Kann man mit Waffen Frieden schaffen? Wie verhält sich dazu die christliche Botschaft, in deren Zentrum Gewaltverzicht und Feindesliebe stehen? Kann man mit Waffen Frieden schaffen? Diese Frage ist eines der großen Dilemmata unserer Zeit. Simon Neumann, 19 Jahre, hat sich vor einem Jahr freiwillig zum Wehrdienst gemeldet. Aus christlicher Verantwortung heraus, zum Schutz für andere, sagt er. Und weil die Geschichte ihm zeige: Das Naziregime etwa konnte nur mit Waffengewalt gestürzt werden. Diese Entschiedenheit teilt auch Katharina Freisleder. Sie ist evangelische Pfarrerin und seit kurzem Militärseelsorgerin in der Sanitätsakademie in München.
Auf den Schulterklappen ihrer Uniform ist ein Kreuz. Für die Bundeswehr zu arbeiten, passt mit ihrem christlichen Menschenbild zusammen, sagt die Theologin. Für sie ist der Dienst an der Waffe auch ein Friedensdienst. Wie verhält sich dazu die christliche Botschaft, in deren Zentrum Gewaltverzicht und Feindesliebe stehen? Was sagen Bibel und christliche Ethik in der aktuellen Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland zu diesem Dilemma? Zu Antworten dazu forscht der Theologe Maximilian Schell an der evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München. (Text: BR)