„Star“: Serienschöpfer verspricht Serienabschluss als TV-Film

    Details zu angekündigtem Serienabschluss noch Mangelware

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 06.07.2019, 13:30 Uhr

    Der Cast von „Star“ in der dritten Staffel: (v.l.) Carlotta (Queen Latifah), Alexandra (Ryan Destiny), Star (Jude Demorest) und Simone (Brittany O’Grady) – Bild: Fox and its related entities. All rights reserved
    Der Cast von „Star“ in der dritten Staffel: (v.l.) Carlotta (Queen Latifah), Alexandra (Ryan Destiny), Star (Jude Demorest) und Simone (Brittany O’Grady)

    Im Mai wurde die Musik-Serie „Star“ von „Empire“-Schöpfer Lee Daniels bei FOX eingestellt (fernsehserien.de berichtete). Für machen Beobachter kam die Einstellung wegen stabiler Einschaltquoten überraschend, aber bei FOX soll die Serie einfach vollkommen unwirtschaftlich geworden sein: Nachdem das „Star“-Produktionsstudio 20th Century Fox TV unter das Dach von Disney wechselte (fernsehserien.de berichtete), änderten sich die Rechnungen dramatisch – und einmal mehr wurde deutlich, wie wichtig in der aktuellen Medienlandschaft „Synergieeffekte“ sind, bei denen die Tochterkonzerne eines Medienkonzerns zusammenarbeiten.

    Nun hat Serienschöpfer Lee Daniels am Freitag angekündigt, dass die Serie um drei junge Frauen und ihren Kampf um Erfolg im Musikgeschäft in Form eines „Movie-of-the-Week“, also eines Fernsehfilms, zum Abschluss gebracht werde.

    Details dazu, wo der Film laufen werde, gaben aber weder Daniels noch die von Deadline befragten, beteiligten Firmen: Produktionsstudio 20th Century Fox TV oder das für den bisherigen Heimatsender zuständige Fox Entertainment. Das wirft die Frage auf, wie belastbar Daniels’ eigene Ankündigung ist. Andererseits spielen auch Daten eine wichtige Rolle.

    Denn Daniels verkündete auch, dass „Star“ eben keine „Serienbestellung“ für eine vierte Staffel erhalten hat. Bei den Serien der großen Networks – die immer Ende Mai ihre Upfronts haben und dort das Programm für den Herbst verkünden – ist der 30. Juni ein Vertrags-Stichtag: Vorverträge mit den Schauspielern laufen immer an diesem Datum aus. Wenn der bisherige Sender sich bis zum 30. Juni nicht zu einer Verlängerung entschieden hat, wird er es in aller Regel auch nicht mehr tun! Und die mehr als 30 Tage zwischen den „Upfronts“ und der Frist Ende Juni geben Serien aktuell auch die Möglichkeit, den Wechsel zu einem anderen Sender oder Streaming-Dienst zu versuchen.

    Andererseits hat Daniels nun seine Ankündigung wenige Tage nach Auslaufen der Frist gemacht, genauer gesagt am Freitag, dem 5. Juli – dem „Brückentag“ zwischen dem in den USA begangen Nationalfeiertag am 4. Juli und dem Wochenende: Dass bei den Firmen da kein Statement zu erhalten ist, überrascht wenig. Zumal der Produzent eben den Vorteil hat, dass er über eine „ausgehandelte“, aber „noch nicht unterschriebene“ Vereinbarung reden kann: Studio und/oder Sender warten in der Regel eben, bis die Anwälte die komplexen Vertragswerke aufgesetzt und geprüft haben und alles unterschrieben wurde.

    Womit wir wieder bei den Synergieffekten angekommen sind: Während eine Ausstrahlung eines „Star“-Films in den USA bei FOX naheliegt, kann es auch sein, dass Disney den Film in Eigenregie ohne den Sender produziert, um durch den „runden Abschluss“ den Wert „seiner“ Serie „Star“ in der langfristigen Vermarktung auf Streaming-Diensten zu erhöhen – und den Film bei seinem eigenen Dienst Disney+ oder bei seiner Neuerwerbung Hulu zeigt.

    Hauptrollen in „Star“ hatten Jude Demorest, Brittany O’Grady, Ryan Destiny, Amiyah Scott, Quincy Brown, Queen Latifah, Miss Lawrence, Luke James, Lance Gross, Matthew Noszka, Sängerin Brandy und William Levy. In Deutschland ist die Serie bisher nur bei ProSieben Fun zu sehen gewesen.

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