Vor dem Start: „Orange is the New Black“

    ZDFneo und funk zeigen prämiertes, schwarzhumoriges Gefängnisdrama

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 20.04.2017, 15:38 Uhr

    Piper (Taylor Schilling) kommt im Frauengefängnis von Litchfield an – „Orange is the New Black“ – Bild: Lionsgate TV/Netflix
    Piper (Taylor Schilling) kommt im Frauengefängnis von Litchfield an – „Orange is the New Black“

    Es gibt immer wieder US-Serien, von denen man erwartet, dass sie es nie ins deutsche Free-TV schaffen. „Orange is the New Black“ gehört sicherlich dazu. Ab heute zeigt ZDFneo die Serie von Lionsgate Television als deutsche Fernsehpremiere. Immer donnerstags um 23.20 Uhr werden Doppelfolgen gezeigt, der Sender hat direkt die Ausstrahlung der ersten beiden Staffeln schon fest angekündigt (fernsehserien.de berichtete). Nach der Ausstrahlung werden die Episoden kostenlos beim Online-Jugendangebot funk abrufbar sein.

    Die Serie handelt von der eher alternativ angehauchten Piper Chapman (Taylor Schilling), die mittlerweile mit einer Freundin Seifen für den gehobenen Bedarf herstellt und verlobt ist.

    Doch in ihrer Jugend, der Collegezeit, hatte Piper eine feste Freundin, die als Dorgenkurier arbeitete und für die Piper auch schon mal ein Päckchen mit auf Reisen nahm. Das wurde Piper nun zum Verhängnis, und kurz vor Verjährung ihrer Tat wurde sie zu einer Haftstrafe von 15 Monaten in einem New Yorker Frauen-Gefängnis verurteilt – bei Drogen greifen die Staatsanwälte gerne durch. Während ihres Gefängnisaufenthalts macht Piper grundlegende persönliche Veränderungen durch.

    Entwickelt wurde die Serie von Jenji Kohan, die zuvor „Weeds – Kleine Deals unter Nachbarn“ erschuf. „Orange is the New Black“ liegt das Sachbuch „Orange Is the New Black: My Year in a Women’s Prison“ zugrunde, in dem Piper Kerman ihre Erlebnisse in einer ähnlichen Situation niederschrieb.

    Schon das Buch wie auch die Serie taten einiges, um der Allgemeinheit die Missstände in ihrer Gesellschaft und dem Gefängnissystem näherzubringen. So wurden die ersten Staffeln der tiefschwarzen Dramedy dann auch hoch gefeiert. Auch unser Kritiker Gian-Philip Andreas vergab selten gesehene 4,5 (von 5) Sternen und resümierte zum Serienauftakt: „Hier gibt es noch viel zu erzählen, und das Schöne daran ist: Man will es auch wissen.“ (Hier zur kompletten TV-Kritik)

    Der Ruhm von „Orange is the new Black“ verblasste etwas, als das Format insbesondere bei den Emmys nicht mehr als Comedy antreten durfte, sondern in der Drama-Kategorie an den Start ging.

    In den USA (und später auch in Deutschland) wurde „Orange is the New Black“ nach dem mit Macht und viel Geld herbei-produzierten Erfolg von „House of Cards“ für dessen Auftraggeber Netflix zum charmanten Erfolg, der einfach erzählerisch überzeugte.

    Mittlerweile ist das Exklusivitätsfenster von Netflix für die ersten Staffeln abgelaufen. Auch wenn die Serie weiterhin beim Streaming-Anbieter zu sehen ist (und bis Staffel sieben verlängert wurde), konnte Serienproduzent Lionsgate Television nun das nächste Glied der Verwertungskette angehen und die Serie deutschen Fernsehsendern anbieten. Das Zweite Deutsche Fernsehen hat nun also für ZDFneo und funk zugeschlagen.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.demelden

      Von Netflix beauftragte Serien haben also nur ein "Exklusivfenster" für's Streaming? Ich dachte Netflix kann auf immer und ewig bestimmen, was mit diesen Serien passiert. Dann gibt es ja noch Hoffnung für "Fuller House" im Free-TV.

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