bin ich vom Gartenbau gewohnt.“ Inzwischen darf Kevin sogar das Fahrgeschäft führen und die Ansagen am Mikrofon machen. Für sein neues Leben nimmt er vieles in Kauf. Während der Saison wohnt er in einem winzigen Abteil im Mannschaftswagen. „Ich habe hier alles, was ich brauche“, meint Kevin. Nur seine beiden kleinen Söhne würde er gern häufiger sehen. Beim Aufbau hilft auch der 15-jährige Emil. Für den Sohn von Dennis Ruppert ist die Zukunft längst klar: „Wenn nächsten Jahr die Schule fertig ist, werde ich hier der Juniorchef.“ Vanessa B. ist 22 Jahre alt und betreibt ihr eigenes Karussell. Gemeinsam mit ihren Eltern hat sie den „Twister“ vor zwei Jahren gekauft und finanziert. Doch das Geschäft ist wetterabhängig. An besonders heißen Tagen bleiben die Besucher aus. „Damit müssen wir Schausteller leben. Mal regnet es in Strömen, mal ist es zu heiß. Das ist Gift fürs Geschäft, aber es kommen auch wieder bessere Tage.“ Wenn sich schlechte Wochen häufen, wächst die Sorge, die Kreditraten nicht mehr bedienen zu können. Trotzdem bereut Vanessa ihre Entscheidung nicht. Statt später den Betrieb ihrer Eltern zu übernehmen, wollte sie ihren eigenen Weg gehen. „Das ist Arbeit, aber auch ein Spiel“, sagt die elfjährige Rebecca. Auf dem Heinerfest in Darmstadt hilft sie im Schoko-Früchte-Wagen ihrer Mutter beim Verkauf. Danach bleibt noch Zeit für die Attraktionen auf dem Festplatz. Am liebsten fährt sie auf einem „Fliegenden Teppich“ mit, der einer Tante gehört. Rebecca gehört zu den Kindern, die mit dem Schaustellerleben aufwachsen. Unterrichtet wird sie in einem Schulwagen direkt auf dem Platz. So kann sie unterwegs denselben Stoff lernen wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler an ihrer Heimatschule in Düsseldorf. Wenn sie zurückkehrt, hat sie nichts verpasst. Die „ZDF.reportage“ begleitet junge Erwachsene und Kirmeskinder zwischen Fahrgeschäften, Festzelten und Wohnwagen. Der Film zeigt, warum sich auch eine neue Generation für das Leben der Schausteller begeistert – und welchen Preis sie für ihren Traum von Freiheit und Mobilität bezahlt. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 13.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 ZDF Die Hochhäuser von Kölnberg – Leben auf 26 Etagen
Folge 362 (30 Min.)Zwischen den Blocks: Samantha mit ihren beiden Kindern vor ihrem Zuhause.Bild: ZDFNeun Hochhäuser mit 4000 Menschen aus mehr als 60 Nationen: Der Kölnberg im südwestlichen Kölner Stadtteil Meschenich gilt als Problemviertel. Viele Bewohner kämpfen um Arbeit, um die Kinder, um einen Weg nach draußen. Trotzdem sagen einige: „Das ist meine Heimat, und ich gebe sie nicht auf.“ „Hier kennt jeder jeden“, sagt Emir. Der 22-Jährige betreibt seinen eigenen Frisiersalon, mitten zwischen den Hochhäusern. Dort ist er aufgewachsen, dort hat er sich selbstständig gemacht. Heute ist Emirs Salon Treffpunkt für die halbe Nachbarschaft, der Ort, an dem über Jobs, Miete und Behördenbriefe geredet wird. Sein Ziel bleibt trotzdem klar: irgendwann ein eigener Laden in der Kölner Innenstadt.Wie hart der Alltag sein kann, zeigt Samantha. Die 38-Jährige zieht ihre beiden Kinder allein groß, ist aktuell auf Jobsuche und organisiert nebenbei die Behandlungen ihres kranken Kindes: Termine, Klinikaufenthalte, Anträge. „Aufgeben ist keine Option. Ich will, dass meine Kinder es einmal besser haben“, sagt sie. Als Kölnbergerin fühlt sie sich benachteiligt – etwa bei der Job- und Wohnungssuche. Ein paar Meter weiter, auf dem Platz vor dem Kiosk, sitzen Sakko und Ahmed. Musik ist für sie mehr als ein Hobby, in der Musik können sie sich verwirklichen. Der eine produziert Beats, der andere rappt über Geldsorgen, Perspektivlosigkeit und den Wunsch, es raus zu schaffen. Für die Polizei ist das Viertel vor allem ein Einsatzort mit eigenen Regeln. Die örtliche Wache kümmert sich um Ruhestörungen und Nachbarschaftskonflikte; bei Drogenkriminalität und Gewaltdelikten rücken täglich Spezialkräfte aus anderen Städten an – bewusst nicht aus Köln, um die Beamten vor privaten Begegnungen und Racheakten zu schützen. Die „ZDF.reportage“ begleitet Bewohner des Kölnbergs durch ihren Alltag – in den Wohnblocks, bei der Arbeit, am Kiosk und auf der Straße. Der Film gibt intensiven Einblick in ein Viertel, das mehr ist als schlechte Schlagzeilen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 20.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 22.08.2026 ZDF Vorbereitet für den Ernstfall – Notstrom, Wasser, Dosenbrot
Folge 363 (30 Min.)Wie viele Vorräte braucht man für eine fünfköpfige Familie?Bild: ZDFStromausfall, Hochwasser, Feuer: Es ist gut, wenn man auf den Ernstfall vorbereitet ist. Der Katastrophenschutz rüstet nach, auch Privathaushalte legen Vorräte an. Die einen bunkern Konserven im Keller, die anderen statten ihr Haus mit Wassertanks und Notstromaggregaten aus. Auch Survivalfans, die wochenlanges Überleben im Wald trainieren, haben Zulauf. Was ist sinnvolle Vorsorge, was übertrieben? „Ich möchte völlig autark sein“, meint Marius Görnandt aus Hannoversch Münden. Er hat Vorräte für vier Wochen im Keller, übt an Wochenenden das Überleben draußen.Dafür hat er sich gut ausgestattet, mit Schlafsäcken, Feuersteinen und Wasserfiltern. „Das Ganze macht mir auch Spaß, ich bereite mich nicht auf ein konkretes Ereignis vor.“ Tobias Zweckerl arbeitet freiberuflich als Krisenvorsorgeberater. Gibt Firmen und Familien Tipps, wie sie sinnvoll vorbeugen und was sie dafür brauchen. „Wir haben in Deutschland nach sorglosen Jahrzehnten ordentlich Nachholbedarf“, meint er. „Bisher sorgen die Deutschen immer nur für das vor, was gerade akut war, das ist falsch.“ Krisenvorsorge ist für ihn immer ein Rundumpaket. Einer seiner Kunden: die Metzgerei Hidding im Münsterland. Die Firma mit fünf Filialen und eigener Schlachtung war vor einigen Jahren von tagelangen Stromausfällen betroffen. Seitdem wurde viel in eine lückenlose Energieversorgung der Kühlhäuser investiert. Aber wie soll die Kommunikation zwischen Chef und Mitarbeitern funktionieren, wenn auch die Telefonnetze brachliegen? Eine Baustelle für Krisenberater Zweckerl. Ganz am Anfang stehen die Eheleute Simone und Jürgen Schlotterhose in Bochum: Sie sind seit einer Veranstaltung in der Schule ihrer Kinder alarmiert, wollen vorsorgen für den Krisenfall. Sie haben sich eine Liste der Bundesregierung besorgt. Dort werden bestimmte Lebensmittel und die Mengen für einen Notvorrat empfohlen. Bei fünf Personen und einer Etagenwohnung gerät die Familie in ein echtes Platz- und Geldproblem: „Wo sollen wir 100 Liter Trinkwasser lagern?“ Die Eheleute stehen vor ungeahnten Herausforderungen. Die „ZDF.reportage“ begleitet Profis und Laien bei der Vorbereitung: Was braucht man, um für Stromausfälle, Schneechaos, Naturkatastrophen, sprich, für einen Ernstfall gerüstet zu sein? (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 27.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 ZDF Kleiner Motor, großes Abenteuer – Auf Tour mit der Simson
Folge 364 (30 Min.)Voll bepackt: Einmal im Jahr fahren die Simson-Freunde gemeinsam auf große Tour.Bild: ZDF1528 Kilometer, acht Freunde und Mopeds aus DDR-Zeiten: Die „ZDF.reportage“ begleitet eine außergewöhnliche Reise quer durch Deutschland und die Beneluxstaaten. Was als Abenteuer und Freundschaftsausflug beginnt, entwickelt sich diesmal zu ihrer längsten und zugleich härtesten Tour – geprägt von Pannen, Emotionen und einem Unfall, der alles infrage stellt. Der Start führt sie über die Wartburg bei Eisenach, die bereits zur ersten großen Herausforderung wird. Steile Anstiege, technische Grenzen und Erschöpfung sorgen früh für Spannungen. Doch das Ziel ist klar: täglich rund 250 Kilometer zurücklegen und dabei möglichst frei und spontan unterwegs sein – inklusive wildem Übernachten in der Natur.Doch dann passiert ein Unfall. Zwei Freunde kollidieren, beide müssen ins Krankenhaus. Der Schock sitzt tief. Zwischen Sorge, Schuldgefühlen und der Frage nach einem möglichen Abbruch rücken Zusammenhalt und Verantwortung stärker denn je in den Mittelpunkt. Am Ende entschließen sich die übrigen sechs Freunde, die Tour fortzusetzen – auch im Sinne der Verletzten. Die Fahrt führt sie weiter durch Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Belgien. Müdigkeit, steigender Zeitdruck und verschiedene Fahrstile sorgen erneut für Reibungen. Doch ebenso erleben die Freunde unvergessliche Momente: spontane Hilfsbereitschaft fremder Menschen, Zufallsschlafplätze inmitten idyllischer Natur und immer wieder das Gefühl grenzenloser Freiheit auf zwei Rädern. Die „ZDF.reportage“ begleitet die Männer eine Woche lang hautnah – zwischen Euphorie und Erschöpfung, Schrauberleidenschaft und existenziellen Momenten. Am Ende geht es nicht nur um 1528 Kilometer, sondern um Zusammenhalt, Verantwortung und Freundschaft. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 03.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 05.09.2026 ZDF Countdown im Norden – Mecklenburg-Vorpommern vor der Wahl
Folge 365 (30 Min.)Mecklenburg-Vorpommern. Ein Land steht vor einer Wahl, die viele als Richtungsentscheidung sehen. Am 20. September 2026 wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Die „ZDF.reportage“ begleitet Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten und fragt, was die Wählerinnen und Wähler kurz vor dem Urnengang bewegt. Landärztin Dr. Sylvia Tschötschel erlebt die Sorgen der Menschen täglich. In ihren zwei Praxen in Borrentin und Demmin hört sie von steigenden Preisen, kleinen Renten und fehlenden Zukunftschancen. „Wütend sind viele darüber, dass alles teurer geworden ist.Die Jungen sind weggezogen, es fehlt weit und breit an Perspektiven und leider auch an Vertrauen in die Politik.“ Die aktuellen Umfragewerte bereiten ihr Angst. Unzufriedenheit auch in Stralsund. Vor einem Einkaufsmarkt treffen sich Jugendliche und junge Erwachsene. Die 20-jährige Christin S. sagt offen, wen sie wählen möchte: „Die Partei, die uns noch nicht belogen hat. Das ist die AfD.“ Ihr Begleiter ergänzt: „Die meisten denken hier so wie wir.“ Streetworker Mathias T. von der Kreisdiakonie Stralsund beobachtet seit Jahren Veränderungen unter jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Rechts zu sein, sei für viele inzwischen selbstverständlich geworden. „Politisch greifen wir eher wenig ein. Anders natürlich, wenn sie was Verfassungsfeindliches machen. Das haben wir hier sehr genau im Blick.“ Gleichzeitig fehlten vielerorts Räume und Perspektiven. Von einst 15 Jugendklubs seien nur noch zwei geblieben. Mecklenburg-Vorpommern scheint gespalten. Während die einen auf einen politischen Neuanfang hoffen, befürchten andere die Vertiefung gesellschaftlicher Risse. Die „ZDF.reportage“ ist unterwegs im Land und versucht, die Stimmung kurz vor der Wahl einzufangen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 10.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 12.09.2026 ZDF Leben auf Achse – Pendler, Trucker, Monteure
Folge 366 (30 Min.)Kalle lebt seit Jahren auf Montage – nur am Wochenende ist er zuhause.Bild: ZDFStau, Rastplatz, Monteurszimmer: Millionen Menschen sind für die Arbeit unterwegs. Das Zuhause wird dabei oft zur Zwischenstation. Dabei ist Deutschland auf mobile Arbeitskräfte angewiesen. Allein in der Logistik fehlen laut Branche mehr als 100.000 Fahrerinnen und Fahrer. Gleichzeitig pendeln Millionen Beschäftigte jeden Tag über weite Strecken zur Arbeit. Für Melina gehört das Leben auf der Straße zum Alltag. Die Lkw-Fahrerin ist vor vier Jahren in den Beruf eingestiegen und fährt vor allem von Ostwestfalen zu den Häfen in Hamburg und Bremerhaven. „Die Arbeitsbedingungen sind eine große Herausforderung“, sagt Melina.„Oft weiß ich abends noch nicht, ob ich am nächsten Tag nach Hause komme oder wieder im Lkw schlafe. Ich kann kaum planen.“ Besonders belastet sie der Mangel an Parkplätzen und geeigneten Sanitäranlagen. Trotzdem spricht sie vom Lkw-Fahren als einem „Traumberuf mit kleinen Macken“. Auch Stahlbauer Kalle verbringt einen großen Teil seines Lebens unterwegs. Rund 200 Tage im Jahr ist er auf Montage und errichtet mit seinem Team deutschlandweit Stahlgerüste für Industriehallen. „Man sieht immer etwas Neues, es ist weniger Routine“, sagt er. Die Kollegen sind für ihn längst zur Ersatzfamilie geworden. Während Familienvater Tobias am Wochenende möglichst viel Zeit mit seinen Kindern verbringen möchte, überwiegen für Kalle inzwischen die Vorteile des mobilen Lebens: „In der Woche macht meine Frau ihr Ding und ich meins. Das hält die Beziehung frisch.“ Weit weniger sichtbar ist die Situation vieler Berufspendlerinnen und Berufspendler. Millionen Menschen legen täglich lange Wege zur Arbeit zurück. Eine von ihnen ist Anja aus Oberhausen. Für den Weg zu ihrem Arbeitsplatz bei Witten braucht sie wegen des dichten Verkehrs im Ruhrgebiet oft drei bis vier Stunden am Tag. Ein Umzug kommt für sie nicht infrage. Neben ihrem sozialen Umfeld vor Ort unterstützt sie ihre pflegebedürftige Mutter und ihren Vater nach einem Schlaganfall: „Er hat sich recht gut wieder erholt, aber trotzdem unterstütze ich sie jetzt fast täglich – vom Großeinkauf bis zur Fahrt zum Arzt.“ Die „ZDF.reportage“ begleitet Menschen, die Deutschlands Straßen, Baustellen und Lieferketten am Laufen halten, und zeigt die Belastungen, Chancen und persönlichen Opfer eines Lebens auf Achse. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 17.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 19.09.2026 ZDF Bahnhofsviertel Frankfurt – Alltag, Drogen, Nightlife
Folge 367 (30 Min.)Die junge Anabelle tanzt in einem Stripclub im Frankfurter Bahnhofsviertel.Bild: ZDF und Mathias WindrathDas Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein Ort der Gegensätze: Zwischen Drogenelend und Designer-Bars, Subkultur und Gentrifizierung, internationalem Flair und sozialem Brennpunkt. Rund 4000 Menschen leben hier. Das nur 0,5 Quadratkilometer große Gebiet schreckt manche Passanten ab, zieht aber viele auch magisch an. Die 19-jährige Anabelle hat ihr Hobby Tanzen zum Beruf gemacht und einen Job als Stripperin angenommen. Wie funktioniert das Geschäft mit dem Körper? Wie groß ist die Gefahr, auf die „schiefe Bahn“ zu geraten? Angst hat sie im Bahnhofsviertel nicht.Sie sagt: „Klar muss man als Frau aufpassen, aber das muss man überall.“ Um diejenigen, die wegen Alkohol, Medikamenten oder Drogen abgestürzt sind, kümmern sich nicht nur professionelle Sozialarbeiter, sondern auch freiwillige Streetworker wie der 36-jährige Mo. Er war früher selbst Dealer und hilft nun anderen, durch Entgiftung aus der Spirale von Sucht und Elend herauszukommen. Dabei arbeitet er mit einem Team von Freiwilligen zusammen. „Wir bringen mindestens fünf bis sechs Menschen in die Entgiftung im Monat. Davon schafft es natürlich nicht jeder, aber von zehn Leuten schaffen es etwa zwei bis drei bei uns“, erzählt Mo. Der Gastronom Rusbeh Toussi wohnt und arbeitet seit rund 20 Jahren im Bahnhofsviertel, betreibt dort ein Restaurant und den Club „Karlson“. Auch wenn es für ihn als Geschäftsmann nicht immer leicht ist inmitten von Suchtkranken und Kriminalität, findet er: „Das Bahnhofsviertel ist einer der kosmopolitischsten, energiegeladensten Orte in Frankfurt – wahrscheinlich in Deutschland überhaupt. Ich bin froh, dass wir Teil dieser Community sind.“ Seit vier Jahren ist Hauptkommissar Daniel Kerleau regelmäßig im Bahnhofsviertel im Einsatz. Drogen, Menschen ohne Aufenthaltstitel, illegale Straßenprostitution – die Einsätze sind vielfältig und oft äußerst stressig. „Stellen Sie sich einen Tag ohne uns vor, wie es dann hier aussehen würde“, sagt der 29-Jährige. Doch trotz der nie endenden Kriminalität mag er das Bahnhofsviertel wegen seiner Vielfalt und Buntheit. Die „ZDF.reportage“ gibt Einblicke in das verrufene und lebendige Areal am Frankfurter Hauptbahnhof. Der Film blickt hinter die Kulissen des Viertels und trifft Anwohner, Ex-Dealer, Polizisten, Crack-Süchtige und Geschäftsleute. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 24.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 26.09.2026 ZDF Familien unter Druck – Jeder Euro zählt
Folge 368 (30 Min.)Preistreiber Kinderkleidung: Katharina S. kauft Kindersachen nur secondhand ein und spart so viel Geld.Bild: Marie Koytek / ZDFIn Deutschland gilt jedes siebte Kind als armutsgefährdet. Zugleich verschärfen unfreiwillige Teilzeit und unsichere Einkommen die finanzielle Lage vieler Familien. Laut Statistischem Bundesamt kostet ein Kind bis zum 18. Geburtstag im Schnitt rund 190.000 Euro. Zudem müssen Eltern einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Miete, Lebensmittel, Kleidung und Kinderbetreuung ausgeben. Iris und Armin aus Sersheim in Baden-Württemberg haben Ausbildung und Berufseinstieg längst hinter sich.Trotzdem muss das Ehepaar mit zwei Kindern bei alltäglichen Ausgaben genau rechnen. Wegen Personalmangels und verkürzter Öffnungszeiten in der Kita kann Iris nach ihrer zweiten Elternzeit nicht in den Beruf zurückkehren. „Wir brauchen Betreuungszeiten, auf die wir uns wirklich verlassen können“, sagt sie. Armin trägt mit seinem Einkommen allein die laufenden Kosten und Kreditraten für Auto und Wohnung. „Wir haben nie damit gerechnet, dass wir mal mit nur einem Einkommen dastehen. Aktuell sind wir oft auch mal im Dispo.“ Selbst mit einem soliden Gehalt können unerwartete Ausgaben schnell zur Belastung werden. Noch enger ist der finanzielle Spielraum beim alleinerziehenden Vater Farhad aus Wolfenbüttel in Niedersachsen. Der 52-Jährige arbeitet seit einem Jahr wieder in Vollzeit als Hauswart. Weil dadurch das Wohngeld weggefallen ist, hat die Familie mit zwei Kindern trotz zusätzlicher Arbeitsstunden nur circa 130 Euro mehr als zuvor. Nach Feierabend kümmert Farhad sich allein um Haushalt, Essen, Hausaufgabenbetreuung und die Freizeitgestaltung seiner Kinder. Urlaub ist meist nur mithilfe geförderter Angebote möglich. „Kinder sind unsere Zukunft. Ich möchte, dass es ihnen gut geht und sie alle Möglichkeiten haben“, sagt er. „Aber trotz Vollzeitjob müssen wir überall sparen.“ Wo Familien an ihre Grenzen geraten, versucht die Kindertafel Wuppertal gegenzusteuern. Täglich erhalten dort rund 30 Kinder ein warmes Essen, Hausaufgabenhilfe und Unterstützung beim Lernen. „Bildung ist der wichtigste Weg aus der Armut. Wir möchten mit unserem Angebot verhindern, dass diese Kinder die Tafelkunden von morgen werden“, sagt Leiterin Elena Merlakova. Ihr Ziel ist es, Kindern durch Teilhabe und Bildung langfristig bessere Chancen zu eröffnen. Katharina und Jannik aus dem Münsterland haben sich bewusst dafür entschieden, bereits während ihrer Ausbildungszeit eine Familie zu gründen. Katharina war bei der Geburt ihres ersten Kindes 21 Jahre alt, Jannik 19. Jannik arbeitet in Teilzeit und studiert gleichzeitig, Katharina steht kurz vor ihrem Abschluss an einer Fernuniversität. „Zwischen Kita, Studium, Haushalt und Renovierung ist unser Alltag eng getaktet“, sagt Katharina. Rund 2.500 Euro stehen der Familie monatlich zur Verfügung. „Ohne die Unterstützung unserer Familie würden wir das alles nicht schaffen.“ Trotz der Einschränkungen stehen die beiden absolut hinter ihrer Entscheidung, früh Eltern zu werden. Eine „ZDF.reportage“ über die Herausforderungen von Familien in der heutigen Zeit. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 08.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 10.10.2026 ZDF Die gefährlichsten Jobs – Tauchen, Klettern, Sprengen
Folge 369 (30 Min.)Sie arbeiten unter den härtesten Bedingungen und machen Jobs, die andere nicht machen wollen: Industrietaucher, Berufskletterer und Abrissprofis. 18 Meter tief im Abwasser, 120 Meter in der Höhe oder direkt neben einer Sprengung: Manche Menschen arbeiten dort, wo Fehler lebensgefährlich werden können. Erfahrung, höchste Konzentration und absolutes Vertrauen ins Team sind die Voraussetzungen. „Das Gefährlichste ist, wenn man Panik bekommt“, sagt Catharina Richter. Als erste Frau in Deutschland hat sie den Meistertitel als Industrietaucherin erworben. Bei ihrem heutigen Einsatz herrscht unter Wasser völlige Dunkelheit, die Temperatur liegt bei rund 40 Grad.Orientierung gibt es kaum. Gemeinsam mit ihrem Team reinigt sie einen Faulturm im niedersächsischen Achim. Mit 60 Kilogramm Ausrüstung muss sie in 18 Meter tiefes Abwasser hinab, um Ablagerungen zu entfernen. Am anderen Ende, an der Sicherungsleine, steht ihr Vater Siegfried Richter. Er kennt die Risiken des Berufs genau. „Wenn jemand nicht zu 100 Prozent fit oder mit den Gedanken woanders ist, weil er vielleicht gerade privat Probleme hat, wird er keinen Tauchgang machen. Das ist lebensgefährlich.“ Trotzdem ist der Beruf für Catharina ihr Traumjob. Auch Janis Weber arbeitet in Extremlagen: Als Industriekletterer seilt er sich am Hamburger Michel in rund 120 Metern Höhe vom Dach ab. Dort sucht sein Team nach Schäden, durch die Wasser in das historische Bauwerk eindringen könnte. „Das ist schon immer etwas ganz Besonderes, hier am Michel zu klettern. Und die Aussicht auf den Hafen ist von hier oben einfach nur gigantisch.“ Jeder Schaden wird dokumentiert, kleinere Reparaturen werden direkt erledigt. Selbst Werkzeuge müssen gesichert sein. Denn was aus dieser Höhe herunterfällt, kann zur Gefahr werden. Sprengmeister Artur Feitenheimer wiederum sorgt dafür, dass Gebäude kontrolliert zu Fall gebracht werden. Bei Lüdenscheid bereitet er mit seinem Team die Sprengung eines alten Kesselhauses vor. Monate der Planung gehen dem Einsatz voraus. In unmittelbarer Nähe stehen ein intaktes Kraftwerk und weitere Gebäude. „Wir müssen da schon extrem aufpassen und alles doppelt und dreifach prüfen und kontrollieren. Ein Fehler kann hier wirklich fatale Auswirkungen haben.“ Die „ZDF.reportage“ porträtiert Menschen, die täglich unter außergewöhnlichen Bedingungen arbeiten. Sie zeigt, warum in diesen Berufen Mut allein nicht genügt und Präzision, Erfahrung und Teamvertrauen über alles entscheiden. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 22.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 24.10.2026 ZDF
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