ZDFneo kündigt Drama-Serie „Blaumacher“ und drei Ko-Produktionen an

    Digitalsender enthüllt ehrgeiziges Serien-Aufgebot für 2017

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 06.02.2017, 16:30 Uhr

    „Blaumacher“: Frank Sporbert (Marc Benjamin Puch) und Sascha Decker (Laura Berlin) suchen nach dem Sinn des Lebens – Bild: ZDFneo/Volker Roloff
    „Blaumacher“: Frank Sporbert (Marc Benjamin Puch) und Sascha Decker (Laura Berlin) suchen nach dem Sinn des Lebens

    Im Jahr 2017 will der öffentlich-rechtliche Digitalsender ZDFneo in Sachen Eigenproduktionen auf die Tube drücken, nachdem Ende letzten Jahres mit „Tempel“ die erste eigene Drama-Serie präsentiert wurde. Nun hat der Sender das neue Drama „Blaumacher“ angekündigt (ehemaliger Arbeitstitel „Der Sommer meines Lebens“, (fernsehserien.de berichtete). Daneben ist man an drei internationalen Serien als Ko-Produzent beteiligt: „Chaussée d’Amour“ (aka „Highway of Love“), „Tabula Rasa“ und „Below the Surface“.

    ZDFneo-Senderchefin Dr. Simone Emmelius kommentiert: „Mit dem Schritt zur Koproduktion erweitern wir unser fiktionales Angebot maßgeblich. Neben Eigenproduktionen in diversen Genres und einem tollen Portfolio von Lizenzserien kommen zum Auftakt 2017 zunächst drei koproduzierte Serien dazu. Diese werden teils parallel im TV laufen und natürlich in der ZDFmediathek online abrufbar sein.“

    „Blaumacher“ soll im Frühsommer gezeigt werden, unter den Ko-Produktionen soll „Chaussée d’Amour“ als erstes gezeigt werden.

    BLAUMACHER

    „Blaumacher“ handelt von zwei unterschiedlichen Menschen, die ein Leben führen, mit dem man dem äußeren Eindruck nach durchaus zufrieden sein könnte – doch beide fühlen sich von ihrer Umwelt auf unterschiedlicher Weise nicht wahrgenommen und steigen aus ihrem bisherigen Leben aus, um für sich den Sinn ihres Lebens zu ergründen.

    Mittvierziger Frank Sporbert (Marc Benjamin Puch, „Neandertaler“) ist Ehemann, Vater und erfolgreicher Mittelständler im Besitz eines modernen Einfamilienhauses und eines SUVs. Doch die scheinbar sorglose Fassade hat Risse. Seine Ehefrau Carmen (Lisa Martinek) ist schon vor längerer Zeit eine Affäre mit ihrem Fitnesstrainer eingegangen – und für seine Kinder Max und Becky ist Frank lediglich ein Geldautomat. Auch in der Firma fühlt er sich überflüssig: Seine Mitarbeiter tätigen wichtige Abschlüsse selbst, seine Abwesenheit fällt nicht einmal auf. Frank fühlt sich leer und perspektivlos.

    Doch dann steht auf einmal die 19-jährige (Laura Berlin) Nachbarstochter Sascha Decker vor seiner Tür, die sich ebenso leer und verloren fühlt. Sie ist Tochter wohlhabender Eltern und könnte alles haben, wonach ihr der Sinn steht, doch wahrgenommen wird sie in ihrer Familie nicht. Sascha hat keine Lust, in das von ihren Eltern vorgefertigte Leben einzusteigen.

    Bestellt wurde eine erste Staffel mit sechs je 30-minütigen Folgen.

    Stefan Raiser und Felix Zackor (Dreamtool Entertainment) fungierten im Auftrag von ZDFneo als Produzenten. Regie führten Pia Strietmann und Maurice Hübner. Die Redaktion im ZDF hat Karina Ulitzsch

    BELOW THE SURFACE

    Im Vorfeld der Premiere der dänischen Serie „Below the Surface“(Originaltitel „Gidseltagningen“) auf der Berlinale (15. Februar 2017) hat sich ZDFneo als Ko-Produzent des Formats zu erkennen gegeben. Die Serie handelt von einer Geiselnahme in einer U-Bahn, die die dänische Hauptstadt Kopenhagen für acht Tage in Atem hält.

    In acht Teilen erzählt „Below the Surface“ davon, dass 15 Insassen einer U-Bahn in Kopenhagen von drei maskierten Männern als Geiseln genommen werden. Während eine Anti-Terror-Einheit unter der Führung von Philip Norgaard (Johannes Lassen) und Louise Falck (Sara Hjort Ditlevsen) sich darum bemüht, die Geiseln in Freiheit zu bekommen, fungiert Reporterin Naja Toft (Paprika Steen) als Grenzgängerin zwischen den Geiselnehmern und der Polizei.

    Derweil überraschen die Geiselnehmer damit, dass sie nach und nach Informationen über das Leben ihrer augenscheinlich alles andere als zufälligen Geiseln veröffentlichen – und somit die Presse zu Spekulationen und weiteren Ermittlungen veranlassen. Je länger der Patt zwischen Geiselnehmern und Polizisten dauert, desto geringer werden die Hoffnungen auf ein Überleben der Geiseln.

    Weitere Hauptrollen haben Dar Salim, Tommy Kenter, Alexandre Willaume, Alba August und Esben Dalgaard Andersen.

    Kasper Barfoed („Dicte“) hat das Konzept entwickelt, fungiert als Showrunner, Regisseur und zusammen mit Astrid Øye als Autor. Von der Produktionsfirma SAM Productions kommen Soren Sveistrup („The Killing“), Adam Price („Borgen“) und Meta Louise Foldager Sorensen („A Royal Affair“) als Executive Producer, ZDFneo hat die Redakteure Frank Seyberth und Wolfgang Feindt beigesteuert. Discovery hatte die Serie für seinen dänischen Sender Kanal 5 bei SAM Productions in Auftrag gegeben. Studiocanal fungiert als internationaler Vertrieb und hatte unter Rola Bauer den Deal mit ZDFneo auf den Weg gebracht.

    CHAUSÉE D’AMOUR

    Einen Neuanfang wagt die unzufriedene Sylvia (Tiny Bertels). Als ihr entfremdeter Vater ihr ein Haus hinterlässt, verlässt sie mit ihren Kindern ihren Ehemann – einen Gynäkologen, der sich an seinen Patientinnen vergangen haben soll. Allerdings befindet sich das geerbte Haus in einem Rotlichtviertel und beherbergt das Bordell „Cats“. Sylvia versucht, sich ein neues Leben im ungewohnten Umfeld aufzubauen. Allerdings wird ihre Lage dadurch verkompliziert, dass ein älterer Fall Kommissar Ludo (Dirk Roofthooft) in das Haus führt.

    „Chausée d’Amou“ umfasst zehn Episoden à 50 Minuten. Die Serie wurde von der belgischen Firma deMENSEN mit ZDFneo und ZDF Enterprises produziert. Die Regie führten Pieter Van Hees, Nathalie Basteyns und Frank Devos. Die Redaktion im ZDF haben Frank Seyberth und Wolfgang Feindt.

    TABULA RASA

    In „Tabula Rasa“ leidet Protagonistin Annemie „Mie“ D’Haeze (Veerle Baetens, „Code 37“) an einer besonderen Form von Gedächtnisstörung: Sie kann sich an alles vor ihrem schweren Unfall normal erinnern. Seit ihrem Unfall kann sie allerdings keine neue Erinnerungen machen, Erlebtes setzt sich nur sehr selten in ihrem Langzeitgedächtnis fest – insbesondere in Stresssituationen.

    Mit Skizzen und Notizen versucht Mie, ihre Erinnerungen festzuhalten. Allerdings ist auch diesen anscheinend nicht zu trauen, da sich jemand an den Aufzeichnungen zu schaffen zu machen scheint und sie verändert. Das Misstrauen der Frau gegenüber ihrer Familie, ihrem immer verzweifelter werdenden Ehemann und schließlich sich selbst gegenüber wächst.

    Da Mie der letzte Mensch ist, der einen nun verschollenen Mann gesehen hat, gewinnen ihre Erinnerungen an Wichtigkeit – und die Vorgänge wachsen sich zum Psychothriller aus.

    Die Serie umfasst neun Episoden mit je 45 Minuten Spielzeit. „Tabula Rasa“ ist eine Ko-Produktion der belgischen Firma Caviar Content mit dem belgischen Sender VRT, ZDFneo und ZDF Enterprises. Autoren sind Malin-Sarah Gozin, die auch als Showrunnerin fungiert, sowie Veerle Baetens und Christophe Dirickx. Die Serie wurde von Kaat Beels und Jonas Govaerts inszeniert. Die Redaktion im ZDF haben Wolfgang Feindt und Sebastian Lückel.

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