50 Jahre Lach- und Sachgeschichten – „Die Sendung mit der Maus“ feiert Geburtstag

    Großer Rückblick auf die Entstehung und Geschichte des TV-Klassikers

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 06.03.2021, 11:00 Uhr

    Die Maus wird 50 – Bild: WDR/Michael Schwettmann
    Die Maus wird 50

    „Die Sendung mit der Maus“ feiert einen runden Geburtstag! Am 7. März 1971 lief die erste Ausgabe des Kinderklassikers. 50 Jahre später erfreut sich die Maus immer noch großer Beliebtheit – und das, obwohl sie in den fünf Jahrzehnten kein einziges Wort gesprochen hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Kindersendungen halten die Fans der Maus auch nach Erreichen ihres Schulpflichtalters die Treue.

    Der TV-Klassiker begeistert kleine und große Zuschauer gleichermaßen. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 40 Jahren. Während Lachgeschichten wie „Der kleine Maulwurf“, „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ oder „Shaun das Schaf“ eine eigene Fangemeinde aufbauen konnten, sind es in erster Linie die Sachgeschichten, die zum großen Teil das Renommee der Sendung ausmachen. Kindern und Erwachsenen werden darin komplizierte wie alltägliche Zusammenhänge auf anschauliche Weise erklärt.

    Nachdem wir gestern bereits ein Interview mit Maus-Vater und Sachgeschichten-Macher Armin Maiwald veröffentlicht haben (zum Interview), wollen wir anlässlich des Jubiläums jetzt einen Blick zurück auf die Geschichte und Entwicklung der „Sendung mit der Maus“ werfen. Abschließend folgt ein Überblick über die Sondersendungen zum Geburtstag.

    Die Geburtsstunde der Maus

    Gert K. Müntefering WDR/​Oliver Schmauch

    „Die Sendung mit der Maus“ hat mehrere Mütter und Väter. Zum Maus-Team der ersten Stunde zählen Gert K. Müntefering, der damalige Leiter des Kinder- und Familienprogramms des WDR, die Redakteurin Monika Paetow, Siegfried Mohrhof, damals Leiter des Nachmittagsprogramms, sowie Armin Maiwald, der die ersten Sachgeschichten produzierte. Sie haben sich 1970 zusammengetan und das entwickelt und produziert, was in den ersten Folgen noch nicht „Die Sendung mit der Maus“ hieß, sondern „Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger“.

    Die Bildhauerin und Grafikerin Isolde Schmitt-Menzel illustrierte für die Sendung die Bildergeschichte „Die Maus im Laden“ der Kinderbuchautorin Ursula Wölfel: Das war genau nicht mein Metier, eine graue Maus. Ich war für fantastische und verrückte Sachen, erinnert sich Schmitt-Menzel. Da hab’ ich gedacht: Die Mäuse kriegen auf jeden Fall alle eine andere Farbe als grau. Und die Hauptmaus war orange, mit braunen Ohren, Armen und Beinen. Die Maus ist nicht rot, die ist nicht gelb. Gelb steht ja für Intelligenz. Und Rot ist Energie. Die zwei Sachen zusammen in meiner Maus war mein Bestreben, denn ich bin genauso.

    Isolde Schmitt-Menzel WDR/​privat

    Unter den ersten Lachgeschichten befand sich diese Maus-Geschichte, die einen starken Eindruck hinterließ. Der WDR erhielt unzählige Zuschriften von Zuschauern, die mehr von dem orangefarbenen Nager sehen wollten. So bat Gert K. Müntefering Isolde Schmitt-Menzel darum, sich weitere kleine Abenteuer auszudenken für die orangefarbene Maus, die stumm bleiben sollte.

    Die Ur-Maus aus der Bildergeschichte WDR

    Die Maus kam so gut an, dass sie schließlich 1972 zur Titelfigur der dann in „Die Sendung mit der Maus“ umbenannten Serie wurde. Animiert hat die Maus jedoch ein anderer: Der 2014 verstorbene Schweizer Trickfilmzeichner Friedrich Streich. Der WDR beauftragte ihn damit, die Maus aus der Bildergeschichte für kleine Trickfilm-Spots in Szene zu setzen. Streich brachte der Maus das Laufen bei und verlieh ihr auch das charakteristische Augenklimpern. Im Laufe der Jahre hat er mehr als 330 ca. 30-sekündige „Maus-Spots“ produziert. Er gilt als kreativer Pionier des Kinderfernsehens und hat mit seinen Zeichentrickgeschichten als „Maus“-Macher der ersten Stunde mehr als 40 Jahre lang das junge und alte Publikum begeistert.

    Friedrich Streich WDR/​Oliver Schmauch

    „Die Sendung mit der Maus“ war zunächst eine Koproduktion von WDR, SWF (heute SWR), SR und ORB (heute rbb).

    Auf der nächsten Seite geht es zur ausführlichen Chronik der Sendung.

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