WDR-Rundfunkrat stimmt neuem Programmschema zu

    Anfang 2016 kommen zahlreiche Änderungen

    23.09.2015, 19:23 Uhr – Marcus Kirzynowski

    WDR-Rundfunkrat stimmt neuem Programmschema zu – Anfang 2016 kommen zahlreiche Änderungen – Bild: WDR

    Grünes Licht für Jörg Schönenborn: Der Rundfunkrat des WDR hat in seiner heutigen Sitzung in Köln dessen Plänen für eine Programmreform zugestimmt, die Anfang 2016 umgesetzt werden soll.

    Dabei will das WDR Fernsehen künftig noch stärker auf die regionale Kernkompetenz setzen. So soll es um 18.00 Uhr eine neue 15-minütige Ausgabe von „WDR aktuell“ geben, die auch fünf Minuten „Lokalzeit“-Nachrichten aus den elf Landesstudios beinhalten soll. Die „Servicezeit“ beginnt danach bereits um 18.15 Uhr. Die „Aktuelle Stunde“ startet schon um 18.45 Uhr und ist damit fünf Minuten länger. Deutlich ausgebaut wird auch die Abendausgabe von „WDR aktuell“ um 21.45 Uhr, von jetzt 15 auf 25 Minuten.

    Die Woche beginnt am Montagabend um 20.15 Uhr mit einem neuen Sendeplatz für regionale Serien (2016 unter anderem die neue Serie „Phoenixsee“, die in Dortmund spielt; wunschliste.de berichtete) und Unterhaltung aus dem Westen. Die traditionsreiche Reportagereihe „Hier und heute“ soll statt täglich am Vorabend nur noch ein Mal in der Woche, am Montag um 22.10 Uhr, zu sehen sein. „Die Idee von Ende der 1990er Jahre passt nicht mehr in die heutige Zeit“, begründete Fernsehdirektor Schönenborn bereits Mitte August bei einem Pressegespräch in Köln die Entscheidung. Vor gut 15 Jahren habe es fast nur kurze Berichte zu aktuellen Themen gegeben, weswegen die 15-minütigen Reportagen eine wichtige Ergänzung gewesen seien. Heute sei es aber möglich, schnell tiefere Hintergründe zu aktuellen Entwicklungen ins Programm zu nehmen. „15 Minuten waren lange Zeit eine exzellente Idee, aber heute ist mehr Tiefe gefragt.“

    Auf dem Sendeplatz am Montag um 22.40 Uhr entsteht ein neues Format für Kultur aus dem Westen, das aktuelle Themen und Hintergrund verknüpfen soll. Wegfallen soll dafür der „west.art Talk“ am Sonntag – wohl aus Kostengründen.

    Am „Info-Mittwoch“ setzt das WDR Fernsehen ganz auf Information: Mit „markt“ um 20.15 Uhr, gefolgt von Service- und Verbraucherreportagen, sowie ab 22.10 Uhr „die story“, „WDR Weltweit“ und „WDRdok/Dokumentarfilm“.

    Das Intergrations-Magazin „Cosmo TV“ wird in der bisherigen Form am Sonntagnachmittag nicht fortgeführt, die Fachredaktion bleibt jedoch bestehen. Sie soll in Zukunft die Integrationsberichterstattung im Programm steuern und verstärkt Beiträge zu aktuellen Nachrichtensendungen, Magazinen, Dokumentationen und auch Unterhaltungssendungen liefern. Gleichzeitig soll es eine Reihe von Reportagen aus der Redaktion geben. Noch nicht bekannt ist, welche der rund 20 neuen Formate aus der jüngsten „Programmoffensive“ der WDR weiterführen will. Intendant Tom Buhrow möchte sich hier ausreichend Zeit nehmen, die Reaktionen der Zuschauer zu analysieren.

    „Wir verstehen uns als Sender für den Westen, für die Menschen in NRW“, erklärte Fernsehdirektor Schönenborn. „Sie erwarten von uns vor allem aktuelle, verlässliche und kritische Information. Dafür gibt es deutlich mehr Platz im neuen Schema. Wir werden aber auch weiterhin zeigen, dass das WDR Fernsehen Platz hat für neue und überraschende Ideen, gerade auch in der Unterhaltung. Das erwarten die jüngeren Zuschauergruppen von uns, die wir für unser Programm zurückgewinnen wollen.“

    „Der Rundfunkrat unterstützt mit großer Mehrheit die Programmreformen des WDR in Hörfunk und Fernsehen, weil sie einen geeigneten Rahmen schaffen, um den öffentlich-rechtlichen Programmauftrag auch künftig zu erfüllen und möglichst weiter zu schärfen“, sagte die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • dojojo (geb. 1961) am 26.09.2015 03:52

      Hallo,
      eine Serie über die Betonpfütze 'Phoenixsee' ; nein Danke.
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