Quoten: Starkes „Triell“ bei ARD und ZDF gewinnt den Sonntag klar

    Mehr als 10 Millionen Zuschauer schalten ein

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 13.09.2021, 10:38 Uhr

    Szenenfoto aus „Das Triell – Dreikampf ums Kanzleramt“ mit den Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner (beide vorne) und den Politikern Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Bündnis 90/​Die Grünen) und Armin Laschet (CDU) – Bild: ARD/ZDF/WDR Kommunikation
    Szenenfoto aus „Das Triell – Dreikampf ums Kanzleramt“ mit den Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner (beide vorne) und den Politikern Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Bündnis 90/​Die Grünen) und Armin Laschet (CDU)

    Am Sonntag kam es zum zweiten „Triell“ der Kanzlerkandidaten für die am 26. September anstehende Bundestagswahl. Im Vergleich zum ersten Dreikampf vor zwei Wochen auf RTL konnten Das Erste und das ZDF für ihre auf beiden Sender parallel ausgestrahlte Sendung nochmal deutlich mehr Zuschauer verbuchen: Durchschnittlich 10,87 Millionen Zuschauer wollten den Auftritt von Armin Laschet (Union), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) sehen. Das bedeutete einen Marktanteil von 35,7 Prozent bei den Fernsehzuschauern am Sonntagabend.

    Maybrit Illner (ZDF) und Oliver Köhr (ARD) führten durch die Sendung „Das Triell – Dreikampf ums Kanzleramt“, die auch bei den jungen Zuschauern ein großer Erfolg war und 3,59 Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren abholte (Marktanteil von 39,8 Prozent). Daneben lief das Triell noch auf den kleinen Sendern Phoenix und tagesschau24, deren Quoten nicht vorliegen.

    Mehr Zuschauer für das „Triell“ im Ersten

    Dabei verteilten sich die Zuschauer alles andere als gleichmäßig auf die beiden übertragenden, öffentlich-rechtlichen Sender: Das Erste konnte deutlich mehr als die Hälfte für sich verbuchen. Das könnte aber auch mit der unterschiedlichen Stärke der jeweiligen Vorprogramme zusammenhängen.

    Nach der „Tagesschau“ (6,45 Millionen Zuschauer) im Ersten schalteten nochmal einige Fernsehkonsumenten ein, die Gesamtzuschauerschaft stieg auf 7,36 Millionen (Marktanteil 24,2 Prozent). Im ZDF bildete „Terra X“ das Vorprogramm (3,47 Millionen Zuschauer), hier schalteten ebenfalls einige, aber deutlich weniger Zuschauer erst um 20:15 Uhr zu: Das „Triell“ brachte 3,51 Millionen Zuschauer (11,5 Prozent beim Gesamtmarktanteil). Auch bei den jungen Zuschauern hatte Das Erste deutlich die Nase vorn: Hier steht ein Marktanteil von 29,3 Prozent zu Buche, während das ZDF 10,5 Prozentpunkte zum Gesamtergebnis der beiden öffentlich-rechtlichen Sender beisteuert.

    Das Erste widmete im Anschluss ans „Triell“ eine Ausgabe von „Anne Will“ der Analyse des Politiker-Triells. Die fuhr dann auch gleich einen Jahresbestwert ein und wurde insgesamt von 5,85 Millionen Zuschauern verfolgt (Marktanteil von 24,6 Prozent). Im ZDF gab es Nachrichten und Analysen im 50-minütigen „heute journal“. Das verlor gegenüber dem Triell gar keine Zuschauer und kam auf 3,57 Millionen Gesamtzuschauer (Marktanteil von 14,4 Prozent).

    Politdiskussionen bei den Privaten

    Insgesamt übertrumpften die beiden öffentlich-rechtlichen Sender damit das erste „Triell“ des Jahres bei RTL (fernsehserien.de berichtete) deutlich: Hier schauten 5,05 Millionen Menschen zu, bei den 14- bis 49-Jährigen wurde ein Marktanteil von 25,9 Prozent erreicht. Bei der damaligen Nachbetrachtung blieben 3,85 Millionen Zuschauer dran.

    Ein drittes und letzte Duell der drei Kanzlerkandidaten steht am kommenden Sonntag (19. September 2021) bei der Seven.One Entertainment Group an: Es wird live auf ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins übertragen sowie auf dem YouTube-Kanal von „Galileo“. Die Moderation übernehmen Linda Zervakis („Zervakis & Opdenhövel. Live.“) und Claudia von Brauchitsch („akte.“).

    Die Sonntags-Primetime

    Wie kaum anders zu erwarten kostete die Übermacht des „Triell“ alle anderen Sender Punkte. ProSieben hatte am Sonntag „ran Football“ ab 19:00 Uhr abendfüllend im Angebot. Das konnte sein Publikum durchgängig halten, auch wenn sich während des Triells eine kleine Delle von mehreren Zehntausend Zuschauern andeutet. Maximal waren 550.000 junge Sportfans dabei, der Marktanteil schnellte vor der Primetime kurzfristig auf bis zu 10,2 Prozent nach oben. Nach einem Tiefpunkt von 5,3 Prozent Marktanteil erholten sich die Zahlen nach Mitternacht auf über 10 Prozent.

    Sat.1, RTL und RTL Zwei versuchten sich an Spielfilmen. Dabei hatte Sat.1 mit „Ocean’s 8“ die Nase vorne (Marktanteil 8,2 Prozent) vor „Pacific Rim: Uprising“ auf RTL (6,5 Prozent) und „Mama mia – Nur keine Panik“ auf RTL Zwei (3,5 Prozent).

    Bei den beiden Sendern, die auf Reality-Unterhaltung setzten, hatte VOX mit „Die leckerste Idee Deutschlands“ das bessere Ende für sich: Der Marktanteil bei den Umworbenen kam auf 6,4 Prozent, während sich Kabel Eins mit „Yes we camp!“ mit einem Marktanteil von 4,6 zufrieden geben musste.

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