„Walking Dead“-Franchise laut AMC „gerade erst am Anfang“

    Mutterfirma will Zombie-Idee weiter melken

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 01.08.2019, 11:42 Uhr

    „The Walking Dead“ – Bild: AMC
    „The Walking Dead“

    Es ist schon lange kein Geheimnis, dass AMC als Heimatsender von „The Walking Dead“ und des mittlerweile dazugehörigen TV- und Film-Franchises plant, diese Welt auszuweiten. Das unterstrich Josh Sapan, der Chef der Mutterfirma AMC Networks, bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen – zumal diese Zahlen noch einigen Spielraum nach oben ließen.

    Allzu viele Details zu weiteren Plänen ließ sich Sapan nicht aus der Nase ziehen. In einer Telefonkonferenz etwa wurde er ergebnislos zum Budget des ersten Films um Rick Grimes befragt – das Subfranchise mit Andrew Lincoln soll es auf drei Filme bringen, die durch Universal Pictures auf die Leinwand gebracht werden (fernsehserien.de berichtete).

    Stattdessen zog sich Sapan auf Gemeinplätze zurück und erklärte, dass das „Walking Dead“-Franchise sich erst „am Anfang seines Lebens“ befindet und „viele Chancen zum Wachstum bietet“. Nun, da die Comic-Vorlage durch Robert Kirkman – für die Öffentlichkeit überraschend kurzfristig – zum Abschluss gebracht wurde, sollten auch die kreativen Kapazitäten dazu frei sein.

    Über AMC Studios besitzt AMC Networks die Rechte am „TWD“-Franchise für Film und Fernsehen und kann somit aus jedem neuen Projekt in der von Robert Kirkman geschaffenen Welt Profit ziehen. In der sich ändernden Medienwelt ist das wichtig für den Gesamtkonzern – Ownership ist das Stichwort: Denn wenn einem Medienkonglomerat die Rechte an einer Serie gehören, ist man nicht alleine auf den Erfolg der linearen Ausstrahlung angewiesen, sondern kann auch aus späterem Streaming Gewinne ziehen.

    AMC Networks etwa schielt auch auf seine eigenes Streamingangebot: Mit den vier Diensten Shudder (für Horror), Acorn TV (Krimis, vor allem aus Kanada und GB), UMC (ausgerichtet auf Afro-Amerikaner) und Sundance Now (anspruchsvolle Programme, Arthouse) will man den Strukturwandel schaffen, vom linearen TV unabhängiger werden. Ende 2019 sollen die vier Dienste zusammen 2 Millionen Abonnenten haben, Ende 2020 will man mit den vier Diensten schwarze Zahlen schreiben und bis Ende 2024 sollend die vier Dienste 5 bis 7 Millionen zahlende Kunden haben und 500 Millionen US-Dollar Einnahmen bringen.

    Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2019 kam das gesamte AMC Networks auf Einnahmen von 772 Millionen US-Dollar (Analysten hatten 783,2 Millionen erwartet). Insbesondere die Werbeeinnahmen lagen elf Prozent unter den Vorjahreswerten. Hingegen stiegen die Einnahmen aus der Lizenzierung der eigenen Film- und Fernsehprogramme an andere Firmen um 1 Prozent auf 385 Millionen.

    Ebenso wie viele Fans, die den Zenit des „Walking Dead“-Franchise mittlerweile überschritten sehen, reagierte man auch an der Börse eher zurückhaltend – die Aktienkurse fielen aufgrund der verfehlten Umsatzerwartung zunächst um knapp 5 Prozent und ließen sich dabei von vagen Zukunftsplänen nicht beeindrucken.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • GerneGucker am 01.08.2019 13:38 via tvforen.demelden

      Ich finde, hier werden viel zu oft viel zu viele dieser unnützen Marketing-Worthülsen zitiert. Im vorliegenden Fall ist die unfreiwillige Komik natürlich ganz besonders groß: "Gerade mal am Anfang", wenn man schon 220 Serienfolgen in 2 Serien gedreht und darin längst den Hauptteil der Comic-Vorlage verarbeitet hat. Sicherlich gibt es noch Potential für weitere gute Filme und Serienstaffeln, aber man ist bei diesem Etikett insgesamt wohl näher an dem Punkt der letzten beiden Akte-X-Staffeln angelangt als "am Anfang" seines "Lebens."
      • Fernsehschauer am 01.08.2019 13:05melden

        Traurig wie man die Serie so lange melkt bis sie kein Geld abwirft. Die Serie wird aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann mit einem offenem Ende enden, eben weil die Serie dann kein Geld mehr abwirft.
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