„S.W.A.T.“: Erste US-Primetime-Serie dreht wieder in Los Angeles

    Beschwerlicher Neuanfang nach Corona-Unterbrechung

    Bernd Krannich – 05.08.2020, 11:02 Uhr

    Shemar Moore als Daniel ‚Hondo‘ Harrelson in „S.W.A.T.“

    Am Dienstag hat die Serie „S.W.A.T.“ als erstes US-amerikanisches Format die Dreharbeiten nach dem Corona-Shutdown wieder aufgenommen. Wie Deadline meldet, war bis zuletzt unklar, ob es dazu kommen würde. Doch nach erfolgreichen Testläufen wurde am Dienstag dann ein kompletter Drehtag für die vierte Staffel absolviert.

    Details zu den Umständen der Dreharbeiten gibt es noch keine. In einem Tweet anlässlich des Starts der Dreharbeiten erwartete Produzent Aaron Rahsaan Thomas einen Tag, der im Minutentakt neue Erfolge, aber auch Lektionen bringen werde. „S.W.A.T.“ soll im Herbstprogramm von CBS laufen. Der jetzige Start der Dreharbeiten zur neuen Staffel ist nur wenig verspätet gegenüber „normalen“ Jahren, wo Mitte bis Ende Juli mit Dreharbeiten für Herbstserien begonnen wird.

    Generell hatten sich die Produzenten der in Los Angeles angesiedelten Polizeiserie durch die Vorgänge der vergangenen Monate um den Tod von George Floyd in Polizeigewahrsam und die Black Lives Matter-Bewegung verpflichtet gesehen, in der vierten Staffel noch sensibler mit dem Thema des Spannungsfeldes zwischen amerikanischer Polizei und schwarzer Bevölkerung umzugehen. Ein Thema, das in der Serie bereits angelegt war, da im Zentrum mit Daniel ‚Hondo‘ Harrelson (Shemar Moore) ein Protagonist steht, der eine schnelle Beförderung erhielt, eben weil er in beiden Welten verankert ist.

    Sony Pictures TV steht führend hinter „S.W.A.T.“ mit CBS TV Studios als Ko-Produzent. Sony ist Vorreiter bei der Rückkehr der nordamerikanischen Serienproduktion, man produziert auch schon bei der Daily Soap „Schatten der Leidenschaft“ wieder (fernsehserien.de berichtete). Aktuell plant Sony auch die Rückkehr der Dreharbeiten von „The Good Doctor“ im kanadischen Vancouver. Dort gab es aber noch Details mit der örtlichen Regierung zum Handling der COVID-Tests zu klären, so dass die Vorarbeiten zunächst gestoppt wurden.

    Während große Produktionen der Networks nur allmählich in Fahrt kommen, hatte Produzent Tyler Perry in Atlanta in seinen Tyler Perry Studios die Produktion bereits Mitte Juli wieder aufgenommen und Staffel zwei von „Sistas“ abgeschlossen. Voraussetzung dafür war, dass die gesamte Produktion dauerhaft isoliert war und regelmäßig getestet wurde: Perry hatte 360 Personen auf seinem Studiogelände untergebracht. Aufgrund der dort begrenzten Unterbringungskapazitäten hatte man mit knapp 20 Prozent weniger Personal gearbeitet als bei der ersten Staffel der Serie.

    Vorab hatte der erfolgreiche Produzent eingangs Darsteller aus New York und Los Angeles in seinem Privatjet eingeflogen, um das Risiko von Neuinfektionen bei der Anreise zu verhindern – vor der „Abreise“ war ebenfalls schon getestet worden. Das brachte Erfolg: Bei den Corona-Tests vor Beginn der Dreharbeiten wurden zwar vier Personen positiv getestet, aber niemand aus dem Hauptcast (zwei Crew-Mitglieder und zwei von zehn Statisten).

    Perry, der Serien für BET und BET+ im Akkordtempo produziert, wird bei weiteren Projekten wie „The Oval“ ebenfalls nach diesem Modell verfahren.

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