2025/2026, Folge 19⁠–⁠36

  • Folge 19 (45 Min.)
    Preisspirale nach unten: Soll die Politik den Milchmarkt retten? Der Milchpreis ist im freien Fall: im September bekamen die Milchbauern noch durchschnittlich 54,6 Cent pro Liter, im Dezember nur noch 48 Cent. Weitere Preissenkungen werden erwartet. Milchbauern fürchten um ihre Existenz, fordern Politiker auf, den Markt zu regeln. Wieder mal, denken sich so einige. In den letzten Jahrzehnten ging es einige Male hin und her, vom Überangebot mit Milchsee und Butterberg zum stabilen Markt mit guten Preisen. Immer wieder hat die Politik den Milchbauern unter die Arme gegriffen. Aber hat vielleicht gerade diese Einmischung den Milchmarkt so schwierig gemacht? No-go-Area? Kein Platz für Handwerker in der Großstadt: München hat die höchste Bevölkerungsdichte in Deutschland, deshalb ist der öffentliche Raum umkämpft. Für Handwerker ist das ein Problem. Wenn ein Kran aufgestellt werden soll, muss lange auf eine Genehmigung gewartet werden. Manchmal wird sie gar nicht erteilt, und Bauteile müssen händisch in höhere Stockwerke getragen werden. Auch Parken ist oft kaum mehr möglich. Das schreckt viele Handwerker ab, und sie nehmen Aufträge in München ohne festen Parkplatz mitunter gar nicht mehr an. Und auch Hausbesitzer müssen schauen, ob sie noch Handwerker bekommen. Legales Falschparken: Moosburger Stadtplatz wird zugestellt: Der historische Stadtplatz im oberbayerischen Moosburg war lange ein vollversiegelter Asphaltparkplatz. Das sollte nicht so bleiben, knapp 5,5 Millionen Euro wurden investiert, um den Platz zu einem angenehmen Treffpunkt zu machen, mit Natursteinpflaster, Wasserspiel, Bäumen. Doch die Autofahrer kümmert das nicht, sie parken weiter auf dem Platz, trotz Verbots. Informationen und Parkhindernisse zeigten keine Wirkung. Dann hat der Stadtrat beschlossen, auf eine Ahndung zu verzichten. Ist das jetzt eine Kapitulation oder kluges Anerkennen der Realität? Gezähmte Anarchie: Machen strenge Regeln Bikertreffen kaputt? Es ist eines der größten Winter-Motorradtreffen Europas: Zum Elefantentreffen kamen fast 3200 Motorradfahrer ins niederbayerische Thurmansbang. Bei vielen sorgten dieses Jahr schärfere Regeln für Unmut: Kein Alkohol beim Fahren, Helmpflicht, Nachtruhe. Verhängt vom Bundesverband der Motorradfreunde selbst, das sei nach zwei Unfällen und Beschwerden vergangenes Jahr nötig geworden. Doch einige Biker schimpfen: Durch solche Vorschriften wird das Bikertreffen zum Rentnergeburtstag. Geht so ein Treffen tatsächlich nur mit Anarchie? Todesurteil? EU fordert Abschuß von Sikahirschen: Viele Wildtierhalter in Bayern haben auf Sika-Wild gesetzt. Die Art kam vor über hundert Jahren aus Asien nach Europa. Die Tiere ähneln Damwild, sind aber günstiger, robust und liefern sehr gutes Fleisch. Doch vergangenes Jahr hat die EU sie auf die Liste invasiver Arten gesetzt. Wildtierhalter müssen Sika-Wild bis August 2027 abschießen. Für viele ist das unverständlich. Schließlich kann Sika-Wild im eingezäunten Gehege keine heimischen Arten verdrängen. Einige Wildtierhalter stehen nun vor dem Aus. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.02.2026 BR
  • Folge 20 (45 Min.)
    Zweiklassengesellschaft am Hang? Skipass für Nicht-Ösis teurer! In Großarl, im Salzburger Land, fahren die Einheimischen mit Lift oder öffentlichen Verkehrsmitteln günstiger als die Touristen – denn bei ihnen gibt’s die „Hoamat-Karte“. Laut EU-Recht gelten solche Einheimischen-Tarife als Diskriminierung – und sind deshalb eigentlich verboten. Der Großarler Bürgermeister macht’s trotzdem – na, der traut sich was – und bekommt inzwischen sogar Unterstützung vom EU-Tourismuskommissar. Sollten tatsächlich bald Ausnahmen möglich sein, hätte das weitreichende Folgen, auch in Bayern. Weil: ma derf am End ned da Depp sei. Leben im Abo: Neuer Luxus oder unterschätzte Kostenfalle? Sie prägen mittlerweile unser gesamtes Leben: Abos. Für Streaming-Dienste, Koch-Boxen oder die wöchentliche Ration an Windeln. Ist ja auch praktisch: unverbindlich Dinge für eine gewisse Zeit zu buchen, bedeutet maximale Freiheit – ein bisschen Luxus zum vermeintlich kleinen Preis, ohne sich festlegen zu müssen. Doch der Konsum per Abo unterstützt nicht nur einen bequemen Lifestyle. Er nützt vor allem den Unternehmen, die uns in eine Welt locken, in der wir zwar viel bezahlen, uns aber nichts mehr gehört. Höchst mysteriös: das Loch im Wald von Schnelldorf: Waldbesitzer Martin Schwenzl aus Schnelldorf in Mittelfranken findet in seinem Wald ein Loch. Bäume sind in verschiedene Richtungen umgeknickt. Und es droht, größer zu werden. Er hat Hubschrauber der Bundeswehr im Verdacht, die über dem Wäldchen regelmäßig Übungen absolvieren. Die Bundeswehr glaubt nicht, dass der Schaden von einem Hubschrauber stammt und schließt daher eine Haftung aus. Die Polizei kann wenig machen, ist sie doch bei Fahrerflucht am Boden zuständig und nicht für „Hubschrauberflucht“. Ein Fall für „Akte quer“. Drogen-Razzia in Augsburg: Heiligt der Zweck alle Mittel? Vor einer Woche führt die Augsburger Polizei im dortigen City Club einen Einsatz durch, rammt Türen auf, filzt über 250 Gäste teils bis auf die Unterwäsche. Nicht nur die Kulturszene ist aufgebracht, auch die Augsburger Stadtgesellschaft fragt nach der Verhältnismäßigkeit eines solchen Einsatzes. Durften die Beamten das? Die Polizei sieht ihr Vorgehen durch das bayerische Polizeiaufgabengesetz legitimiert. Doch bestätigt so ein Einsatz nicht genau das, wovor bei der Einführung des umstrittenen PAG gewarnt wurde? Prediger made in Bavaria – CSU fordert neue Imam-Ausbildung: Radikale Imame, die in Hinterhof-Moscheen und im Netz predigen und dadurch auch Jugendliche mit islamistischem Gedankengut erreichen, sind ein Problem – auch in Bayern. Die CSU fordert deshalb, Imame sollen ausschließlich in Deutschland ausgebildet werden. Bis dieses Ziel erreicht ist, müssten für ausländische Imame Integrations- und Demokratiekurse bereitstehen. Diese Vorschläge finden viele gut – auch liberale Imame, um damit extremistischen Vorstellungen aktiv entgegenzuwirken. Doch die Umsetzung einer bayerischen Imam-Ausbildung gestaltet sich schwierig. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 12.02.2026 BR
  • Folge 21 (45 Min.)
    Geplante Themen: * „Greisräte“ in der Kritik – JU plakatiert gegen alte Mandatsträger * Grübeln bis der Arzt kommt: Keine Lösung für Landarztmangel? * Teurer wohnen: Kein Wandel trotz Gesetz gegen Umwandlung * Keine Kunst: Dieser Text wurde von der KI erstellt * Gottlose Tote? Pfarrer intervenieren gegen Naturfriedhöfe * „Greisräte“ in der Kritik – JU plakatiert gegen alte Mandatsträger Der Landkreis Rhön-Grabfeld, der nördlichste in Bayern, steht nicht im Ruf ein Ort zu sein, von dem aus die Welt verändert wird. Genau wie die Junge Union nicht im Ruf steht, Revolutionen zu starten. Beides aber stimmt nicht mehr. Denn ausgerechnet hier, im obersten Unterfranken, hat eine Wahlkampfaktion der Jungen Union, die eine Vergreisung der Kommunalpolitik beklagt, für Entrüstung gesorgt. Aber die Jungen haben einen Punkt: In Bayern gibt es nur sehr wenige junge Bürgermeister und Landräte, auch in Gemeinde- und Stadträten sind Jüngere kaum vertreten. Doch das zu ändern ist gar nicht so leicht. * Grübeln bis der Arzt kommt: Keine Lösung für Landarztmangel? Es gibt Dinge in Bayern, die scheinen gottgegeben und nicht zu ändern: Eines davon ist der Landarztmangel. Doch kurz bevor er so lange und ungelöst besteht, dass er den Rang einer Tradition und damit dieselbe Unverrückbarkeit wie die Alpen erreicht hat, kommen einzelne Gemeinden mit Lösungen. An einigen Orten gelingt es allen Widerständen zum Trotz Ärzte aufs Land zu holen. Wie geht das? Und lässt sich daraus etwas für andere Gemeinden lernen? quer auf der mühsamen Suche nach dem funktionierenden Positiv-Beispiel. * Teurer wohnen: Kein Wandel trotz Gesetz gegen Umwandlung Es gibt ein Gesetz gegen die ungebremste Profit-Mache zulasten der Mieter. Das regelt sogenannte Wohnungsumwandlungen, indem es sie unter einen Genehmigungsvorbehalt stellt. Ein beliebtes Investment-Modell soll so erschwert werden: Ein Investor kauft ein Haus, saniert es, unterteilt es in Eigentumswohnungen und verkauft diese dann entsprechend teuer. Weil die Folge höhere Mieten sein können, sind Wohnungsumwandlungen in den Augen vieler Kritiker ein Problem. Doch das Bundesgesetz wird in Bayern so ausgelegt, dass es erst ab elf Wohnungen gilt. Der Mieterbund Nürnberg schlägt Alarm und sagt, das Gesetz sei in seiner jetzigen Form nahezu wirkungslos. * Keine Kunst: Dieser Text wurde von der KI erstellt Das neue Wiesnplakat wirkt verdächtig algorithmisch – obwohl KI laut Ausschreibung tabu war. Grafiker sind empört. Und es bleibt nicht beim Plakat: In Musik und Literatur schreiben und komponieren Maschinen längst mit. Der Markt quillt über vor Soundalikes und Fake-Büchern, massenhaft online verkauft – nicht billig, oft unerquicklich, selten gekennzeichnet. quer spricht mit Kreativen über bedrohte Jobs, leere Kontroll-Versprechen und erstaunlich fantasielose künstliche „Kunst“. * Gottlose Tote? Pfarrer intervenieren gegen Naturfriedhöfe Immer mehr Menschen wollen nicht neben einer Kirche, sondern neben Bäumen oder auf einer Wiese begraben werden. Das Konzept sogenannter „Naturfriedhöfe“ erfreut sich auch in Bayern wachsender Beliebtheit. Doch ein Unternehmen, das solche modernen Ruhestätten anbietet, scheitert immer wieder an Lobbyisten der Konkurrenz: Schon mehrmals sind Pfarrer in Gemeinderäten aufgetaucht, haben Sorge um die christliche Begräbniskultur geltend gemacht und so Genehmigungen verhindert. (Text: tagesschau24)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.02.2026 BR
  • Folge 22 (45 Min.)
    Franken gegen Franken: Identitätskrise wegen Hymnenstrophe Schon über 150 Jahren wird es gesungen, das Frankenlied, und gilt als inoffizielle Hymne aller Franken. Eigentlich. Doch jetzt ist den Mittelfranken aufgefallen, dass sie in keiner Zeile erwähnt werden. Deshalb will der Bezirk eine weitere, explizit mittelfränkische Strophe hinzudichten lassen und hat dafür einen Wettbewerb ausgerufen. Das stößt aber den Oberfranken auf, spiele doch das Frankenlied bei ihnen und lasse sich nicht mal eben „im Vorbeigehen“ verändern. Tiefe Gräben tun sich auf – ob die der mittelfränkische Ministerpräsident wieder schließen kann? Kommt’s oder kommt’s nicht? Debatte um Social-Media-Verbot Australien hat’s vorgemacht, Dänemark will nachziehen und auch bei uns mehren sich die Stimmen für ein Social-Media-Verbot für Kinder. Nach der SPD fordert auch die CDU eine gesetzliche Altersgrenze. Was kurzzeitig nach einer politischen Mehrheit aussieht, wird jedoch von der CSU ausgebremst. Oder doch nicht? Denn das Verbot, das Anfang der Woche noch von Landesgruppenchef Hoffmann harsch zurückgewiesen wurde, findet parteiintern auch Befürworter. Aber selbst, wenn man sich bei den Grundzügen einig wird – der Teufel dürfte einmal wieder im Detail stecken. Münchner Ringkampf: Tempo-Hick-Hack an der Landshuter Allee Aufgrund schlechter Grenzwerte gilt seit Juni 2024 auf einem Teilstück des Mittleren Rings Tempo 30. Die gedrosselte Geschwindigkeit sollte auch die Werte runterfahren. Hat geklappt, weshalb Oberbürgermeister Reiter vor vier Wochen entschied: jetzt gilt wieder 50 km/​h! Doch dagegen gingen zwei Anwohner und die Deutsche Umwelthilfe juristisch vor, sie bestehen auf Tempo 30 – das Verwaltungsgericht München gab ihnen Recht. Nun muss der OB die Schilder wieder wechseln lassen. Doch wie lang werden sie bleiben? Ist doch die Wirkung des Tempolimits nach wie vor umstritten. Ver-bürokratisiert? Mehraufwand bei Sprachstandserhebung Bislang wurden Kinder, die in Kitas wegen mangelnder Sprachkenntnisse auffällig waren, in Kitas und Grundschule sprachlich gefördert. Doch seit vergangenem Jahr wird der Sprachstand ALLER Kinder vor der Einschulung erhoben. Wer keine guten Sprachkenntnisse bestätigt bekommt, soll zur Sprachstandserhebung und notfalls zum Deutschkurs. Manche fragen sich: Ist diese Testeritis wirklich nötig? Schließlich wird in den Kitas bereits überprüft, und jetzt werden Grundschullehrer für die Tests abgezogen, die dann in den Klassen fehlen. Sieht so Entbürokratisierung aus? Angriff auf Energiewende? Kritik an Plänen von Ministerin Reiche Wenn die Netze überlastet sind, wird Strom aus regenerativen Energien nicht eingespeist. Die Anlagen werden dann abgeschaltet und die Betreiber bekommen eine Entschädigung. Und diese Entschädigungen gehen mittlerweile in die Milliarden. Deshalb sieht Bundeswirtschaftsministerin Reiche dringenden Handlungsbedarf und will laut einem ersten Entwurf die Entschädigungen für Neuanschlüsse in Gebieten, in denen oft abgeschaltet werden muss, streichen. Ist das die Lösung: den Vormarsch der regenerativen Energien bremsen, um auf den Netzausbau zu warten? Oder würgt man so die Energiewende ab? (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 26.02.2026 BR
  • Folge 23 (45 Min.)
    Nockherberg: „Same Procedure“ in unruhigen Zeiten? Einmal im Jahr werden die führenden Politiker auf dem Nockherberg „derbleckt“ – so will es die Tradition. Doch ist das noch zeitgemäß? Schließlich können und werden die „Mächtigen“ in den „sozialen“ Netzwerken tagtäglich kritisiert. Oder ist in unruhigen Zeiten, in denen Feindschaften im Netz und in der realen Welt unerbittlich ausgefochten werden, eine vom Brauchtum eingerahmte satirische Kritik wie am Nockherberg, sogar wichtiger denn je? Optimismus gesucht: Die Wirtschaft braucht Frühlingsgefühle: Kaum sprießen die ersten Krokusse und das ifo-Institut verkündet, die Stimmung in der deutschen Wirtschaft habe sich aufgehellt, kommt mit dem Iran-Krieg auch schon der nächste Tiefschlag. Dabei würde, auch wenn das aktuell schwerfällt, ein bisschen mehr Optimismus guttun – nicht nur der Stimmung, sondern tatsächlich auch der bayerischen Wirtschaft. Deshalb macht sich unser Reporter auf die Suche nach aufkeimender Hoffnung – bei Wirtschaftsforschern, in Schrebergärten und Handwerksbetrieben, die der Krise mit Investitionen trotzen. Und er wird fündig! Heizungs-Reform: Jetzt mit schwarzer Ideologie statt grüner? Das „Habecksche Heizungsgesetz“ wurde von vielen als zu ideologisch kritisiert. Nun haben sich die Koalitionsfraktionen von Union und SPD auf eine Reform verständigt: Öl- und Gasheizungen dürfen weiter in Wohnhäuser eingebaut werden – allerdings müssen sie mit einem wachsenden Anteil grüner Kraftstoffe betrieben werden. Doch sowohl grüner und blauer Wasserstoff als auch Biomethan sind knapp und teuer. Für Mieter könnte das bedeuten: sie zahlen künftig mehr angesichts steigender Betriebskosten fossiler Heizungsanlagen, während Vermieter fein raus sind. Ist also die Reform des Heizungsgesetzes auch ideologisch? Quasi dasselbe in Grün, nur eben schwarz? Meinungsstreit ohne Grabenkampf: Lernen von Österreich? Der Kommunalwahlkampf in Bayern geht in den Endspurt. Auch diesmal wurden Wahlkämpfer bedroht, beleidigt, angegriffen. Doch ab Sonntag müssen die Konkurrenten wieder zusammenarbeiten. Wie das gelingen kann? Ausgerechnet in Österreich, einem Land, dessen raue Debattenkultur tiefe historische Wurzeln hat, wollen es zwei Nationalratsabgeordnete von ÖVP und Grünen vormachen. Und auch mit dem ehemaligen Bundeskanzler Österreichs, Wolfgang Schüssel, spricht quer über Wege aus den Grabenkämpfen, über Fehlerkultur und wehrhafte Demokratie. Nimm das, Trier! Kempten will „Älteste Stadt Deutschlands“ sein: Bisher hatte Trier an der Mosel den Titel „Älteste Stadt Deutschlands“ inne, doch jetzt gibt es in Kempten im Allgäu neue Ausgrabungsfunde ihrer Vorgängerstadt Cambodunum – und die wecken Begehrlichkeiten. Konkret geht es um die Frage, wo die Römer auf ihren Eroberungsfeldzügen zuerst eine Stadt gründeten. Doch für Kemptner und Trierer geht es um viel mehr: den Titel. Denn Superlative wie „Älteste Stadt“, „Längste Burg“ oder „Höchste Brauereidichte“ sind entscheidend im Wettbewerb um die Gunst der Touristen. Oder? (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 BR
  • Folge 24 (45 Min.)
    Kommunal-Signal – Was lernen aus der Wahl? Die Kommunalwahlen haben gezeigt: Die AfD ist in Bayern längst kein regionales Phänomen mehr. Die Partei hat zwar keine herausragenden Posten gewonnen, aber flächendeckend in vielen kommunalen Gremien zugelegt. Wie damit umgehen? Und was bedeutet das für die vielbeschworene Brandmauer? quer dazu im Studio-Gespräch mit dem ehemaligen CSU-Vorsitzenden Erwin Huber. Teurer Sprit – Verbrenner in der Ölkrise: Fossiles Fahren und Heizen werden immer teurer. Die Aussichten, dass die Preise in naher Zukunft wieder sinken, sind schlecht. Nach dem Preisaufschwung machen sich inzwischen massenhaft Tanktouristen und -pendler in Nachbarländer auf, in denen günstigerer Treibstoff erhältlich ist. Unternehmen und Handwerk schlagen angesichts des Preisdrucks Alarm – und die Politik sucht im Superwahljahr nach schnellen Hilfsmaßnahmen. Manche haben jetzt das Gefühl: Da gerät gerade etwas ins Rutschen. Flatterband im Brutgebiet – Wohnbau-Schutz vor Artenschutz? Im Knoblauchsland, dem renommierten Gemüseanbaugebiet um Nürnberg, scheint es seit Jahrhunderten eine friedliche Koexistenz zwischen Bodenbrütern und Landwirtschaft zu geben. Immerhin ist es das letzte große Kiebitz-Brutgebiet in Nordbayern. Doch nun sollen 23 Hektar einer Neubausiedlung weichen. Kiebitz und Co. sind zwar streng geschützt und ihre Anwesenheit würde Baumaßnahmen im Weg stehen, aber auf einmal stehen überall Flatterbänder im Gelände, um die Tiere zu vergrämen. Illegal, sagt der Bund Naturschutz. Doch auch die Stadt argumentiert mit Artenschutz. Nur so könne man die Tiere schonend vom Gebiet fernhalten und zum Umzug in ein anderes Brutgebiet motivieren. Leberkas zum Schleuderpreis – Schmankerlkrieg im Grenzgebiet: Dass Leberkäse weder Leber noch Käse enthält, ist unbestritten. Unbestritten auch, dass er eine zutiefst bayerische Traditionsmahlzeit ist. Dennoch ist er fast überall erhältlich. Im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet ist ein Preiskrieg ausgebrochen. Als ein österreichischer Supermarkt Leberkässemmeln für einen Euro verschleudert, reagieren die bayerischen Metzger erbost. Doch auch diesseits der Grenze gibt es den Leberkäs konkurrenzlos billig – ein saarländischer Fleischhändler bietet das praktische Formatfleischprodukt in der Semmel offenbar auch dauerhaft für einen Euro in Supermärkten an. Die Metzger klagen: Ein Euro, das sei nicht mal kostendeckend. Wenn sich die Kundschaft aber abwendet, können sie dichtmachen. Dynastie im Allgäu? – Bürgermeister in dritter Generation: Tradition wird groß geschrieben in Balderschwang. Das merkt man nicht nur an der lebendigen Vereinskultur im kleinen Oberallgäuer Ferienort: Trachten, Viehscheid, Alphornblasen. Sondern auch in der Politik bewahrt man in Balderschwang das Althergebrachte. Denn das Bürgermeisteramt scheint traditionell immer die gleiche Familie innezuhaben, mit einer kleinen Unterbrechung, quasi vom Vater zum Sohn vererbt. quer auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: warum? (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 12.03.2026 BR
  • Folge 25 (45 Min.)
    Wärme weg, Geld auch: Horrende Heizkosten belasten Mieter: Wenn Hans Börner aus Nürnberg seine Heizkostenabrechnung bekommt, ist das jedes Mal ein Schock: schon seit zwei Jahren muss er Tausende Euro Heizkosten nachzahlen, obwohl er doch extra sparsam heizt! Und er ist nicht allein: Mietervereine berichten, dass sich solche Fälle häufen. Ein Grund könnten ungedämmte, alte Heizsysteme sein, bei denen über die Rohre Wärme verloren geht. Deren Kosten werden dann auf die Mieter umgelegt. So war es auch im Münchner Hasenbergl, wo inzwischen der Vermieter auf medialen und politischen Druck hin veranlasst wurde, sein Abrechnungssystem umzustellen. Doch warum wird das nicht von vornherein kontrolliert? Knappe Rohstoffe: Iran-Krieg trifft bayerische Chemiebranche: Der Krieg im Nahen Osten und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus setzt der bayerischen Chemieindustrie immer mehr zu. Nicht nur wegen des Erdöls, sondern auch wegen anderer Rohstoffe: Helium zum Beispiel wird dringend für die Herstellung von Halbleitern benötigt – deren Fehlen hätte Auswirkungen auf die Produktion von Maschinen, Haushaltsgeräten und anderen alltäglichen Dingen. Besonders Mittelständler geraten unter Druck, weil Produktionsabläufe immer weniger planbar sind. So trifft es etwa auch die Richard Geiss GmbH in Rettenbach bei Günzburg. Sie stellt seit drei Generationen nachhaltige Chemikalien her, die etwa für Kleber und Medikamente wichtig sind. Je länger der Krieg dauert, desto größer scheinen die Folgen. Eine ganze Branche fürchtet um ihre Existenz. Urlaub mit der KI: Wenn der Reiseführer ins Nichts führt: Bald sind Osterferien, und die nächste Reise will geplant sein. Warum nicht ins Allgäu? Reiseführer gibt es viele, doch neuerdings sollte man da ganz genau hinschauen: Denn bei Amazon etwa kursieren im Eigenverlag erstellte Bücher mit teils sehr fragwürdigen Inhalten. Da werden Hotels empfohlen, die es gar nicht gibt – GPS-Daten lotsen statt zu einem Restaurant auf die Grünfläche eines Krankenhauses. Der Verdacht drängt sich auf, dass da eine KI losgeschickt wurde, die PR-Texte verwertet, und daraus munter völlig neue Links und bayerisch klingende Orte herbei halluziniert. Ortskenntnis und geprüfte Inhalte: Fehlanzeige. Dafür wimmelt es von Stereotypen und falschen Versprechungen. Drogen in E-Zigaretten: Polizei warnt vor Baller-Liquids: Sie kommen harmlos daher, haben es aber in sich: Was neuerdings in „Vapes“, also E-Zigaretten, die eine Flüssigkeit erhitzen und verdampfen, eingefüllt wird, ist ziemlich gefährlich: Immer öfter sind die Liquids mit berauschenden Substanzen versetzt – meistens mit schnell abhängig machenden synthetischen Cannabinoiden. Nun mehren sich Vorfälle, etwa auch im Landkreis Hof, bei denen Jugendliche nach solchem Konsum kollabieren oder mit Herzrasen ins Krankenhaus kommen. Die Langzeitfolgen können Panikattacken oder Psychosen sein. Inzwischen haben Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen zu Baller-Liquids stark erhöht. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.03.2026 BR
  • Folge 26 (45 Min.)
    CSU nach Stichwahlen: Kommt jetzt das Ende der Vorherrschaft? Die CSU und Bayern, das war lange: eins. Mit CSU-Parteibuch schien einem das Amt sicher. Doch nach den Kommunalwahlen hat sich die Verwurzelung der Partei im Land gelockert. 14 Landratsämter hat die CSU verloren, dazu zwei Rathäuser in den großen Städten. Die Bayernkarte, lange tiefschwarz gefärbt und vom Alleinherrscher-Selbstverständnis eines Strauß oder Stoiber geprägt, wird bunter. Und Markus Söder? „Es gibt keinen Amtsbonus mehr“, sagt er nach der Wahl. Wenn das stimmt – wie sicher kann dann die CSU ihre Vorherrschaft mit ihm an der Spitze verteidigen? /​ Autofreie Sonntage – Ist Krisenmodus in Bayern mehrheitsfähig? Ölkrise! An den Tankstellen klettert der Benzinpreis in inflationäre Höhen, nationale Ölreserven werden freigegeben und die ökonomische Zukunft ist auch in Bayern ungewiss. Viele fragen sich: Wie drastisch werden uns die Folgen von Trumps Iran-Krieg treffen? Die Internationale Energieagentur schlägt vor, Tempolimits einzuführen, Autofahrten und Flugreisen einzuschränken und im Homeoffice zu arbeiten, um Öl und Gas zu sparen. Doch seit Corona reagieren die Menschen empfindlich, wenn man in ihr Privatleben hineinregiert. Sind die Bayern noch offen für Krisenmanagement? /​ Gewalt gegen Frauen: Hilfsanbieter bangen um Finanzierung: Die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen haben ein Beben ausgelöst. In Berlin demonstrierten am Wochenende Tausende für den besseren Schutz von Frauen, Justizministerin Hubig will ein Gesetz gegen digitale Gewalt „zügig umsetzen“. Und zur gleichen Zeit müssen Frauenhäuser um ihr Fortbestehen bangen. Denn ausgerechnet, seitdem das neue Gewalthilfegesetz einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für betroffene Frauen und ihre Kinder formuliert, verzetteln sich Kommunen, Länder und Bund in einem Finanzierungsstreit. /​ Für die Ewigkeit: Das Grab, das man nicht mehr loswird: Ein Rentnerehepaar aus Flintsbach am Inn bei Rosenheim möchte gerne dort beerdigt werden, wo es wohnt. Ein altes Familiengrab in Amberg, über zwei Autostunden entfernt, wollen sie deshalb aufgeben. Vom Friedhofsamt kommt darauf eine hohe Rechnung: 23.000 Euro sollen sie bezahlen, um das Grab an die Stadt Amberg abzugeben – denn es ist denkmalgeschützt. Und damit kann man es nicht einfach auflösen, sondern muss es pflegen … bis in alle Ewigkeit. Ob man nun will oder nicht. /​ Stiefkind Mittelschule? Die vergessenen Fachkräfte von morgen: Ein kleiner Geldsegen regnet auf Erlangen herab … für rund 23 Millionen Euro soll das Humanistische Gymnasium Fridericianum saniert werden, wie vor ihm schon fünf weitere Gymnasien. Und die Mittelschule Eichendorff? Geht mal wieder leer aus. Und das, obwohl sie den Deutschen Schulpreis 2023 gewonnen hat, Gebäude wie Gelände dringend sanierungsbedürftig sind und für den Ganztagsbetrieb tauglich gemacht werden müssten. Eine Investition, die sich eigentlich mehr als lohnen würde: Denn in Bayerns Mittelschule schlummert viel Fachkräftepotential. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 26.03.2026 BR
  • Folge 27 (45 Min.)
    /​ Eiermangel – weil glückliche Legehennen viel Platz brauchen: In Bayern werden Eier knapp und teuer, in manchen Supermärkten sind die Regale schon leer. Nur etwa die Hälfte der in Bayern verbrauchten Eier kommt auch aus dem Freistaat, bei Freiland- oder Biohaltung sogar nur ein Drittel. Dabei ist die Marktlage für Eierproduzenten günstig, durch steigende Nachfrage und hohe Preise. Doch für die gefragten Eier aus Bio- und Freilandhaltung brauchen Neueinsteiger Flächen, außerdem sind Nachbarn mit großen Ställen oft nicht einverstanden. quer begleitet den Geschäftsführer von eines großen bayerischen Eierproduzenten beim Versuch Bauern zu motivieren, in die Eierproduktion einzusteigen. /​ Otter oder Fisch? Der teure Burgfriede an Bayerns Teichen: Seit vielen Jahre der gleiche Kampf: Otter fressen Fischteiche leer, Teichwirte sagen, sie werden in den Ruin getrieben. In Kemnath ist wegen otterbedingten Karpfen-Mangels sogar das beliebte Fischerfest in Gefahr. Neuer Spieler in dem Konflikt jetzt: Der Bayerische Oberste Rechnungshof. In seinem aktuellen Jahresbericht stellt er fest: Die Kosten für den Ausgleich der Fischverluste haben sich in fünf Jahren verdreifacht. Die Prüfer empfehlen, hier einzusparen. Doch gerade diese Ausgleichszahlungen haben den Burgfrieden zwischen Teichbesitzen und Naturschutz bis jetzt gesichert. Die von den Teichwirten bevorzugte Lösung – eine bayerische Regel zum Abschuss von einzelnen Tieren – hat der Verwaltungsgerichtshof erst im März gekippt, schon zum dritten Mal. Gelingt die Otterpolitik-Reform? /​ Skrupellose „Selbstbedienung“: Boombranche Ladendiebstahl: Im vergangenen Jahr wurden in Bayern Waren im Wert von 390 Millionen Euro gestohlen, so viel wie noch nie, berichtet der bayerische Handelsverband. Die Gründe sind vielfältig. Seit es die neuen Selbstbedienungskassen im Supermarkt gibt, ist es einfach, Waren nicht einzuscannen. Es gibt aber auch organisierte Banden, die in Supermärkten stehlen. Insgesamt kommen die Ladendiebe laut Handelsverband aus allen Nationen und Schichten. Dabei werden in Deutschland 98 Prozent aller Diebstähle nicht erkannt und zur Anzeige gebracht, stellt das EHI Retail Institute fest. Die Folge: Geschäfte rüsten auf, mit Überwachungskameras, Warensicherungen, Detektiven, Alarmanlagen. Die Kosten dafür werden am Ende an die Verbraucher weitergegeben, mittlerweile macht das 1,50 Euro pro 100 Euro Einkauf aus. /​ Nicht ernst genommen: Diagnose-Problem bei kranken Frauen: Brustschmerzen, Atemnot – mit diesen Symptomen geht Karin Meier aus der Nähe von Eichstätt zu mehreren Kardiologen, doch erst nach Jahren wird die Ursache festgestellt, eine krampfartige Verengung der Herzkranzgefäße. Ein Grund für die späte Diagnose: Es wurden nur für Männer typische Ursachen untersucht. Solche Leidenswege sind häufig. Denn lange wurden medizinische Studien ausschließlich an Männern durchgeführt. Außerdem sind Ärzte nicht vor Vorurteilen gefeit, schieben körperliche Beschwerden bei Frauen eher auf die Psyche. So werden Frauen später behandelt, bekommen später Schmerzmittel oder ein EKG. Die Kosten für das Gesundheitssystem durch späte oder falsche Diagnosen sind enorm. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 09.04.2026 BR
  • Folge 28 (45 Min.)
    Spektakulärer Maibaumklau: wieviel Moderne verträgt Tradition? Ein gesichertes Kraftwerk, ein 30 Meter langer Baum und 65 Burschen mitten in der Nacht in Karlsfeld auf Diebestour: Was den Inninger Maibaumdieben zusammen mit den Allachern da gelungen ist, kann man zurecht einen spektakulären Coup nennen. Sie haben sich „Mission Impossible“-gleich über ein Dachfenster abgeseilt und hatten trotz Kameras, Bewegungsmelder, Alarmanlage Erfolg. Ja, das Maibaumklauen ist mittlerweile zu einer hochtechnisierten Angelegenheit geworden, aber: wieviel Modernisierung verträgt ein Brauch, so dass er immer noch als Tradition gelten kann? Sympathie verspielt? Playmobil schließt letztes deutsches Werk: Das nostalgische Puppenhaus, der Oldtimer, und vor allem: das Piratenschiff. Seit 1974 haben Generationen von Kindern damit gespielt, jetzt ist Schluss im Hause Playmobil. Zumindest, was die Produktion in Deutschland angeht: bis Ende Juni soll das letzte bestehende Playmobil-Werk im mittelfränkischen Dietenhofen geschlossen werden. In der Region ein Schock: Während sich der Betriebsrat um einen Sozialplan für die Mitarbeiter bemüht, trauern Fans um den Verlust eines global bekannten Spielzeugs, das den Sprung in die heutige Popkultur einfach nicht mehr geschafft hat. Korbersdorf muss warten: Geplantes LKW-Verbot kommt nicht: Die Freude war riesig, als sich im Juli 2025 der Marktredwitzer Stadtrat für ein Durchfahrtsverbot für LKW im Ortsteil Korbersdorf aussprach – zunächst geplant als einjährige Testphase. Doch Lärm, Dreck und die ständige Gefahrenquelle seitens der durchrauschenden LKW sind immer noch nicht passé. Denn Standorte für Schilder oder bauliche Maßnahmen füllen rund 100 Seiten Planungsunterlagen, die erst einmal abgearbeitet werden müssen. Ein immenser bürokratischer Aufwand! Weshalb die Korbersdorfer mittlerweile schon fast ein Jahr warten, auf ein Verbot, das eigentlich schon seit fast einem Jahr gelten sollte. Ewiger Streit: Zulauf zu Brennerbasistunnel immer noch unklar: Irgendwie geht’s bei uns einfach nicht voran, beim Thema Brennerbasistunnel. Während Österreich und Italien längst bauen, wird bei uns immer noch diskutiert, und zwar über die Zulaufstrecken. Die Bahn will neu bauen und damit Hochgeschwindigkeitszüge möglich machen. Viele Anwohner und Experten halten das aber für landschaftszerstörend und zu teuer, fordern bestehende Gleise auszubauen. Und die Politik? Hätte eigentlich schon 2025 eine Entscheidung treffen sollen. Über die Entdeckung der Langsamkeit beim Traum von der schnellen Bahn. Interessenskonflikt? Gesetz zwingt Stadträtin zu Jobwechsel: Wer sich in Bayern politisch engagieren will, braucht vor allem eines: den richtigen Job. Denn Beschäftigte von Städten und Gemeinden, die nicht körperlich arbeiten, dürfen oft ihr Mandat nicht annehmen. So muss eine frisch gewählte Stadträtin aus Pfaffenhofen an der Ilm ihren Job im Kindergarten aufgeben, um Kommunalpolitik machen zu dürfen. Der Grund steht in der Gemeindeordnung: sie will allein den Anschein von Interessenskonflikten vermeiden. Eigentlich gut, doch Kritiker sehen ein Repräsentationsproblem: gerade Frauen und Teilzeitkräfte werden so ausgebremst. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 16.04.2026 BR
  • Folge 29 (45 Min.)
    Key Visual Sendereihenbild mit Typo zu „quer“, dem kritischen und satirischen Wochenmagazins. Hintergründig, politisch, bayerisch mit Christoph Süß.
    Tanke für gar nichts – Irankrieg sorgt für Spritklau-Anstieg. Es ist kein völlig neues Phänomen, aber es gibt gerade ein neues Hoch: Die Tanks von Lastwagen, Baumaschinen und Privat-Pkw werden aufgebrochen und der darin befindliche Treibstoff abgepumpt. Die Polizei in Bayern beobachtet eine Zunahme der Taten. Die Aufklärungsquote ist gering, denn selten gelingt es, Täter auf frischer Tat zu ertappen. Für Pendler bedeutet das ein mulmiges Gefühl, wenn sie ihr Auto auf einem schlecht beleuchteten Parkplatz abstellen. Für Lkw-Fahrer steht womöglich sogar die Gesundheit auf dem Spiel: Betroffene berichten, vor dem Diebstahl betäubt worden zu sein – die Polizei hält das für plausibel. Sorgt der Krieg im Nahen Osten also für eine Zunahme der Gefahren an bayerischen Parkplätzen? Energie-Sharing als Nachbarschaftshilfe: Hast Du mal n’ Watt? Am Land oder in Vierteln mit gelebter Nachbarschaftskultur ist die Logik vollkommen klar: Wird ein Rohstoff – in dem Fall Eier, Milch, Butter – knapp, dann klingelt man beim Nachbarn und fragt, ob er oder sie aushelfen könne. Weltkriege, Mangelwirtschaft und andere Krisen wurden in Deutschland auch Dank der nachbarschaftlichen Tausch- und Leihkultur überstanden. Schade, dass uns das in der aktuellen Energiekrise rein gar nichts bringt. Oder? Nun, es gibt unter anderem einen emeritierten Professor in Oberbayern, der sagt: Energie lässt sich sehr wohl auch privat in der Nachbarschaft teilen – im Grunde wie Eier, Milch und Butter. Nur braucht man dazu erneuerbare statt fossiler Energie und womöglich eine ausgeprägte Reformbereitschaft des Gesetzgebers. Zukunft mit Behinderung: Arbeitsmarkt hat Inklusionsproblem. Die Erkenntnis kommt nicht überraschend: Junge Menschen mit Behinderung haben genau wie solche ohne Behinderung Träume für ihre berufliche Zukunft. Und: Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderung an einer für sie passenden Stelle eingestellt haben, berichten begeistert von motivierten, bereichernden Mitarbeitenden. Was allerdings überrascht: Trotz positiver Einstellung und Erfahrung auf beiden Seiten und trotz gesetzlicher Verpflichtung Menschen mit Behinderung ab einer gewissen Betriebsgröße einzustellen, zeigt die Statistik: Es klappt viel zu selten. quer und die Frage: Wieso werden Menschen mit Behinderung bei der Arbeit behindert? Denkmal oder Bruchbude? Lauben reißt den Landgasthof ab. Der Streit ist so alt, er könnte selbst unter Denkmalschutz stehen: Seit fast zehn Jahren diskutiert Lauben im Oberallgäu, was mit dem leerstehenden 630 Jahre alten Gasthaus „zum Löwen“ im Ortskern passieren soll. Hoffnung auf eine Reaktivierung hatte der Bürgermeister längst nicht mehr, stattdessen stiegen die Kosten: Wintersicherung, Verkehrssicherheit, und jedes Jahr wäre ein Abriss noch teurer geworden. Nun wurde der Gasthof abgerissen. Ein Frevel, finden Denkmalschützer, die extra aus München angereist waren, um den Abriss doch noch zu stoppen. Die Frage ist nur, was mit dem geschichtsträchtigen Gebäude sonst hätte passieren sollen. Womöglich wird in Lauben nur das Symptom einer Entwicklung bekämpft, die vor Jahrzehnten begonnen hat: Das Sterben traditioneller Ortskerne. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 23.04.2026 BR
  • Folge 30 (45 Min.)
    Der Run aufs Maibaumstüberl: Dauerparty als neues Brauchtum: Früher war’s einfach nur ein Baucontainer, ein paar Burschen, ein Kartenspiel, ein Kasten Bier – fertig war die Maibaumwache. Heute kommen manche Maibaumstüberl daher wie eine Event-Location mitten im Ort. Von der „Halligallidrecksau-Party“ bis hin zum Hütten-Rave – gefeiert wird fast täglich was anderes und der Stüberl-Betrieb startet oft schon Ende März, Während die einen die Eventisierung eines Brauchtums beklagen, freuen sich die anderen einfach nur, gemeinsam feiern zu können. Und am 1. Mai ist ja dann eh Schluss. Zumindest bis zum nächsten Jahr. /​ Mit Abitur ins Handwerk? Studium kein Garant mehr für Job: „Mach Abi, geh studieren – dann hast Du ausgesorgt!“ – dieser gute Rat von einst bröckelt. Denn die Zahl arbeitsloser Akademiker hat sich seit 2019 fast verdoppelt. Trotz vorbildlicher Lebensläufe kämpfen Hochschulabsolventen mit Absagen. Grund dafür sind die schwache Wirtschaft, Einstellungsstopps und der Druck durch die KI. Gleichzeitig boomt das Handwerk. Und so entscheiden sich immer mehr Abiturienten gegen die Uni und für eine zukunftssicherere Ausbildung. Hat unser Bildungssystem mit dem Ideal der Akademiker-Laufbahn zu viel versprochen? /​ Müde Nation, wachsender Markt: Ist Schlafen der neue Luxus? Millionen Menschen schlafen schlecht, der Bedarf an Hilfe wächst rasant. Studien zeigen: Schlafstörungen nehmen deutlich zu und belasten Gesundheit und Wirtschaft. Eine boomende Industrie verkauft nun verzweifelten, übermüdeten Menschen Medikamente, Gadgets und digitale Schlaftracker. Und so ist aus der Volkskrankheit „Schlafmangel“ inzwischen ein lukratives Geschäft geworden. Doch Experten warnen: Allzu viel Schlaf-Optimierung kann ihn sogar noch verschlechtern. /​ Vom Gewerbe zu Wohnraum: Eine gute Idee stockt in der Praxis: Um dem Wohnraummangel Herr zu werden, testen immer mehr Kommunen den Umbau leerer Gewerbeflächen zu Wohnraum. In Bad Kötzting etwa sollen in einer ehemaligen Metzgerei sechs Wohnungen entstehen. Auch in München ist geplant, Bürohochhäuser für Studierende umzunutzen. Die Idee ist gut – schließlich stehen deutschlandweit Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Doch die Umsetzung ist oft kompliziert: Hohe Kosten und zigtausend strenge Bauvorschriften bremsen viele Projekte aus. /​ Keine Hilfe für Betroffene: Schutzstatus des Bibers neu prüfen? Er war erwünscht, wurde sogar extra angesiedelt – doch allerorten in Bayern kämpfen Menschen mit den Schäden, die er anrichtet: der Biber. So auch in Tiefenlauter im Landkreis Coburg. Dort hat Anja Jakob ein Wohnhaus samt Hundeschule. Das Gelände ist mittlerweile so von Bibertunneln unterhöhlt, dass der Einsturz des Hauses droht. Täglich entfernt sie selbst die Bauten, Unterstützung gibt es keine. Abschüsse helfen laut Experten kaum – neue Biber rücken einfach nach. Und Entschädigungen sind nur für Land- und Forstwirtschaft vorgesehen. Mit zunehmenden Konflikten wächst auch die Forderung, den Schutzstatus des Bibers neu zu prüfen. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 30.04.2026 BR
  • Folge 31 (45 Min.)
    Hat Frankenwein eine Zukunft? Winzer müssen Weinberge roden: Die Krise hatte sich lang angekündigt: Die fränkischen Weinlagen sind immer seltener profitabel. Zu Trockenheit, gestiegenen Energie- und Personalkosten kam zuletzt noch fehlender Absatz. Weil immer weniger Wein getrunken wird – besonders von den Jüngeren – mussten schon viele Winzer aufgeben. Schon jetzt liegen viele Weinberge brach oder werden gerodet. Experten sind sich sicher: Die fränkische Weinlandschaft wird sich verändern. Wo einst Wein wuchs, könnten dann Oliven, Raps oder Lavendel stehen. /​ Das Vermächtnis des Eremiten – Streit um Einsiedelei im Allgäu: Es ist ein ungewöhnlicher Ort, den der Eremit Heinrich Maucher in einem Wald bei Breitenbrunn im Unterallgäu errichtete: Über 40 Hütten, eine Grotte, eine Kirche und sieben Glockentürme zimmerte der „Waldmensch“ in Erwartung der Apokalypse. Von den Behörden wurde das lange geduldet. Doch seit seinem Tod verfällt das sogenannte „Mariental“. Für die Behörden sind die Häuser Schwarzbauten, sollen also zurückgebaut werden. Anwohner und Amtskirche hätten wohl nichts dagegen: Das Mariental hat keinen kirchlichen Rang. Und die Besuchermassen stören Landwirte und Wildtiere. Trotzdem werden die Besucher gerade durch den drohenden Abriss mehr. /​ Brenner-Sperre zur Ferienzeit – Anwohner bremsen Urlauber aus: Er ist vielleicht der unbeliebteste Mann bei Italien-Urlaubern aus Bayern: Karl Mühlsteiger, Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner. Nach jahrelangem Kampf hat er durchgesetzt, die Brenner-Autobahn für eine Demo gegen die Verkehrsbelastung vom Vormittag bis zum Abend sperren zu lassen. An einem Samstag, mitten in den bayerischen Pfingstferien. Während Italien-Urlauber überall umplanen müssen und die Tourismus-Branche zähneknirschend Stornierungen und Mehrkosten akzeptiert, zeigt sich vor Ort: Was für Urlauber das Nadelöhr ins Ferien-Glück, ist für die Anwohner ein immer weniger hinnehmbares Dauerärgernis. /​ Pollen-Alarm – Kommunen im Kampf gegen Heuschnupfen: Wenn im Frühjahr die Nase juckt und die Augen tränen, ist das nicht nur unangenehm. Allergien belasten zunehmend auch die Volkswirtschaft. Allein die Fehlzeiten wegen Heuschnupfens belaufen sich europaweit auf 100 Millionen Arbeits- und Schulausfalltage im Jahr. Und Allergien nehmen zu: Umwelteinflüsse und der moderne Lebensstil machen uns anfälliger. 2050 könnte die Hälfte der Bevölkerung allergisch sein. Kommunen in Bayern versuchen nun gegenzuhalten: Mit mehr Biodiversität und allergie-armen Bäumen etwa. Doch der Kampf gegen die Pollen ist mühsam. /​ Die Mauer muss weg! – Streit um Wegerecht am Hachinger Bach: Am Hachinger Bach im Münchner Süden ärgern sich Spaziergänger seit Monaten über eine Betonmauer, die ein Anwohner dort gebaut hat und die den Zugang zu einem beliebten Spazierweg versperrt. Der Weg führt über sein Grundstück, Nutzungsrechte durch die Öffentlichkeit gibt es nicht. 2400 Menschen haben bereits eine Petition unterschrieben, wollen dass die Mauer abgebaut wird. Doch danach sieht es im Moment nicht aus. (Text: BR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 07.05.2026 BR
  • Folge 32 (45 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Do. 21.05.2026 BR
  • Folge 33 (45 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Do. 28.05.2026 BR
  • Folge 34 (45 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Do. 11.06.2026 BR
  • Folge 35 (45 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Do. 18.06.2026 BR
  • Folge 36 (45 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Do. 25.06.2026 BR

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