„Modern Family“: Finale der achten Staffel lässt Serie im Limbus

    Letzter Drehtag ohne gesicherte Zukunft

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 07.03.2017, 13:26 Uhr

    Der Cast von Modern Family“ in der sechsten Staffel – Bild: FOX
    Der Cast von Modern Family“ in der sechsten Staffel

    Während dieser Tage die Verhandlungen um die Fortsetzung von „The Big Bang Theory“ mit Spannung beobachtet werden (fernsehserien.de berichtete), ist auch bei einem anderen Comedy-Veteranen die Zukunftsfrage spannend: „Modern Family“. Am Wochenende war der letzte Drehtag der achten Staffel. Auch hier laufen die Verträge der Hauptdarsteller aus und es gibt bei der Frage nach der Verlängerung eine Dreieckskonstellation: 20th Century Fox TV stellt die Serie für ABC her und die Darsteller wollen dem Vernehmen nach deutliche Gehaltserhöhungen. Allerdings ist „Modern Family“ bei weitem nicht mehr auf der Höhe des Erfolgs. Dazu scheint das Klima insgesamt gereizter.

    Der letzte Drehtag bei „Modern Family“ lief laut TV Line unter dem Vorzeichen „Staffelfinale“ ab: Auch ohne feste Verträge für eine neunte Staffel zweifelt kaum jemand daran, dass die Serie fortgesetzt wird. Auch wenn die besten Tage sowohl in Sachen Einschaltquoten wie auch Kritikerlob hinter der Serie liegen, sie ist weiterhin wichtig. Denn für den Comedy-Mittwoch bei ABC bildet sie weiterhin den Anker. So stand im Staffelfinale vor allem der Schulabschluss von Manny (Rico Rodriguez) und Luke (Nolan Gould) im Zentrum, kein großer Serienabschluss.

    Aus mehreren Gründen gelten die jetzigen Verhandlungen als schwierig – was vielleicht auch daran abzulesen ist, dass man sie nicht frühzeitig zum Abschluss gebracht hat. Einerseits haben ABC und 20th Century Fox TV in den letzten Jahren mehrfach mit harten Bandagen verhandelt. Meist ging es um die Verlängerung von „Last Man Standing“ mit Tim Allen. Nachdem die Serie ab der zweiten Staffel auf den Freitag wanderte, ist sie eigentlich „zu teuer“. Weil sie aber für ABC wichtig ist, hat 20th Century Fox TV schon mehrfach andere Serien mit in die Verhandlungen genommen, um diese auf den Sender zu bringen oder zu halten – es ist dieser Tage immer schwer, eine Serie für einen Sender zu produzieren, der nicht zum eigenen Medienkonglomerat gehört.

    Allerdings sollen sich 20th Century Fox und ABC mittlerweile einig darüber geworden sein, dass für „Modern Family“ zunächst eine Verlängerung um ein Jahr ansteht – auch zwei Jahre wären nicht unrealistisch gewesen – und was ABC dafür zu zahlen bereit ist.

    Nun muss das Produktionsstudio „nur noch“ mit den Darstellern einig werden. Die zeigten sich aber in den letzten Jahren schon rebellisch. Ein Problem liegt darin, dass die Serie eben einen Hauptcast aus sechs Darstellern hat, die alle dem Prestige der Comedy (immerhin fünf Emmys für die Serie, zahllose Nominierungen für die Darsteller) entsprechend verdienen wollen – bei „The Big Bang Theory“ waren es über Jahre hinweg nur drei zentrale Darsteller mit hoch dotierten Verträgen.

    So kommt es, dass die sechs Darsteller Sofía Vergara, Ty Burrell, Julie Bowen, Eric Stonestreet, Jesse Tyler Ferguson und Ed O’Neill „nur“ je 350.000 US-Dollar verdienen (wobei O’Neill allerdings von den Kollegen quasi als „Erster unter Gleichen“ angesehen wird und er daher immer einen Tick besser gestellt ist).

    Insgesamt werden die gesunkenen US-Quoten zum Problem werden: ABC will laut Deadline im Wesentlichen dieselbe Lizenzsumme zahlen wie bisher. Deutliche Gehaltssteigerungen – wenn überhaupt – werden vom Sender somit nicht finanziert. Also müsste 20th Century Fox TV drauflegen, was den Branchengepflogenheiten widerspricht – früher wäre an dieser Stelle das Ende wegen gesunkener Quoten gekommen. Im immer weiter zersplitterten Fernsehmarkt hingegen haben sich die Einnahmemöglichkeiten vom ausstrahlenden „Sender“ hin zum „Studio“ verschoben (vor allem über VoD), so dass es hier durchaus sinnvoll sein könnte, zur Sicherung weiterer Einnahmen selbst in die Tasche zu greifen. Allerdings würde 20thTV damit auch einen Präzedenzfall schaffen.

    Während der vierten Staffel ließen die Darsteller die erste Probe durch „Krankheit“ platzen, später klagten sie gar dagegen, dass ihre Verträge dem kalifornischen Recht widersprachen (unter dem „befristete Verträge“ maximal sieben Jahre laufen dürfen). In beiden Fällen hatten die Darsteller durchaus in moralischer Sicht die „Branchengepflogenheiten“ hinter sich und nutzten eben harte Bandagen im üblichen Kampf um die Frage nach der Verteilung der Einnahmen.

    Während also die Zukunft von „Modern Family“ akut noch nicht gefährdet scheint, dürfte der Weg bis zum Vertragsabschluss noch interessante Verhandlungen mit sich bringen. Und wer weiß, vielleicht kommt es ja auch zu der einen oder anderen Überraschung. Ein probates Mittel, um trotz Gehaltserhöhungen im Budget zu bleiben, wäre etwa der Austausch von Rollen/Darstellern, insbesondere Einsparungen bei den Nebendarstellern – wenn man etwa einzelne Dumphy-Kinder aus der Serie schreibt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Dann sollte man lieber Schluß machen.Die Serie besteht ja hauptsächlich aus Familiensituationen;jetzt sind die Kinder so langsam alle groß.Der Schulabschluss ist doch ein gutes Ende....
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        Ich meine auch wenn die Kinder größer werden, sind sie immer noch ne Familie und bietet aufgrund der guten Charaktere genug Stoff für eine Fortsetzung.

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