Stadt Land Kunst Folge 1823: Kongo: Paul Lomami-Tshibamba und der Bann des Krokodils / Frankreich: Unbeugbare Xaintrie / Finnland: Lauris und Jussis geräucherter Barsch / Japan: Bühne frei für die Geisha!
Folge 1823
Kongo: Paul Lomami-Tshibamba und der Bann des Krokodils / Frankreich: Unbeugbare Xaintrie / Finnland: Lauris und Jussis geräucherter Barsch / Japan: Bühne frei für die Geisha!
Folge 1823 (45 Min.)
Frankreich: Unbeugbare Xaintrie
Bild: Elephant Doc
(1) 51° Kongo: Paul Lomami-Tshibamba und der Bann des Krokodils Ngando bedeutet auf Lingala „Krokodil“, und das ist in der Demokratischen Republik Kongo mehr als nur ein Tier. Die Riesenechsen verkörpern böse Geister, Werkzeuge im Dienst grimmiger Hexer. Paul Lomami-Tshibamba macht das Krokodil in seinem Roman „Ngando“ (1948) zum roten Faden einer Reise durch die mystische Vorstellungswelt eines noch von den Belgiern kolonisierten Léopoldville. Der 34-jährige Autor, der als Vater der kongolesischen Literatur gilt, verwebt das Reale mit dem Fantastischen, umgeht so die Zensur und übt subtil Kritik an der Kolonialisierung.
(2) Frankreich: Unbeugbare Xaintrie „Versteckt lebt es sich glücklich“: So könnte das Motto der Xaintrie im Westen des Zentralmassivs lauten. Zu dem eigenständigen Naturraum finden sich keine großen Kriegs- oder Heldenepen, sondern Erzählungen vom alltäglichen Kampf der Bewohnerinnen und Bewohner, die seit jeher nur eines wünschen: dass man sie in Ruhe lässt. Die
Xaintrie schloss sich im Laufe der Jahrhunderte keiner benachbarten Stadt an. Im 11. Jahrhundert ließ sich ein Kleinadliger auf einem Felsen nieder und begründete ein Lehnsgut, das nach und nach zur Hochburg einer alternativen Lebensweise wurde.
(3) Finnland: Lauris und Jussis geräucherter Barsch Lauri und Jussi fahren auf die Ostsee hinaus, um Barsch zu fangen. Zu Hause filetieren sie den finnischen Nationalfisch und braten ihn unter freiem Himmel mit Butter, Kartoffeln und Zwiebeln in der Muurikkapannu an, einer großen traditionellen Gusseisenpfanne, die einem Wok ähnelt. Das Gericht wird draußen genossen und mit den Nachbarn geteilt.
(4) Japan: Bühne frei für die Geisha! Japanische Geishas entführen Männer in eine Auszeit mit Poesie, Schönheit und raffinierter Verführung. Eine der Damen wollte sich jedoch nicht damit begnügen, dass sich ihre Welt auf die Separees der Teehäuser beschränkt. Sie wagte den Schritt auf die große Bühne und revolutionierte das japanische Theater … (Text: arte)