Max Kyrein ist einer der Graveure, die für Claus Rehm die Grabsteine beschriften.
Bild: Pius Neumaier / BR / BR/Pius Neumaier
Claus Rehm hat einen anspruchsvollen Auftrag zu erledigen: eine Bildhauerarbeit für ein großes Grabmal. Eine schöne Abwechslung für den Steinmetz, denn gestalterisch arbeiten kann er nur selten. Auf dem Münchner Nordfriedhof gegenüber wartet viel Arbeit auf ihn. Steinmetz Claus Rehm lebt und arbeitet an der Ungererstraße in München, direkt gegenüber vom Nordfriedhof. Vor kurzem hat er einen größeren Auftrag bekommen, eine Bildhauerarbeit für ein Grabmal. Das Modell dafür stammt von einer Grabplatte, die der Münchner Bildhauer Theodor Georgii vor rund hundert Jahren aus Marmor angefertigt hatte.
Claus wird es aus einem Jura-Kalkstein nachbilden. Und um ein Drittel verkleinern, so der Wunsch des Kunden. Für solche bildhauerischen Arbeiten hat er eigentlich nur abends Zeit. Das Gros
seiner Aufträge ist, neue Grabsteine zu hauen und alte zu bearbeiten. Zudem übernimmt er am Nordfriedhof rund zwei Grabauflösungen pro Woche. Da bleibt nur wenig Zeit für das Gestalterische. Doch bald kommt der Kunde und möchte etwas sehen.
Claus führt den Betrieb alleine. Lange Zeit hat er Altäre gebaut oder Kirchenrestaurierungen durchgeführt. Aufträge für Villen, Neubauten oder U-Bahnhöfe bekam er so zahlreich, dass er überlegte, die Friedhofsarbeit aufzugeben. Jetzt ist er froh, nur noch für den Friedhof zu arbeiten, das ist überschaubarer. Die Auszubildende Sheila Loun hat vor kurzem ihre Lehre zur Steinmetzin an der städtischen Berufsschule für Bau- und Kunsthandwerk begonnen und in Claus Rehms Betrieb. Momentan interessiert sie sich vor allem für das Gestalterische. (Text: BR)
Deutsche Streaming-PremiereDi. 20.10.2026ARD MediathekDeutsche TV-PremiereSo. 25.10.2026BR