Skydance: Was bringt die Zukunft für HBO Max, Paramount+ und DC?

Warner Bros. Discovery wird von David Ellisons Konzern aufgekauft

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 08.10.2026, 16:14 Uhr

Skydance: Was bringt die Zukunft für HBO Max, Paramount+ und DC? – Warner Bros. Discovery wird von David Ellisons Konzern aufgekauft – Bild: HBO Max

Ende September konnte der Geschäftsmann, Milliardärssohn und Kinoproduzent David Ellison seinen Plan unter Dach und Fach bringen, für seine Firma Skydance nach Paramount Global auch Warner Bros. Discovery zu kaufen – Letzteres für einen Preis von um die 110 Milliarden US-Dollar (fernsehserien.de berichtete).

Daraufhin blieben nur noch einige wenige Verwaltungsakte (wie eine richterliche Zustimmung zu einem Vergleich mit 12 US-Bundesstaaten) und schließlich der Vollzug des Aufkaufs – der am Dienstag kam. Mittlerweile gibt es auch erste Informationen dazu, welche Weichen für die Zukunft gestellt wurden: Insbesondere, wie Warner Bros. Discovery einerseits und Paramount a Skydance Company andererseits zusammenwachsen sollen.

Für die Außendarstellung besonders wichtig ist, welchen Namen die neue Firma erhält: Skydance. Damit geht Ellison auf den ursprünglichen Namen seiner 2006 gegründeten eigenen Firma zurück. Die Unternehmensteile Paramount und Warner Bros. erhalten einstweilen den Zusatz a Skydance Corporation.

Streaming

Für deutsche Leser sicher eine der drängendsten Fragen ist, wie es mit den Streaming-Diensten Paramount+ und HBO Max (und discovery+) weitergehen wird. David Ellison konnte darauf schon eine klare Zielvorstellung geben: Mittelfristig sollen beide Dienste miteinander vereint werden. Bis das technisch umgesetzt werden kann, wird allerdings noch eine Weile verstreichen. Zwischenzeitlich ist angedacht, für die Dienste vergünstigte gemeinsame Abo-Bundles anzubieten.

Wer das neue Streaming-Imperium in die Zukunft führen soll, steht auch schon fest: Casey Bloys, der bisherige Chef von HBO und HBO Max. Er wurde zum Chief Content Officer of Skydance DTC (DTC: Direct-to-Consumer, also Streaming-Dienste) ernannt. Sein bisheriges Gegenstück bei Paramount+ hat die Firma verlassen. Dabei handelte es sich um Cindy Holland, die erst knapp ein Jahr zuvor (nach dem Aufkauf von Paramount Global) zum Unternehmen gekommen war. Holland hatte einst als Chefin für Eigenproduktionen Netflix durch Serienbestellungen etwa von „House of Cards“ und „Stranger Things“ stark gemacht.

Weitere Führungspersonen

In Sachen Filmproduktion mussten die bisherigen Verantwortlichen bei Warner Bros. ihren Hut im Rahmen der Fusion nehmen, Mike De Luca und Pam Abdy. Viele Branchenbeobachter bedauern das, da sie auch künstlerisch kreativen Filmen eine Chance gegeben hatten. Andererseits wundert der Schritt nicht: David Ellison ist als Filmproduzent eher jemand, der auf Action-Blockbuster setzt und etwa bei „Mission Impossible“, „Top Gun: Maverick“, „Terminator: Dark Fate“ und den drei „Star Trek“-Kinofilmen ab 2009 als Produzent an Bord war. Das Filmgeschäft führen die beiden zuvor bei Paramount Global für diesen Unternehmensbereich verantwortlichen Dana Goldberg und Josh Greenstein.

Unbeschadet haben die beiden DC-Verantwortlichen James Gunn und Peter Safran die Fusion überstanden, die seit einigen Jahren versuchen, DC-Adaptionen vor allem an den Kinokassen wieder erfolgreich zu machen. Sie bleiben Co-Chairs DC Studios und unterstehen in der Firmenhierarchie direkt Ellison.

In Sachen Fernsehstudios plant man mit der Weiterführung der drei bestehenden Produktionsstudios: Warner Bros. Television Group, CBS Studios und Paramount TV Studios. Zwar sollen Synergieeffekte Einsparungen ermöglichen, aber man setzt auf unverminderten Output als Investition in die Zukunft.

Das Unternehmen verlassen musste der in der Branche eher ungeliebte bisherige WBD-Chef David Zaslav: Der hatte seinerzeit den Aufkauf von Warner durch seine Firmenheimat Discovery vorangetrieben, dabei allerdings große Schulden und folgenden Sparzwang in Kauf genommen. In der Folge hatte er recht forsch Projekte eingestellt und als Abschreibungsobjekte genutzt (etwa den Film „Batgirl“ oder den später doch noch geretteten „Coyote vs. Acme“). Zaslav steigt aber mit einem „goldenen Fallschirm“ aus: Für seine Beteiligung an der Fusion steht ihm laut Deadline ein Zahltag in Höhe von „mehreren Hundert Millionen US-Dollar“ ins Haus (eine genaue Summe muss der US-amerikanischen Börsenaufsicht erst später gemeldet werden).

Hypotheken

Auch weiterhin liegt eine große Schuldenlast auf dem neu geschmiedeten Skydance. Auf insgesamt 80 bis 87 Milliarden soll sich der Schuldenberg belaufen, von denen 50 Milliarden für die Übernahme entweder neu aufgenommen wurden oder mit WBD kamen. Jährlich sind 6 Milliarden für Zinsen zu erwarten.

Branchenbeobachter und Kreativenvertreter bewerten den nun vollzogenen Zusammenschluss weiterhin äußerst kritisch. Einerseits verschwindet damit ein potenzieller „Käufer“ vom Markt, während die Verhandlungsposition des neuen Skydance natürlich enorm ist.

Daneben wird die Macht des neuen Konzerns in Sachen Nachrichten gefürchtet: David Ellison und sein Vater, Oracle-Mitgründer Larry Ellison, gelten als eher Donald Trump nahestehend. Auch wenn für die unmittelbare Zeit nach dem Zusammenschluss gewisse Bestandsgarantien etwa für Trumps Lieblingsfeind CNN existieren, hat man in den USA halt auch den Einfluss des Australiers Rupert Murdoch und seines erzkonservativen FOX News auf die Politik vor Augen.

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