Quoten: „Die Verräter“ kehren mit Tiefstwert zurück, „Der Buchspazierer“ siegt bei Jung und Alt

„Villa der Versuchung“ weiter mau, „Georgie & Mandy“ und „Die Beet-Brüder“ punkten

Dennis Braun
Dennis Braun – 18.08.2026, 10:39 Uhr

„Die Verräter“ – Bild: RTL/Stefan Gregorowius
„Die Verräter“

Während die Strategie-Spielshow „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ in vielen anderen Ländern ein großer Erfolg ist, tat sie sich in Deutschland bei RTL bislang verhältnismäßig schwer. Das änderte sich auch mit dem Start der vierten Staffel am gestrigen Montagabend nicht, im Gegenteil: Insgesamt sahen nur 1,25 Millionen Menschen zu, nur etwas mehr als beim bisherigen Allzeittief. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen wurden schwache 7,6 Prozent bei 250.000 gemessen – das war ein neuer Tiefstwert.

Da die Kölner in dieser und in der nächsten Woche die achtteilige Staffel täglich von montags bis donnerstags zeigen, ruhen die Hoffnungen darauf, dass die Eventprogrammierung noch Zuschauer einsammeln wird – darin liegt allerdings auch ein großes Risiko. Bei RTL+ ging es bereits vor zwei Wochen los – hier stehen schon die ersten fünf Folgen bereit, auch das dürfte die linearen Quoten drücken. Die Folgen 1 und 2 erzielten dort eine Streaming-Nettoreichweite von 0,521 Millionen, etwas mehr als im vergangenen Jahr. Dieser Wert sagt lediglich aus, wie viele Menschen mit der Marke bislang in Berührung gekommen sind, nicht aber, ob sie auch die ganzen Folgen oder nur kurz reingeschaut haben.

Bei Jung und Alt dominierte zur Primetime die prominent besetzte TV-Premiere der Komödie „Der Buchspazierer“ im Rahmen des „ARD SommerKinos“: 4,20 Millionen Gesamtzuschauer sorgten für tolle 19,9 Prozent Marktanteil, bei den Jüngeren kamen mit 470.000 ebenso sehr gute 14,2 Prozent zustande. Das ZDF schickte eine Wiederholung der Krimireihe „Unter anderen Umständen“ ins Rennen, die es auf insgesamt 4,04 Millionen und kaum schlechtere 19,2 Prozent brachte, dafür bei den 14- bis 49-Jährigen nicht über 5,8 Prozent hinauskam.

Einen erfreulichen Start in den Abend erwischte auch ProSieben, wo „Georgie & Mandy“ den Zielgruppen-Marktanteil im Vergleich zur Vorwoche verdoppelte und nun weit überdurchschnittliche 10,1 Prozent verzeichnete. Die Gesamtreichweite betrug allerdings überschaubare 490.000. Eine weitere Folge schaffte nachfolgend noch 8,0 Prozent, ehe ein Doppelpack von „Ted“ auf 6,2 und 4,2 Prozent zurückfiel. Völlig ohne Chance war zu später Stunde „St. Denis Medical“, das bei katastrophalen 2,7 und 1,5 Prozent hängen blieb.

Schwestersender Sat.1 kommt mit der „Villa der Versuchung“ linear weiterhin auf keinen grünen Zweig: Zwar ging es bei den Werberelevanten leicht auf 5,3 Prozent nach oben, ein zufriedenstellender Wert ist das aber nicht. Insgesamt hatten nur 610.000 Menschen eingeschaltet. Immerhin läuft es auf Joyn besser, in Woche 1 wurde eine Streaming-Nettoreichweite von 0,623 Millionen gemessen. Zwei Folgen von „Dschungel Divas“ waren nachfolgend angesichts 4,7 und 5,8 Prozent ebenfalls kein Hit.

VOX schickte „Die Beet-Brüder“ derweil nach elf Staffeln erstmals in Primetime, wo es mit 9,7 Prozent in der Zielgruppe sogleich richtig gut lief – nur „Der Buchspazierer“ war hier gefragter. Insgesamt scheiterte man allerdings knapp an der Millionenmarke und unterhielt 960.000. Die Actionkomödie „Hancock“ brachte es bei Kabel Eins zum Start in den Abend bereits auf überdurchschnittliche 5,8 Prozent, „Resident Evil“ steigerte sich danach noch leicht auf 6,0 Prozent. RTL Zwei landete mit „Deutschland – Deine Schulden“ zunächst bei 4,4 Prozent, für „Hartes Deutschland“ ging es nachfolgend sogar auf 6,6 Prozent nach oben.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am

    Man sieht es in Deutschland, dass wohl viele nur noch auf den Reality-Scheiss stehen oder olle Gurken sehen wollen. Doch wenn mal ein neues, innovatives Format erscheint bleiben Zuschauer aus. Bisher hat mir jede Staffel der trategie-Spielshow „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ sehr gefallen und auch diese jetzige ist sehr, sehr spannend. Ich habe die erste Hälfte (4 Folgen) schon gesehen und begeistert mich. Vermutlich ist den geistigen Tiefliegern an Zuschauern das ganze zu hoch und sie ergötzen sich lieber an klischeehaften, halbnackten Krawall-Idioten in den Reality-Formaten. Schade, aber man sieht an den Quoten, was gewünscht wird und man wird auch immer wieder bedient.

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