Das ZDF lag mit seinem jüngsten „Ostfriesenkrimi“ am Samstag vorn
Bild: ZDF/Michael Ihle
Am gestrigen Abend bewährte sich für das ZDF wieder einmal die Zugkraft seines Samstagskrimis. Im Ersten ließ das Interesse an der zweiten Staffel von „Totenfrau“ deutlich nach, während auch ProSieben mit „Staying Alive“ weiterhin auf keinen grünen Zweig kam. Erholung ließ sich dagegen beim Casting-Dauerbrenner von RTL feststellen.
Im ZDF setzte sich „Ostfriesensturm“ deutlich an die Spitze und dominierte die Primetime mit 4,69 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern sowie starken 24,9 Prozent Marktanteil. Auch in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen standen solide 8,5 Prozent zu Buche. Selbst die spätere Wiederholung von „Der Staatsanwalt“ hielt das Niveau hoch und lag klar vor der Konkurrenz aus dem Ersten.
Dort tat sich die „Totenfrau“ mit der zweiten Staffel deutlich schwerer. Schon der Auftakt blieb mit 1,74 Millionen und 9,5 Prozent hinter früheren Werten zurück, im Verlauf bröckelte das Interesse weiter. Zwischenzeitlich rutschte die Serie auf 1,26 Millionen, erst spät stabilisierten sich die Marktanteile wieder leicht. In der jungen Zielgruppe ging es hingegen kontinuierlich bergab – von zunächst 7,6 auf nur noch 1,3 Prozent.
RTL konnte derweil mit „Deutschland sucht den Superstar“ zumindest eine kleine Erholung verbuchen. 1,54 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten für 9,2 Prozent beim Gesamtpublikum, in der klassischen Zielgruppe kletterte die Show mit 10,5 Prozent wieder in den zweistelligen Bereich. Für ganz vorne reichte das nicht, aber nach den vorherigen Tiefs war es ein Schritt nach oben.
In Sat.1 lief es mit dem actionreichen Sci-Fi-Klassiker „Independence Day“ rund: 970.000 Gesamtzuschauer bedeuteten 5,5 Prozent Marktanteil, in der Zielgruppe wurden gute 9,9 Prozent erreicht. Damit bewegte sich der Sender klar auf Augenhöhe mit RTL und profitierte wie so oft von einer stabilen Filmwiederholung.
ProSieben hingegen rutschte weiter ab. „Staying Alive“ verlor nochmals deutlich und kam nur noch auf 510.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sowie schwache 4,6 Prozent in der Zielgruppe. Damit setzte sich der Negativtrend der Vorwoche fort, während parallel selbst kleinere Angebote wie der Fußball bei Nitro deutlich vorbeizogen.
Der Fall an sich war ja in Ordnung, aber ich fand, dass die Atmosphäre im Corona-Frühjahr 2020 nicht gut eingefangen wurde. Niemand trug eine Maske, Abstand ebenfalls weitgehend ein Fremdwort und in der alternativen WG hing - lange demonstrativ im Bild - ein Plakat für eine Veranstaltung aus dem Jahr 2025.
Rodolfo Rolfö schrieb: ------------------------------------------------------- > Die Folge spielte am Anfang und am Ende im Jahr > 2025. Dieses Plakat habe ich kein einziges Mal > wahrgenommen. Da hätte ich besser aufpassen > müssen.
Bei 1:13:05 zum Beispiel, das müsste aber auf der 2020-Ebene gewesen sein.
DerGlotzer am
Den Ostfriesensturm empfand ich als eher durchschnittlich, da gab es für mich bessere Folgen aus der Reihe. Die zweite Staffel der Totenfrau dagegen fand ich bemerkenswert, spannende 6 Folgen, ohne Langeweile, mit reichlich Action und einem erstaunlichem Bodycount, für öffentlich-rechtliche Verhältnisse. Auch den Cast fand ich sehr gut.
HerrM (geb. 1970) am
Was dort als Ostfriesensturm - Ostfriesen Krimi durch die GEZ-Zwangsabgabe finanzierte Ätherwellen verpestet, ist nichts weiter als eine staatlich verordnete Gehirnerweichung im ZDF. Man zelebriert im deutschen TV eine konsequente Hinrichtung jeglicher Intelligenz, während hölzerne Statisten durch Fremdscham-Momente stolpern, die selbst für einen Lobby-Automaten zu peinlich wären. Die obligatorische Nazi-Keule fungiert dabei als letzter, verzweifelter Rettungsanker für Drehbücher, die in ihrer Substanzlosigkeit sogar Vakuum-Behälter vor Neid erblassen lassen. Während skandinavische Produktionen handwerkliche Präzision liefern, stagniert das hiesige System in einer inzestuösen Dauerschleife aus altem Müll, der lediglich mit neuen Gebührenmilliarden frisch lackiert wird. Es ist ein rituelles Verbrennen von Ressourcen für ein Publikum, dessen Anspruchsprofil längst unter die Grasnarbe der Deiche gesunken ist, serviert mit Witzen, deren Niveau so tief liegt, dass man sie nur noch mit seismografischen Geräten erfassen kann.
Blue_Jazzmann am
Ich finde „Staying alive“ ein interessantes Konzept. Aber es wären nicht die Privaten, wenn man eine Idee nicht bis zum Wegschalten ausdehnt. MMn zeigt das in beängstigter Weise, was aktuell möglich ist. Die Avatare sahen schon ziemlich gut aus. Lob an ProSieben, dass sie bereit sind, die neuen Wege zu gehen. Sie zeigen was möglich ist und man bekommt den Geist nicht wieder in die Flasche. Jetzt war es nur eine Aufzeichnung, bald wird mMn live möglich sein. ProSieben verrät die Technik dahinter nicht, aber eine Theorie sind Doppelgänger, die via KI optimiert wurden. Die Evolution hat den Menschen zum jetzigen Zeitpunkt geführt. Nun wird verdeutlicht, dass man seinen Sinnen nicht mehr trauen kann.
Hans18 am
Danke für den Hinweis, dachte das sei irgendein Film oder so. Der Titel klang nach einem amerikanischen Film. Werde ich mir mal anschauen.
TobiasS0810 am
Sorry, du bist verarscht worden, da steckt nix Technik dahinter. Von wegen Hologramm oder was auch immer. Oder weißt du, wieso ein Avatar nur english spricht? Noch fraglicher wird es, wie ein Hologramm Sasha umarmen könnte. Weil DAS ist technisch eindeutig noch nicht möglich. Ich frag mich auch, wieso ein Hologramm von der Bühne geht. Hologramme sind sehr begrenzt in ihrem Bewegungsradius, zumindest 2026 ist das so. Die entscheidendste Frage ist aber, warum hat ein Hologramm ein Knopf im Ohr?
Blue_Jazzmann am
Ähhhh….ist da was gelöscht worden? Ich habe nie von einem Hologramm gesprochen, mir war ziemlich früh klar, dass es kein Hologramm sein konnte. Avatar bedeutet übrigens nicht ausschließlich das Bild eines Hologramms. Warum man auf eine Live-Show verzichtet und nur Doppelgänger einsetzt, um sich die Technik zu sparen, verstehe ich nicht. Wie gesagt, verfolge ich folgende Theorie: Doppelgänger auf der Bühne (damit die Bewegungen stimmen) und KI Einsatz bei der Aufzeichnung, damit das Aussehen und die Stimme stimmt. Das hat nix mit Hologrammen zu tun. Ich hatte auch andere Bilder im Kopf, gerade von Whitney Houston oder Elvis Presley. Aber das liegt eher an meinen Bildern im Kopf und nicht an der Technik. Die fand ich, wie schon gesagt, beeindruckend. Die Show hat dagegen nicht die Wurst vom Brot gezogen.