Interview mit Tobias Mann und Christoph Sieber: „Im Grunde wollen wir ‚Böhmermann mit Quote‘ machen.“

    Neue Late-Night-Show „Mann, Sieber!“ ab Dienstag im ZDF – von Glenn Riedmeier

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 16.09.2015, 08:46 Uhr

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    Wollen mit neuer Late-Night-Show durchstarten: Tobias Mann (l.) und Christoph Sieber (r.)
    Wollen mit neuer Late-Night-Show durchstarten: Tobias Mann (l.) und Christoph Sieber (r.)

    Nach der „heute-show“ und „Die Anstalt“ schickt das ZDF am kommenden Dienstag, 15. September, um 22.45 Uhr mit „Mann, Sieber!“ ein weiteres Kabarett-Format auf Sendung. Präsentiert wird die politische Late-Night-Show von den beiden Kabarettisten Tobias Mann und Christoph Sieber. Tobias Mann moderierte in der Vergangenheit für den WDR die Comedyshows „Fun(k)haus“ und „Mann an Bord“, während Christoph Sieber bis 2013 durch die SWR-“Spätschicht“ führte. wunschliste.de-Redakteur Glenn Riedmeier traf die beiden Moderatoren zum Interview und sprach mit ihnen über ihre neue, gemeinsame Sendung. Außerdem erläutern Mann und Sieber, was für sie guten Humor ausmacht und wie sie die Entwicklung des Fernsehens beurteilen.

    wunschliste.de: Herr Mann, Herr Sieber, Sie präsentieren im ZDF gemeinsam die neue Late-Night-Show „Mann, Sieber!“. Wie kam es eigentlich zu der Zusammenarbeit? Kennen Sie beide sich schon länger?

    Christoph Sieber: Es gab keinen anderen, deshalb musste ich zwangsläufig mit Tobias Vorlieb nehmen! [lacht] Im Ernst: Ich habe Tobias besser kennengelernt, als ich im SWR „Spätschicht – Die Comedy Bühne“ moderiert habe und er zu einem meiner Lieblingsgäste wurde. Im vergangenen Jahr trat schließlich das ZDF an uns heran. Nachdem sich der Mut bei „Die Anstalt“ und der „heute-show“ ausgezahlt hat, wollte das ZDF mit uns etwas noch Mutigeres wagen.

    wunschliste.de: Nun hat das ZDF ja mit den beiden angesprochenen Formaten bereits zwei herausragende Kabarett/Satire-Formate im Programm. Wodurch unterscheidet sich Ihre neue Show von den beiden anderen?

    Tobias Mann: Es wird ganz klar eine Late-Night-Show. Wir beide sind große Late-Night-Fans, zudem verbindet uns eine große Leidenschaft für politisches Kabarett. Dementsprechend freuen wir uns darüber, beides in unserer neuen Sendung kombinieren zu können. Zudem führen wir in einer Doppelmoderation durch die Sendung. Das ist ein Stunt, der sich im Mutterland der Late-Night-Shows nicht wiederfindet.

    wunschliste.de: Hierzulande haben das zuletzt Harald Schmidt und Oliver Pocher versucht … 

    Christoph Sieber: Ich glaube, davon träumt Herr Schmidt heute noch. [lacht] Bei Schmidt und Pocher war letztendlich der Fehler, dass sie zu einem Zeitpunkt zusammengekommen sind, als beide nicht mehr beziehungsfähig waren. Bei der Beziehung zwischen Tobias und mir gibt es hingegen klar definierte Regeln.

    wunschliste.de: Laut Inhaltsbeschreibung verkörpert Herr Mann den Optimisten, der auf den Skeptiker, Herrn Sieber, trifft. Wie wichtig ist diese Rollenverteilung?

    Tobias Mann: Wir versuchen, genau darauf aufzubauen, dass dank unserer Unterschiedlichkeit der eine oder andere Funke fliegt.

    Christoph Sieber: Letztendlich ist es wie in einer guten Ehe. Wir führen eine Ehe auf Zeit und haben getrennte Schreibtische – und getrennte Betten. Sobald das „TV total“-Studio gegen Ende des Jahres frei wird, könnten wir sogar aus getrennten Studios senden.

    wunschliste.de: Welche Showelemente zeichnen „Mann, Sieber!“ aus? Was ist „typisch Late-Night“, wie man es aus anderen Sendungen kennt?

    Tobias Mann: Das Schöne an Late-Night ist, dass es im Prinzip keine Grenzen oder Beschränkungen bezüglich Stil und Inhalt gibt. Für uns als Bühnenkabarettisten war es besonders reizvoll, Satire auch mal über filmische Möglichkeiten umzusetzen, die wir auf der Bühne nicht haben. Wir schlüpfen in Rollen und arbeiten diverse Themen in Einspielfilmen satirisch auf.

    Christoph Sieber: In der ersten Ausgabe wird es außerdem einen musikalischen Beitrag von Claus Kleber geben. Wir zeigen neue Seiten vom ihm, die er bisher noch nicht einmal selbst kannte. Wir blicken auf die Griechenland-Wahl und die Finanzkrise wird endlich mal ganz unkorrekt erklärt.

    wunschliste.de: Typisch für eine Late-Night-Show ist eine Studioband – auch bei „Mann, Sieber!“?

    Christoph Sieber: Im vergangenen Jahr wurden schon zwei Pilotfolgen aufgezeichnet, damals hatten wir noch eine Band. Letztendlich haben wir uns jetzt allerdings dagegen entschieden. Wir investieren lieber mehr in den Inhalt – was im Fernsehen leider oft vergessen wird. Unsere Show wird alles andere als Mainstream und ist nicht unbedingt etwas für Leute, die nebenbei staubsaugen.

    Tobias Mann: … wobei die natürlich trotzdem gerne einschalten dürfen.

    Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Themen in der ersten Sendung behandelt werden und wie Tobias Mann und Christoph Sieber die Entwicklung des Fernsehens beurteilen.

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