Silvester-Quoten: Pilawa und Jordi siegen über Kiewel und Kerner, Joko & Klaas triumphieren mit „Dinner for One“-Remake

    Sat.1 geht mit „Geh aufs Ganze!“-Aufguss unter, RTL punktet mit XXL-“Chartshow“

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 01.01.2022, 10:56 Uhr

    Jörg Pilawa und Francine Jordi präsentierten auch 2021 „Die Silvester Show“ im Ersten – Bild: BR/Kimmig Entertainment GmbH/ORF/SRF/Philipp von Ditfurth
    Jörg Pilawa und Francine Jordi präsentierten auch 2021 „Die Silvester Show“ im Ersten

    Deutschland ist ins neue Jahr 2022 gerutscht – und viele Menschen verbrachten den Jahreswechsel vor dem Fernseher. Bei zahlreichen TV-Sendern wurde auf Musik und Partystimmung gesetzt, wenn auch unter Corona-Bedingungen. Primetime-Sieger am 31. Dezember wurde Das Erste mit der „Silvester Show“ mit Jörg Pilawa und Francine Jordi. Mit insgesamt 3,81 Millionen Zuschauern und 17,1 Prozent setzte sich die vierstündige, voraufgezeichnete Musikshow recht deutlich gegen die Konkurrenz durch. 8,8 Prozent wurden in der jungen Zielgruppe erreicht, die mit 470.000 14- bis 49-Jährigen vertreten war.

    Die „Silvester Show“ ging ursprünglich als Nachfolger zum langjährigen „Silvesterstadl“ hervor, hat sich davon mittlerweile aber inhaltlich deutlich emanzipiert. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Sendung fast eine Million an Reichweite. Am letzten Tag des Jahres 2020 waren satte 4,71 Millionen Zuschauer dabei – allerdings befand sich Deutschland damals auch größtenteils im Lockdown, wodurch noch mehr Leute vor dem Fernseher saßen. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass der Marktanteil der Show mit 17,5 Prozent vor einem Jahr nur unwesentlich höher war. Nach dem Jahreswechsel blieben gestern Nacht noch 2,92 Millionen Menschen ab 0:20 Uhr für die „Silvester Showparty“ dran, der Marktanteil stieg auf starke 19,0 Prozent an – auch beim jungen Publikum ging es rasant auf 13,6 Prozent nach oben. Die erste „Neujahrsansprache“ des neuen Bundeskanzlers Olaf Scholz sahen um 20:05 Uhr bereits 3,20 Millionen Zuschauer bei 15,2 Prozent. Der Silvester-Klassiker „Dinner for One“ punktete um 16:45 Uhr vor 2,01 Millionen bei 11,3 Prozent (in der jungen Zielgruppe 10,3 Prozent).

    Im ZDF meldeten sich Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner ab 20:15 Uhr live mit „Willkommen 2022“ vom Brandenburger Tor, wo Corona-bedingt auf Publikum vor Ort verzichtet werden musste. Die viereinhalbstündige Musikshow sahen vor den Fernsehgeräten 2,25 Millionen Menschen bei 10,2 Prozent. Punkten konnte man dafür beim jüngeren Publikum: Mit 800.000 14- bis 49-Jährigen waren 15,0 Prozent in der Zielgruppe drin. Die ZDF-Silvestershow lag aus Marktanteilssicht auf dem Niveau des Vorjahres, wenngleich wie beim ARD-Pendant enorm an Reichweite eingebüßt wurde: Am 31. Dezember 2020 waren noch insgesamt 3,58 Millionen dabei.

    Ähnlich wie im Vorjahr gelang dem ZDF ein Kunststück: Die fünfminütige „heute Xpress“-Ausgabe steigerte sich um 0:45 Uhr auf 3,02 Millionen Zuschauer bei 16,6 Prozent. Für die „ZDF-Kultnacht“ blieben anschließend um 0:50 Uhr noch 1,33 Millionen Menschen bei 12,6 Prozent dran. Weniger gefragt war hingegen am Vorabend der Comedy-Jahresrückblick „2021 – Deckel drauf!“, der es um 19:30 Uhr lediglich auf 1,30 Millionen bei 6,3 Prozent brachte. Scholz’ Neujahrsansprache sahen zuvor noch 2,55 Millionen bei 12,6 Prozent im ZDF.

    „Silvester für Eins“ mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ProSieben/​Waya Yeung

    Nachdem ProSieben tagsüber konstant unter einer halben Million Zuschauer verharrte, war um 20:15 Uhr ein deutlicher Einschaltimpuls zu verzeichnen: 2,32 Millionen Menschen bei 10,4 Prozent Gesamtmarktanteil sahen „Silvester für Eins“, die Klamauk-Neuauflage von „Dinner for One“ mit Joko und Klaas. Beim jungen Publikum explodierten die Quoten gar feuerwerksartig: Unglaubliche 29,7 Prozent holte die halbstündige Sendung vor 1,65 Millionen 14- bis 49-Jährigen. Danach ging es allerdings bergab: Für die traditionelle Wiederholung der Komödie „Der Schuh des Manitu“ blieben um 20:45 Uhr noch 1,12 Millionen dran, der Zielgruppen-Marktanteil stürzte auf 10,2 Prozent herab.

    Zufrieden sein kann RTL, wo diesmal fast den gesamten Tag über auf „Die ultimative Chart Show“ gesetzt wurde. Bereits ab 12:00 Uhr lud Oliver Geissen zum achtstündigen XXL-Musik-Countdown, den im Schnitt 1,15 Millionen Zuschauer mitverfolgten. Zur Primetime wurden dann 1,83 Millionen Menschen gezählt, die sich die Erstausstrahlung der neuen Ausgabe „Die erfolgreichsten Silvester-Party-Hits“ nicht entgehen ließen. Solide 12,7 Prozent Marktanteil sprangen beim jungen Publikum heraus.

    Ganz und gar nicht funktioniert hat hingegen die Silvesterprogrammierung von Sat.1: Ab 20:15 Uhr wurden alle drei Ausgaben der „Geh aufs Ganze!“-Neuauflage wiederholt, die erst vor wenigen Wochen ihre TV-Premiere hatten. Die Reichweiten schwankten zwischen 690.000 und 310.000 Zuschauern, während die Zielgruppen-Marktanteile konstant schlecht zwischen 2,7 und 2,3 Prozent lagen. Damit landete Sat.1 sogar hinter dem kleineren Schwestersender Kabel Eins, wo es die Filmklassiker „Zwei sind nicht zu bremsen“ und „Zwei außer Rand und Band“ mit Bud Spencer und Terence Hill auf 3,7 und 2,9 Prozent brachten.

    Auf ähnlich überschaubarem Niveau lag RTL Zwei: Die Trilogie von „Die nackte Kanone“ holte ab 20:15 Uhr Marktanteile zwischen 3,6 und 3,3 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Ein gutes Stück besser lief es für VOX, wo den gesamten Tag über die Dokureihe „100 Songs, die die Welt bewegten“ zu sehen war. Zur Primetime wurden immerhin 5,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen erzielt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1976) am

      Ich habe die Silvesterpartyshow im MDR gesehen. Leider gibt es hier keine Quoten dazu.
      • am via tvforen.de

        TV Wunschliste schrieb:
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        > Ganz und gar nicht funktioniert hat hingegen die
        > Silvesterprogrammierung von Sat.1: Ab 20.15 Uhr
        > wurden alle drei Ausgaben der "Geh aufs
        > Ganze!"-Neuauflage wiederholt, die erst vor
        > wenigen Wochen ihre TV-Premiere hatten. Die
        > Reichweiten schwankten zwischen 690.000 und
        > 310.000 Zuschauern, während die
        > Zielgruppen-Marktanteile konstant schlecht
        > zwischen 2,7 und 2,3 Prozent lagen.

        Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass dieses Programm mit der Intention gemacht war, dass das viele Zuschauer anlockt. Sondern einfach nur etwas das möglichst wenig kostet und keinen Aufwand verursacht gesendet wurde. Dafür finde ich sowas dann (was auch immer man auf die Quotenmessung geben mag) erstaunlich gute Quoten.
        • (geb. 1972) am

          Das die ARD mit so einer doofen Show punktet.Das sieht man mal,wo das Niveau bei dennen liegt!Auf unserer Party war langweile angesagt als das lief! Wären die Sänger bei ihren eigenen Liedern geblieben,hätte es recht unterhaltsam werden können.Sowohl Sascha als auch Johnny Logan haben eigene songs
          • am via tvforen.de

            Silvester für Eins, das war leider nicht so toll.
            Wirkte ja eher wie ein Making-Of, ich hätte erwartet, das die beiden den Sketch wirklich durchspielen, das hätte besser gewirkt.

            Snake
            • am via tvforen.de

              Da bin ich voll und ganz Deiner Meinung!!!!
              Es hätte echt gut werden können: Da baut Pro7 so eine tolle Kulisse...- und was machen sie daraus???
            • am via tvforen.de

              Kann das rechtliche Gründe haben? Den Titel "Dinner for One" durften sie jedenfalls nicht verwenden.
            • am via tvforen.de

              Schließe mich eurer Meinung an, das war enttäuschend.
            • am via tvforen.de

              Blitzbirne schrieb:
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              > Da bin ich voll und ganz Deiner Meinung!!!!
              > Es hätte echt gut werden können: Da baut Pro7 so
              > eine tolle Kulisse...- und was machen sie
              > daraus???

              Kann es eigentlich sein, dass das im Studio 1 der Berliner Union-Film produziert wurde? Ich meine das an der Außenansicht zu Beginn und an den Gängen zu den Garderoben und zur Maske erkannt zu haben. Von den Dimensionen der Halle könnte es auch hinkommen.

              Der Kulissenbau war schon beeindruckend. Ich hoffe auch, dass sie mehr damit gemacht haben als das, was wir bisher gesehen haben. Aber wahrscheinlich überschätze ich das Fernsehen da mal wieder...
            • am via tvforen.de

              Die "Joko und Klaas"-Sendung war... merkwürdig, aber dennoch interessant. Ich bin nach der Ankündigung ebenfalls davon ausgegangen, dass sie eine eigene Interpretation von "Dinner for one" liefern werden - vergleichbar mit den regionalen Mundart-Fassungen in den Dritten Programmen.

              Aber das Ganze war ja diesmal nicht ihre eigene Idee, sondern eine Vorgabe ("Strafe") von Pro7. Folglich vielleicht kein Wunder, dass sie entsprechend lustlos rangegangen sind. Andererseits kann man das natürlich auch so interpretieren, dass sie hier auf einer Metaebene die negativen Folgen übermässigen Alkoholkonsums illustrieren wollten. Durch das Trinken (das schon im Auto auf der Fahrt zum Studio gezeigt wurde) waren sie schliesslich nicht in der Lage, ihre Aufgabe zu erfüllen und eine Belastung für ihre Kollegen. Da das Ganze im Rahmen eines Sketches, der Betrunkensein als zentrales Thema hat woraus im Original die Pointen resultieren, geschah, wurde es umso deutlicher.

              Vielleicht waren sie aber wirklich einfach nur in Sauflaune angesichts der Firmenweihnachtsfeier...

              Seltsam fand ich die permanenten Hinweise, dass der Titel "Dinner for one" nicht gesagt werden durfte. Man darf doch eigentlich einen Originaltitel nennen, wenn man eine Parodie darauf macht, oder?

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