„Rote Rosen“ und „Sturm der Liebe“ werden bis 2025 fortgesetzt

    ARD setzt weiter auf Telenovelas am Nachmittag

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 30.11.2022, 11:10 Uhr

    "Rote Rosen" und "Sturm der Liebe" werden bis 2025 fortgesetzt – ARD setzt weiter auf Telenovelas am Nachmittag – Bild: ARD

    Fans der ARD-Telenovelas mussten zuletzt um die Zukunft ihrer Lieblingsserien zittern. Die Zukunft von „Rote Rosen“ und „Sturm der Liebe“ stand aufgrund einer schwierigen Finanzierungs-Situation im Nachmittagsprogramm des Ersten auf der Kippe. Doch nun gibt es überraschend deutliche Entwarnung: Beide Serien sollen laut ARD bis ins Jahr 2025 mit jeweils zwei neuen Staffeln fortgesetzt werden. Dies habe die Videoprogrammkonferenz nun entschieden. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings dennoch.

    Die zukünftigen Staffeln der Telenovelas werden etwas kürzer ausfallen als die bisherigen. Das bedeutet, dass insgesamt 330 Folgen pro Jahr für beide Serien bestellt wurden. Seit 2019, ab dem Zeitpunkt der letzten Verlängerung, kamen „Rote Rosen“ und „Sturm der Liebe“ noch auf jeweils 200 Folgen pro Jahr, also insgesamt 400. Die Entscheidung der Programmkonferenz muss nun noch von den zuständigen ARD-Gremien bestätigt werden.

    Möglich wurde die Verlängerung laut ARD-Programmdirektorin Christine Strobl durch Umschichtungen im Etat. Strobl hatte zuletzt immer wieder von der schwierigen Finanzierungslage für die beiden Telenovelas gesprochen und damit auch den Weg für kurze Test-Staffeln der non-fiktionalen Formate „Leichter leben“ und „Team Hirschhausen“ während der Sommerpause geebnet (fernsehserien.de berichtete).

    Beide Sendungen blieben bei den Quoten aber deutlich unter den Ergebnissen zurück, die durch die Telenovelas generiert werden. So darf man davon ausgehen, dass die jetzige Verlängerung nicht nur etwas mit Etat-Umschichtungen zu tun hat. Zumal auch für den täglichen Sendeplatz um 16:00 Uhr, immer wieder kurzfristig durch Wiederholungen von „Verrückt nach Meer“ gerettet, bislang noch kein passendes Konzept gefunden wurde.

    Vorteilhaft wirken sich für „Rote Rosen“ und „Sturm der Liebe“ zudem die hohen Abrufzahlen in der Mediathek aus. Wie die ARD nun bekannt gab, wird dort eine Episode von „Rote Rosen“ durchschnittlich 453.636 Mal abgerufen, während „Sturm der Liebe“ sogar 723.786 Mal angesehen wird. Produziert werden beide Formate von Studio Hamburg und Bavaria Fiction.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Super, ich liebe den Sturm.
      Wieso wollte man die Serie denn absetzen? Das ist beste Unterhaltung!
      • am

        das Argument seitens der ARD war bzw. ist, dass die Serie einfach zu teuer sei in der Produktion.

        Man hat sich ja nun darauf verständigt, für jede der noch kommenden Staffeln weniger Folgen zu drehen, um es günstiger zu machen. Das heißt, mehr Wintersport und mehr Sommerpausenfüller wie Hirschhausen oder dergleichen.
        Wenn ich mir andere Sendungen und Serien anschaue, da frage ich mich allerdings auch, wie kann es sein, dass SdL zu teuer ist. So hohe Gagen und Gehälter werden die Schauspieler und Drehleute ja nun wirklich nicht kriegen. Vielleicht macht sich jemand in der Produktionsfirma die Taschen voll? Mann kennt das ja von den Öffentlich-Rechtlichen, da gestalten Moderatoren ihre Sendung mit eigener Produktionsfirma, um möglichst viel Geld herauszuscheffeln. Insgesamt krankt der ÖRR aber daran, dass für Pensionen immer mehr und mehr Geld benötigt wird, das fehlt dann halt für Produktionen, auch für SdL. In der Folge wird das Programm dann immer "billiger", d.h. immer mehr Schund und Schmalspurzeugs wie Kochshows, Rateshows, Spieleshows, Talkshows, was alles sehr viel billiger zu produzieren ist als selbst eine sicher gar nicht so arg teure Serie wie SdL.
      • am

        Na ja: Für einige ist SdL "beste Unterhaltung", für die meisten Gebührenzahler aber absolut verzichtbar - deshalb auch die niedrigen Quoten.
        Laut DWDL.de holte "Rote Rosen" im Jahr 2022 um 14:10 Uhr rund 11,5 Prozent im linearen Programm, "Sturm der Liebe" kommt nach 190 Folgen auf etwa 11,9 Prozent. (Stand: 30.11.2022) Hoch sind zwar die von der ARD nun genannten Abrufzahlen in der Mediathek, die laut DWDL.de "allerdings nicht mit einer durchschnittlichen Reichweite bei der Linear-Ausstrahlung zu vergleichen sind."
        Zum Vergleich: Die "Bares für Rares" (z. T. auch Wiederholungen) ab 15 Uhr im ZDF und die Rosenheim-Cops (generell Wiederholungen) ab 16 Uhr bringen es auf Marktanteile zw. ca. 20 und 25 Prozent.



        Ich finde die Kosten für "Sturm der Liebe" angesichts der niedrigen Quoten und der teilweise schwachen und sich häufig wiederholenden Drehbücher brutal: Laut DWDL.de liegt der Kostenanteil der ARD pro Sendeminute (!!) bei den ARD-Dailys RR und SdL bei rund 2000 Euro (!!) brutto. Jede Folge ist ungefähr 49 Minuten lang, sodass sich die ARD-Kosten also auf 100.000 Euro (!!) brutto pro Folge (!!) addieren. Die 165 Folgen SdL in 2023 kosten somit insgesamt 16,5 Mio. Euro.

        Für dieses Geld könnte man sehr viele interessantere und abwechslungsreichere Natur-, Tier-, Reise- Wissenschaftsdokus und -Reportagen etc. drehen lassen - auch von jungen Nachwuchsfilmern.
    • am

      Ich freue mich riesig, dass ROTE ROSEN in die Verlängerung geht. Diese Serie gehört mittlerweile zu meinem Alltag einfach dazu. Ich möchte sie nicht missen.

      Da ich sie am Nachmittag aber nicht sehen kann, bin ich auf die Mediathek angewiesen und das ist wirklich eine geniale Sache!
      • am

        Ich freue mich, vor allem über die Fortsetzung von Sturm der Liebe! Dann erlebt die Serie auf jeden Fall noch ihren 20 Geburtstag! Rote Rosen schaue ich nicht!

        Wenn das der wahre Grund ist, die Serien einstellen zu wollen, weil die Kosten zu hoch sind, sorry, da frage ich mich dann aber, wie kann man auf der einen Seite von zu hohen Produktionskosten sprechen und auf der anderen Seite hört man seit Monaten von überzogenen Gehältern die bei den öffentlich rechtlichen Sendern gezahlt werden! Das passt nicht!

        Ich denke, die ARD wird auch weiterhin versuchen neue Sendungen auf den beiden Sendeplätze zu testen und sobald sie etwas gefunden haben, bekommen wir die Meldung: RR und SDL wird eingestellt! War bei Verbotene Liebe auch so! Jahrelang wurde die Soap verlängert, weil es keine wirkliche Alternative gab und dann kamen die Quizshows die funktioniert haben! Und das mit der Folgereduzierung kenne ich von der LS, wurde von Produktionsauftrag zu Produktionsauftrag auch immer weniger, bis man die Serie dann schließlich, auch offiziell wegen zu hoher Kosten und zu geringem Zuschauerinteresse eingestellt hat. Aber ich glaube die ARD traut sich jetzt auch nicht noch zwischen 14-16 die x-te Wiederholung von „In aller Freunschaft“ zu zeigen!

        Zu dieser Testerei, das war blöd gemacht: Man testen 2 Formate im Sommer, wo es warm draußen ist und erhofft sich dann super Quoten um das fortzusetzen! Mal abgesehen davon, auch wenn das im Winter gelaufen wäre, was hätte das denn für eine Aussagekraft. Wenn die Sendung dann regelmäßig gelaufen wäre, wäre es nach 2023 gewesen, wer weiß, ob die Interessierten dann noch eingeschaltet hätten!

        Der Zuschauer braucht eine Bindung an ein Format. Das bedeutet ein Format in höherer Schlagzahl ausstrahlen und vor allem regelmäßig!
        • am

          Die Testsendungen Hirschhausen waren derartig miserabel in der Zuschauergunst, dass es von jeglicher Hinsicht abgesehen durchgefallen war. Daran war nicht das schöne Sommerwetter schuld, auch nicht das ungewohnte Format und ich bin mir sicher, eine halbwegs annehmbare Quote hätten sie noch akzeptieren können. Aber wie gesagt, Hirschhausen war unterirdisch, die Quoten waren an der Messgrenze - vermutlich wurden nur noch Leute gezählt die zur Tagesschau um 15 Uhr eingeschlafen waren und bei denen Hirschhausen danach halt noch weiter lief. Jeder andere hat doch umgeschaltet oder, wie ich, erst gar nicht eingeschaltet.
      • am

        Beruhigend, das die ÖR ihrem Bildungsauftrag weiter mit der Zwangsabgabe nachkommen.
        • am

          Ich glaube da negativen Wellen wahrzunehmen, aber ich hätte es nicht anders formuliert. Arme Antje Hagen, was hab ich die früher in den 70ern gern' gesehen.

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